Kundenmeinungen
Idealismus und Wahrheit ... 4 Oscars gegen den Krieg, 24. Juli 2008
Drastischer ist die Wahrheit über einen Krieg zur sogenannten Sicherung der Demokratie und des Weltfriedens wohl selten gezeigt worden. Ein Film aus und über Amerika, abseits und gleichzeitig in mitten von Realität und Wahnsinn. Ohne Plattitüden, knallhart und überzeugend, aber nie überspannt zeigt dieser Film physische und psychische Identitäten, Leiden und Limits anhand des Vietnamkrieges, sicher nicht nur gültig für diesen, wie uns die Gegenwart lehrt. Genial lenkt Oliver Stone seine ausgezeichneten und in jeder Phase überzeugenden Schauspieler mit traumatisierender Action durch den asiatischen Dschungel, gleichsam als Ironie des Schicksals und des Krieges. ...ein überaus sehenswerter Film mit seiner besonderen Form der Gnade
Unglaubwürdig aber intensiv!, 23. Oktober 2007
Wer selber Soldat und in Kampfhandlungen verwickelt war, weiß, daß ein routiniertes Räderwerk von Handlungen einen Kampf begleitet und weniger Reflexionen über Gott und die Welt. Zwar ist der Ich-Erzähler in seinen Erinnerungen unterwegs, aber diese Erinnerungen werden von den Schauspielern so gespielt, als wären sie Saunaclubmitglieder. Das Sujet und der Plot des Films sind schon okay, aber die schauspielerischen Leistungen sind meist bescheiden, außer die von Defoe, der den Elias spielt. Defoe hat Format, Glaubwürdigkeit und spielt einen "echten" Soldaten.Die "Hölle Vietnam" war nur für die Bevölkerung von Vietnam eine Hölle. Die meisten amerikanischen Kriegsopfer waren Kollateralschäden der eigenen Waffeninkompetenz. Wie P.Scholl-Latour schon in "Tod im Reisfeld" berichtete, waren die Amis mit Cola,Heroin, Schokolade und Präser bestens versorgt. Dieser Krieg wurde durch Inkompetenz von Generälen, Heldenmachern aber vor allem durch den brilliant organisierten Widerstand der Vietkong verloren. Das Trauma Vietnam ist eigentlich keins, weil die Amerikaner überhaupt nicht begriffen haben, was sie eigentlich in Vietnam wollten, Eisenhowers Doktrin hin oder her! Diese Wahrheiten fehlen dem Film völlig. Er ist eigentlich nur eine Selbstmitleidsstory, eines gewissen im Nachschub operierenden Soldaten namens Oliver Stone.Es ist typisch amerikanisch egozentrisch, sein eigenes Leid so zu überhöhen. Ein Film über Vietnam sollte lieber die Geschichte von Naplam, Agent Orange, Rolling Thunder und deren Folgen erzählen, anstatt ständig die ermüdende Heldenpathosschleife zu bedienen. Filme wie "FullMetalJacket" oder "Apokalypse Now" funktionieren da viel reflektierter und mit sarkastischer Kritik, die dabei rauskommt, wenn man sich fragt: Wozu? Stones Film muß schon diesen Vergleich standhalten, wenn er ein Film über Vietnam sein will. Darum kann es auch nicht mehr Sternchen geben, weil die anderen einfach besser sind.Fragt sich denn keiner mal, warum es eigentlich überhaupt keinen Film aus vietnamesischer Sicht gibt?Vielleicht in sechszig Jahren geht einer hin, wie Clint Eastwood und schafft es wie in "Lettres from Iwo Jima" eine gewisse, wenn auch bescheidene Erzählgerechtigkeit!
