Kundenmeinungen
James Caviezel als leidensfähiger Racheengel , 15. Dezember 2008
Edmond Dantes ist ein aufrechter, aber armer Seemann. Sein vermeintlicher bester Freund, der reiche Fernand Mondego, hat es auf Edmonds schöne Freundin abgesehen. Um den Konkurrenten im Werben um die schöne Mercedes auszuschalten, bezichtigt Fernand Edmond des Hochverrats. Dieser landet im Kerker. Nach dreizehn Jahren gelingt ihm die Flucht. Er findet einen großen Schatz und kehrt als reicher Graf von Monte Cristo zurück, um Rache am Verräter zu nehmen.Eine gelungene Auswahl der Schauspieler für diese stilvolle Romanverfilmung des Klassiker von Alexandre Dumas. Der Hauptdarsteller James Caviezel entfaltet mehr als überzeugend Charaktereigenschaften, die zugleich rachsüchtig, zerissen und tief leidend ercheinen. Für mich eine glaubwürdige Darstellung, die den Film sehenswert gemacht hat.
kilometerweit vom Buch entfernt, 7. November 2008
Bei diesem üblen Machwerk bekommt man den Eindruck, dass Regisseur und Produzent irgendwo einmal gehört haben, dass es dieses Buch gibt und dass darin einige Personen vorkommen, deren Namen verwendbar sein könnten. Ansonsten haben sie eine völlig neue Geschichte erfunden, die mit der Darstellung von Charakteren und Handlung aus Alexandre Dumas Roman so gut wie nichts mehr zu tun haben. Der beeindruckende aber nichts desto weniger hier am falschen Platze ausgelebte Erfindungsreichtum zerstört die Intention, einen Film nach dem Buch drehen zu wollen vollständig. Jemand der an der Geschichte interessiert ist, sollte lieber Dumas' Buch lesen. Schade um das rausgeschmissene Geld für diesen Unfug.
Sehr gute Neuverfilmung dieser großen Geschichte, 13. Februar 2008
Ich liebe die Geschichte von "Der Graf von Monte Christo" und kannte zunächst nur die Verfilmung mit Richard Chamberlain, die natürlich ebenfalls großartig ist. Doch "Monte Cristo" gefiel mir auf Anhieb noch besser als ich ihn zufällig im Fernsehen sah. Auch wenn sich diese Verfilmung eher das Prädikat "frei nach der Graf von Monte Christo von Dumas" verdient, empfand ich die Geschichte als sehr gut verarbeitet. Also würde ich evtl. denjenigen, die einen Film erwarten, der sich sehr eng ans Buch hält, eher zu einer anderen Verfilmung raten (z.B. zu der mit Gérard Depardieu). Wer jedoch nichts gegen eine freie Darstellung der Geschichte hat, dem sei dieser Film sehr ans Herz gelegt. Vor allem am Anfang als Edmont Dantes zusammen mit dem Priester im Gefängnis ist, gefällt mir persönlich dieser Film richtig gut. Es ist wunderbar dargestellt, wie Edmont vom Priester viele Dinge lernt (Fechten, Allgemeinbildung,...) und dann ausbricht, um den Schatz seines Mithäftlings zu finden (Meiner Meinung nach besser als in allen anderen Verfilmungen). Die Intrigen und Schachzüge, die der entflohene Edmont dann unternimmt, um sich an den Leuten zu rächen, die die Verschwörung gegen ihn angezettelt und ihn so ins Gefängnis gebracht hatten, sind zwar auch gut dargestellt, allerdings finde ich, dass dieser Teil der Geschichte in den Verfilmungen mit Richard Chamberlain und vor allem in der mit Gérard Depardieu noch besser gelungen ist.Auch die schauspielerischen Leistungen von James Caviezel (als Edmont Dantes) und Guy Pearce (als Fernand Mondego) sind wirklich gut und verleihen dem Film Überzeugungskraft.Abschließend kann ich den Film sehr empfehlen. Eine zwar sehr freie, aber nichtsdestotrotz sehr gute Verfilmung der Geschichte von "Der Graf von Monte Christo"
...ein temporeicher Degenfilm, 18. Juni 2007
Ohne große romantische Stimmung bzw. das psychologische Feingefühl wie im Roman gegeben und vor allem ohne neumodische Tricks wie Zeitlupen- oder Zeitrafferaufnahmen wurde dieser Film von Kevin Reynolds im Jahre 2002 ohne jegliche Ironie eingespielt. Im Gegensatz zu der fast 6,5 stündigen Klassiker-Verfilmung mit Gérard Depardieu und Ornella Muti kommt dieser Film mit 2 Stunden aus, ohne fragwürdig zu wirken bzw. an Filmspaß zu verlieren.Die grandiosen schauspielerischen Leistungen von James Caviezel als Edmond Dantès, in seiner Wandlung vom naiven Seemann zum erbitterten Rächer die Zerbrechlichkeit seiner Figur immer im Auge behaltend, und von Guy Pearce als Fernand Mondego, nie seine schillernde aristokratische Aura verlierend, begeistern den Zuschauer in einem faszinieren, fulminanten und süffisanten Mantel-Degen-Spektakel aus Liebe, Freundschaft, Betrug, Intrige und Rache....ein spannender, schöner und überaus gelungener Kostümfilm mit einer unbefangene Ernsthaftigkeit, seinen Akteuren eine wundervolle Kulisse bietend und als Charakterstück niemals langweilig.
