Kundenmeinungen
Extrem braun eingefärbt..., 8. Juni 2008
Als ich den Film eingelegt habe und den Kommentar des Sprechers gehört habe, dass Kaiser Wilhelm keine kriegerische Politik geführt hat und von einem Fehlern in den Geschichtsbüchern gesprochen wird, ging mir schon das Messer in der Tasche auf. Zitat aus dem Film (ab 2 Min 27 bis 3 Min 49): " Wilhelms Flottenprogramm veränderte die europäische Machtkonstellation nachhaltig, bedrohte die übrigen Großmächte und führte wenige Jahre später zum ersten Weltkrieg, so jedenfalls steht es in den Geschichtsbüchern und so wird es bis heute GEBETSMÜHLENARTIG als historische Wahrheit verbreitet. Griffig und offenkundig vor allem aber: falsch. Die Wahrheit ist eine andere: Das von der deutschen Marineleitung beschlossene Flottenbauprogramm war weder kriegstreibend noch für irgendjemanden bedrohlich. Zugrunde lagen vier Motive: Erstens wollte Deutschland seine Fischfangflotte vor den rüden Übergriffen englischer Konkurrenten schützen, die nicht davor zurückschreckten auch in deutsche Hoheitsgewässer einzudringen, deutsche Kutter zu bedrängen und deren Netze zu zerstören. Zweitens wollte es, unabhängig von anderen europäischen Ländern Handel auch über das Meer betreiben (Wozu braucht man da eine Marine??). Drittens wünschte Deutschland Sicherheit gegen eine mögliche englische Seeblockade und viertens hoffte die Führung damit auf einen Dialog mit England. Wäre die Flotte, so ihre Überlegungen, stark genug, so dass ein Angriff auf sie für die Briten ein Risiko bedeuten würde, wäre auch England zu einem Gespräch bereit. Alle Motive waren rein defensiv. Sie zielten weder auf eine kriegerische Auseinandersetzung noch auf koloniale Eroberungen zu Ungunsten andererer europäischer Nationen"Im Hintergrund wird mit viel Marschmusik unterlegt.Unter anderem heißt es, dass die Deutschen die Briten davor gewarnt hätten, mit dem Passagierdampfer Lusitania Militärgüter zu transportieren. In einer Zeitung hätten sie davor gewarnt, dass vor allem amerikanische Zivilisten den Dampfer nicht benutzen sollten. "Um die USA in den Krieg zu ziehen, verlegten die Briten den Kurs der Lusitania bewusst in ein Gebiet, in dem seit Tagen ein deutsches U-Boot jagte. Londons Plan ging auf. [...] Um den Amerikanern keinen Kriegsgrund zu liefern, schränkte das deutsche Reich den U-Boot-Krieg ein. [...] Eine Entscheidung, die auf amerikanischer Seite bestenfalls mit einem Achselzuzucken quittiert wurde. [...] Während die kriegsrechtlich zulässige Versenkung des Munitionstransporters Lusitania als deutsches Kriegsverbrechen angeprangert wird, breitet man über britische Kriegsverbrechen bis heute ein Tuch des Vergessens.""Man hätte fast das Doppelte an Erfolg haben können, wenn die Torpedos richtig funktioniert hätten", so auch Otto Kretschmer, nach dem Motto, wenn der Hund nicht gesch hätte, hätte er den Hasen gefangen. Diese Art Geschichtsklitterung finde ich doch sehr mager, die leider noch häufiger vorkommt. Soll hier Mitleid erzeugt werden? Eine, noch sehr extremere Tatsache ist, dass von den U-Boot-Kommandanten der Beschuss von Überlebenden geleugnet wird und von kriegshetzenden Amerikanern gesprochen wird, die britische Überlebende auf einem deutschen U-Boot trotz Morselampen bombardierten. "Auch auf anderen Feldern wuchsen die Probleme (1 h 3 Min 15): Gezielte Angriffe der allierten Luftwaffe hatten die meisten U-Boot-Stützpunkte an der französischen Antlantikküste zerstört und unbrauchbar gemacht. Das erklärte Ziel Churchills, den Hafen von Lorient dem Erdboden gleich zumachen, scheiterte. Ein zweitausend Bomber-Angriff, bei dem die Innenstadt in Schutt und Asche versank, riss zahlreiche französische Zivilisten in den Tod. Die von der Organisation Todt errichteten U-Boot-Bunker aber blieben unversehrt."In dieser Aussage des Sprechers schwingt unverhohlener Stolz mit.Die russische Offensive Anfang 1945 und der damit verbundene Verlust Ostpreußens mobilisierte auch bei der Kriegsmarine noch einmal ALLE Kräfte. Dönitz setzte JEDES noch zur Verfügung stehende Schiff ein, um Millionen von Flüchtlingen nach Westen zu evakuieren. Die groß geschriebenen Wörter wurden vom Sprecher besonders betont. Zudem redet er vom sogenannten Freitod Hitlers und nicht Selbstmord. Für die überwiegende Mehrheit der deutschen Soldaten war der 8. Mai ein Tag der Niederlage, KEIN Tag der Befreiung. [] Trotz der militärischen Niederlage hat der deutsche