Kundenmeinungen
Empfehlenswert, 3. Dezember 2005
Was Lang Lang hier leistet, ist erstaunlich. Diese Aufnahme erinnert mich ein wenig an die Aufnahme von Horrowitz und Toscanini aus dem Jahre 1941. Lang Lang hat die seltene Gabe, einfach nur Musik zu machen. Spätestens nach dem man ihn Live erlebt hat, hat man erlebt das es bei ihm unwichtig wird, das da ein Klavier vor ihm steht. Er leistet weit größeres als einfach "nur" Klavierzuspielen. Wie nur wenige andere vermag er durch sein Instrument zu sprechen. Absolut empfehlenswerte Aufnahme
virtuos und einfühlsam, 21. Januar 2005
Mir gefällt die Aufnahme von Lang Lang und Barenboim sehr gut. Lang Lang spielt unglaublich virtuos und gleichzeitig sehr einfühlsam. Die Aufnahme ist anders als ich sie von anderen Interpreten gehört habe, auch z.b. langsamer, was mir persönlich aber gut gefällt.
Romantik chinesisch - yeah !, 17. Januar 2004
liebesgrüsse aus dem europäischen tao...im gegensatz zu yundi li, dem zweiten intensiv umworbenen shooting star aus china, der mir mit seinen lizst und chopin einspielungen, trotz ebenso faszinierender brillianter technik, eher anbiedernd und pomadig daher kommt, fast als wolle er dem üblichen musikgeschmack bloss einen gefallen tun, also im gegensatz zu yundi li ist mir lang lang ein echter lichtblick. bei dieser, seiner ersten einspielung bei der deutschen grammophon, den ersten klavierkonzerten von tschaikovski und mendelssohn, erklingen altbekannte romantische werke, sollte man meinen. hier jedoch mit solch einem gespür für die inspirierende beweglichkeit der tempi und klangräume, das die beiden klavierkonzerte wie neu ins leben gerufen, ganz herzerfrischend gelenkig daher kommen. barenboims solide agiles orchester und lang langs einfühlsam lichtbrechungsreiches spiel klingen als hätte es die altlasten der werk-befangenheit und künstler-aufdringlichkeit gar nie gegeben - dieses aufmerksame miteinander musizieren braucht keinerlei kaprizpolster, es hört sich selbst, es fliesst in tiefen, tanzt, und glitzert klar. - mehr ! mir gefällts !
Fragwürdig, 21. August 2003
Nach dem Gewinner des letzten Chopin Wettbewerbs, Yundi Li, hat die Deutsche (?) Grammophon mit Lang Lang nun einen weiteren jungen Chinesen unter Vertrag genommen. Dieser hat bei dem Label Telarc schon zwei CDs veröffentlicht und wird nun allerorts mit großem Marketingaufwand als neuer "Shooting Star" aufgebaut. Passend dazu hat er nun das vielleicht meistgespielte Klavierkonzert überhaupt aufgenommen - Tschaikowskys erstes - gekoppelt mit dem wesentlich weniger bekannten ersten Klavierkonzert von Felix Mendelssohn. Wie schon vor nicht allzu langer Zeit im Fall des jungen türkischen Pianisten Fazil Say kann man sich die Frage stellen, ob sich Lang Lang damit langfristig einen Gefallen getan hat. Zweifellos wird die Popularität dieses Stückes, einhergehend mit der entsprechenden Vermarktung des Pianisten, zunächst für gute Verkaufszahlen sorgen (insbesondere in einem "emerging market" wie China...). Vom rein musikalischen Standpunkt gesehen stellt diese Aufnahme jedoch keine Bereicherung dar und wird vermutlich in nicht allzu langer Zeit aus dem Gedächtnis vieler Hörer verschwunden sein - zu groß ist die Konkurrenz durch andere, weitaus bessere Aufnahmen.
