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Icestorm Entertainment GmbH: Todesspiel

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Todesspiel

mit Hans Brenner Manfred Zapatka Dieter Mann

Regie: Dr. Heinrich Breloer

Icestorm Entertainment GmbH

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21/Nov/2008 - 17:38

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Beschreibung

Am 5. September 1977 wird Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer von der RAF entführt. Im Kugelhagel der Terroristen sterben alle vier Begleiter Schleyers. Der Industrielle soll im Austausch gegen die in Stammheim inhaftierten Genossen freikommen. Die Bundesregierung unter Helmut Schmidt beschließt, nicht auf die Erpressung durch die RAF einzugehen. Der Staat nimmt die Kriegserklärung an. Das Todesspiel beginnt.

Das zu Recht viel gelobte zweiteilige Dokudrama von Heinrich Breloer, (Wehner - Die unerzählte Geschichte, Die Staatskanzlei), verwebt Spielszenen, Interviews und Archivmaterialien zu einer einzigartigen Studie über die dunkelsten Wochen der westdeutschen Nachkriegsgeschichte. Das Springen zwischen Inszeniertem und Dokumentarischem wirkt niemals angestrengt oder irritierend, sondern verifiziert und bereichert das Vorgestellte. Breloer erzeugt so eine Spannung und bedrückende Nähe, die mit einem Spielfilm nur schwer zu erreichen wäre. Tatsächlich kommt bei der fast dreistündigen Tragödie niemals Langeweile auf.

Während der erste Teil die Entführung Schleyers nachzeichnet, konzentriert sich der zweite Teil auf die Entführung der Lufthansamaschine "Landshut nach Mogadischu. Die Naivität und Brutalität der Terroristen erschrecken ebenso wie die Skrupellosigkeit des staatlichen Krisenstabs. Die unkontrollierbare Gewaltspirale des Krieges überrennt alle Beteiligten. Schnell wird eine Einordnung nach Gut und Böse, richtig und falsch, auch für den Zuschauer unmöglich. Todesspiel stellt sich gegen die gefährliche Illusion, Gerechtigkeit sei mit Waffengewalt zu erzwingen. --Peter Kuhn





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Dokument und Drama in einem: grossartig! , 13. September 2007

Auch zehn Jahren nach der Erstausstrahlng noch immer ein aussergewöhnlich fesselndes Dokudrama über der deutsche Herbst. Heinrich Breloer hat sein Film in 1997 gedreht um den zwanzigsten Jahrestag dieser blutigen Episode in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu markieren.
Der Film fesselt und beeindrückt von der ersten bis zur letzten Minute.
Die dramatisierten Teilen werden abgewechselt mit Originalfernsehbildern aus 1977 und gesprächen mit Zeitzeugen. Unter diesen letzten sind de verantwortlichen beider Seiten, z.B. der damalige Bundeskanzler Schmidt, der damalige Bundesinnenminister Zimmermann, und Horst Herold vom BKA aber auch einige ehemalige Terroristen kommen zu Wort.
Breloer lasst auch die Opfer zu Wort kommen: die Familien der entführten und getöteten. Diese Fragmente sind besonders beeindrückend.

Nochmals: ungeheuer fesselnd und, wenn man dieses Wort benützen darf, (es handelt sich ja immerhin um ernste Sachen und nicht um irgendeine Ludlumgeschichte) sehr spannend, auch wenn man weiss wie das Ganze ausgegangen ist.
Der Film ist nuanziert und neutral, in anderen Worten, Breloer versucht zu schildern damals passiert ist, spricht aber keine Urteile aus über gut oder böse.
Noch etwas: in den dramatisierten Teilen gibt es auffallend gute schauspielerische Leistungen. Ins besondere hervorragend sind Manfred Zapatka als Helmut Schmidt und ganz und gar ausgezeichnet is der Bayrische Schauspieler Martin Brenner, der Arbeitgeberpräsident Schleyer überzeugend und menschlich darstellt. Brenner ist sehr zu Recht ausgiebig gepriesen für seine Darstellung, er hat, wie Ich meine, auch noch einen Preis bekommen. Er war einer seiner letzten Auftritte: in 1998 starb er mit 59 Jahren wenige Monate nach der Erstausstrahlung des Films.

Der Film ist sehr empfehlenswert. Wir sind ja immer noch nicht fertig mit dieser Episode. Und der Terrorismus ist leider aktueller wie nie.....


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Dieser Film trifft sehr genau die Stimmung damals, 12. August 2007

1977 im 3. Semester in Bonn habe ich den "Deutschen Herbst" schon sehr bewußt erlebt.
Dieser Film (Dokumentation und Spielfilm) ist mit sehr viel Liebe zum Detail gemacht:
Die Original- Einblendungen vom Tag der Entführung, die Berichte vom Tatort in Köln waren für mich gradezu ein "Flashback 30 Jahre zurück".
Die Spielszenen mit dem damals üblichen Jeans und Rollkragenpulli- Outfit, die damalige sehr massiv wirkende Benz S-Klasse, Polizisten teilweise ohne Kugelschutzweste, aber mit MP im Anschlag, eine andauernd gereizte Stimmung: so war es.
Der Herbst 1977 markiert das Ende der Aufbruchstimmung von 1967/ 69, der Brandt- Heinemann Ära. Die BRD war erwachsen geworden, auch wenn, wer nur von "BRD" anstelle Bundesrepublik sprach, schon als linkslastig galt, wurde doch dahinter eine Gleichstellung BRD- DDR vermutet.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Super Mischung aus Doku Film und Interview, 28. Juni 2007

