Kundenmeinungen
Musical-Version des Kleinen Prinzen, 23. Juli 2008
Der kleine PrinzNachdem ich das Theaterstück der kleine Prinz gesehen hatte, die Erzählung von Saint-Exupery liegt schon etwas länger zurück, wollte ich das auch meine Tochter dieses poetische Märchen zu sehen bekommt. Deshalb kaufte ich die Verfilmung des Stoffes auf DVD.Bereits die Titelgestaltung und vor allem die Musik verwunderte uns und wir hatten beide den gleichen Gedanken, das hört sich eher wie ein Musical an. Und so gestaltete sich auch dann der weitere Film.Die Musik ist von Frederick Loewe (der tatsächlich Musicals verfasst hat wie My Fair Lady u. Gigi) und die wichtigsten Partien werden singend vorgetragen. Für den Gesang sollte man sich lieber die englische Version anschauen, denn vor allem der Part des Piloten passt nicht so recht in der deutschen Wiedergabe.Die Geschichte des Kleinen Prinzen werden als eine Art Revuenummern dargestellt, und es ist interessant zu sehen, welche von den kleinen Episoden der Regisseur herausgesucht hat.Am überzeugendsten waren die Tierdarstellungen, da gibt es keine sprechenden Tiere ala Schweinchen Babe, sondern die Tieraufnahmen werden mit menschlichen Schauspielern, der Fuchs ist Gene Wilder und die Schlange der berühmte Tänzer und Choreograph Bob Fosse, überblendet. Allein für deren Interpretation der Geschichte lohnt es sich den Film zu sehen. Die optimistisch-melancholische Aussage der Vorlage kommt gut rüber. Man sieht nur mit dem Herzen gut.Fazit: Wenn man sich mit dem Musical-Charakter des Film angefreundet hat, sieht man einen anrührenden poetischen kleinen Film
Nicht gleich aufgeben! Kann man sich dran gewöhnen., 26. Juli 2007
Nun gut,Begeisterung wie im Buch stellt sich in der Musical-Versionnicht ein und manche (aber nicht alle) Gesangseinlagen eignen sich zumSchnell-mal-aufs-Klo-Gehen. Aber: immerhin gibt es überhaupt einen Filmemacher,der sich getraut hat, das literarische Jahrhundertwerk inAngriff zu nehmen. Und gemessen an dem Schwierigkeitsgrad dieses Projektsist das Ergebnis mehr als passabel. Vor allem wenn man gerade das Buchgelesen hat und so gerne noch mehr Zeit in der Welt des kleinen Prinzenverbringen möchte, ist man froh, auch noch einen passenden Film dazu imRegal stehen zu haben. Die deutsche Stimme des kleinen Prinzen (auch zuhören als Michel aus Lönneberga) ist dermaßen entzückend, dass die unange-nehmen Musikeinlagen entschädigt werden.Außerdem gibt es für solche Fälleja die Skip-Taste auf der Fernbedienung.
Oh mein Gott!, 26. Mai 2006
Ich hatte vor kurzem die zweifelhafte Ehre, mir dieses Machwerk in der Schule ansehen zu müssen. "Der kleine Prinz" ist zweifellos ein genialer Klassiker, und genauso zweifellos nur sehr schwierig bis gar nicht filmisch umsetzbar, und das beste Beispiel dafür ist dieser Film!Beim Ansehen scheint es, als sei die Aussage des Buchs nicht im Geringsten verstanden worden. Was man noch verzeihen kann, ist, dass einige wichtige Passagen fehlen. Spätestens allerdings bei den Gesangseinlagen verkommt der Film zur kompletten Lachnummer. Einfach alles wurde unfreiwillig ins Lächerliche gezogen: Die Wüste sieht aus, als würden die Darsteller vor einer Foto-Tapete rumlaufen und die Songs - wenn man sie denn so nennen will - sind, sowohl vom Text als auch von der eigentlich Musik her, dermaßen schlecht, sie scheinen von einem 3-jährigen Kind auf einer Bontempi-Orgel geschrieben worden zu sein.Unterm Strich:Dieser Film ist sowohl technisch als auch inhaltlich eine einzige Katastrophe und dient bestenfalls als (dann sogar einigermaßen gelungene) Parodie auf das Buch von Antoine de Saint-Éxupery.
