Kundenmeinungen
Mehr Sehen als Hören, 8. September 2008
Schon der dramatische Beginn,Rückkehr Otellos durch den Sturm nach Venedig, ist eher eine Sache des Auges als des Ohres."Fast alle Filme Zeffirellis sind Literatur- und Oper-Adaptionen mit extravaganten Sets, farbenprächtigen Kostümen und ein wenig übertriebener Liebe zum Detail."Ein anderer meint:"Vielmehr ist er im Lauf seiner Karriere vor allem durch Opern- und Theaterinszenierungen bekannt geworden, die sich in Geschmack, Ausstattung und Kostümierung teils an seinem Vorbild Luchino Visconti, dessen Geliebter er zeitweise war, orientieren."So auch die Verfilmung von "Otello" : "Die an Originalschauplätzen gedrehte "Live-Oper" wurde bei der Erstaufführung während der Internationalen Filmfestspiele in Cannes als Filmereignis des Jahres gefeiert." Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass Scenen fehlen.Zeffirelli wollte einen Film drehen, nicht die Oper verfilmen.Daran ist diese Aufnahme auch zu messen. Zeffirelli zeigt uns eindrucksvolle Bilder. Opulent. Die Musik gerät dadurch ein wenig in den Hintergrund,obwohl ihm führende Interpreten dieser Oper zur Verfügung, allen voran Placido Domingo, der den Otello wie kein anderer Tenor in den letzten Jahrzehnten gestaltet hat. Aber auch Katja Ricciarelli ist eine wunderbare Desdemona, stimmlich ( und optisch auch sehr passend)Wer Freude an eindrucksvollen Bildern hat, wird mit dieser Verfilmung sein Vergnügen haben.Schade, dass es nicht nur Untertitel gibt, sondern, gar nicht abschaltbar, auch Bemerkungen für Hörgeschädigte. Dadurch entsteht eine unfreiwillige Komik, die die Wirkung des Films deutlich herabsetzt.Wenn Othello stirbt und es erscheint als Untertitel " stöhnt", ist dies nicht hilfreich.Dies sollte man bei einer Neu-Edition dringend ändern.
Nicht ganz der komplete Otello!!!, 11. April 2005
Sicher: Schon der Name Zeffirelli als Regisseur macht diesen Oprenfilm zu etwas Besonderem. Die Bilder sind äußerst eindrucksvoll (Schiffslandung/Festung) und es wird durch die intelligente, bestechende Regie ein dauernder Zustand des Unwohlseins erzeugt. Meisterlich! Die Sänger sind ohne Ausnahme sehr gut. Allen voran natürlich Domingo, doch muss ich sagen, dass er hier nicht ganz an andere Leistungen in dieser Rolle herankommt (Levine/Muti). Trotzdem schauspielerisch wie sängerisch eine Glanzleistung. Absolut überzeugend ist Katia Ricciarelli als Desdemona. Wunderwar warm und weich (Lied von der Weide). Justino Diaz singt auf sehr hohem Niveau. Er ist zwar optisch vielleicht etwas zu plump für den listigen Intriganten (Er wirkt eher, wie ein roher Raufbold). Aber trotzdem eine gute Leistung. Die Nebenrollen sind ausnahmslos gut besetzt.Nun zum negativem: Sehr schade finde ich es, dass man das musikalische Konzept der Oper nahezu auf den Kopf gestellt hat. Hier gekürzt (Trinklied/Jago und Cassios Unterhaltung usw.), da unnötige Szenen hinzugefügt, teils mit Musik und Szenen, die in der Oper gar nicht vorkommen (Tänze, die sich endlos ziehen). Sehr schade um das Gesamtkunstwerk. Natürlich es ist eben ein Film und keine Aufführung. Ansonsten ein Meisterwerk!
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