Kundenmeinungen
Ein göttliches Meisterstück, 19. März 2008
Diese Scheibe ist ein Meilenstein, eine der wichtigsten Produktionen der 80er, und sie verhalf entgegen den Erwartungen der konsternierten Bosse von Warner Music nicht nur Simons ins Stocken geratener Karriere zu neuem Schwung, sondern der gesamten afrikanischen Musik zu einem Ansehen, das sie bis heute bewahren konnte. Und auch "Graceland" strahlt bis ins Jahr 2008, haben doch eben mit Vampire Weekend die angesagtesten amerikanischen Jungs eine CD auf den Markt gebracht, die hörbar und auch erklärtermaßen von Simons "Graceland" inspiriert wurde.Und auch für mich war das Album ein Erweckungserlebnis, wenn auch nicht 1986, sondern fünf Jahre später. Paul Simon, den kannte ich, Bridge Over Troubled Water und so, da konnte nicht viel schief gehen, also habe ich mir die Platte blind gekauft. Und war bereits von den ersten Klängen verzaubert. Das klang vertraut, und doch war da etwas Exotisches dabei, etwas, das mich an Afrika erinnerte. Und tatsächlich: "Graceland" ist eine Verbeugung vor dem musikalisch reichsten Kontinent unserer Erde, und es wimmelt nur so von afrikanischen Musikern, von denen Ladysmith Black Mambazo und Youssou N'Dour später (und sicher auch aufgrund dieses Albums) wohl die erstaunlichsten Karrieren hinlegten. Simon hat sich - viel geschmäht - ins verbotene Land begeben, ins damals zu Recht international geächtete Südafrika, und hat dort und später in New York zusammen mit seinen afrikanischen Freunden elf Songs entwickelt, jeder einzelne eine Perle vor dem Herrn und durchaus mit sozialkritischen Inhalten (Boy In The Bubble, Homeless ...). Höhepunkte sind die mit Ladysmith Black Mambazo geschriebenen und eingespielten Titel "Diamonds on the soles of her shoes" und "Homeless", letzteres verrät auch aufgrund seiner Erzählstruktur die afrikanischen Wurzeln. Daneben kann man auch den in Südafrika überaus populären Township Jive, die magische Gitarre Ray Phiris und so herrliche Stimmen wie die der Gaza Sisters kennenlernen. Undundund. Hier ist alles Rhythmus: ob raffinierte Basslinien oder vielschichtige Percussion. Doch dass Simon die afrikanische Musik nicht als so museal betrachtet wie Elvis Presleys Graceland, zeigen z. B. "Under African Skies" mit Country-Star Linda Ronstedt, das rhythmisch den typischen Gang der Zulu adaptiert, oder "That Was Your Mother", das einen kräftigen Schuss Zydeco enthält. Mehr als zwanzig Jahre nach seiner Veröffentlichung klingt das Album immer noch frisch und spritzig, zeitlos und vielseitig. Ein grandioses Entdeckeralbum, ein göttliches Meisterstück: nie war Paul Simon besser!
Einmaliges Album!, 17. Januar 2008
Paul Simon hat mit dieser Platte 1986 etwas Neues ausprobiert: Musik mit südafrikanischen Musikern, das gab es bis dahin noch nicht. Südafrika stand ja noch unter dem Regime von Apartheit. Ihm wurde vorgeworfen, den kulturellen Boykott gegen das Apartheitregime missachtet zu haben. Paul arbeitete aber hauptsächlich mit schwarzen Musikern, und hat diese durch das Album einem breiteren (europäischen) Publikum bekannt gemacht (z.B. Los Lobos, Youssou N'Dour).Die Zusammenstellung des Albums ist sehr gut und jeder einzelne Song ist gelungen. Es gibt keinen, der mich jetzt nerven würde oder stark abfällt. Alle sind musikalisch interessant, und klingt ganz anders als das, was man bis dahin vom Folk-Songwriter Paul Simon kannte.Besonders gerne höre ich von der Platte "Homeless", "Gumboots", "Diamonds on the soles of her shoes" und "Crazy Love". Bekannter sind "The Boy in the Bubble", "Graceland" und "You can call me Al".