Soldat eine Leistung vollbracht, der von den damaligen Gegnern mehr gewürdigt wird als von der eigenen Regierung. Zum Schluss des Films werden Kränze für die getöteten U-Boot-Fahrer gezeigt und Zahlen der versenkten Tonnagen verlesen. Von den rund 41.000 Männern, die in der deutschen U-Boot-Waffe gedient haben, fanden mehr als 29.000 in Erfüllung ihrer Pflicht den Tod. Ich will hier keinen Schulaufsatz mit langem "BlaBla" über diesen Film schreiben, aber ich finde diesen Film sehr erschreckend. Schwerpunktmäßig zu ca. 80% ist der Film auf den zweiten Weltkrieg konzentriert, obwohl er doch in der Zeit von 1914 1945 berichten und nicht größtenteils von 1938 1945 sollte. Man könnte meinen, der Sprecher würde ein doch sehr eingefärbtes Referat dem Zuschauer lieblos vorlesen. Bei einem Interview (an Stelle 54 Min 03) klappert plötzlich Kaffeegeschirr im Hintergrund. Leider stellen die interviewten verbliebenen U-Boot-Besatzungsmitglieder aus dem 2. WK, im Rentenalter ihre "braune und militärisch/ideologische Seite" direkt ins Rampenlicht, z.B. Otto Kretschmer, Erich Topp etc., was doch in so einem historisch/aufklärendem Film sehr erschreckend ist, der als INFO-Programm gelten soll und zur Hälfte solche Interviews enthält. Häufig hat man auch das Gefühl, sich einen modernen Wochenschaubericht anzuschauen, nur dass eben diese schriftliche Einblendung fehlt, da alte Schwarz/Weiß-Aufnahmen mit Marschmusik "untermalt" werden, z.B. "Wir haben Tag und Nacht kein Auge zugemacht. Und dann kommen ja noch die Meinung des Sprechers bzw. der Redaktion zum tragen. Deutschland bzw. das Kaiserreich und später auch das dritte Reich wird in diesem Film oft bemitleidet. Der kämpferische, kriegerische Stolz und Durchhalten kommt sehr zum Vorschein. Zudem fallen auch einigen technisch/historisch versierten U-Boot-Interessierten noch einige Fehler mangelnder Recherche auf, z.B., dass die Torpedos im 2. Weltkrieg ELEKTRONISCH gesteuert worden sein sollten. Schade, dass es die Bewertung "0 Sterne" nicht gibt...Ich glaube, ich hätte mir für dieses Geld lieber ein Kochbuch oder eine amerikanische Teenie-Komödie angeschafft, das wäre eine sinnvollere Investition gewesen.
Wunderschön, 6. Juni 2007
eine sehr gelungene aufarbeitung deutscher U-Boot Geschichte. Wirklich sehr gut recherchiert, und sehr seltenes Bildmaterial. Für mich kam jediglich der technische Aspekt etwas zu kurz, das liegt aber daran das ich mich auch technisch für U-Boote interessiere. Es wird in den Beiträgen auch relativ Neutral über die Deutschen und die Allierten berichtet.
Absolut sehenswert!!!, 6. Juni 2005
Der Hauptfilm ist wie die anderen Teile der Reihe gut aufgemacht. Wer andere Teile kennt, wird sich sofort zu Hause fühlen. Die Gliederung des Films ist chronologisch aufgebaut und beginnt mit U1 und der Entwicklung der U-Boot-Waffe der Kaiserlichen Marine, führt über die Reichsmarine zur Kriegsmarine, die eindeutig den Schwerpunkt des Filmes ausmacht. Wie in seinen anderen Filmen so vermittelt der Autor Karl Höffkes Zahlen und Fakten durch kompetente und verständliche Darstellung der historischen Abläufe und durch hervorragende Aufbereitung. Historisches Filmmaterial und aktuelle Kommentare werden immer wieder mit Interviews von hochrangigen deutschen Zeitzeugen aufgelockert. Anders als bei manchen Produktionen anderer Verlage werden die Sätze innerhalb der Zeitzeugen-Kommentare nicht aus dem Zusammenhang gerissen und dadurch die Gesamtaussage geändert, sondern bilden zusammenhängend Interviewblöcke von manchmal mehreren Minuten. Die wichtigsten U-Boot-Typen werden ebenso wie die wichtigsten Operationen im Bild vorgestellt, manchmal scheint jedoch das entsprechende Bildmaterial zu fehlen, so dass falsche Bilder den Text hinterlegen.Besonders sehenswert machte für mich diese DVD jedoch durch das enthaltene Bonusmaterial mit je etwa 15-20-minütigen Interviews von Erich Topp, Otto Kretschmer, Rolf Thomsen, Gerd Kelbling und Reinhard Hardegen. Neben dem jeweiligen persönlichen Werdegang und Erlebnissen werden u.a. auch kontroverse Themen wie Fragen des Dönitzbildes damals und heute oder Gefangenenbehandlung hüben wie drüben erörtert. Diese Qualität von Augenzeugenberichten habe ich sonst bei Produktionen aus anderen Verlagen selten erlebt, findet sich aber hier in dieser DVD-Reihe durchgehend. Dafür alleine sind mir fünf Sterne fast zu wenig!
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