Kundenmeinungen
Mitreißendes Portrait eines brodelnden New Yorks, 9. Februar 2006
Es gibt Filme, die einen vor allem dann berühren, wenn man mit heranwachsen beschäftigt ist, egal wie kitschig oder dünn sie auch sein mögen. Heute habe ich "Dirty Dancing", "Breakfast Club" und "Ferris macht blau" hinter mir gelassen, "Fame" aber bleibt. Filme über das Singen und Tanzen sind dünnes Eis und schon ebenso häufig mißlungen wie Musical-Verfilmungen. Aber "Fame" ist mehr. Es ist ein Film, der auf mehreren Ebenen funktioniert. Er zeichnet ein lebendiges Bild von einem New York der frühen Achtziger, als Rap geboren wurde und Trends entstanden. Der Film fängt diese atemlose Spannung ein, dieses Gefühl am Mittelpunkt der Welt zu sein. Der nächstkleinere Kosmos ist die Schule, durch deren harte Ausbildung man die Akteure begleitet. Am Ende sind es aber die Menschen, Schüler und Lehrer, die hier präzise und klar charakterisiert werden. Man kann dem Film sicher vorwerfen, dass er zu schablonenhafte Charaktere zeichnet: der benachteiligte Schwarze, der verklemmte Schwule, das verwöhnte Mädchen aus reichem Hause, die unnachgiebige Ballett-Lehrerin, der unagepaßte Kreative, das Mauerblümchen.
Tatsächlich ist es die große Leistung von Alan Parker, die Risiken dieser Klischees zu umschiffen. Er tut das, indem er die Charaktere bricht und hinterfragt, und sie sich alle während des Films wandeln. Dazu findet er in seiner rasanten Erzählweise mit wilden Schnitten und Szenenfragmenten charakteristische Momente, die seine Figuren mit Leben füllen und ihnen glaubhafte Emotionen verleiht. Statt langer Dialoge und ausufernder Szenen findet Parker die Prägnanz in kurzen Einstellungen und kleinen Gesten. Glänzend umgesetzt wird das von einem jungen spielfreudigen Ensemble von eher unbekannten Schauspielern (die man heute in eher drittklassigen Serien bemerken kann) Überraschend gut integrieren sich die Songs. Bruchlos in den Fluss des Films integriert kommen diese nicht als Unterbrechung, sondern als Bereicherung der Handlung daher. Dank gutem Songwriting und starken Stimmen entstand sogar ein ergiebiger Soundtrack, der auch ohne Film Spaß macht. Sicher ist dieser Film nicht frei von Plattitüden und seine Botschaft "Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst" ist eher schlicht, aber die mitreißende Inszenierung und die schiere Kraft des Films tanzt und singt über die Schwächen hinweg. Das macht diesen Film allemal sehenswerter als z.B den zuckrigen "Flashdance" oder den gestelzten "Chorus Line".
Übersetzung des Resümees von Stephen M. Moser, Austin, Texas, 10. Juli 2005
"Du wirst dich an meinen Namen noch erinnern..." war der Untertitel dieses Films - aber es sind nicht viele Leute in ihm, an die man sich noch erinnert. So sind die unergründlichen Wege des Ruhms und auch dieses Films über den Ruhm. Der Kino-Streifen und sein Oskar-prämierter Titelsong, dieser 80er-Jahre-Evergreen "Fame", sie waren damals ein großer Hit und brachten als Folgeprodukte eine TV-Serie und ein Bühnen-Musical auf den Markt. Irene Cara (Coco) war eine Zeit lang ein gängiger Name - aber die Schauspielerin realisierte niemals wieder ihr volles Können. Mit *Saturday Night Fever*, *Xanadu* und *Flashdance* als Ausgangsbasis standen die Zeiten später günstiger, ein Musical auf die Beine zu stellen. *Fame* ist ein zwar nicht dokumentarischer aber auch nicht kitschig glamouröser Blick auf die Hochschule für Bildende Künste in New York. Wir folgen den Lebensläufen einer Gruppe von Studenten, ein jeder beseelt von dem brennenden Verlangen, Erfolg in dem von ihm gewählten Fach zu haben. Von der Einschulungsfeier bis zur Abschluss-Aufführung genießen wir die privaten und schulischen kleinen Dramen dieser angehenden Schauspieler, Tänzer, Sänger, Musiker, sehen wie