Beschreibung
Es war Zeit für eine Überarbeitung des Konzepts, weshalb die Raveonettes auf Pretty In Black in weiten Teilen mit ihrer Vergangenheit brechen. Vorbei sind die auf drei Akkorde reduzierten 3-Minuten-Songs in der immer selben Tonart B-Moll. Die dänische Band um Sune Rose Wagner und Sharin Foo - im Hintergrund spielen die gerne unerwähnt bleibenden Manoj Ramdas, Jakob Hoyer und Anders Christensen Gitarre, Schlagzeug und Bass - hat ihr Klangspektrum farbenfroher gestaltet. Wir mussten umbedingt etwas ändern, sagt Sharin Foo, die Leute dachten doch schon, wir wiederholen uns nur. Davon kann auf Pretty in Black (eine Anspielung auf Pretty In Pink von den Psychedelic Furs?) nicht mehr die Rede sein. Das in Shokan / New York live im Studio eingespielte Album entstand unter Mitwirkung von Mo Tucker (Velvet Underground), Martin Rev (Suicide) und der blass bleibenden Ronnie Spector, ex-Ronettes und ex-Frau von Produzenten-Legende Phil Spector. Gemeinsam wurden die wilden Noise-Elemente zurückgefahren, der Sound geglättet melodischer geformt. Zu hören sind wieder die Einflüsse von Jesus And Mary Chain, zu hören sind aber auch Buddy Holly, Surf, Easybeats, Elvis, Country, Italo-Western, Sixties-Girls-Group-Anleihen und - man staune - digitale Beats. Die Raveonettes sind dabei keine Retro-Band, sie überarbeiten mit nostalgischer Attitüde die Vergangenheit und holen sie ins Hier und Jetzt. Das geht auf Pretty In Black nicht immer gut, Hits und Nieten wechseln sich ab. Das wird sie ein paar alte Fans kosten, das wird ihnen aber auch neue einbringen. --Sven Niechziol
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