Kundenmeinungen
Dokument und Drama in einem: grossartig! , 13. September 2007
Auch zehn Jahren nach der Erstausstrahlng noch immer ein aussergewöhnlich fesselndes Dokudrama über der deutsche Herbst. Heinrich Breloer hat sein Film in 1997 gedreht um den zwanzigsten Jahrestag dieser blutigen Episode in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu markieren.
Der Film fesselt und beeindrückt von der ersten bis zur letzten Minute.
Die dramatisierten Teilen werden abgewechselt mit Originalfernsehbildern aus 1977 und gesprächen mit Zeitzeugen. Unter diesen letzten sind de verantwortlichen beider Seiten, z.B. der damalige Bundeskanzler Schmidt, der damalige Bundesinnenminister Zimmermann, und Horst Herold vom BKA aber auch einige ehemalige Terroristen kommen zu Wort.
Breloer lasst auch die Opfer zu Wort kommen: die Familien der entführten und getöteten. Diese Fragmente sind besonders beeindrückend.
Nochmals: ungeheuer fesselnd und, wenn man dieses Wort benützen darf, (es handelt sich ja immerhin um ernste Sachen und nicht um irgendeine Ludlumgeschichte) sehr spannend, auch wenn man weiss wie das Ganze ausgegangen ist.
Der Film ist nuanziert und neutral, in anderen Worten, Breloer versucht zu schildern damals passiert ist, spricht aber keine Urteile aus über gut oder böse.
Noch etwas: in den dramatisierten Teilen gibt es auffallend gute schauspielerische Leistungen. Ins besondere hervorragend sind Manfred Zapatka als Helmut Schmidt und ganz und gar ausgezeichnet is der Bayrische Schauspieler Martin Brenner, der Arbeitgeberpräsident Schleyer überzeugend und menschlich darstellt. Brenner ist sehr zu Recht ausgiebig gepriesen für seine Darstellung, er hat, wie Ich meine, auch noch einen Preis bekommen. Er war einer seiner letzten Auftritte: in 1998 starb er mit 59 Jahren wenige Monate nach der Erstausstrahlung des Films.
Der Film ist sehr empfehlenswert. Wir sind ja immer noch nicht fertig mit dieser Episode. Und der Terrorismus ist leider aktueller wie nie.....
Dieser Film trifft sehr genau die Stimmung damals, 12. August 2007
1977 im 3. Semester in Bonn habe ich den "Deutschen Herbst" schon sehr bewußt erlebt.
Dieser Film (Dokumentation und Spielfilm) ist mit sehr viel Liebe zum Detail gemacht:
Die Original- Einblendungen vom Tag der Entführung, die Berichte vom Tatort in Köln waren für mich gradezu ein "Flashback 30 Jahre zurück".
Die Spielszenen mit dem damals üblichen Jeans und Rollkragenpulli- Outfit, die damalige sehr massiv wirkende Benz S-Klasse, Polizisten teilweise ohne Kugelschutzweste, aber mit MP im Anschlag, eine andauernd gereizte Stimmung: so war es.
Der Herbst 1977 markiert das Ende der Aufbruchstimmung von 1967/ 69, der Brandt- Heinemann Ära. Die BRD war erwachsen geworden, auch wenn, wer nur von "BRD" anstelle Bundesrepublik sprach, schon als linkslastig galt, wurde doch dahinter eine Gleichstellung BRD- DDR vermutet.
Super Mischung aus Doku Film und Interview, 28. Juni 2007
Als die zweite Generation den Job der Ersten übernimmt, beginnt der Kampf zwischen Staat und RAF sich zuzuspitzen. 1977 war der Vietnam Krieg vorbei und längst vergessen. Die zweite RAF Generation hatte sich zum Hauptziel die Befreiung der Ersten ( Baader, Enslin, u.s.w. ) gemacht.
Brigitte Mohnhaupt übernahm das Steuer der RAF. Man versuchte durch Entführung von Hanns Martin Schleyer die BRD zu erweichen. 43 Tage war Schleyer Gefangener der RAF bis zuletzt hoffte man auf die Freilassung.
Nicht nur die eigene Familie auch die RAF wollte daß, das gut ausgeht.