sie sich anstrengen, ihren Lebensweg zu festigen bei der Verfolgung ihrer Ziele - obwohl vielleicht der Film *The Commitments* (vom gleichen Regisseur Alan Parker) diese Auseinandersetzung ein bisschen präziser porträtiert. Da Parker ebenso die Streifen *Bugsy Malone* und *The Wall* produzierte, hegt er wohl offensichtlich eine Vorliebe nicht nur für Musiker sondern auch für das Thema "jugendliche Ängste". Da sind nun Coco, Bruno, Ralph, Montgomery, Doris und Leroy - einige charmant, einige irritierend, aber ähnlich denjenigen Typen, mit denen wir tatsächlich die Schulbank drückten. Ein Hauptpluspunkt wird gemacht von dem Bruder-Schwester-Team Michael Gore (Musik) und Lesley Gore (Song-Texte): Ihre Arbeit verschafft dem Drehbuch die eigentliche Lebendigkeit. Und Leben steckt wahrlich drin in diesem Streifen. In Ergänzung zum Titelsong FAME verschaffen das rauhe *Red Light* und das wundervoll balladenhafte *Out Here On My Own* eine durchaus freudvolle Erfahrung. Die fabelhafte Nummer *I Sing The Body Electric* bei der Abschlussfeier lässt einen vor Freude förmlich mit anschwellen und wir sind fast genauso tief berührt als ob unsere eigenen Angehörigen im Publikum säßen. Wie bei allen Musikfilmen verlangen viele Szenen, dass man sich rückhaltlos einfangen lässt - und das ist doch so leicht, als ob man ein leckeres Eis verschlingt (oder sperrt sich jemand, wirklich zu glauben, dass die Teenies auf den Dächern der Taxis am Times Square tanzten?!) "Fame! I want to live forever! I want to learn how to fly!" In der Tat: Ich bin mitgeflogen...
Hommage an einen Schulbetrieb in Manhattan ..., 8. Juli 2005
Der "Hot Lunch Jam" in der Cafeteria, die Straßenszene, die den Verkehr in einer Manhattan-Schlucht zum Erliegen bringt und dann: "(C) Is it / (G) O.K., if I call you / (Bb )mine / (A) just for a time? Dm, Dm7j, Dm7, Dm6 " - mit dieser lyrischen Zeile und diesen Gitarren-Akkorden beginnt das berühmte Einsamkeitslied des Montgomery (Paul McCrane) in FAME - stimmungsgemäß bebildert mit einem spärlich erleuchteten Fensterchen in einer New Yorker Hochhausfassade, im Sound frei von irgendwelchem Orchester-Getöse, Gitarre pur: Der Film von Alan Parker hat in vielen einzelnen Facetten wegweisende kleine ästhetische Einheiten konstruiert, die auch die Werbefilm-Branche anschließend stark beeinflussten. Die Geradlinigkeit seiner kurzen, auf ein Thema konzentrierten Szenen-Ideen ist in der Tat bemerkenswert - und hat nach der Filmpremiere 1980 noch für viele nachgeschobene und inhaltlich weiter ausgebaute TV-Vorabend-Folgen ausgereicht - und neben dem Musical "Fame" auch noch einige andere Schöpfungen in diesem Genre in Gang gebracht: Flashdance, Footloose, Chorus Line etc. - "Like when I hear your name, or see a place that you've been, or see a picture of your grin, or pass a house that you've been in..." ob hetero- oder homo-sexuell veranlagt - jedem, der lebt, schwimmen bei solchen Sanges-Zeilen Bilder aus dem eigenen Leben vor das innere Auge - so verquirlt das Drehbuch geschickt eigene Erfahrungen, was Freundschaft und Angst, Liebe und Hoffnung anbetrifft, mit Projektionen auf die Film-Charaktere: Die schüchterne, noch von Mutti dominierte Doris (Maureen Teefy) mahnt alle zuschauenden Jugendlichen, sich alsbald von Mom's Rockzipfeln abzunabeln, wenn man denn wirklich in die Welt hinaus will. Die draufgängerischen unter den Mädchen, wie zum Beispiel Coco (Irene Cara), werden gewarnt, ja nicht mit fremden Männern, die behaupten Regisseure zu sein, auf kleine Zimmerchen zu gehen. Die genialen Einzeltäter vor elektronischen Synthesizer-Gebirgen (Bruno, gespielt von Lee Curreri), werden gebeten, auch eine Teamfähigkeits-Ader zu entwickeln. Betrachtet man mit welchem pädagogischen Gutmenschentum (Anne Meara) der messerbewehrte und