Kundenmeinungen
Gut gemachte, packende Dokumentation, 18. Oktober 2007
Die Geschichte und Entwicklung der Kinder, die zum größten Teil noch nie getanzt haben und erst kräftig motiviert werden müssen, ist sehr bewegend und authentisch dargestellt. Die Tanzszenen kommen fast etwas zu kurz. Der Verlauf von den Proben bis zum Auftritt wird gut erzählt. Am liebsten möchte man den kompletten halbstündigen Auftritt ansehen. Hierzu ist wohl die "Collectors' Edition" geeignet. Im Gesamteindruck ist der Film eher dokumentarisch, mit sehr vielen Interviews in englischer Sprache. Diese sind aber untertitelt und auch sehr gut verständlich.
Kunst in der Gesellschaft, 23. Februar 2007
Eine sehr interessante Documentation, die neben der aufwendigen und aufreibenden Inszenierungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen auch den Status der Kunst in der Gesellschaft durchleuchtet. Recht unverblümt und ehrlich wird der Rang von Kunst und Kultur in unserer, doch so fortschrittlichen Konsumgesellschaft beschrieben. Geld und Erfolg stehen in Deutschland doch immer noch höher im Kurs als die inneren Werte, welche sogar in unserem Pisa-geprüften Schulsystem immer mehr dem Rotstift zum Opfer fallen.Leider kann man das Endergebnis und das vollständige Werk der Aufführung nicht genießen. Und auch von Strawinskys Werk erhält man nur bruchstückhafte Einblicke.
bewegend, 6. Februar 2007
Die kritische Rezension ist interessant, aber aus meiner Sicht nicht vollständig. Die sogenannte schwarze Pädagogik ist m.M. nach zu krass dargestellt. In dem Film sagt Royston, dass in der Gruppe nicht mehr die Hierachien gelten, die die Kids im Alltag kennen: also die Gruppennanführer, die Clowns und die Beliebten, sondern alle gleich wichtig sind, um ein bestimmtes Projekt zu realisieren bzw. ein Ziel zu erreichen. Dieses ist von den Kids lange nicht verstanden worden, was Royston mit "ernst nehmen" meinte. Die Lehrerin, die sich schützend vor ihre Schüler stellt und von Royston abgeblitzt wird, ist eine wichtige Szene. Royston lässt sich auf diese Auseinandersetzung nicht ein mit der Begründung, dass seine Pädagogik nicht emotional ist. Die Lehrerin ist rein emotional und für mich nachdenkenswert, ob das beschützen vor "Grenzgängen", wie es die Kinder erleben, immer sinnvoll ist.Sir Simon Rattl sagt in dem Film, dass in einem Orchester für das gemeinsame Projekt der Musik jeder Musiker sein Ego zurückstellen muss. Aber wenn die Musiker ihre Egos komplett unterordnen, funktioniert es auch nicht.Was die Disziplin oder das "Gehorchen" angeht, sollen die Kinder durch Stille lernen, ihren Körper wahrzunehmen und lernen, sich mit ihrem Körper auszudrücken, was für das Tanzen natürlich wichtig ist! Für die Kids ist das eine ganz neue Erfahrung und da hätte es wahrscheinlich keinen Sinn, sie zu bitten, mal still zu sein, was nicht passiert wäre oder ihre Angst vor Herausforderungen zu unterstützen, in dem man darauf eingeht, wie es ihre Lehrerin versucht hat. Es wird von der Co- Trainerin beklagt, wie wenig Selbstvertrauen und Körpergefühl die Kids haben. Die Eltern, die sich für das Projekt ihrer Kinder nicht interessieren, haben dazu beigetragen. Selbstbewußtsein bildet sich durch Unterstützung und Körpergefühl durch Körperkontakt wie Zärtlichkeiten. Sir Simon Rattle und Royston haben ihre Wege zur Musik bzw. Tanz gefunden,indem Simon ein Schlagzeug geschenkt bekam und Royston mit seinen Freunden ins Kino gegangen ist, weil er nicht allein sein wollte. Auch hier wird einerseits ein Projekt "geschenkt", andererseits sind vielleicht viele Kids dabei geblieben, um nicht alleine zu sein oder um kein Aussenseiter zu sein. Da wo viele Menschen zusammen kommen, entsteht zwangsläufig Gruppendynamik.Die Berührung zwischen Musik und Tanzkompanie finde ich auch mager. Beides wird auch streng getrennt dargestellt. Die Kids werden zu einem Konzert eingeladen und das wars. Nun gut, vielleicht ging es nicht anders. Simon spricht einmal kurz an, dass die Kassen der Städte blitzeblank sind und da reicht es wohl nicht mehr, einfach nur Konzerte zu geben, sondern mit besonderen Projekten auf sich aufmerksam zu machen. Ich finde es trotzdem gelungen, weil es nicht nur die Beteiligten sondern auch die Zuschauer aufwühlt und zum Nachdenken anregt.Ich kann den Film nur empfehlen!