Mit Sicherheit kein Fehlkauf, 31. August 2007
Wer sich für Platoon entschieden hat, kann im Grunde genommen nichts falsch machen, weil dieser Film ein Meisterwerk ist. Dieser Film bietet eine dermaßen düstere Atmosphäre, daß man wirklich das Gefühl mitten Drin statt nur dabei zu sein. Aber der eigentliche Kern des Film ist, daß dieser NICHT das geringste mit Heldentum, Patriotismus, Pathos, oder sonstigen Beschönigungen zu tun hat. Mitnichten! Hier wird alles so dargestellt, wie es damals gewesen sein muß. Besonders Charlie Sheen, Willem Defoe, Tom Berenger, und auch die anderen Schauspieler vermitteln eine Menge Glaubwürdigkeit, bei der Darstellung ihrer Rollen. Hier gibt es auch kein Gut oder Böse sondern irgendwas dazwischen. Es lässt sich doch auch nicht immer alles so leicht einordnen in Gut oder Böse. Das wäre zu einfach. In Platoon haben sämtliche Charaktere ihre Ecken und Kanten. Alles wird sehr glaubwürdig und verständlich rübergebracht. Aufgrund des hohen Realismusgrads ist der Film auch nicht mit Rambo 2 vergleichbar, da letzterer doch sehr patriotisch daher kommt, was man von Platoon nicht behaupten kann. Darum geht es ja auch gar nicht, denn Platoon wurde als Anti-Kriegsfilm gedreht, und als solcher verfehlt er auch seine Message nicht. Weil letztere sehr deutlich und unmissverständlich klar gemacht wird. Krieg ist das Schlimmste, und im Krieg gibt es immer nur Verlierer und Keine Gewinner. Das ist die wichtigste Aussage von Platoon. Hier mein Tip. Wer sich auch nur halbwegs für clever und intelligent gemachte Filme interessiert ist bei Platoon genau richtig und kann nichts falsch machen. Dieser Film regt zum Nachdenken an, und zum diskutieren. Das kann ich euch versichern. Ihr werdet es nicht bereuen diesen Film gesehen, bzw. gekauft zu haben. Dieser Film ist ein Meisterwerk von Oliver Stone. Technisch gibts Dolby Digital 5.1 in deutsch und englisch, und die Untertitel ebenso. Desweiteren finden sich noch diverse Trailer, und eine tolle Doku auf der DVD. Deshalb bekommt der Film 5 Sterne . Übrigens Platoon bekam 4 Oscars verliehen, falls es jemand interessiert. Klarer Kauftip.
Der beste Antikriegsfilm aller Zeiten!, 7. April 2007
Kriegs- bzw. Antikriegsfilme gibt es sicherlich sehr viele. Die Zahl der wirklich guten, falls dieses Wort in diesem Zusammenhang überhaupt passend sein sollte, kann man dabei jedoch an einer Hand abzählen. Dabei zählen in meinen Augen Streifen wie z.B. "Full Metal Jacket" oder gar "Der Schmale Grad" nicht hinzu. Denn mit "Platoon" inszenierte Oliver Stone im Jahre einen, wenn nicht sogar den besten Film seiner Art, mit einer Intensität von der z.B. Kubricks Streifen nur Träumen kann.Wie so viele handelt "Platoon", wie der Name schon sagt, von einer im Vietnamkrieg abgesetzten Einheit, welche aus wild zusammengewürfelten Typen besteht. Deren größte Hürde des Krieges ist es auch wohl mehr untereinander klar zu kommen, als dem Vietkong Paroli bieten zu können. Viele kleine