Beschreibung
Sie hat alles, was man heute für eine große Karriere braucht. Sie ist nicht nur schön, sondern auch fotogen. Sie bewegt sich mit großer Anmut, hat Nerven wie Stahl und entsprechenden Ehrgeiz. Und sie hat die gehörige Portion Exhibitionismus, ohne die man in der heutigen Mediengesellschaft nicht überlebt. Auch nicht als ernstzunehmende Künstlerin. Und -- nicht zu vergessen -- sie hat eine Stimme, deren klanglicher Verve und Strahlkraft überwältigt. Klangvoll ist sie in der Tiefe, freischwebend in der Höhe, doch Anna Netrebko kann auch zärtlich gurren wie eine Katze. Einzigartig der "Hype", den sie in München bei ihrer "Traviata-Darbietung" auslöste und die sogar einen Kultusminister dazu veranlasste zu schreiben, es gebe nun in München "mindestens zwei Chefredakteure mit irreparabel gebrochenem Herzen". Dem "Stern" zufolge soll sogar jeder, der ihr begegnet, der Netrebko verfallen. Was ist dann also noch zu sagen über ihre CD mit den berühmtesten italienischen Arien aus Opern wie "La Traviata", "Otello", "Lucia Lammermoor", "Gianni Schicchi", "La sonnambula"? Perfekt will Anna Netrebko sein, absolut präzise, innerlich und äußerlich. Schwerstarbeit ist das, daran besteht keinen Zweifel. Und sie ist auch perfekt, punktgenau. Dennoch bleiben Leid und Jubel ihrer Heldinnen, ob Amina, Elvira, Violetta, Lauretta oder Lucia etwas neutral. Ein paar Schattierungen mehr könnte ihre dunkeltönige Stimme vertragen. Das weiß sie bestimmt am besten. Das Potential hätte sie, vorausgesetzt sie nimmt sich Zeit, in ihr Innerstes zu dringen, nicht ganz einfach angesichts des Schwindel erregenden Tempos ihrer Karriere und der Hetzerei im Opernzirkus. Denn glaubhaft, wahrhaftig zu sein, Netrebkos großer Anspruch übrigens, lässt sich nicht allein mit technischen Perfektionismus erreichen. Die Bitternis, fast neurotische Entgrenzung und Leidensfähigkeit der großen Tragödin Callas fand ihre Nahrung auf ganz anderen -- seelischen -- Ebenen. Den (ignoranten) Vergleich mit Callas währt sie als intelligente Künstlerin sowieso ab. Teresa Pieschacón Raphael
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Kundenmeinungen
Langsam wirds!, 23. Mai 2008
Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich diese Cd nun ganz toll, oder doch nur mittelmäßig finden sollte. Es gibt auf dieser Platte durchaus sehr gelungene Stücke, in denen die Netrebko alle Vorzüge ihrer Stimme präsentieren kann. Auf der anderen Seite allerdings scheint es, als wäre ihre Stimme für einige der großen dramatischen Koloraturpartien ein wenig zu schwach und auch einige Unsicherheiten werden deutlich.La Traviata:Ihre Violetta ist zwar nicht weltbewegend, aber dennoch durchaus hörenswert. Die halsbrecherischen Koloraturen meistert sie mit Bravour und auch der musikalischc Grundcharakter der Arie kommt deutlich zum Vorschein. Sie singt von purer Freude und das vermag Violettas Lebensgefühl durch ihren Gesang glaubhaft auszudrücken. Das im Beiheft so gerühmte hohe es ist allerdings Geschmackssache. Für meinen Geschmack ist es ziemlich kurz und glanzlos.La Sonnambula:Eine herrliche Aufnahme, wahrscheinlich die Beste auf dieser Cd. Die elegischen Passagen im "Ah! non credea" werden sehr anrührend und herzzerreißend dargeboten. Die Stimme ist fähig wundervolle Pianotöne zu erzeugen, welche wahrlich unter die Haut gehen. Die Cabaletta ist wunderbar. Hier brliiert die Netrebko mit glänzenden hohen Noten und lupenreinen Koloraturläufen. Ihre Stimme ist für Bellini wie gemacht!I Puritani:Ebenso, wie die Sonnambula