Musik erschafft bessere Menschen, 4. Oktober 2006
Ein Arbeitsfilm, der in seiner beeindruckenden Intensität sprach- und atemlos macht. Choreograph Royston Maldoom zeigt den Kindern und Jugendlichen in seinem Tanzprojekt - in einer für sie oft schonungslosen Art - die Ernsthaftigkeit der Dinge, auf die es im Leben ankommt. Kein Film für Fans der Spaßgesellschaft. Sir Simon Rattle gibt sehr ehrlich und humorvoll Einblick in seine oft schwierige Jugendzeit und macht sogenannten "Außenseitern" Mut, zu ihrem Anderssein zu stehen. Ein wertvollster Film für alle, die mit Kindern, Jugendlichen und Menschen allgemein zu tun haben. Er macht Mut und weckt Begeisterung. Die Welt wäre besser, gäbe es mehr Maldooms und Rattles.
Die eigene Kraft wecken, 28. Oktober 2005
Dieses ist eine beeindruckende Dokumentation eines Musikprojektes, das 2002 mit Berliner Haupt- und Realschuelern durchgefuehrt wurde. Simon Rattle, der bekannte, vor Begeisterung und Intelligenz spruehende und in seiner Musik aufgehende Dirigent und die Berliner Philharmoniker nahmen dazu, gemeinsam mit 2 hervorragenden Tanzlehrern, die Aufgabe auf sich, 250 unmotivierten Schuelern Strawinskis "Sacre Du Printemps" durch Tanz und Erklaerung der Musik naeherzubringen.Ziel des Projektes war es, den Schuelern Begeisterung zu vermitteln, sie fuer eine Sache zu motivieren und ihr Interesse an Kunst und Tanz zu wecken - aber auch, ihnen einen Weg zu ihrer eigenen Kraft zu zeigen.Diese DVD stellt nun grosse Ausschnitte aus dem taeglichen, 3 Monate dauernden Kampf um die Aufmerksamkeit und das Interesse der Schueler dar, ferner sieht man die Veraenderung in den Gesichtern, verschiedene Reaktionen, man sieht Lebensbilder, Umfelder der Schueler,.... ausserdem entfuehrt uns Rattle in die Philharmonie, gibt uns Zuschauern, wie den Kindern einen Einblick in die Musik.Dass zuletzt aus diesem Projekt ein unfassbares Buehnenszenario entstehen wuerde, war von Anfang an keineswegs klar. Der Zuschauer wird auf die Reise mitgenommen und bangt mit den Organisatoren, unterstuetzt innerlich die Schueler, leidet mit denen, die es nicht schaffen, ihrem teilweise schwierigen Hintergrund zu entkommen, freut sich mit denen, deren Leben sich veraendert.Durch Tanzen und Musik zur eigenen Kraft finden. Das ist die Botschaft dieses Filmes. Mich hat das Engagement Rattles und der Tanzlehrer, aber auch die aufkeimende Kraft in den Schuelern und nicht zuletzt das fertige Projekt sehr beeindruckt - sehenswert.
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