Schauplätze des Terrors innerhalb der Truppe bestimmen den gesamten Film, allen voran die Differenzen der beiden Sergeants Grodin (Willem Dafoe) und Barnes (Tom Berenger). Mittendrin stets junge College-Student Taylor, welcher sich für ihn im weiteren Verlauf unverständlicherweise, freiwillig für Vietnam gemeldet hat. Der Film wird bestimmt von Verrat, Misstrauen und Hass untereinander und einfach allem und jedem gegenüber.Das es sich bei "Platoon" um einen astreinen Vietnam-Film handelt, zeigt alleine schon die Tatsache, dass sich auch alles in den dichten Wäldern abspielt. Die erdrückende Enge, Feuchtigkeit und das Summen der Moskitos sowie das Krabbeln von Getier und Ameisen sind förmlich spürbar. Des Weiteren kommt zu keinem Zeitpunkt, trotz einiger etwas längerer Dialoge, zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Dies mag wohl auch unter anderem an der gut begleitenden Erzählung liegen, der man doch anmerkt dass Regisseur Oliver Stone in diesem Film seine eigenen Kriegs-Erlebnisse hierbei verarbeitet hat. Ebenso dürfte der Überfall auf das Vietnamesen - Dorf nichts für schwache Nerven sein. Aber wohl kaum schafft es nicht einmal diese Szene die Wahrheit nur annähernd rüberzubringen.Insbesondere die Kampf- und Nachtszenen beinhalten wahrlich eine ordentliche Portion Brisanz und Spannung. Am besten zeigt sich dies als der Rest des Platoons von den Vietkongs aussichtslos eingekesselt wird und das Chaos seinen Lauf nimmt. Hierbei steigert sich die Spannung gepaart mit vielen schnellen Bildern derart, dass dies dem Betrachter wohl erst klar wird, als Taylor nach der (im wahrsten Sinne des Wortes) Ruhe nach Napalm-Sturm im Walde liegend erwacht. Erst dann wird einem klar, in welche Sog man sich in den letzten Minuten aufgrund der grandiosen Inszenierung befunden hat.Fiesling Barnes wurde von Tom Berenger hervorragend verkörpert - es hätte wohl kaum eine bessere Besetzung hierfür geben kann. Sein gegenüber Willem Dafoe schaffte es mit seinen letzten Film-Sekuden wohl nicht nur auf das DVD-Cover, sondern auch sich damit einen festen Platz in den größten Bildern Hollywoods zu sichern. Ein unvergessenes Bild. Und auch Charlie Sheen, welcher damals noch ziemlich am Anfang seiner Karriere stand, macht seine Sache wirklich sehr gut. Beeindruckend der Vergleich seines letztes Anblickes vor bzw. dem Film während des Abspanns - dazwischen liegen Welten.Oliver Stone hat zugegebenermaßen auch einiges an Mist produziert, jedoch gelang im hier mit "Platoon" der für mich, neben "Apocalypse Now" der beste Antikriegsfilm aller Zeit. Des Weiteren bezweifle ich auch, dass es hinsichtlich dessen noch mal einen besseren geben wird, da damals die Zeit wohl mehr als reif für diesen Film war. Hervorragende Darsteller in großen Bildern bei einer erdrückenden Atmosphäre. Dies hervorragend untermalt macht diesen Film zu einem absoluten Meisterwerk und Meilenstein der Filmgeschichte. Einer der besten Filme aller Zeiten!!
