Kundenmeinungen
Banal!, 21. Oktober 2007
Erotik - Drama? Weit gefehlt... banal gespielt, langweilig, einschläfern. Kein Drama. Keine Spannung. Keine Erotik. OK, aus Mitleid: Je einen Stern für die beiden sehr attraktiven Darstellerinnen.
Projektionen, Ängste und Sexualfantasien, 2. August 2006
Catharine , eine Frau in den mittleren Jahren,( dargestellt von der ausdrucksstarken Fanny Ardant) entdeckt , dass ihr Ehemann( Gerard Depardieu)außereheliche Beziehungen pflegt. Als sie ihn diesbezüglich zur Rede stellt, teilt er ihr mit , dass diese Affairen ohne Bedeutung für ihre Verbindung sind.
Die sehr gelassen wirkende Catharine wird von Ungewissheit gequält. Sie will mehr über die eigentliche Motivation ihres Mannes im Hinblick auf diese En-passant-Geschichten wissen und engagiert eine Prostituierte( dargestellt von Emmanuelle Beart).Incognito geht Nathalie auf Catharines Ehemann zu und berichtet der betrogenen Gattin in der Folge von den angeblich gemeinsamen sexuellen Erlebnissen und Ausschweifungen.
In den Gesprächen mit Catharine wird deutlich, dass Nathalie als Medium für die Sexualfantasien und Projektionen der sehr gepflegten, in die Jahre gekommenen Frau herhalten muss und im Grunde nur das, was im Kopf der anderen umherspukt, in epischer Breite zu verbalisieren braucht. Catharine findet auf diese Weise ihre Genungtuung , mithin weil die Prostituierte ihren Job gut macht, indem sie die wahren Wünsche ihrer Geldgeberin erahnt. Der Ehemann spielt bei allem eine untergeordnete Rolle, um ihn geht es ja letztlich auch nicht. Gerard Depardieu hat sich im Film sehr zurückgenommen und spielt seinen Part ebenso überzeugend, wie Ardant und Beart. Ein pschychologisch subtiler Streifen von dieser Qualität kann nur aus Frankreich kommen! Sehr empfehlenswert!
unerfüllte Sehnsüchte und Ängste, 24. Februar 2006
° Eine Frau vermutet, dass ihr Mann ein Verhältnis hat. Daraufhin engagiert sie eine Prostituierte, um dessen Treue erneut zu testen. Den ganzen Film hindurch ziehen sich dann die Treffen zwischen den beiden Frauen, wo die brave Ehefrau teils mit Abscheu teils neugierig fasziniert den detaillierten Seitensprungberichten lauscht. Der Mann selbst (Gérard Depardieu) taucht nur selten auf und scheint immer sehr distanziert - was als Zuschauer nicht verwundert, kennt man ja sein vermeintliches falsches Spiel.
Zwei Aspekte fand ich am Film ganz interessant. Einerseits wäre es ja viel einfacher, den Partner direkt auf eine vermutete Affäre anzusprechen und die un-/berechtigten Hirngespinste zu klären, doch dazu scheint im Laufe der Jahre eine unüberwindbare Distanz entstanden zu sein. Andererseits scheint es, als ob die spannenden Geschichten über die wilden Liebesnächte Sehnsüchte (wieder-)erwecken, die sich die gute Frau aus 'gehobenen' Kreisen scheinbar nie zugestehen wollte. Insgesamt ein sehenswerter Film mit absolut überzeugenden Schauspielern und einer Geschichte, die vor allem Schwierigkeiten mit der Leichtigkeit des Seins, Grenzen im Kopf und unterdrückte Wünsche aufzeigt. Lohnt sich. ~
Kategorie am Cover irreführend, 11. April 2005
Am Cover steht "Prickelndes Erotik-Drama". Prickelnd? Nein, eigentlich überhaupt nicht. Erotik? Weit hergeholt. Drama? Auch nicht wirklich. Ich war nur mäßig müde, habe aber trotzdem 20 Minuten verschlafen (dem Film weiter zu folgen war trotzdem kein Problem). Der Film ist meines Erachtens tatsächlich ein Problemfilm für Frauen 50+. Als solcher durchaus auch für Männer interessent und ich hätte dem Film eventuell drei Sterne gegeben, wenn er sich zu dieser Kategorie bekannt hätte. Wirklich bereut habe ich den Kauf trotzdem nicht. Denn der Preis dieser DVD ist Äquivalent zu zwei Kinokarten. Also was soll's.
menschliche Abgründe, 15. März 2005
Ein wunderbarer Film über die Sehnsucht und das Bedürfnis nach Liebe. Eine junge, in der Welt der Erotik verlorene Frau, die durch Sex und ihren Beruf als Prostituierte sich nur nach Liebe und Zuwendung sehnt, sodass sie in der Lage ist, ein Lügennetz zu spinnen, das sie nicht auffängt, sondern noch tiefer sinken lässt. Die Gegenspielerin stellt die andere Seite der Gesellschaft dar, namentlich die gut situierte, abgesicherte und gutbürgerliche Welt. Egal auf welcher Seite man ist, die zwischenmenschliche Beziehungen verlaufen nach dem gleichen Muster. Ein wunderbares Spiel von zwei Welten, die aufeinanderprallen. Die ganze Spannung entsteht durch das Spiegeln der verborgenen Sehnsüchte. Es geht nicht darum, ob wir wissen, wie alt die Hautprotagonisten sind oder welchen Berug sie ausüben, sondern es geht darum, dass man auch die dunklen Seiten der eigenen Persönlichkeit, die eigene Unsicherheit in eigene Persönlichkeit integrieren muss. Dies wird uns in dieser Dreieck-Geschichte auf eine menschliche Art und Weise gezeigt. Der Film ist sehr empfehlenswert, da er indirekt eine heftige Tiefe auslotet und die menschlichen Abgründe auf eine sensible Art zeigt.
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