Beschreibung
1997 schlug der kanadische Regisseur Vincenzo Natali mit einem kleinen Film ziemlich große Wellen: Sein Science-Fiction-Kleinod Cube kostete kaum mehr als eine Viertelmillion Dollar, kam mit einem einzigen Set aus und geriet dank einer cleveren Idee und atemberaubender Intensität zum weltweiten Genre-Geheimtipp. Ähnlich könnte es auch seinem neuen Film Cypher ergehen, der mit seinem würfeligen Vorgänger alle positiven Eigenschaften gemein hat: Dank des beeindruckenden visuellen Einfallsreichtums von Natali sieht der Film weitaus teurer aus, als er war, und zieht den Zuschauer in eine paranoide Welt hinein, die Wirkung hinterlässt. In einer nicht allzu fernen Zukunft wird das Land von zwei mächtigen Technologiekonzernen kontrolliert, die sich gegenseitig ausspionieren. Um seinem öden Alltag zu entkommen, bietet sich der spießige Angestellte Morgan Sullivan (Jeremy Northam in einer schlichtweg grandiosen Vorstellung) einer der Firmen als Spitzel an und erlebt schon bald mehr Aufregung, als er sich in seinen kühnsten Träumen versprochen hat. Durch die Agentin Rita Foster (Charlies "Engel" Lucy Liu) wird er hineingezogen in einen Strudel aus Spionage, Gegenspionage, falschen Identitäten und Gehirnwäsche, der selbst sein eigenes Ich mehrfach infrage stellt. Auf den Spuren von George Orwell kreiert Vincenzo Natali eine faszinierend-erschreckende Vision vollkommener Überwachung und eine mitreißende Geschichte über den Wunsch, aus diesem System zu entkommen. Ein intensiver, intelligenter und einfallsreicher Science-Fiction-Film, der bis zum überraschenden Ende hervorragend unterhält. --Frank-Michael Helmke
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Kundenmeinungen
Die Suche nach der eigenen Identität, 26. Dezember 2007
Um seiner spießigen Existenz und seiner dominanten Ehefrau zu entfliehen, läßt Sullivan sich als Industrie-Spion anwerben. Unter dem Namen Thursby nimmt er an Vorträgen teil, die er mit einem kleinen Mikro an seinen Auftraggeber überträgt.
Zunächst macht das Ganze Spaß - wenn er nur interessantere Aufträge bekäme, und wenn nur die bohrenden Kopfschmerzen nicht wären, die ihn neuerdings heimsuchen.
Dann nimmt das Ganze plötzlich eine bedrohliche Wendung: Eine geheimnisvolle Schöne warnt ihn vor seinem Auftraggeber und versorgt ihn mit einem Medikament, das er als Gegengift für die ihm angeblich heimlich verabreichten Drogen einsetzen soll.
Unter der Wirkung dieses Medikaments erkennt er, daß er gemeinsam mit allen anderen Anwesenden einer Gehirnwäsche unterzogen werden soll.
Aber richtig schlimm wird es erst, als er erkennt, daß auch "Sullivan" nicht seine wahre Identität ist.
Ein Mann, der von einer bedrohlichen Situation in die nächste rutscht und dabei seine eigene Identität sucht - klingt irgendwie nach Philip K. Dick, ist aber nicht von ihm. Trotzdem absolut sehenswert. Die bedrohlichen Gerätschaften, die zur Gehirnwäsche zum Einsatz kommen, erinnern irgendwie an "Twelve Monkeys" oder "A Clockwork Orange".
Der Hauptdarsteller (Jeremy Northam) sieht irgendwie aus wie der ernste Bruder von Danny Kaye.
Merkwürdigerweise wird im Vorspann vom Regisseur über den Inhalt der "beiden DVDs" gesprochen - komisch, bei mir ist hier nur eine DVD drin, und die erwähnten Features sind da natürlich nicht drauf.
Trotzdem: sehr spannend, technisch recht aufwendig und so verschachtelt, daß sich mehrmaliges Anschauen bestimmt lohnt.
Sorry, aber ich kann mich nicht in den Chor ...., 5. Dezember 2007
... der Lobgesänge einreihen.
Cypher ist ein typisches, allerdings auch gutes, B-Movie. Die Story selbst ist jedoch nicht besonders mitreißend: Ein eifriger Normalo läßt sich zum Industriespion einsetzen. Er ist dabei so eifrig, dass er (wie ein richtiger Spion) selbst seine Frau nicht einweiht. Dann wird er mißtrauisch, ob er von seinem Auftraggeber nicht manipuliert wird. Was natürlich in Form von - nicht erkennbar sinnhaften - Gehirnwäschetechniken zutrifft. Hierauf läßt er sich mit Hilfe der ominösen Schönen als Doppelagent einsetzen. Im Showdown wird dann klar, dass er eigentlich der absolute "Überagent" war (ohne es selbst gewußt zu haben), der beide Schurkenkonzerne ausgepielt hat.