Anachronistischer Zug, 5. September 2007
Die Achtzigerjahre waren überformt von der Auseinandersetzung mit der Apartheid in Südafrika, die 1989 mit der Freilassung Nelson Mandelas und der Zulassung freier Wahlen endete. Auch die populäre Musikkultur blieb davon nicht unbeeinflusst. Viele Künstler setzten sich mit an die Spitze der Aufrufe gegen die Rassentrennung am Kap. Es war in höchstem Maße tabuisiert, Obst aus Südafrika zu kaufen, Mahnwachen vor Bankgebäuden waren keine Seltenheit und hatten reichlich Zulauf. Gelbe Schals drückten Solidarität mit dem ANC aus. Es erschienen CDs, die den Vermerk enthielten, dass sie - "for copyright reasons" - nicht in Südafrika erhältlich seien und es gab sogar einen Sampler unter dem Motto "I Ain't Gonna Go Sun City" (ein südafrikanischer Vergnügungspark und beliebter Veranstaltungsort), obwohl viele der Beteiligten wohl ohnehin nicht auf die Idee gekommen wären, dort aufzutreten. In diesen Zusammenhang gehört auch, dass die Entscheider in den multi-nationalen Konzernen langsam nervös wurden, denn nur mit freien Menschen lassen sich Geschäfte machen. Entgegen einer Sanktion der Vereinten Nationen gegen das Apartheitsregime nahm Paul Simon mit Musikern aus Südafrika das geniale Album "Graceland" auf - und landete damit 1986 einen überragenden, unwiederholbaren Erfolg."Graceland" knüpft an die Wurzeln der Rockmusik an und bietet sehr lyrische Texte. Gemeinsam mit der südafrikanischen Formation "Ladysmith Black Mambazo" und der mexikanisch-amerikanischen Gruppe "Los Lobos" hat Paul Simon eine unvergessliche, zeitlose Mixtur aus Rock, Ethno, Calypso, Jazz, Folk und Soul zusammengestellt. Bereits in den Sechzigerjahren hatten Simon & Garfunkel die Musikwelt mit "El Condor Pasa" aufhorchen lassen. Doch wenn wir heute von "Weltmusik" sprechen, ist vor allem dieses Album zu nennen. Denn viele Musikfreunde hätten ohne es kaum einen Zugang zur Musik von anderen Kontinenten gefunden. Einzelne Titel daraus werden nach wie vor gern im Radio gespielt: "The Boy In The Bubble", "You Can Call Me Al", "Diamonds On The Soles Of Her Shoes" und natürlich das Titelstück "Graceland" erfreuen sich längst bei denen großer Beliebtheit, deren Eltern sich seinerzeit die LP gekauft haben.Dieses makellos produzierte Album ist ohne Zweifel eines der interessantesten Werke der Gegenwartskultur und wird ganz sicher seinen unstrittigen Platz in der Geschichte der populären Musik behalten. Rückblickend lässt sich sogar sagen, dass diese Veröffentlichung vermutlich sehr viel zur Überwindung der unmenschlichen Rassentrennung beigetragen hat, weil Paul Simon damit die öffentliche Wahrnehmung auf die Zustände am Kap und auf die Schönheit afrikanischer Musik gelenkt hat, statt sich in einer eher hilflosen Boykotthaltung zu ergehen.
Afrika trifft auf die westliche Welt, 4. März 2005
Afrika trifft auf die westliche Welt
Dies ist die erste Platte der „Serie" Paul Simon spielt mit Dritte- Welt- Bands (die zweite ist die 'The Rhythm of the Saints').Wie so oft is hier auch die Erste Platte die Beste: 'Graceland' hat wunderschöne, afrikanisch inspirierte, Melodien und erstklassige ethnische Percussion. Die Texte sind eingängig und machen einfach Spaß, die Englischen wie die paar Afrikanischen! ...und auch die Aufnahmequalität ist gut.
Klassiker, 26. August 2004
Ausbeutung in guter alter Kolonialistenart warfen einige Neider Paul Simon vor, als er diesen mit südafrikanischen Musikern und mit deren folkloristischem Sound eingespielten Meilenstein der Pop- und auch der Weltmusik 1986 veröffentlichte...dabei wurde ein Rekord-Stundenlohn für Musiker gezahlt...so viel dazu:Musikalisch ist "Graceland" unglaublich gut gelungen. Mich wundert, dass die selben Menschen, die 6 Jahre früher noch "One trick pony" (mein Lieblings-Simon-Album) und 3 Jahre darauf "Hearts and bones" noch sträflich ignoriert hatten, diesem ungewöhnlichen weil unglaublich kreativen Album zu einem kommerziellen Erfolg verhalfen, der Paul Simon lange nicht mehr beschieden war. Verschiedenste Aspekte verhelfen "Graceland" zu einer unglaublichen Wirkung: Da wäre z.B. das immer wieder aufblitzende Akkordeon, ein sauberer, klarer E-Gitarren-Sound oder verschiedene afrikanische Chöre. Die Songs selbst glänzen durch einfach schöne Melodien und extrem schwungvollen, dennoch nie banalen Sound. "The boy in the bubble" und "Graceland" sind nachdenkliche Epen (und längst Klassiker geworden), "I know what I know", "Gumboots" und "Diamonds on the soles of her shoes" klingen genau so druchgeknallt wie genial, und die Musiker sprühen geradezu vor Spielfreude, ebenso wie bei "You can call me Al" (Welthit); hier glänzen vor allem die Bläser mit einem eingängigen Motiv, das wohl jeder Mensch einmal gehört oder auch vor sich hin gesummt hat, und der virtuose, sehr präsente Bass.Mein Favorit auf "Graceland" ist jedoch "Crazy love Vol. II", ein Song der, wie im von Simon selbst verfassten, ausführlichen, aber dennoch sehr übersichtlichen Booklet zu lesen ist, "weniger nach Südafrika als nach Malawi und Simbabwe klingt"; und er hebt sich wirklich von den anderen ab, denn er kommt noch harmonischer daher, lebt jedoch auch vom Rhytmus, wie das gesamte Werk. Sehr interessant ist dabei, dass dieses Album sowohl auf Parties als auch im Kreis musikalisch hochsensibler, melancholischer Simon-Verehrer wie mir Anklang finden kann.Rhytmische und melodische, exotische und abendländische sowie fröhliche und melancholische Elemente werden exzellent miteinander verknüpft, so ziemlich jeder wird "Graceland" daher lieben!
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