Natürlich besitzt Lang Lang - was er schon mit einer, meines Erachtens deutlich besser gelungenen Live-Einspielung des dritten Klavierkonzerts von Rachmaninov bewiesen hat - die nötige Technik für beide auf dieser CD vertretene Konzerte. Dies allein ist in der heutigen Zeit, wo das erste Tschaikowsky-Konzert schon zum Pflichtrepertoire auf internationalen Wettbewerben gehört, jedoch nicht ausreichend. Gerade bei der Deutschen Grammophon sollte eine dort erscheinende Aufnahme auch herausragende musikalische Qualitäten aufweisen. Dies ist bedauerlicherweise jedoch nicht der Fall. Schon im ersten Satz kann Lang zwar mit einer gesunden Portion Spontaneität und durchsichtigem Spiel aufwarten, jedoch erscheinen die grandiosen, triumphalen Momente seltsam blass, die Tempi manchmal erstaunlich langsam. Erst recht nicht konnte er die elektrisierende Spannung aufbauen, die etwa Martha Argerichs Einspielung (ebenfalls DG) kennzeichnet, oder an das majestätische Auftrumpfen von Svjatoslav Richter (auch DG) heranreichen. Den zweiten Satz zerreißt der Pianist ohne Not - der Übergang zwischen dem lyrischen Anfangsteil und dem Scherzo-Schluss ist nur durch ein plötzliches, unmotiviert rasendes Tempo gekennzeichnet, ohne dieses in irgendeiner Weise in den Zusammenhang einzubinden. Schlimmer noch der Schlußsatz: Eine derart unrhythmische Einspielung ist mir noch nicht zu Ohren gekommen. Der junge Chinese verfremdet das Metrum derart, dass man sich in einem anderen Stück glaubt, so willkürlich geht er mit dem Notentext um. Natürlich darf man ihm eine gewisse jugendliche Unbekümmertheit nachsehen, aber seine Interpretation geht doch weit darüber hinaus. Bedauerlicherweise bremst ihn auch der erfahrene, aber reichlich uninspiriert und tranig wirkende Barenboim als Dirigent keineswegs, sondern macht diese musikalische Irrfahrt sogar noch mit. Gerade angesichts von Dutzenden herausragender Vergleichseinspielungen ist ein solcher Fehltritt eigentlich unverzeihlich. Auch das Konzert von Mendelssohn wiederlegt die Kritik am Spiel des Pianisten nicht. Zwar besticht auch hier Lang Langs makellose Technik, aber alles, was darüber hinausgehen könnte, fehlt leider. Das Werk wirkt nur heruntergespult, ohne es mit Kopf und Herz tatsächlich zu interpretieren. Wo ist die perlende Eleganz von Thibaudet (Decca), das subtile musikalische Gespür von Katsaris (Teldec) oder der funkelnde Spielwitz von Hough (Hyperion)? Nichts davon hört man bei Lang Lang. Trotz guter klanglicher Qualität ist vom Kauf dieser CD nur abzuraten. Von beiden Konzerten gibt es mehrere (Mendelssohn) bzw. Dutzende (Tschaikowsky) um Welten bessere Einspielungen, von denen einige noch dazu deutlich preiswerter sind. Als Referenzeinspielungen seien hier Argerich/Abbado (DG) für das Tschaikowsky-Konzert sowie Katsaris/Masur (Teldec) für Mendelssohn empfohlen.
Unreif und überflüssig, 15. Juli 2003
Hier gilt es einmal mehr die Öffentlichkeit zu warnen: In letzter Zeit wird den jungen Pianisten aus dem fernen Osten immer mehr Beachtung geschenkt. Während Yundi Li nach seiner verhaltenen Debüt-CD mit Chopin spätestens mit seinem Liszt-Rezital in die erste Garde der jungen Pianisten aufgestiegen ist, hat sein etwa gleichaltriger Kollege Lang Lang noch sehr viel zu lernen. Nach seinen beiden bei TELARC erschienenen CDs ist dies nun die erste Produktion im Rahmen seines 5-Jahresevertrag mit der Deutschen Grammophon. Dabei wählte er eine doch sehr ungewöhnliche wie auch hochriskante Kombination: Das große und bis zum Erbrechen gespielte 1. Klavierkonzert b-moll von Tschaikowsky sowie das 1. Konzert g-moll op.25 von Felix Mendelssohn, welches leider immer noch zu selten aufgeführt und aufgenommen wird. Lang Lang's Karriere begann einst mit dem dem 1.Konzert von Tschaikowsky, als er über Nacht berühmt wurde, nachdem er anläßlich des 100. Geburtstages des Philadelphia Orchestra für Andre Watts einsprang. Leider hat Lang lang mit diesem Konzert nichts anderes zu tun als seine Kraft und seine - zugegeben doch beeindruckende - Virtuosität zu demonstrieren. Hinzu kommt, daß das Chicago Symphony Orchestra unter Daniel Barenboim eher lustlos agiert. Da werden die einzelnen Solostimmen des Orchesters nicht sehr beachtet, teilweise gehen sie auch ganz unter, das Orchester schleppt sich von Takt zu Takt, die Rubati sind manchmal mehr als nur unverständlich. Zudem lassen sowohl Solist als auch Orcheter über weite Strecken eine gewisse Spielfreude vermissen. Wer einmal Pianisten wie Gilels, Horowitz, Argerich oder Pogorelich mit diesem Konzert hat hören dürfen, der wird auf diese Aufnahme mehr als nur verzichten können.
Das zweite auf dieser CD enthaltene Konzert ist das 1. von Felix Mendelssohn. Dieses wird eher selten aufgeführt und auch Aufnahmen gibt es lange nicht so viele wie vom Tschaikowsky-Konzert. Doch auch hier muß sich Lang Lang mit Pianisten wie Stephen Hough, Jean-Ives Thibaudet, Andras Schiff oder Murray Perahia messen lassen. Und auch hier ist das Ergebnis eher enttäuschend. Der Pianist geht dieses Konzert mit einer unerklärlichen Schwere an und an den Stellen, wo er trotz Virtuosität den Flügel zum Singen bringen müsste, geht er unerklärliche Wege. Bestes Beispiel: Die Arpeggien im 1. Satz nach etwa 2 Minuten, die er gänzlich ohne Pedal spielt und fast wie Staccato anschlägt! Dies nimmt sämtliche Eleganz aus dem Werk und es droht fast auseinanderzubrechen. Einzig zu Beginn des 2. Satzes ein paar schöne Momente des auch hier lustlos wirkenden Orchesters.
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