Kundenmeinungen
Wunderschön !, 9. Mai 2008
Was für ein wunderschöner, traurig-melancholischer Film !!! Familienmelodram, Zeitgeschichte, Liebesromanze - wer ein bisschen mehr als nur einen Funken Gefühl und Phantasie hat, sollte sich unbedingt die DVD kaufen und sich von der großen Erzählkunst Regisseurs Fatih Akins und den imponierenden Darstellerleistungen berauschen lassen !!!"Solino", das ist die mitreißende Geschichte der italienische Famile Amato, die Mitte der 60er-Jahre nach Deutschland auswandert und die erste Pizzeria in Duisburg eröffnet.Im Mittelpunkt steht dabei das Schicksal des jüngsten Sohnes Gigi und sein spannungsgeladenes Verhältnis zu seinem Bruder Giancarlo (Moritz Bleibtreu). Fatih Akin gelingt das Kunststück, jeder seiner Figuren Leben einzuhauchen und sie und ihr Handeln glaubwürdig darzustellen. Liebevoll und detailgetreu inszeniert, werden Aspekte und Werte wie Familie, Tradition und Verbundenheit behandelt.Dabei kannn sich Fatih Akin auf eine durchweg gut besetzte und agierende Schauspielerriege verlassen, die mit Begeisterung und Herzblut spielt. Man lacht und leidet mit den Akteuren. Herausragend dabei die Person des Gigi (Barnaby Metschurat), der verzweifelt versucht, Pflichtdenken und seine Vorstellung von Leben zu vereinen, und die seiner Mutter (Antonella Attili - absolute Spitzenklasse) als eigentlichem Mittelpunkt der Familie. Es sind die kleinen Augenblicke, die den besonderen Zauber dieses Films ausmachen: Wenn z. B. Gigi mit glänzenden Augen seinem Traum nachgeht, Filme zu drehen, ist das pure Magie. Und wenn bei Moritz Bleibtreu zum Schluss die Tränen fließen ... "Feuer und Leidenschaft" ist das Lebensmotto von Gigi - treffender könnte man diesen Film und seine Wirkung auch nicht beschreiben.Eine Liebeserklärung ans Kino - und an das Leben.
Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen. (Max Frisch), 27. August 2007
Mitte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zieht es viele Gastarbeiter nach Deutschland. So auch die italienische Familie Amato mit ihren beiden Söhnen. Die Grubenarbeit setzt Vater Romano gesundheitlich zu und auf Initiative seiner Frau Rosa eröffnen sie ein Restaurant mit italienischen Spezialitäten. Die erste deutsche Pizzeria ist geboren.Die beiden ungleichen Söhne Gigi und Giancarlo gehen zur Schule und helfen mit in dem gutgehenden Restaurant. Die Jahre vergehen und die Kinder werden erwachsen. Nach dem Willen des Vaters sollen sie in der Branche bleiben und Filialen eröffnen. Doch der intellektuelle Gigi sieht die Welt durch Kameras und will Filme drehen. Er schickt einen Film zu einem Wettbewerb. Seine inzwischen krebskranke Mutter will zurück nach Italien, nachdem sie sich von ihrem Mann wegen dessen Untreue getrennt hat. Unwillig begleitet sie Gigi und bleibt bei ihr in Italien. In Deutschland gewinnt Gigis Film einen Preis. Sein Bruder Giancarlo nimmt diesen aber für sich in Anspruch und spannt ihm zudem die Freundin aus.Es scheint als läge Gigis Glück in Italien. Seiner Mutter geht es fortan besser und er findet Wege hier sein Geld zu verdienen. Eine neue alte Liebe stellt sich ebenfalls ein.Die Handlung erzählt die kleine Karriere einer fleißigen italienischen Familie im Ruhrpott. Die familiäre und gesundheitliche Krise teilt die Familie. Fortan lebt ein Sohn und ein Elternteil in Italien und die anderen weiter in Deutschland. Ein authentisch wirkender Film mit vielen menschlichen Höhen und Tiefen.
Naja..., 21. Dezember 2006
Ich kann mich den anderen Rezensionen nur bedingt anschließen.Der Film arbeitet zwar mit schönen Bildern und die Hauptdarsteller stellen ihre Rollen auf ergreifende und überzeugende Art dar.Doch eine Sache hat mich wirklich an dem Film gestört und das ist der meiner Meinung nach fehlende Handlungsstrang. Teilweise hatte ich das Gefühl derFilm würde sinnlos vor sich hin streifen. Die Charaktere verlieren schnell ihre Bedeutung und wirken sehr nebensächlich und irrelevant(die blonde frau), obwohl sie noch zuvor handlungsrelevant waren. Das hat mich grundlegend an dem Film gestört
Bella Italia mal anders, 2. August 2006
Regisseur Fatih Akin überzeugt einmal mehr mit einem stimmungvollen Film über eine italienische Gastarbeiterfamilie beginnend im Wirtschaftswunder-Deutschland der späten 60er Jahre. Selten habe ich den Zeitgeist in einem Film so gespürt und nachempfinden können. Man durchlebt hautnah die 60er, 70er Jahre aus dem Blickwinkel dieser Familie auf ihrem persönlichen Weg und der Integration in Deutschland, wo alles so ganz anders ist. Bei allen sozialkritischen Aspekten, die dieser Film aufwirft, verliert sich dennoch niemals der italienische Charme - das Flair eines Italiens, daß doch meistens so weit und doch so nah ist. "Solino", das kleine italienische Stückchen Heimat, ist ständig allgegenwärtig. Untermalt mit stimmungsvoller Musik und mit genialen Darstellern gelingt hier eine gute Story. Hintergründig und vielschichtig. Einfach wunderbar umgesetzt. Der Film begleitet diese Familie auf ihrem ganz eigenen Lebensweg und läßt dabei die Probleme nicht außen vor - aber auch die schönen Momente. Bella Italia mal ganz anders. Aktuell wird das Thema Integration aufgegriffen und es ist diesem Film gelungen, über dieses heute fast selbstverständliche Thema nachzudenken und eine andere Perspektive glaubhaft darzustellen. Sehr sensibel erzählt, verliert sich dabei aber doch nie der Unterhaltungswert. "Solino" steckt voller Situationskomik. Ein absolut sehenswerter Film mit großem Anspruch und Unterhaltungswert.
Unbedingt sehenswert, 15. Juli 2004
Das Schicksal einer Gastarbeiterfamilie aus deren Sicht, das klingt nach jeder Menge Gesellschaftskritik in Form des erhobenen Zeigefingers.
Solino bietet mehr. Zum einen fast schon dokumentarische Herbheit, zum anderen Erzählfreude. Bilder in einer Direktheit, so daß man deren Aussage, auch wenn sie stumm daherkommt, nicht ausweichen kann. Gefühle wie Butterblumen und Martinshörner. Ich war von dem Film total überrascht. Das ist kein normales U-Kino, hier hat man Gelegenheit, sich fast hautnah am Leben zu beteiligen.
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