Als dann auch noch die Palestinenser ein Flugzeug entführten wurde der Druck verstärkt. Obwohl Baader nicht wirklich zu der Entführung stand weil es um Unschuldige Deutsche Urlauber ging. Auch das war eine Wende, die auch eine Spaltung in den inneren Reihen der RAF auslöste. Der Film erzählt sehr genau was sich damals zugetragen hat. Die Interviews von Politikern, damals und heute erzählen auch einiges. Helmut Schmidt war bereit seine eigenen Leute und genauso Unschuldige Menschen zu opfern um seine Macht und Härte zu demonstrieren, was letztendlich Schleyer und weiteren das Leben kostete. Man kann von glück sagen daß es den Deutschen Touristen nicht das Leben gekostet hat. Die mutige Stewardess die bis zu letzt die Nerven behalten hat und warscheinlich damit auch viel dazu beigetragen hat daß da nicht mehr passierte, bewundere ich immer wieder wenn ich an die Situation in dem Film denke. Todesspiel ist der Richtige Titel dieses Doku-Films plus Interview, denn das hat die Deutsche Regierung aus dieser Situation gemacht. Mich wundert es immer wieder das Leute wie Helmut Schmidt dann noch weiterhin in der Politik sitzen, denn der und weitere Andere so genannte Spitzepolitiker hätten spätestens hier schon bei mir einen Platzverweis bekommen und zwar für immer. Überzogene Härte und null gefühl, weder für Menschen noch für Situationen, das zeichnet Politiker aus. Was aus dem Film ganz klar heraus zu lesen ist. Wenn die RAF Schleyer hätte wirklich töten wollen, hätten sie in nicht von einer Wohnung in die andere gebracht und 43 Tage gefangen gehalten ist doch wohl klar. Politiker lernen eben nichts dazu man hat schon ganz bewußt die Situationen eskalieren lassen, und das erkennt man in dem Film ziemlich genau. Ich bin mir sogar gar nicht sicher ob Helmut Schmidt nicht sogar wollte das Schleyer stirbt, denn durch die Entführung kam auch noch Schleyers Vergangenheit ( SS Führer, Nsdap Mitglied überzeugter Nazi ) ans Tageslicht, das war dann noch ein bitterer Beigeschmack, den Politiker nicht so gerne mögen. Sie sind ja eben Weltmeister im lügen und Vertuschen. Peinliche Fehler kommen dann noch dazu. Hoffentlich lernt das Volk daraus, und es kommt nie wieder zu solchen Situationen. Darum prüft genau wem man wählt.
Klare 5 Sterne, 16. April 2007
Sicher eines der absolut besten "Dokutainments".
Hervorragende Recherche paart sich hier mit hochspannender Umsetzung.
Es ist geradezu unheimlich, wie ähnlich einige der Schauspieler ihren Vorbildern sind.
Auch die Auswahl der eingeschobenen Interviews ist sehr gelungen.
Hochinteressant, zu sehen, wie sich Peter-Jürgen Boock im direkten Vergleich mit den Angehörigen der Schleyer-Familie als ganz armseliges Würstchen entpuppt oder bei welchen Fragen der sonst absolut kühl-souveräne Helmut Schmidt erst nach langem Schweigen antwortet.
Absolute Empfehlung an alle, die sich für diesen Abschnitt der deutschen Geschichte interessieren.
Anspruchvoller Geschichtsunterricht, 18. Februar 2007
Was diesen Beitrag auszeichnet ist: diese Dokumentation wird so umgesetzt, dass sie den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. Das ganze wird mit Spielszenen unterlegt, in denen es den Schauspielern gelingt, die Sachverhalte authentisch und mit einer schauspielerisch exzellenten Leistung zu vermitteln. Die Darsteller der damals Beteiligten, allen voran Manfred Zapatka als Helmut Schmidt gehen über die schauspielerische Extraklase hinaus: sie leben ihre Rollen. Eine einzigartige Leistung, was deutsche Produktionen anbelangt.
Heinrich Breloers Film wurde mit Fernsehpreisen überhäuft und das zu recht. Wer sich für die deutsche Geschichte und vor allem für diese Thematik interessiert, wird hier aller bestens bedient.
Ein Zeitdokument, dass seines gleichen sucht. Weiterhin zu empfehlen wäre der Film Stammheim, bisher nur auf VHS erschienen. Dieser bietet die Ergänzung zu diesem deutschen Geschichtsbeitrag.
Leider kann ich nicht mehr als 5 Punkte geben, sonst wäre dieser Beitrag es jederzeit wert.
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