Kundenmeinungen
Veroneser Oper, Studioversion, 29. Juli 2007
Die Auferstehung von Barockopern im Studio feiert fröhliche Urständ. Neben den Sängern und dem Ensemble sind die Produktionsteams der dritte Mann im Spiel. Die viele Arbeit hat sich auch in diesem Falle ausgezahlt. Für den interessierten Laien gibt es eine Bonus-DVD, wo er Anteil nehmen kann an diesem spätmodernen künstlerischen Ereignis. Man kann getrost davon ausgehen, dass diese wie so viele andere Studio-Opern eine bessere Darbietungs- und Klangqualität liefern als jede Live-Aufnahme (und auch jede schlechte Aufführung!). Die Vorteile der Barock-Oper - technisch gesehen - liegen in der bemessenen Größe des Ensembles, den vielen Soloauftritten und der instrumental schmalen Partitur. Deshalb zählen diese Aufnahmen auch zum Besten, was man auf Platte/Silberscheibe bannen kann. Sehr leicht wird man daher Zeuge, was mind. drei der besten Sänger Europas zu bieten haben.Wer das ist, überlasse ich ihrer Beurteilung...
Ein grandioses Feuerwerk barocker Arien, 28. Juni 2005
Diese CD bildet einen Höhepunkt in der Einspielung barocker Arien. Unter der grandiosen Bogenführung von Biondi hat ein großes Meisterwerk von Vivaldi wieder das Licht der Welt entdeckt. Auch die Sängerinnen und Sänger haben mehr als ihr bestes gegeben. Besonders hervorheben möchte ich hier Vivicia Genaux, die mit ihrer schon mehrfach eingespielte Arie von Brosci, hier eine unübertreffliche neue Fassung eingespielt hat, die an Brillianz und vor allem an Tempo nicht zu übertreffen ist.
Crème Brulée, 10. Juni 2005
Sehr viel habe ich zuerst von der Oper nicht erwartet, da ich einige Vivaldi Opern schon gehört habe und mich nur eine wirklich überzeugt hat. Das war L'INCORONAZIONE DI DARIO. Um ehrlich zu sein hat die Overtüre noch nicht die Tür aufgebrochen, aber der Rest! Eine Aneinanderreihung großartiger Arien und Rezitative in einer überaus fabelhaften Besetzung. Mittlerweile habe ich die Oper im Auto und habe noch nicht genug bekommen. Das es sich hierbei um ein Pasticcio handelt störte mich weniger. Ganz im Gegenteil hier und da hörte man die Bezüge zu Johann Adolf Hasse und Riccardo Broschi (dessen Opern immer noch sträflich vernachlässigt werden!), was einen besonderen Reiz beim Hören ausmacht. Eine grandiose Oper die in mir einfach das Gefühl nach mehr hervorgerufen hat.
Interessantes Pasticcio, 9. Mai 2005
Bei dieser Oper handelt es sich um ein sogenanntes "Pasticcio": Nur die Sinfonia, die Rezitative und der Schlußchor des Stücks wurden von Vivaldi neu komponiert, die Arien hingegen stammen aus älteren Werken Vivaldis bzw. aus Opern anderer berühmter Komponisten seiner Zeit (4 Arien von Geminiano Giacomelli, 3 Arien von Johann Adolf Hasse aus seiner Oper "Siroe" & eine Arie von Riccardo Broschi). Dadurch erhält das Werk eine interessante stilistische Vielfalt, verliert aber an dramatischer Geschlossenheit, zumal die Musik Vivaldis sich zu sehr von den galanteren Stücken seiner Zeitgenossen unterscheidet.
Interpretatorisch ist diese Einspielung nahezu perfekt. Alle Sänger meistern ihre ausgesprochen anspruchsvollen Partien ohne hörbare Anstrengungen (diese werden nur auf der beiliegenden Bonus-DVD sichtbar). Besonders überzeugend ist Vivica Genaux, die hier als Irene wiederum die Arie "Qual guerriero in campo armato" von R. Broschi zu singen hat, welche sie schon auf ihrem Farinelli-Recital vorgestellt hatte. Das Orchester spielt zupackend und mitreißend, ohne dabei die Musik durch hysterische dynamische Schwankungen zu zerstören, wie es Jean-Christophe Spinosi auf seinen Vivaldi-Aufnahmen für nötig hält. Einzig die manierierte Umsetzung der Rezitative kann nicht wirklich überzeugen. Kurzum, die ideale Aufnahme für alle Hörer, die sich sowohl für Vivaldi als auch für die Musik seiner Zeitgenossen interessieren.
Sensationelles Sängerfest, 20. April 2005
Es ist in Zeiten knapper Budgets und greulicher Crossover-und Tenor-Verkaufsstrategien schon ein kleines Wunder, daß eine Produktion wie Bajazet entstehen konnte: Eine derartige Ballung erstklassiger Barock-Spezialisten für die Ersteinspielung einer unbekannten Oper sucht ihresgleichen. Kaum zu sagen, wer hier virtuoser,stilsicherer oder anrührender singt.Hochinterssant auch die Bonus-DVD, die den Stimmen markante Gesichter verleiht und eine Ahnung von den kräftezehrenden stimmlichen Höchstleistungen verleiht, die die Crew hier vollbringt.Bei einem so einmaligen Sängerfest verzeiht man Fabio Biondi und seinem Orchester auch gerne so manch unnötigen agogischen oder dynamischen Manierismus. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
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