Kundenmeinungen
Wuthering Heights Intensiv, 4. September 2008
Einer meiner Lieblingsfilme, den Ralph Fiennes spielt den Heathcliff mit solch einer Wucht das einem das Atmen fast vergeht:-)Juliette Binoche gibt ihm eine würdige Catherine und gemeinsam reißen sie sich in einen Strudel der von Leidenschaft, Schmerz und unerfüllter Liebe bestimmt wird. Ohne Rücksicht auf ihre Partner und Familien. Haltlos. Juliette Binoche fasziniert in einer Doppelrolle und auch die Nebenrollen sind perfekt.Ein Film der einfach leidenschaftlich ist und in schönen Bildern gedreht wurde." ...nur lass mich nicht in diesem Abgrund wo ich Dich nicht finden kann..."Das richtige für stürmische Herbstage...:-)
Gelungen, mit Einschränkungen, 10. Juli 2008
Nachdem ich das Buch gerade fertiggelesen hatte - und davon wirklich begeistert bin - wollte ich mir den Film dazu ebenfalls ansehen.Meiner Meinung nach hält sich die Handlung im Film eng an die des Buches. Manche Dialoge sind fast wörtlich übernommen. Heathcliff wird von R. Fiennes großartig gespielt! Leidenschaft, Eifersucht, Hass - alle Gefühle stehen ihm stets ins Gesicht geschrieben. Trotz seiner brütenden, berechnenden Grausamkeit bleibt er stets ein geheimnisvoller und begehrenswerter Mann. Cathy - gespielt von Juliette Binoche - kommt allderdings zu brav daher. Im Buch ist sie wesentlich wilder, ungestümer und leidenschaftlicher, ja geradezu unbändig beschrieben. Ihre Wutanfälle waren gefürchtet. Davon konnte Binoche zu wenig transportieren. Ihr Gekicher war teilweise einfach unpassend für den Charakter der Cathy Earnshaw.Die anderen Schauspieler sind durch die Bank gut gewählt und spielen ihre Parts authentisch zum Buch. Die wilde Landschaft, die Gutshäuser, so wie auch die Musik erzeugen stets die passende Atmosphäre. Dem Film hätte eine längere Laufzeit gutgetan. Warum nicht 120 Minuten? Es wäre so mehr Zeit geblieben, die Motive und Handlungsweisen von Heathcliff dem Zuschauer näherzubringen - die glückliche Kindheit mit Cathy und die Leidensjahre unter seinem Stiefbruder Hindley - das ging für meinen Geschmack zu schnell um das spätere "grausame" Handeln gerechtzufertigen, bzw. zu erklären. Ich bin mir nicht sicher, ob der Zuschauer, der das Buch vorher nicht gelesen hat, immer in der Lage ist, der Handlung logisch zu folgen? Alles in allem gesehen eine wunderbare Visualisierung des Buches. Die englische Originalfassung halte ich für eine gute Wahl. Den Untertiteln ist gut zu folgen, selbst mit eingerosteten Englischkenntnissen.
Die bisher beste Sturmhöheverfilmung, 1. Juli 2008
Wenn man bedenkt, dass diese englische Verfilmung von 1992 mit 101 Min. gerade einmal halb solang ist wie die italienische Fassung von 2003, ist es doch erstaunlich, dass, natürlich mit gewissen Kürzungen, hier die gesamte Geschichte über die drei Generationen dargestellt wurde und die Story nicht plötzlich, nur zur Hälfte erzählt, endet.Die irische Sängerin Sinéad O`Connor tritt am Anfang und am Ende des Filmes als Erzählerin auf. Sie soll wohl Emily Bronte darstellen und übernimmt, an Nelly und Lokwood statt, die Erzählperspektive. Zur Handlung: 1771: Der alte Earnshaw, Besitzer des Hauses Wuthering Heights, kommt von einer Reise nach Liverpool heim. Er bringt ein verwahrlostes Findelkind mit. Er nennt den Jungen Heathcliff und lässt ihn wie seinen Sohn aufwachsen. Die Tochter Cathy freundet sich bald mit Heathcliff an, deren Bruder Hindley hasst und quält seinen vermeintlichen Konkurrenten. Die Magd Nelly ist eine Ersatzmutter für Heathcliff und Cathy. Die beiden werden älter. Aus dem geschwisterlichen Verhältnis wird allmählich Liebe. Der heimliche Treffpunkt der beiden ist ein von Steinen umgebener einsamer Baum. Dann tritt der vornehme Linton, der unten im Tal in der "Thrushcross Grange" lebt, in das Leben von Cathy. Sie verbringt zunehmend mehr Zeit mit den Lintons und genießt das vornehme Leben. Linton macht ihr recht bald einen Heiratsantrag. Heathcliff belauscht ein Gespräch Cathys mit Nelly, wo