Kundenmeinungen
Toller Western, 9. Mai 2007
Es ist zwar ein eher unbekannterer Western aber ein guter von Leone.
Aber es ist nicht einer seiner besten, davor kommen noch auf alle Fälle "Spiel mir das Lied vom Tod" und vor allem seine Dollar-Trilogie mit "Für eine handvoll Dollar", "Für ein paar Dollar mehr" und "Zwei glorreiche Halunken".
Von allen diesen Western Leones finde ich sind die beiden absolut besten:
"Spiel mir das Lied vom Tod" und "Zwei glorreiche Halunken".
In diesem Genre gibts fast nichts besseres.
Aber auch "Todesmelodie", wenn auch unbekannt, gehört dazu.
todesmelodie, 6. Januar 2007
Der gerissene Juan Miranda (Rod Steiger) und seine Familie sind Banditen wie sie im Buche stehen. Sie lassen sich jede mögliche List einfallen, um an das Geld der Reichen zu kommen. Eines Tages rast ein Motorradfahrer an ihnen vorbei und Juan zerschießt seinen Reifen. Der Motorradfahrer heißt John Mallory (James Coburn) und ist ein IRA Anhänger, der aus seiner Heimat geflohen ist. Das weiß Juan aber noch nicht und er denkt er kann Mallory das Fürchten lehren. Denkste, denn Mallory ist am ganzen Körper mit Sprengstoff bestückt. Das heißt, wenn jemand auf ihn schießt, wandert er mit ins Jenseits.
Nachdem Juan erfährt, dass Mallory ein Sprengstoffgenie ist, hat er überhaupt gar kein Interesse mehr ihn zu erledigen. Er hat ganz andere Pläne mit ihm. Juan möchte Mallorys' Sprengstoffkenntnisse nutzen und will die Bank von Mesa Verde plündern. Gelangweilt wendet sich Mallory von ihm ab und geht.
In Mesa Verde treffen sich die beiden zufällig wieder und Mallory ist plötzlich von Juans Plan sehr angetan. Als Mallory Juan hilft in die Bank zu kommen, muss Juan eine große Überraschung feststellen. Kein einziger Dollar ist in der Bank, stattdessen nur politische Gefangene. Juan bekommt raus, dass Mallory gar nicht an dem Geld interessiert war, sondern sich der Pancho Villa Revolution angeschlossen hat. Obwohl Miranda nichts mit der Revolution anfangen kann, findet er sich ungewollt als Teil der Revolution wieder. Nach dieser Mesa Verde Aktion wird er von den Anhängern der Revolution gefeiert, aber auch da ist ihm immer noch die Revolution egal. Bis zuletzt hofft Juan, dass er Mallory überzeugen kann eine Bank auszurauben, in der tatsächlich auch Geld zu holen ist. Erst als die Revolutionsgegner seine sechs Kinder ermorden, wendet sich das Blatt für Juan Miranda und er will blutige Rache.
Kritik:
Todesmelodie ist mal wieder einer der Titel, der mit dem Film überhaupt nichts zu tun hat. Aber ehrlich gesagt ist der amerikanische (Duck, You Sucker) und der italienische (Giù la testa = Duck dich) auch nicht grad sinnvoller. Im Vergleich ist sogar Todesmelodie der bessere Titel. Leone konnte leider nicht seinen ursprünglichen Titel C'era una volta la rivoluzione (Once Upon A Time...The Revolution) durchsetzen.
Leone war ein Fan von Triologien. Erst die legendäre Dollar Triologie mit Clint Eastwood und jetzt die Amerika Triologie (auch als die Once Upon A Time Triologie bekannt). Begonnen hat die Amerika Triologie mit dem wunderbaren Film Spiel mir das Lied vom Tod (1968). Weiter ging sie mit Todesmelodie (1971) und Es war einmal in Amerika (1984). Während die anderen beiden absolute Klassiker sind und meine absolute Empfehlung bekommen, erfüllt Todesmelodie nicht meinen Erwartungen. Wobei mir der Anfang am wenigsten gefällt.
Todesmelodie beginnt mit meines Erachtens billigen, fast cartoonartigem Humor. Die erste Begegnung zwischen Mallory und Juan Miranda ist sehr unspektakulär und ausdruckslos. Glücklicherweise wandelt sich der Film von einer peinlichen Komödie zu einem Western Drama.
Aber dennoch verläuft der Film für mich nicht nach Wunsch. Die knisternde Atmosphäre, die so häufig in Leones Filmen vorkommt, ist gar nicht vorhanden. Mir fehlen einfach Szenen wo der Kameramann einfach auf die schweigenden Protagonisten hält und Morricones Musik ertönt. Solche Szenen findet man hier nicht, aber dafür eine solide Geschichte mit guten Schauspielern.