Alles in Allem relativ abstruß. Die Dialoge sind relativ spärlich ausgelegt und auch die Aktion läuft auf Sparflamme.
Einmal anschauen reicht daher vollkommen.
Super, 8. November 2007
Wer es gern etwas komplizierter mag, der soll sich diesen Film ansehen.
Ich war anfangs etwas demotiviert, weil ich nichts verstanden hatte, doch nach und nach wurde mir bewusst, was der Film aussagen möchte und ich konnte es nicht abwarten den Film zu Ende zu sehen.
Wirklich gute Qualität und die DVD-hülle hat auch ein nettes Design.
Anspruchsvoller Sci-Fi-Thriller auch ohne teure Stars, 16. August 2007
Die Riege der Schauspieler in diesem Film ist eher unbekannt; zumindest galt das zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Lucy Liu hat ja zwischenzeitlich deutlich an Bekanntheit zugelegt.
Die Welt dieses Thrillers ist eine beklemmende Vision, die von der Herrschaft der Großkonzerne ausgeht. Kein neues Konzept, wahrlich nicht; aber sehr gut umgesetzt.
Die Geschichte ist intelligent und steckt voller überraschender Wendungen, die dem Zuschauer mehr als einmal das Gefühl vermitteln, dass nichts ist, wie es scheint - oder vielleicht doch, und dann doch wieder nicht...
Schlussendlich muss man den Film bis zum grandiosen Ende sehen, um die überraschende Auflösung zu erleben.
Wie bereits in der Überschrift angedeutet: Es ist ein Sci-Fi-Thriller. Die "Technik der Zukunft" steht hier aber nicht im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern ist Mittel zum Zweck, um die Welt von Cypher zum Leben zu erwecken.
Das "Anspruchsvoll" leitet sich schon alleine daraus ab, dass dieser Film nicht als "Hirn aus, Füße hoch, zudröhnen lassen"-Film funktioniert. Er besteht nicht aus einer Reihe Popcorn-tauglicher Kampfszenen, die lose aneinandergereiht werden, sondern fordert zum Mitdenken auf. Das ist nötig, will man die Geschichte komplett verstehen; und Cypher versteht es auch gut, zum Vorausdenken zu animieren. Schon bald stellt man fest, dass man darüber nachdenkt, wo die nächste Intrige, die nächste Überraschung, die nächste Wende warten könnte, und was noch alles ganz anders ist, als es den Anschein hat.
Wer Filme mit interessanter Story und guter Atmosphäre mag, wird hier sicher nicht enttäuscht werden.
Berauschend, 21. Juli 2007
Morgan Sullivan (NORTHAM) könnte ein glücklich verheirateter, höherer Angestellter im Betrieb seines Schwiegervaters sein, doch eine innere Stimme drängt ihn, bürgerliche Sicherheiten zu vernachlässigen und die extremen beruflichen und privaten Herausforderungen zu suchen. Solch eine Chance ergibt sich, als der mächtige Konzern Digicorp Technology ihn engagiert, um ihn als Industriespion unter neuer Identität auf den Konkurrenten Sunways Systems anzusetzen. Als Jack Thursby soll er auf Kongressen Vorträge aufzeichnen. Doch dass das noch ein Vorwand ist, merkt er, als er Zeuge einer Massengehirnwäsche wird.
Cypher ist ein moderner Spionagefilm, der sowohl an aktuelle Filmgrößen wie Matrix oder Equilibrium erinnert, als auch als Hommage an die Wurzeln der Spionagethriller in den 60er-Jahren gesehen werden kann. Mit sehr geringem Budget gelingt es dem Regisseur Vincenzo Natali bei seiner erst zweiten Produktion abermals, eine klaustrophobische Spannung und in einer kafkaesquen Handlung zu inszenieren. Wie schon bei "Cube" braucht der Betrachter der Szenerie sehr viel Phantasie und trotzdem wird er nicht einmal am Ende gänzlich auf die Lösung aller Handlungsstränge kommen.
Natali, der sich nach seinem Überraschungserfolg von "Cube" immerhin fast fünf Jahre Zeit ließ um seinen nächsten Film zu drehen, wartete offenbar auf das richtige Drehbuch, anstatt sich einem Schnellschuss mit einem Durchschnittsstoff zu leisten. Und der Erfolg gibt ihm abermals Recht. Nach Cube hat man noch von einem Zufallstreffer sprechen können. Nach seiner Ablehnung von Hypercube unkten viele, dass er wohl zu feig sei. Nun weiß man mit Sicherheit, dass der Mann etwas auf dem Kasten hat, und dass man sich seinen Namen auf alle Fälle merken wird müssen.
Bleibt noch anzumerken,dass der Film auf keinen Fall etwas für Popkornkino-Fans ist,da er für eine solche Zielgruppe einfach das entsprechende "Niveau" nicht bietet und somit eher für Zuschauer geeignet,die noch mitdenken möchten...
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