es um die evtl. bevorstehende Hochzeit mit Linton geht und dass er im Vergleich zu Edgar Linton ein Bauerntrampel wäre. Er fühlt sich zurückgestoßen und verlässt Wuthering Heights für mehrere Jahre. Zurück aus fernen Erdteilen hat Hethcliff viel Geld und den großen Hass mitgebracht.Emily Brontës Roman hat Brüche, Ausbrüche, Ungebärdiges. Unterschiedliche Erzählperspektiven und eine generationenumspannende Breite und sehr kantige Helden. Dieser Roman ist nur sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich, als Film umzusetzen. Auch diesem Kinofilm gelingt dies nur im Ansatz. Die facettenreiche Gestalt des Heathcliff wird von Ralph Fiennes hervorragend umgesetzt und dargestellt. Er hat den richtigen diabolischen Blick und kann die Ambivalenzen von Liebe und Hass sehr gut darstellen. Allerdings identifiziert man sich als Zuschauer auch mit diesem Heathcliff, etwas zu sehr, als es der Geschichte eigentlich gut tut.Die schöne Juliette Binoche wird von mir sowieso sehr verehrt und sie spielt ihre Doppelrolle recht gut: Cathy wird in ihrer charakterlichen Gegensätzlichkeit gut getroffen: zärtlich aber rücksichtslos, unvernünftig aber zielstrebig, ungestüm und sehnsüchtig. Manchmal blieb mir die Figur aber doch ein wenig zu blass für eine Cathy Earnshaw. Aber die Darstellung von Cathys Tochter Catherine, wird von Binoche - blonder, jünger und naiver- gut variiert. Da ich den Film leider nur in der deutschen Fassung sehen kann, stört mich auch ihr französischer Akzent nicht. (Die beiden Hauptdarsteller Juliette Binoche & Ralph Fiennes trafen vier Jahre später noch einmal im Epos 'Der englische Patient' aufeinander)Als hervorragend ist noch Simon Shepherd als toller! Edgar Linton aus der Schauspielerriege hervorzuheben. Insgesamt warten alle Schauspieler, bis in die Nebenrollen hinein, mit sehr guten Leistungen auf, mir ist hier niemand negativ aufgefallen. Die Landschaftsaufnahmen sind überwältigend, hier kommt wirkliches Englandfeeling und Hochmoorambiente auf! Ungestümes Heideland, knarzige, windgeformte Bäume und bizarre Felslandschaften. Immer wieder richtet die Kamera den Blick auf stürmisch dahinziehende Wolken und sanftes, schräg einfallendes Sonnenlicht zaubert Schatten und die gewünschte morbide Atmosphäre. "Wuthering Heights" der ja eigentlich ein Gutshof ist, sieht fast aus wie ein altes Schloß ;-) und wirkt sowohl innen wie außen angemessen düster und verschlossen. Einzige Lichtquellen sind Kerzen und Feuerstellen. Und unten in der Grange, wo Linton residiert, strahlt "Thrushcross Grange" das richtige Quäntchen feudale Leichtigkeit aus. Die Kostüme sind ebenfalls ein Augenschmaus.Die Musik, will ich auch erwähnen, sie unterstreicht das Ganze noch mit schönen, etwas irisch anmutenden, Klängen. Fazit: Auch dies Fassung kommt nicht ohne Kürzungen und Schwerpunktverlagerungen aus, es sei aber verzeihen, denn es ist schon eine Leistung, bei einem Film mit nur 101 Min, das Wesen und den Geist einer solchen epischen und tiefgründigen Geschichte einigermaßen einzufangen. Zweifellos handelt es sich um die beste Portierung von Emily Brontes, als unverfilmbar geltenden Jahrhundertroman, der trotzdem schon als Grundlage vieler Drehbücher diente. Die ITV Sturmhöhe Verfilmung von 1999 (113 Min. Laufzeit), mit Matthew Macfadyen als Heathcliff kenne ich noch nicht und kann sie deshalb in mein Urteil nicht einbeziehen. Übrigens: Bald soll es eine weiterer (britische!) Sturmhöhe Verfilmung geben, welche 2010 ins KINO! kommen soll. Da bin ich aber seehr gespannt. Und, wie ich eben erfuhr noch eine ITV Serie, welche noch 2008 in England ins TV kommt. Cathy/Catherine - Juliette BinocheHeathcliff - Ralph FiennesEllen Dean - Janet McTeerEdgar Linton - Simon ShepherdHindley - Jeremy Northamund andereRegie: Peter KosminskyDer Film mit der deutschen Fassung und ordentlicher deutschen Synchronisation (siehe VHS) ist gebraucht auch als DVD erhältlich(nicht bei Amazon), sie erschien 2005 als Beilage in einem Digital World Heft.
