Kundenmeinungen
Große Klasse!, 8. Dezember 2007
Ein Filmspektakel, dass sich durchaus mit alten Klassikern wie Ben Hur messen kann. Ein überzeugender Brad Pitt als erbarmungsloser Achilles, der nur zu seinem eigenen Ruhm kämpft und dennoch zuletzt Gnade und Herz zeigt. Nicht zuletzt macht auch dieser Film überdeutlich klar, wie verheerend und sinnlos Kriege sind. Auf alle Fälle sehenswert!
Troja HD-DVD, 30. November 2007
Hier meine Zusammenfassung zur HD-DVD, nicht zum Film:
+ interessante Extras die wärend dem Film eingeblendet werden können
+ sowohl die Deutsche als auch die Englische Tonspur ist sehr kraftvoll und macht Spass
- Bildschärfe nicht auf HD-DVD Niveau! Gerade Gesichter und Naheinstellungen wirken regelrecht unscharf!
Fazit: Man könnte denken dass ein Film wie Troja sich perfekt eignet um das Heimkino und die Fähigkeiten der HD-DVD zu testen, wird hier aber enttäuscht. Auf keinen Fall auf dem hohen Level der HD-DVD Referenztitel!
Zeuss rotiert im Himmel..., 10. November 2007
Die Filmgeschichte ist in 30 Sekunden erzählt: die einen haben Helena, die anderen wollen sie. Die einen haben Troja, die anderen wollen Troja. Dazwischen ein paar Schlachten, bisschen Feuer - aus!
Keine Handlung, keine Charaktere. Ein lustlos agierender Brad Pitt, turnt als Rauschgoldengel (immer frisch gegelte Haare - gabs das damals?) ohne jegliches Mimik-Spiel durch den Film. Ich schätze den Schauspieler sehr - hier ist er jedoch eine glatte, unglaubwürdige Fehlbesetzung - in seiner schlechtesten Rolle.
Sollte wohl nur Kassenmagnet sein (was aber nicht aufging)- für einen typischen "Petersen-Film" - opulente Bilder - ohne Sinn, eben ideal für amerikanische Ansprüche.
Wenn mal nichts im TV läuft ansehen, und gleich wieder vergessen.
Jeder italienische Sandalenfilm aus den 60er-Jahren hat mehr Pepp, lustvollere Schauspieler und (ungewollte) Komik.
Unterirdisches Trauerspiel!, 8. November 2007
Als der Film in die Kinos kam, habe ich ihn mir mit (bestimmt viel zu) großen Erwartungen angesehen und wurde sehr enttäuscht. Ich will mich gar nicht über historische Genauigkeiten auslassen (bei einer Heldensage nach historischer Genauigkeit zu suchen ist auch ein etwas sinnloses Unterfangen) oder über das pappkartonartige Aussehen der trojanischen Burgmauern oder gar das viel herbeizitierte Flugzeug, das da wohl irgendwo zu sehen ist. (mir ist es entgangen)
Schlimm fand ich nur, dass der Film für Leute, die sich schon mal mit der Ilias beschäftigt haben, diesen Film nicht ansehen können ohne sich zu ärgern, weil von der eigentlichen Geschichte nicht mehr als ein paar Fragmente übrig geblieben ist. Viele wichtige Personen fehlen und der Schluss ist komplett entstellt. Hier wurde Weltliteratur verstümmelt.
Das wäre weiter auch nicht schlimm, wenn es trotz der "dichterischen" Freiheit wenigstens ein ansprechender Film geworden wäre, aber Troja ist davon mindestens ebenso weit entfernt wie von der literarischen Vorlage.
Die meiste Zeit ist die Handlung sehr flach und öde.
Über die schauspielerischen Leistungen kann man nur wenig sagen, denn mit derart gestelzten Dialogen wirkt sogar ein Peter oToole wie ein untalentierter Laienmime. Auch der Rest der Besetzung kämpft sich mit hölzerner Miene durch die gruseligen Textpassagen.
Vielleicht sollte man sich das ganze ja mal ohne Ton ansehen. Wenn man weder mit Dialogen noch der Handlung malträtiert wird, kommt man vielleicht in den einzigen Genuss, den dieses Machwerk bietet: richtig schöne Menschen.
falscher Titel, 5. Oktober 2007
Wer sich ein Historienepos über Troja oder den trojanischen Krieg erwartet, wird bald enttäuscht. Eigentlich sollte der Film "Achilles" heißen, denn genau genommen geht es hier hauptsächlich um ihn. Er ist sogar so wichtig, dass ihn Wolfgang Petersen erst in den letzten Minuten sterben lässt, nachdem Troja bereits eingenommen ist. Der Sage nach hat Achilles jedoch nie das Trojanische Pferd gesehen, weil er vorher von Paris per Pfeil in die Ferse getötet wurde. Wie überhaupt der Krieg hier auf wenige Tage reduziert wurde, doch laut Sage 10 Jahre währte.
Wenn man sich die Figur des Achilles ansieht, ist man ebenfalls etwas enttäuscht. So wie Wolfgang Petersen und Brad Pitt den Helden anlegen, ist er nur ein zwiespältiger rein menschlicher Krieger. Nichts bleibt von dem unverwundbaren Halbgott, dessen berühmte Ferse seine einzige verletzliche Stelle war. Auch dass sein Sohn mit in den Kampf zog, wird ausgelassen - denn er hat in dem Film gar keine Familie.
Unerklärbar ist für mich auch, weshalb Paris derartig erbärmlich abgewertet wurde. Er verkommt zu einem unehrenhaften Schwächling. Armer Orlando Bloom, er hätte eine heldenhaftere Rolle verdient, zumal Paris in Wahrheit ein wirklicher Held war, der erst durch eine Reihe Siege über trojanische Prinzen selbst als solch einer erkannt wurde, weil er gleich nach der Geburt ausgesetzt und von einem Hirten aufgezogen wurde. Paris überlebt im Film, was er in der Sage nicht tat. Dafür stirbt im Film Menelaos, der aber nach der Sage einer der wenigen überlebenden Könige auf Seiten der Griechen ist und Helena wieder mit sich nimmt.
So könnte man noch stundenlang die Abweichungen von der Sage aufzählen und beginnt sich zu fragen, weshalb Petersen den Film eigentlich gedreht hat, wenn er so wenig auf die Sage wertlegt. Hätte er gleich von Beginn an seine eigene Geschichte - von mir aus in Anlehnung an das Trojanische Pferd (wie es etwa sehr gelungen in der Thomas Crown Affaire mit Pierce Brosnan geschah) - erzählt, könnte man den Film tatsächlich viel wertfreier so stehen lassen wie er ist: ein altertümlicher Kampf-Actionfilm mit ein paar Beziehungsstudien zwischen Freunden und Feinden. 3 Sterne gebe ich dennoch, weil der Film an sich sehr eindrucksvoll inszeniert und gespielt ist. Leider falscher Stoff.
Wer sich mehr Geschichte wünscht, dem sei "Helena von Troja" empfohlen, wo sowohl die Geschichte von Paris als auch Helena wesentlich originaltreuer, ausführlicher und spannender erzählt wird - mitsamt dem Her- und Ausgang des Trojanischen Krieges.
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