sehr schön gesungen. Besonders die Cabaletta ist prunkvoll verziert und alle Schwierigkeiten werden sicher ausgeführt. Das "O rendetemi la speme" ist für meinen Geschmack etwas fade, besonders wenn man Netrebkos Interpretation mit der von Maria Callas vergleicht. An sonsten aber sehr schön!Lucia di LammermoorHierbei handelt es sich um meine Lieblingsoper. Die Wahnsinnsarie habe ich schon von hunderten verschiedenen Interpretinnen gehört und ich muss leider sagen, dass Netrebkos Version nicht unbedingt zu den Glanzlichtern zählt. Zum Einen finde ich, dass man lieber die Flöte als die Glasharfe hätte einsetzen sollen, da diese an manchen Stellen unangenehm klirrend und hart klingt. Netrebkos Gesang ist zwar virtuos, aber keinesfalls einzigartig. Sie ist nicht in der Lage den Charakter vollständig zu erfassen, sofern man das bei nur einer einzelnen Arie beurteilen kann. Sie Spitzentöne klingen etwas schrill und gehen so schnee, wie sie gekomen sind. Schade!!!Otello und Gianni ShicchiDiese Aufnahme ist herrlich. Netrebko singt wunderbar das Lied von der Weide und das "Ave Maria" ist ebenfalls sehr eindrucksvoll. Netrebko ist durchaus in der Lage auch die Partien einmal zu singen. Was besonders erstaunlich ist, ist das sie diese Partie niemals zuvor auf der Bühne gesungen hat, aber dennoch in der lage ist ein derart beeindruckendes und vollkommenes Portrait der Figur zu erstellen. Auch das "O mio babbino caro" ist sehr gut geworden. Netrebko singt es sehr zart und weich. Ihre Interpretation erinnert ein wenig an die von Maria Callas. Das Orchester und der Chor sind sehr gut. Claudio Abbado dirigiert sehr mitreißend und ganz im Sinne des Belcanto. Wer nun denken sollte, man braucht diese Cd nicht zu kaufen, der irrt. Ich würde sagen, dass dieses Recital ihr erstes bei weitem übertrifft. Netrebkos Stimme mag zwar nicht für jede Rolle geschaffen sein, aber sie ist dennoch sehr hörenswert und vermag in bestimmten Momenten zu verzaubern.
Netrebko Meisterhaft! Bravo!, 2. Januar 2008
Was für eine Stimme! Schöner geht es nicht mehr. Der Fritz Wunderlich unter den Sopranen. Bravo Netrebko!
Einfach schön!, 11. Dezember 2007
Ich kann nur sagen, dass ich diese CD sehr gerne höre... braucht das eine Begründung? Dann kann ich nur sagen, dass es für meine Ohren etwas Schönes ist Anna Netrebko singen zu hören. Was noch schöner ist, ist sie gleichzeitig anzusehen...
Warum?, 3. September 2007
Diese CD ist mit geradezu hymnischen Kritiken überschüttet worden, denen ich mich einfach nicht anschließen kann. Keine einzige Aufnahme ist ohne gravierende Fehler und da hier nicht der Platz ist, alles im Detail zu kommentieren, werde ich mich auf die offensichtlichen beschränken. La Traviata: hier scheint mir schon ihre Phrasierung und das pacing der Phrasen problematisch zu sein, so dass ich die ganze Zeit eigentlich nicht weiß, wo sie mit ihrer Konzeption, wenn sie denn eine hat, hin möchte. Hinzu kommt, dass sie bei hohen Tönen ihren Ton allzu weit öffnet, was böse Folgen haben kann, wenn sie damit nicht aufhört. Die tiefen Noten sind selten mehr als ein Hauch, worauf ich noch zurückkommen werde. Skalen sind schlecht definiert, besonders die aufsteigenden, die Triller kaum vorhanden.La Sonnambula: für mich einer der beiden Tiefpunkte der CD. "Ah!Non credea" ist für viele Sängerinnen ein Problem. Netrebkos Stimme klingt zu dunkel für die Musik, wie eine nach Italien verirrte Erda, abgesehen davon, dass man aufgrund ihrer bewölkten Tongebung fast kein Wort versteht. Technisch hätte sie bei der