Beschreibung
Die Filmversion von Kanders & Ebbs Chicago hat lange auf sich warten lassen. Aber: Das Warten hat sich gelohnt. Der entscheidende Schachzug des Regisseurs Rob Marshall besteht darin, die zu Klassikern gewordenen Musikstücke zu fantasievollen Sequenzen aneinander zu reihen. Auf einer CD kann man dies natürlich nicht so richtig miterleben. Aber die Arrangements sprühen vor Leben, der typische Charakter der Show wurde erhalten, die Besetzung ist schlicht und einfach begnadet. Was wollen Sie mehr? Catherine Zeta-Jones begann ihre Karriere tatsächlich auf britischen Bühnen (sie war an The Pajama Game und an 42nd Street beteiligt). Daher ist ihr Auftritt als graziöse Velma Kelly überhaupt nicht überraschend; Renée Zellweger als Roxie Hart ist da schon eher eine ausgefallene Wahl. Aber sie beweist, dass sie alle Anforderungen an ihren Gesang mit Bravur meistern kann. Die eigentliche Entdeckung ist jedoch die Rapperin Queen Latifah mit "When You're Good To Mama". Sie schreit dieses Thema mit persönlicher Betroffenheit heraus. Na ja, die R&B-(Wieder-)Aufnahme von "Cell Block Tango/He Had It Coming" von Queen Latifah, Macy Gray und Lil' Kim klingt nicht ganz so überzeugend. Anastacias "Love Is A Crime" ist eine einzige Plattitüde (nur keine Aufregung, es kommt erst im Nachspann des Films). Dafür bietet die CD allerdings auch zwei Zugaben: "Class", das bei dem Film fehlt und "I Move On", ein großartiges Duett, das von Kander & Ebb eigens für die Endfassung geschrieben wurde. Verfilmungen von Broadway-Shows zu vermasseln ist eigentlich kein großes Kunststück. Chicago liefert aber den Beweis dafür, dass so ein Vorhaben auch durchaus gelingen kann. --Elisabeth Vincentelli
|
Kundenmeinungen
All. That. Jazz., 24. April 2008
Chicago! Renée Zellweger, Catherine Zeta-Jones, Richard Gere "Billy Flynn" und Queen Latifah "Matron Mama Morton" singen sich durch das harte Leben der 20er Jahre. Das Anfangsstück ist "And All That Jazz" und ist Velma Kellys (Zeta-Jones) Bühnensong. Alle Songs sind im Großen und Ganzen ziemlichJazzig. Der nächste Track ist "Funny Honey" von Roxie (Zellweger), die über ihren schlichten Ehemann singt bzw. beschimpft. Als Roxie in den Knast kommt, wird Mama Morton vorgestellt mit einem orientalisch angehauchten Einführungssong "When You're Good to Mama". Einer der besten Tracks vom Soundtrack ist "Cell Block Tango". Hier singen bzw. erzählen sechs Frauen ihre Geschichte, warum Sie im Gefängnis sind. Nun kommt der Einführungssong "All I Care About is Love" von Billy Flynn (Gere), in dem Der profitorientierten Anwalt sich vorstellt. Damit sich alle noch an Roxie erinnern könne, strikt Billy Flynn in dem Song "We Both Reached for the Gun" an einer fabelhaften Geschichte für die Medien. Dies ist ein weiterer Top Song. "Razzle Dazzle" ist wie ein Zirkuslied. Damit möchte Flynn Roxie zeigen, dass die Verhandlung wie im Showbusiness abläuft. Das Duett "Nowadays/Hot Honey Rag" von Roxie und Velma ist das große Finale vom Film und auch das Finale vom Soundtrack. Ein super Track, der gute Laune macht. Dazu gibt es auf der CD noch den Song "Class" sowie weitere Tracks von Anastacia u.s.w.. Die Tracks aus dem Film sind alle ein Mix aus Jazz und etwas Pop. Das Booklet zeigt Bilder von den Stars des Filmes, die das Wort CHICAGO ergeben.