Durchwachsen, 10. Februar 2005
Natürlich ist es als Regisseur nicht leicht einen Klassiker zu verfilmen, besonders dann nicht, wenn die Handlung an sich eher zweitrangig ist. Beim -Kleinen Prinzen- steht mehr der Sinn hinter dem gesagten Wort im Vordergrund, und nicht die Handlung. Das Buch ist sehr dialoglastig und unterhält nicht durch Action oder Spannung. Teilweise ist es als Fabel zu verstehen, mit sprechenden Tieren und viel Fantasy. Die Gratwanderung zwischen einer adäquaten Wiedergabe des Buches und einer kitschigen Verfilmung mit singen Tieren, ala Walt Disney, ist durchaus gegeben.Regisseur Stanley Donen hat sich teilweise recht schwer getan. Der Film hat wirklich sehr schöne Momente. Die Gespräche zwischem dem kleinen Prinzen und dem Piloten sind sehr gut gelungen. Auch die Hintergrundaufnahmen der Wüste, besonders nachts, leisten ihren Teil dazu eine stimmungsvolle Atmosphäre zu zaubern. Ebenso gut ist das Gespräch zwischen dem kleinen Prinzen und dem Fuchs gelungen. Ein Segen das man hier nicht versucht hat ein sprechendes Tier in die Handlung einzubauen. Den Part des Fuchses übernahm Gene Wilder, was durch eine gute Kameraführung/Überblendung der Figuren Mensch/Fuchs gut gelungen ist. Nach dem gleichen Motto ist man auch bei der Schlange verfahren. Allerdings ist gerade diese Darstellung hier m. E. sehr misslungen und hat dem Film nicht gut getan. Dieses Breakdance-Rumgehopse des Schauspielers war eher peinlich und hat entschieden zu lange gedauert.Überhaupt waren die Sangeseinlagen definitiv nicht nötig. Die deutsche Synchronisation war nicht immer übereinstimmend, die Gesangsstimmen an sich hätte ich mir anders gewünscht. Da konnte der Regisseur seine Herkunft (er dreht meistens Musicals) nicht verleugnen. Ich hätte mir gewünscht, das die Gespräche zwischen dem kleinen Prinzen und den handelnden Figuren etwas tiefsinniger gewesen wären, mehr Substanz gehabt hätten. Die Geschichte ist fast eher so eine oberflächliche Aneinanderreihung der Ereignisse die im Buch zu finden sind. Da hätte man einfach mehr rausholen können.Von der Tricktechnik her ist einiges recht gut gelungen. Wenn der Prinz auf seinem kleinen Planeten spazierengeht und seine Rose gießt ist das schon schön anzusehen. Auch, wie oben angeführt, hat man auf sprechende Tiere oder Pflanzen (in diesem Fall die Rose) glücklicherweise verzichtet. Wie man die Assoziation zwischen Pflanzen/Tieren/Mensch dargestellt hat war sehr gut gemacht. Ich hatte da schon schlimmes befürchtet.Wer gute Englischkenntnisse hat, bzw. wen die Untertitel nicht stören, dem empfehle ich den Film im Original anzuschauen. Dabei kommt er einfach besser "rüber" als mit der deutschen Synchronisation. Die DVD selbst hat leider Null Extras. Ein kurzer Abriss über das leider nicht allzu lange Leben des Autors (de Saint-Exupery wurde nur 44 Jahre alt) wäre sicherlich schön gewesen. Der Autor gilt seit 1944 als verschollen. Er war während des 2. WK von Korsika aus alleine mit seiner Maschine zu einem Aufklärungsflug über die französischen Alpen aufgestiegen und nie zurückgekehrt.Fazit: Manchmal reicht es einfach aus nur das Buch zu kennen. Allerdings kann man den Film auch nicht als mißlungen ansehen. Er ist Geschmackssache. Einen Versuch ihn sich anzuschauen und eine eigene Meinung zu bilden, kann sicherlich nicht schaden. Mir hat er mit Abstrichen gefallen. Zwischen drei und vier Sternen.© Detlef Vallenton
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