analphabetische Körpermensch Leroy (Gene Anthony Ray) gebeten wird, doch bitte am Schulunterricht teilzunehmen, auch wenn er schon mal alle Glasschränke im Flur vor Wut zertrümmert - dieser pädagogische Enthusiasmus mag vielleicht im Laufe der vergangenen 25 Jahre voller Schul-Amokläufe und sich verhärtender Parallel-Welten vielen als Leitkultur abhandengekommen sein - sich zurückzuerinnern an die Hoffnung auf Integration und die Wichtigkeit guter Schulen, die um 1980 noch unerschütterlich vorhanden schien [sympathisch auch verkörpert vom Klavierlehrer Mr. Shorofski (Albert Hague)] - dies mag zumindest als nostalgisches Erlebnis vor dem Fernsehschirm etwas Wunden-heilendes an sich haben: als Kontrast zu den aktuellen Nachrichten-Sendungen, die eine Jugend-Generation in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken, die Amoklauf und Sprengstoff-Attentat, PC-Ballerspiel und Straßenschlacht eine größere Erlebnis-Qualität zumisst, als ein vierjähriger bestandener Ausbildungsgang an einer New Yorker "School of Performing Arts" scheinbar liefern kann. Regisseur Alan Parker hatte übrigens, bevor er diese Hommage an einen Schulbetrieb in Manhattan in Szene setzte einen Film fabriziert, der Eindrücke lieferte aus einem türkischen Gefängnis: MIDNIGHT EXPRESS - vielleicht war ihm die FAME-Konzeption anschließend ein notwendiges seelisches Gegengewicht.
This movie is too old for a modern audience, 2. März 2005
I bought this DVD because I was enthusiastic about the musical I saw in several theatres. Now I am looking for the best opportunity to get rid of it and to minimise my net money loss. Do not buy this DVD unless you are aware of the following major drawbacks.
You will be disappointed when you saw the actual musical in a theatre. The movie is not complete and does not include all songs that make the musical so marvellous. This movie is now 25 years old and not suitable for modern audiences. The casting is horrible from today's perspective. The characters meant to be beautiful are not perceived as beautiful by a modern audience, for example. Do not underestimate this, as it causes confusion and you will not really understand the plot. The plot is not as dramatic as required by a modern audience used to the action of modern movies. This may explain the complaints of other reviewers about the plot as such, that can actually be staged very well. The originality, some legendary scenes, and the popularity of the movie (at the time...) do not make up these disadvantages. I look forward to a new modern movie that should be rather close to the original musical and ideally be based on the fabulous cast of London's Aldwych Theatre. I stress however that the original form of "Fame" is a musical and not the damn movie. This movie is too old for a modern audience. Do not buy. I rather recommend to watch the musical in any theatre.
Zeitlos...., 30. September 2004
Mit Fame ist Alan Parker ein zeitloses Stückchen Filmgeschichte gelungen. Lange vor Center Stage oder ähnlichen Filmen, setzte Fame Maßstäbe in diesem Genre.
Der Film erzählt einfühlsam, jedoch zu keinem Zeitpunkt kitschig, die Geschichte 8 junger Menschen, die den steinigen Weg zum Ruhm gewählt haben. Er zeigt die Hoffnungen, aber auch Ängste und Zweifel der jungen Menschen, in ihrem Schulalltag, an der Akademie für darstellende Künste in Manhattan. Alan Parker zeigte wieder mal, wie auch schon bei Evita und The Commitments, dass er sein Handwerk perfekt beherrscht...Die Tanzszenen sind ein Augenschmauss, und der Score ein zusätzlicher Ohrenschmauss.... Die DVD selbst überzeugt vorallem, durch einiges an Bonusmaterial und eine anständige Bild und Tonqualität. Prädikat Wertvoll...sollte in keiner Sammlung fehlen....
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