Kundenmeinungen
Perfekt, 15. Juni 2007
Es gibt Filme, nach denen hat man das Gefühl, ein Universum durchschritten zu haben. "Spricht mit ihr" gehört zweifellos dazu: Ein Film über eine Männerfreundschaft, die wie viele wahren Freundschaften eher zufällig beginnt. Um diesen Zufall auch wirklich als solches zu zeigen, läuft der Film lange Zeit auf zwei Ebenen ab, bis sich die beiden Männer schließlich im Krankenhaus treffen und miteinander ins Gespräch kommen, weil die Frauen, die sie lieben, beide im Koma liegen.Das wundervolle an diesem Film ist, dass die Geschichte eben nicht geradlinig erzählt wird, dass es oft Rückblenden gibt, die zuvor Gesehenes erklären, dass wie immer bei Pedro Almodovar die Musik eine große Rolle spielt und wieder einmal eine ganze Kunst-Gattung im Mittelpunkt steht. In "Sprich mit ihr" ist es das Ballett - und so symbolisch, wie vieles in Ballett-Aufführungen ist, so symbolisch ist dieser Film. Man muss ihn mehrfach sehen und wird doch immer wieder neue Anspielungen entdecken - etwa die wundervolle eingeschobene Stummfilmszene - und kleine Details plötzlich anders werten. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer Almodovars Filme liebt (ich hab mich seit "Volver" rückwärts durch sein Werk gearbeitet!), wird "Sprich mit ihr" einen besonderen Platz in der DVD-Sammlung geben. Ein Meisterwerk, das einen lange Zeit fesselt.
Meisterlich, 31. März 2005
Das erste große Alterswerk von Almodovar.Nur zugezurrte verkopfte Nordeuropäer können sich an einer (computeranimierten) Stierkampfszene noch aufziehen (Snuff schreibt man übrigens mit doppel-f) oder reißerisch von einer "geschändeten" Komapatientin sprechen. Das beweist lediglich, das man sich auf den wahren Inhalt des Films überhaupt nicht eingelassen hat. Das verlangt ein komplexes Werk wie "Sprich mit ihr" aber -und zwar in jeder Minute. Abgesehen von der sehr bewegenden und wichtigen inhaltlichen Diskussion, allein wegen seiner Ästhetik und der wundervollen narrativen Darstellung ein Meisterwerk.
Von der männlichen Unfähigkeit mit den Frauen zu sprechen, 20. Oktober 2004
Ein wirklich großartiger, vielschichtiger, anspruchsvoller und psychologisch wertvoller Film. Auf den ersten Blick erscheint die Story vielleicht flach und eher auf TV-Niveau. Bei genauerer und aufmerksamerer Betrachtung lässt sich jedoch die wahre Größe und Komplexität erkennen. Es sind Einzelheiten, die den Film besonders machen. Die Wahl Geraldine Chaplins [die Tochter DES Stumm(!)filmstars überhaupt] z.B. als mütterliche Ballettlehrerin oder die musikalische Sequenz mit Caetano Veloso, die Farbwahl, die Ausstattung, das Tanztheater Pina Bauschs etc., alles ist mit großer Sorgfalt und Gespür fürs psychologische und künstlerische Detail arrangiert. Bei dem Film wurde übrigens KEIN Tier getötet, wie von einigen verblendeten Tierschützern behauptet wurde. Die Stierkampfszene ist computeranimiert.
Ich bin nicht überzeugt, 5. September 2004
Um es vorwegzunehmen, dies ist der Film von Pedro Almodovar, der mich bisher am wenigstens angesprochen hat. Eine junge Tänzerin fällt ins Koma und wird im Spital durch einen Pfleger betreut, der sie schon lange aus der Ferne liebt. Unter normalen Umständen wäre er nicht in der Lage, der Frau seine Liebe zu gestehen. Hier aber spricht er mit ihr, natürlich ohne eine Antwort zu erhalten. Letztlich wird festgestellt (durch anderes Spitalpersonal), dass jemand mit der bewusstlosen Frau den Geschlechtsakt vollzogen haben muss. Es ist der Pfleger...Almodovar zeigt die hoffnungslose, einseitige Liebe des Pflegers zur jungen Frau und seine Nöte schön auf. Dafür gebe ich die drei Sterne. Letztlich hat mich der Film aber angewidert: Der Pfleger, Held bzw. Anti-Held des Filmes, missbraucht die Schwäche, die Wehrlosigkeit einer jungen Frau, zuletzt schändet er siec. Ich denke, er macht die Frau zum Objekt seiner Begierde, achtet ihre Persönlichkeit nicht. Damit habe ich auch bei einem Kunstwerk, wie dies ein Film von Pedro Almodovar ist, wenig Verständnis
Aufwühlend !, 3. August 2004
Ein Film der aufwühlt und zum Nachdenken anregt.
Eine Frau fällt ins Koma und ihr Pfleger wird ein Mann, der die kaum kennt und dennoch seit langem liebt. Es ergeben sich im Laufe des Filmes Komplikationen und es tauchen Fragen zum Thema Schuld, Moral und Liebe auf. Der Film ist sehr anspruchsvoll aber hinterläßt dafür beim Betrachter ein Maximum and Gefühl und Fragen.
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