Konkurrenzfähig, 1. Juli 2006
Ich halte "Chicago" für eine der besten Musical-Verfilmungen überhaupt - deshalb war ich auch sehr neugierig, wie die rein musikalische Seite im Vergleich zu anderen Aufnahmen des Stücks abschneiden würde. Ein Haken ist dabei, dass einige der besten Nummern der Bühnenfassung leider schlicht fehlen, weil sie - tatsächlich oder vermeintlich - nicht in den Film gepasst hätten. Das betrifft vor allem Roxies herrlich schmissiges "Me and my Baby", das im Film wenigstens noch als Instrumentalversion enthalten war, und das Duett Roxie/Velma "My own best Friend". Warum wurde das eigentlich nicht für den Nachspann genommen, statt der etwas nichtssagenden Nummer "Love is a crime" von Anastacia? Da hätte es gut gepasst. Schade! Immerhin wurde das im Film geschnittene Duett "Class" mit aufgenommen und ist ein Highlight des Soundtracks. Was die musikalische Leistung der Schauspieler angeht, gibt es zwei positive Überraschungen: Catherine Zeta-Jones spielt die Velma Kelly nicht nur oscarreif, sie singt sie auch besser als jede andere einschließlich der hochgelobten Ute Lemper. Und: John C. Reilly, eigentlich als Charakter-Schauspieler bekannt und im Film ein großartiger Amos Hart, zeigt hier, dass er ein ausgebildeter - und hervorragender - Musical-Sänger ist. Sein "Mr. Cellophane" ist herzzerreißend. Richard Gere ist im Film eindrucksvoller - er hat eben keine ausgebildete Singstimme, und erzeugt einen guten Teil seines Ausdrucks mit seiner Mimik, die auf der CD natürlich fehlt. Im Vergleich etwa mit dem fast an Bing Crosby erinnernden Henry Goodman in der Londoner Aufnahme von 1998 fällt er damit etwas ab, schlägt sich aber wacker.Bei Queen Latifah als Mama Morton fällt auf, dass sie sehr sauber und stilsicher singt - ohne die Filmoptik aber auch überraschend brav. Man hätte ihr durchaus eine größere "Röhre" zugetraut. Nun zum eigentlichen Kritikpunkt: Nach dem Textbuch soll die Roxie Hart eine mäßig talentierte Sängerin sein - aber muss sie tatsächlich so eine quäkende Stimme, so wenig Gefühl für Phrasierung haben wie Renee Zellweger? Wer einmal die fabelhafte Ruthie Henshall in der Londoner Aufnahme gehört hat, weiß, was eigentlich in der Rolle steckt. So gut Zellweger die Rolle im Film auch spielt, auf dem Soundtrack überzeugt sie nicht.Und deshalb sollte man sich, wenn man das Stück wirklich kennen lernen will, zumindest nicht nur diesen Soundtrack zulegen, sondern zusätzlich eine Gesamtaufnahme des Musicals, am besten die London Cast Recording mit Henshall. Diese CD lohnt sich dann v. a. wegen Zeta-Jones und Reilly.
Nicht konkurrenzlos, 18. Juni 2006
Ich halte "Chicago" für eine der besten Musical-Verfilmungen überhaupt - deshalb war ich auch sehr neugierig, wie die rein musikalische Seite im Vergleich zu anderen Aufnahmen des Stücks abschneiden würde.Ein Haken ist, dass einige der besten Nummern der Bühnenfassung schlicht fehlen, weil sie - tatsächlich oder vermeintlich - nicht in den Film gepasst hätten. Das betrifft vor allem Roxies herrlich schmissiges "Me and my Baby", das im Film wenigstens noch als Instrumentalversion enthalten war, und das Duett Roxie/Velma "My own best Friend". Warum wurde das eigentlich nicht für den Nachspann genommen, statt der etwas nichtssagenden Nummer "Love is a crime" von Anastacia? Da hätte es gut gepasst. Schade!Immerhin wurde das Duett Velma/Mama - "Class" - zumindest aufgenommen und ist ein Highlight des Soundtracks.Was die musikalische Leistung der Schauspieler angeht, gibt es zwei positive Überraschungen: Catherine Zeta-Jones spielt die Velma Kelly nicht nur oscarreif, sie singt sie auch besser als jede andere einschließlich der hochgelobten Ute Lemper.Und: John C. Reilly, eigentlich als Charakter-Schauspieler bekannt und im Film ein großartiger Amos Hart, zeigt hier, dass er ein ausgebildeter - und hervorragender - Musical-Sänger ist. Sein "Mr. Cellophane" ist herzzerreißend.Richard Gere ist im Film eindrucksvoller - er hat eben keine ausgebildete Singstimme, und muss einiges an Ausdruck statt dessen mit seiner Mimik erzeugen, die bei der CD naturgemäß fehlt. Kein Vergleich etwa mit dem fast an Bing Crosby erinnernden Henry Goodman in der Londoner Aufnahme von 1998, wenn auch nicht schlecht. Bei Queen Latifah als Mama Morton fällt auf, dass sie sehr gut singt - ohne die Filmoptik aber auch überraschend brav. Man hätte ihr durchaus eine größere "Röhre" zugetraut.Nun zum eigentlichen Kritikpunkt: Nach dem Textbuch soll die Roxie Hart eine mäßig talentierte Sängerin sein - aber muss sie tatsächlich so eine quäkende, ausdruckslose Stimme haben wie Renee Zellweger? Wer einmal die fabelhafte Ruthie Henshall in der Londoner Aufnahme gehört hat, weiß, was eigentlich in der Rolle steckt. So gut Zellweger die Rolle im Film auch spielt, auf dem Soundtrack überzeugt sie nicht!Und deshalb sollte man sich, wenn man das Stück wirklich kennen lernen will, zumindest nicht nur diesen Soundtrack zulegen, sondern zusätzlich eine Gesamtaufnahme des Musicals, am besten die London Cast Recording mit Henshall. Diese CD lohnt sich dann v. a. wegen Zeta-Jones und Reilly.
perfecto!, 31. März 2005
Genau die Lieder aus dem Film sind da drauf. Ungekürzt und noch im richtigen remix. Das beste Lied ist allerdings der "Cell-block-tango". Das geht richtig unter die Haut. die lieder sind alle spitze, abwechslungsreich (tango, langsamer und schneller jazz, und soul). nur die letzten zwei lieder von dieser anastacia und das hip-hop-gebumse, das eine neu-auflage des cell-block-tangos sein soll - die gehen überhaupt nicht!!!
absolut kaufenswert, 20. März 2004
Ich habe zuerst den Film gesehen und war so begeistert davon, dass ich mir danach die CD gekauft habe,es lohnt sich wirklich.Fast jede (ältere) Art von Musik ist vertreten, Tango, so etwas Ähnliches wie Reggae, Jazz und sogar ein Stepptanz.Wahrscheinlich gefällt die CD besser nachdem man den Film gesehen hat, aber der Kauf lohnt sich wirklich.
|