Als die zweite Generation den Job der Ersten übernimmt, beginnt der Kampf zwischen Staat und RAF sich zuzuspitzen. 1977 war der Vietnam Krieg vorbei und längst vergessen. Die zweite RAF Generation hatte sich zum Hauptziel die Befreiung der Ersten ( Baader, Enslin, u.s.w. ) gemacht.
Brigitte Mohnhaupt übernahm das Steuer der RAF. Man versuchte durch Entführung von Hanns Martin Schleyer die BRD zu erweichen. 43 Tage war Schleyer Gefangener der RAF bis zuletzt hoffte man auf die Freilassung.
Nicht nur die eigene Familie auch die RAF wollte daß, das gut ausgeht.
Als dann auch noch die Palestinenser ein Flugzeug entführten wurde der Druck verstärkt. Obwohl Baader nicht wirklich zu der Entführung stand weil es um Unschuldige Deutsche Urlauber ging. Auch das war eine Wende, die auch eine Spaltung in den inneren Reihen der RAF auslöste. Der Film erzählt sehr genau was sich damals zugetragen hat. Die Interviews von Politikern, damals und heute erzählen auch einiges. Helmut Schmidt war bereit seine eigenen Leute und genauso Unschuldige Menschen zu opfern um seine Macht und Härte zu demonstrieren, was letztendlich Schleyer und weiteren das Leben kostete. Man kann von glück sagen daß es den Deutschen Touristen nicht das Leben gekostet hat. Die mutige Stewardess die bis zu letzt die Nerven behalten hat und warscheinlich damit auch viel dazu beigetragen hat daß da nicht mehr passierte, bewundere ich immer wieder wenn ich an die Situation in dem Film denke. Todesspiel ist der Richtige Titel dieses Doku-Films plus Interview, denn das hat die Deutsche Regierung aus dieser Situation gemacht. Mich wundert es immer wieder das Leute wie Helmut Schmidt dann noch weiterhin in der Politik sitzen, denn der und weitere Andere so genannte Spitzepolitiker hätten spätestens hier schon bei mir einen Platzverweis bekommen und zwar für immer. Überzogene Härte und null gefühl, weder für Menschen noch für Situationen, das zeichnet Politiker aus. Was aus dem Film ganz klar heraus zu lesen ist. Wenn die RAF Schleyer hätte wirklich töten wollen, hätten sie in nicht von einer Wohnung in die andere gebracht und 43 Tage gefangen gehalten ist doch wohl klar. Politiker lernen eben nichts dazu man hat schon ganz bewußt die Situationen eskalieren lassen, und das erkennt man in dem Film ziemlich genau. Ich bin mir sogar gar nicht sicher ob Helmut Schmidt nicht sogar wollte das Schleyer stirbt, denn durch die Entführung kam auch noch Schleyers Vergangenheit ( SS Führer, Nsdap Mitglied überzeugter Nazi ) ans Tageslicht, das war dann noch ein bitterer Beigeschmack, den Politiker nicht so gerne mögen. Sie sind ja eben Weltmeister im lügen und Vertuschen. Peinliche Fehler kommen dann noch dazu. Hoffentlich lernt das Volk daraus, und es kommt nie wieder zu solchen Situationen. Darum prüft genau wem man wählt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Klare 5 Sterne, 16. April 2007

Sicher eines der absolut besten "Dokutainments".
Hervorragende Recherche paart sich hier mit hochspannender Umsetzung.
Es ist geradezu unheimlich, wie ähnlich einige der Schauspieler ihren Vorbildern sind.
Auch die Auswahl der eingeschobenen Interviews ist sehr gelungen.
Hochinteressant, zu sehen, wie sich Peter-Jürgen Boock im direkten Vergleich mit den Angehörigen der Schleyer-Familie als ganz armseliges Würstchen entpuppt oder bei welchen Fragen der sonst absolut kühl-souveräne Helmut Schmidt erst nach langem Schweigen antwortet.
Absolute Empfehlung an alle, die sich für diesen Abschnitt der deutschen Geschichte interessieren.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Anspruchvoller Geschichtsunterricht, 18. Februar 2007

Was diesen Beitrag auszeichnet ist: diese Dokumentation wird so umgesetzt, dass sie den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. Das ganze wird mit Spielszenen unterlegt, in denen es den Schauspielern gelingt, die Sachverhalte authentisch und mit einer schauspielerisch exzellenten Leistung zu vermitteln. Die Darsteller der damals Beteiligten, allen voran Manfred Zapatka als Helmut Schmidt gehen über die schauspielerische Extraklase hinaus: sie leben ihre Rollen. Eine einzigartige Leistung, was deutsche Produktionen anbelangt.

Heinrich Breloers Film wurde mit Fernsehpreisen überhäuft und das zu recht. Wer sich für die deutsche Geschichte und vor allem für diese Thematik interessiert, wird hier aller bestens bedient.
Ein Zeitdokument, dass seines gleichen sucht. Weiterhin zu empfehlen wäre der Film Stammheim, bisher nur auf VHS erschienen. Dieser bietet die Ergänzung zu diesem deutschen Geschichtsbeitrag.

Leider kann ich nicht mehr als 5 Punkte geben, sonst wäre dieser Beitrag es jederzeit wert.




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