Spannende, zeitgemäße Neuauflage des klassischen Stoffes mit spielfreudigem Ensemble - Pflichtfilm für alle Abenteuerfreunde, 3. Mai 2007
Ganz bestimmt gibt es keinen Cineasten, der nicht schon mindestens eine Verfilmung des berühmten, 1846 veröffentlichten Romans Der Graf von Monte Cristo" von Alexandre Dumas gesehen hat. Und derer gibt es ebenso wie Darsteller des titelgebenden Grafen eine Vielzahl, angefangen mit dem Stummfilm aus dem Jahre 1908, Richard Chamberlain im Jahr 1974 und vor dem rezensierten Kinostreifen Gérard Depardieu in der TV-Fassung von 1998, die aufgrund der Länge den Stoff sehr werkgetreu abhandeln konnte. Wie eigentlich jeder Klassiker des Abenteuerromans von Die drei Musketiere" bis Die Schatzinsel", so schreit auch Der Graf von Monte Cristo" nach der großen Leinwand. Leider konnte die Neuverfilmung von 2002 keinen nennenswerten Erfolg verbuchen, erschien sie bedauerlicherweise zwischen dem Abebben der durch DIE MASKE DES ZORRO kurzzeitig wiedererweckten Epoche des Mantel- und Degen-Genres und der grandiosen Neubelebung 2003 durch DER FLUCH DER KARIBIK. Mit der Verpflichtung von Regieroutinier Kevin Reynolds hatte man zumindest nichts falsch gemacht, konnte dieser mit der fabelhaften Neuinterpretation von ROBIN HOOD - KÖNIG DER DIEBE bereits einen veritablen Hit vorweisen (übrigens verfilmte er 2005 ebenso stilsicher TRISTAN & ISOLDE). Obwohl er vermutlich nie die Regionen bekannter Starregisseure erreichen wird - dazu fehlt einfach der Wiedererkennungswert einer eigenen Handschrift -, weiß Reynolds packende Action zu inszenieren und die Handlung ohne Längen voranzutreiben.Dazu der richtige Cast: James Caviezel (DIE PASSION CHRISTI, FREQUENCY) spielt wie gewohnt makellos, dennoch fehlt etwas der letzte Kick zum zugkräftigen Star, was jedoch kein Makel sein muss, solange er die von ihm besetzte Nische so bravourös ausfüllt. Gleiches Statement könnte man auch über Guy Pearce abgeben, der trotz Knüller wie L.A. CONFIDENTIAL oder MEMENTO der große Durchbruch bisher verwehrt blieb. Seine Darstellung des durchtriebenen Mondego lässt ihn mühelos zum Hassobjekt des Publikums werden. Richard Harris brilliert in einer der letzten Rollen vor seinem Tod im Oktober 2002 und verkörpert den lebenslänglich gefangenen Abbé Faria äußerst würdevoll.Bleibt mir nur noch die aufrichtige Empfehlung, diese etwas vernachlässigte Perle des - im besten Sinne - altmodischen Abenteuerfilms voll ausgefeilter Charaktere, geschliffener und von Vulgaritäten verschonter Dialoge und großartiger Szenarien zu entdecken.
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