Rod Steiger und James Coburn sind für mich ein nettes Duo, aber wenn ich sie mit andere Figuren vergleiche (Henry Fonda, Clint Eastwood, Lee Van Cleef usw.), bleiben sie halt nur ein nettes aber kein großartiges Duo. Schön finde ich übrigens auch die Rückblenden, auch wenn sie sie nicht die selbe Klasse haben wie bei den anderen Teilen der Amerika Triologie (in allen drei Teilen arbeitet Leone mit Rückblenden). Über das Ende des Films hab ich unterschiedliche Meinungen gehört und auch gelesen. Es ist ein offenes aber wie ich finde auch sehr blasses und unschönes Ende.
Fazit:
Ein netter Western, der aber im Vergleich zu anderen Leone Werken den kürzeren zieht. Für Neueinsteiger ist Todesmelodie sicherlich kein guter Anfang der Sergio Leone Filme. Da gibt es bessere.
definitiv ein guter Leone, 17. November 2006
ergio Leone soll selbst nicht sonderlich begeistert von Todesmelodie gewesen sein. Auch in Deutschland ist dieser Film mehr oder weniger schnell aus der Wahrnehmung verschwunden und nur die wenigsten wissen, daß er genauso wie "Spiel mir das Lied vom Tod" zur berühmten Amerika Trilogie zählt und dabei eine nicht unwesentliche Brücke schlägt.
Die Idee ist für Leones Verhältnisse nicht neu, aber gut gemacht. Zwei höchst unterschiedliche Charaktere (beide mit absoluter Topleistung: James Coburn und Rod Steiger) müssen sich für ein übergeordnetes Ziel zusammenraufen, was hin und wieder durch nette Jokes aufgelockert wird. Die Geschichte ist in der mexikanischen Revolution angesiedelt, behandelt diese aber mehr oberflächlich. Sie bildet nur das Rahmenthema für die Einzelschicksale des irischen Sprengstoffexperten und desillusionierten Berufsrevolutionärs (Coburn) sowie des Kleinganoven und Zufallsrevolutionärs (Steiger).
Der Film hat wie fast jeder Leone durchaus seine Längen, was man ihm aber eher als gut gefilmte Epik durchgehen läßt. Die Musik ist einfach phantastisch und fügt sich nahtlos in die Geschichte ein. Kein audringliches übersteuertes Gedröhne, sondern zurückhaltende melancholische Klänge.
Leone-typisch wird auch nicht mit Gewaltszenen gegeizt, wobei diese aber wohldosierter und psychologischer eingesetzt werden, als in seinen anderen Filmen.
Obwohl der Film optisch am meisten an "Spiel mir das Lied vom Tod" erinnern mag, nimmt er durch seine sehr eigene Stimmung und das perfekte Zusammenspiel von Coburn/Steiger eine Sonderstellung in der Amerika Trilogie ein.
Ein zu Unrecht unterbewerteter Film, dessen großes metaphorisches Potential sich einem erst nach mehrmaligen Sehen erschliesst.
Eindeutige Kaufempfehlung für den Leone Fan, Einsteigern sei aber trotzdem erst die Dollar-Trilogie ans Herz gelegt.
Zu Recht aber fünf Sterne.
Gold für diese Edition, 22. Juli 2006
Mit "Todesmelodie" schuf Sergio Leone einen Western der ganz tollen Sorte.
Aber es ist nicht einer seiner besten, davor kommen noch auf alle Fälle "Spiel mir das Lied vom Tod" und vor allem seine Dollar-Trilogie mit "Für eine handvoll Dollar", "Für ein paar Dollar mehr" und "Zwei glorreiche Halunken".
Von allen diesen Western Leones finde ich sind die beiden absolut besten:
"Spiel mir das Lied vom Tod" und "Zwei glorreiche Halunken".
In diesem Genre gibts fast nichts besseres.
Aber auch "Todesmelodie", wenn auch unbekannt, gehört dazu.
der Schwächste Leone, 9. März 2006
Von den sechs Filmen der beiden Trilogien ist dieser der deutlich Schwächste. Der Film kommt erst am Schluss so richtig in Fahrt und ist vorher sehr zäh. Die Kombination des irischen Revolutionärs und des Mexikaners funktioniert bei weitem nicht so gut wie die anderen Filmpaare bei Leone. Das Drehbuch ist einfach nicht überzeugend.
Natürlich sind einige Zutaten des Film klasse. Die beiden Hauptrollen sind sehr gut besetzt, der Film hat viel toll gedrehte Einstellungen und durch den Rod Steiger-Charakter kommt viel Humor in den Film. Die Morricone-Musik finde ich überraschend schwach im Vergleich zu den anderen Leones. Bleibt nicht im Ohr und ist fast schon Fahrstuhlmusik. Das Bonusmaterial ist deutlich schwächer als bei dem Halunken-Film und bei Spiel mir das Lied vom Tod, was daran liegt, dass kaum am Film Beteiligte zu Wort kommen. Es ist alles sehr auf Sir Christopher Freyling zugeschnitten. Der ist natürlich wieder sehr gut informiert, aber es fehlt irgendwie der Pfeffer. Fazit: Fällt zu den anderen Leones deutlich ab. Daher 3 Sterne
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