Beste filmische Umsetzung!, 5. Januar 2008
Von allen Adaptionen von "Sturmhöhe", die ich bis jetzt gesehen habe, finde ich die mit Ralph Fiennes und Juliette Binoche am besten. Ich habe schon die beiden von der BBC produzierten Versionen gesehen, doch die fallen einerseits durch theaterhafte Atmosphäre sowie extrem künstliche Darstellung der Charaktere auf, wie ich finde. Auch auf der emotionalen Ebene können die anderen nicht mit diesem hier mithalten. Es stimmt einfach alles: Stimmung, Schauspieler, Werktreue. Kleines Manko; Man hört teilweise den französischen Akzent von Juliette Binoche heraus, was zu einem DER englischssprachigen Klassiker nicht wirklich passt, aber das bügelt sie mit ihren sehr guten schauspielerischen Fähigkeiten wieder aus.Sehr empfehlenswert, auch für Nicht-Fans des Buches!
gute Literaturverfilmung, sehr gut Ralph Fiennes als Heathcliff, 29. November 2007
Vorausgeschickt sei, dass ich Emily Brontes Buch noch nicht gelesen habe und mir daher kein Urteil darüber erlauben kann, wie gelungen diese Literaturverfilmung gemessen an der Vorlage ist.Zu sehen ist, wie Vater Earnshaw Heathcliff als Findelkind mit nach Hause bringt. Obwohl er von der Familie als Fremder nicht sonderlich wohlgelitten ist, wächst er auf wie Earnshaws eigenes Kind, bis der alte Earnshaw stirbt. Nun wird Heathcliff schlimmer als ein Sklave gehalten, aus dem Wohnhaus verbannt und missbraucht. Er verliebt sich in Earnshaws Tochter Cathy, die zunächst auf sein Werben eingeht, ihn dann aber doch aufgrund seiner nicht standesgemäßen Herkunft im Unklaren lässt, während sie sich für Linton als standesgemäße Partie entscheidet.Für Ralph Fiennes war dies die erste große Kinorolle als damals noch unbekannter Theaterschauspieler. Er legt die Figur schon mit all jenen Qualitäten an, die die weitaus meisten seiner Rollen auszeichnen werden: Heathcliff, der durch das unglaublich verachtende, menschenunwürdige Verhalten der Earnshaw-Familie nach dem Tod des Alten zutiefst traumatisiert ist, trägt deshalb in sich eine schwer zu bändigende Wut, Hass und Enttäuschung. Als sich Cathy trotz der Liebe zwischen beiden aus äußerlichen Gründen für einen anderen entscheidet und ihn zurückweist, es ihm aber auch nicht klar sagt, sondern ihn hinhält, entwickelt er sich zunehmend zu einem innen tief verletzten, außen jedoch kalten, rohen, aggressiven und impulsiven Mann, der über Leichen geht und beziehungsunfähig ist. Er übt später geradezu alttestamentarische Rache an der Familie Linton. Fiennes` Heathcliff überzeugt in seiner Ambivalenz, in dem immer kurz vorm Ausbruch stehenden destruktiv geäußerten Schmerz voll und ganz, während Juliette Binoche in ihrer Doppelrolle nicht nur mit ihrer blonden Perücke nicht glücklich besetzt ist. Die meiste Zeit guckt sie dumm aus den Kostümen und verleiht ihrer Figur wenig Kontur, als habe sie sich mit der Rolle kaum auseinandergesetzt.Als Steven Spielberg diesen Film sah, wusste er, dass der unbekannte Ralph Fiennes der richtige Mann sein würde für den SS-Lagerkommandanten Goeth von Auschwitz in "Schindler's Liste", dem Film, der für Ralph Fiennes den internationalen Durchbruch bedeutete. Er war sofort von Fiennes' außerordentlichen schauspielrischen Fähigkeiten überzeugt, denn die gibt es schon in diesem frühen Film zu bewundern. Die Darstellung des Heathcliff verdient auf jeden Fall 4 Sterne, Juliette Binoche einen, alles in allem halte ich drei Sterne für gerechtfertigt. Kosminsky macht eine ordentliche Arbeit, aber auch nicht mehr.
|