Ausführung auf einen guten alten Trick zurückgreifen sollen und selbst bei den tiefen Passagen von einer hohen vokalen Plazierung aus singen sollen und müssen. Im Rondo endlich werden ihre technischen Grenzen evident: bereits angesprochen, dass weder Skalen noch Triller ihre Sache sind, aber auch die Staccati sind nicht das, was sie sein sollten. Sie müssen einzeln und leicht gesungen, ausgestoßen werden, während sie bei ihr Hammerschlägen gleichen. Offenbar hat sie große Probleme mit dem raschen Öffnen und Schließen des Kehlkopfs. Nochmals zurück zur Artikulation: schlechte Artikulation ist eigentlich unentschuldbar. Und ihre Textbehandlung ist bestenfalls als passiv zu bezeichnen. Dafür gibt es Gründe: zum einen scheint sie einen leichten Sigmatismus zu haben, der sie übervorsichtig macht, zum anderen scheint mir, sind die Vokale nicht ganz korrekt plaziert - und das muss dringend verbessert werden!Lucia: Warum? Wie kann man eine Sängerin, die sich schon durch die technischen Schwierigkeiten der Traviata müht, durch diese Musik jagen? Eine schlimme marketingorientierte Fehlentscheidung. Otello: ihre Aufnahme ist relativ gut, sicherlich auch, weil die Desdemona eine der technisch anspruchsloseren Rollen ist. Aber auch hier stört mich einfach das Fehlen guter tiefer Noten. Die meisten Arien enthalten irgendwelche tiefen Töne, die es hervorzubringen gilt, und es ist nicht angenehm, wenn immer wieder die Linie nicht ganz sauber ist, weil eine Sängerin das tiefe C nicht singen kann. Um zusammenzufassen: die CD ist eine herbe Enttäuschung, vor allen Dingen,weil Netrebko sich im falschen Repertoire bewegt. Sie hat eine sehr gute und klangschöne Stimme, aber nicht die Technik und den Ton, um sich in diesen Rollen zu behaupten. Sie braucht Rollen, in denen sie lange Bögen singen und sich ihre Stimme entfalten kann. Ich denke, über kurz oder lang, wird sie sich im Fach des lirico spinto wiederfinden - oder zumindest sollte sie das, weil dies Rollen wären, die zu ihrem vokalen Apparat besser passen als das, was sie uns hier angeboten hat.
Halt! Stop! Einwand!, 1. August 2007
möchte ich am liebsten rufen, wenn ich ständig lese wie super, göttlich und einmalig diese CD ist. Einmalig ist wohl nur der Megahype, der sich um die Person von Anna Netrebko entwickelt hat.Ja, sie hat eine tolle Stimme und sie sieht phantastisch aus. Und dennoch: Diese CD ist nicht das "Gelbe vom Ei". Seit dem Medienspektakel anläßlich der »La Traviata« bei den Salzburger Festspielen 2005 macht sich eine Massenhysterie um die Netrebko breit, die ihresgleichen sucht. Der Erfolg dieser CD beruht meines Erachtens hauptsächlich auf dem wochenlangen Hochpushen durch die Medien. Und je mehr Publicity eine Platte erhält, desto größer ist die Nachfrage und je mehr Leute sie mit großen Erwartungen hören, desto mehr hören sie auch, "weil man sie gehört haben muss" frei nach dem Motto: Wenn die CD so toll besprochen wird, muss sie ja gut sein... Nur - das ist die hier sicher nicht! Oder wie es die »Süddeutsche« einmal sehr treffend formuliert hat: Das Gefühlige ist Netrebkos Sache, aber nicht die jubelnde Virtuosität. Zu brav, zu bieder, schön gesungen - aber auch schnell langweilig.P.S.:Ich war bei den Salzburger Festspielen 2005 auch in einem Liederabend von Cecilia Bartoli. Was sie geboten hat, »das« war sensationell. Vergleichen Sie einmal Netrebkos »Sempre Libera« mit der Bartoli-CD »Opera Proibita«. Dann wissen Sie, was man unter "hervorragend" versteht.
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