Glaubwürdiger Vietnamfilm aus Hollywood !, 27. Juli 2006
Im Grunde genommen passt das ja gar nicht zusammen glaubhafter Kriegsfiilm und Hollywood, aber "Platoon" bildet da wohl eine der wenigen Ausnahmen. Im Grunde genommen sind Kriegsfilme die uns aus Hollywood geliefert werden so gemacht das Sie ins Weltbild des US Bürgers passen, was bedeutet das natürlich der Amerikaner der Gute und der Rest die Bösen sind, aber zum Glück gibt es da hin und wieder eine Ausnahme. Glaubhafte Kriegsfilme aus Hollywood sind für mich unter anderem die Filme "The Deer Hunter" (Die durch die Hölle gehen)und "The Thin Red Line" (Der schmale Grat), wobei es sicher noch den ein oder anderen gibt. In die Kategorie unglaubwürdig fällt für mich z.B. "Saving Private Ryan" mit Tom Hanks und Matt Damon, der zwar eine beeindruckende Eröffnungssequenz bietet aber der Rest des Films ist einfach nicht glaubwürdig. Nun aber zum vierfachen Oscargewinner von 1986, der das Versagen des US Militärs im Vietnamkrieg meiner Meinung nach sehr realistisch darstellt, wobei sich darüber immer wieder streiten lässt, den selbst war man ja zum Glück nicht dabei. Oliver Stones "Platoon" erzählt uns die Geschichte des College Studenten Chris (Charlie Sheen) der sich freiwillig zum Einsatz in Vietnam meldet. Den Entschluß hat Chris aber schneller bereut als Ihm lieb ist, den bald muss er erkennen das hier nur das nackte Überleben zählt. Attribute wie Freundschaft und Toleranz findet er selten in den Wirren des Krieges. Seine Truppe wird angeführt von den beiden rivalisierenden Sgts. Barnes (Tom Berneger) und Ellias (Willem Defoe), wobei sich auch die Einheit in zwei Lager gespalten hat. Bei der Zerstörung eines Bauerndorfes kommt es zum Eklat und Barnes lässt von seinen Männern unschuldige Dorfbewohner kaltblütig erschiessen. Die Stimmung wird von Tag zu Tag unerträglicher und der scheibar unsichtbare Feind macht die Sache auch nicht leichter. "Platoon" ist ein Antikriegsfilm bei dem der Schrecken des Krieges sichtbar wird und Krieg als das dargestellt was er auch ist, nämlich die unmenschliche und grausame Fortsetzung von Verhandlungen zwischen unfähigen Politikern. Viele Kriegsfilme wirken wie ein Werbefilm für das Militär, nicht so Platoon", hier ist der Schrecken des Krieges in jedem Moment sichtbar. Mit Vietnam Veteran Oliver Stone war auch der richtige Mann hinter der Kamera zu finden. Für Charlie Sheen bedeutete Platoon" nach einigen kleineren Rollen den Durchbruch in Hollywood. Neben dem damaligen Jungstar liefern natürlich vor allem Willem Defoe als Sgt. Ellias und Tom Berenger als Sgt. Barnes eine tolle Vorstellung ab. Als Soldaten in der Einheit von Chris sind unter anderem Forrest Whitaker und natürlich Johnny Depp mit dabei. "Platoon" bildet den Auftakt von Oliver Stones Trilogie zum Thema Vietnam. Danach folgte 1989 das Kriegsdrama "Geboren am 4.Juli" mit Tom Cruise und schliesslich 1993 der Film "Zwischen Himmel und Hölle" mit Tommy Lee Jones. Ärgerlich wird langsam die Vermarktungsstrategie von MGM im Bezug auf die DVD Versionen von Platoon. Mittlerweile gibt es ja mit der Ultimate Gold Edition in Deutschland bereits die vierte Auflage des Films. Vorher gab es ja bereits die normale Erstausgabe, der eine Special-Edition folgte und der wiederum die Gold Edtion folgte. Es ist nervig wenn jedes Jahr eine Neuauflage erscheint wo dem Kunden wieder ein kleines Häppchen Bonusmaterial mehr geboten wird als beim Vorgänger. Ich habe mir relativ günstig die Gold Edition geholt und bin damit vor allem was die Bild- und Tonqualität betrifft sehr zufrieden. An Bonus gibt es hier die recht interessante Doku "Tour of the Inferno", ein paar Hintergrundinfos und den Trailer zum Film. Das hätte zwas ein wenig umfangreicher ausfallen können, aber es rechtfertigt nicht das ich mir jedes Jahr eine neue Ausgabe kaufen würde. Die vier Oscars für Film, Regie, Ton und Schnitt sind absolut gerechtfertigt den "Platoon" ist wirklich einer der besten Antikriegsfilme überhaupt und auch nach zwanzig Jahren noch erschütternd wie damals.
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