Kundenmeinungen
Lesbians go get it!, 17. Juli 2008
Eine wunderbare Entdeckung, die mir meine englischen Freundinnen netterweise über die Meerenge geschickt haben. Nach der Vorlage der in Großbritannien zur - verdientermaßen - Kultautorin avancierten Sarah Waters, ist diese DVD ein echter Leckerbissen für FreundInnen historischen sowie lesbisch-queeren Sehvergnügens auf hohem Niveau. Im England des späten 19.Jahrhundert angesiedelt, entwickelt die Filmadaption die Charaktere gleichsam flott wie einfühlsam. Im Mittelpunkt steht eine junge lesbische Frau auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt, nach Liebe und dem Glück - eine Suche welche sie fort aus der zwar schönen aber moralisch beengenden ländlichen Heimat am Meer und hinein ins Grosstadtabenteuer wirft. Zwischen Muschelmetaphorik, wunderbaren Theater/Musical-Vorführungen mit Frauen in Männerrollen und der Londoner Unterwelt ist "Tipping the Velvet" dabei humorvoll, romantisch und voller überraschender Wendungen. Nicht unwichtig für den positiven Gesamteindruck sind auch die wunderbaren Kostüme und die eigens für den Film geschriebenen Lieder. Zwar sind die Sexszenen kürzer ausgefallen, als es der Autorin des Buches lieb war jedoch hat der BBC sich insgesamt nicht vor Erotik und Dildoszenen gescheut - die Serie ist also nicht umbedingt etwas für den Samstag Abend bei Mutti - sei denn Mutti ist cool und stellt keine unangenehmen Fragen. Die DVD enthält die komplette Serie, aufgeteilt in 3 Teile. Als Extras gibts ein Interview mit Sarah Waters und dem Drehbuchautor sowie schöne Szenen-Stand-Bilder. Viel Spass!
Tipping the top of everybodys Geschmack, 30. November 2007
Dieser Film ist wahrlich ein Meisterwerk, wunderbar ist es gelungen, die Stimmungen die Sarah Waters in ihrem Roman heraufbeschwört, einzufangen und auf die Leinwand zu bringen. Dank BBC & der ungekürzten Verfilmungen ist es uns gestattet Nan sehr lange zu begleiten, um somit zu verstehen, wer sie war, sein wollte und wirklich ist. Ihre Suche nach mehr, nach Liebe nimmt uns mit oder ist uns vertraut. Ich habe mich definitiv mit jeder Minute in der Tipping the Velvet auf meinem Fernseher lief mehr und mehr in die Charaktere, die Geschichte und die wundervollen Bilder verliebt. Dieser Film bietet uns die Gelegenheit zur Zeitreise, manchmal begehrenswert manchmal ungeschönt brutal. Ich hoffe das Sarah Waters nie aufhört zu schreiben und uns BBC neben diesem Film und Fingersmith noch viel mehr Verfilmungen dieses Kalibers schenken wird.PS: Liebe Englischmuffel, traut euch bitte an diesen Film heran, nach kurzer Einhörphase ist es jedem sehr gut möglich der Handlung zu folgen und das auch ohne Englischdiplom ;-)...es ist es wert!
Lesbisches BBC period drama, 5. Juli 2007
Frau kennt das: da produziert die BBC seit Jahren hochkarätige Dramen, basierend auf Klassikern der englischen Literatur und am Ende bekommt sich das Heteropärchen - hach, wie schön!Abgesehen von dem doch eher langweiligem "Portrait of a marriage" gab es meines Wissens nach lange Zeit kein rein lesbisches "Period drama" der BBC, höchste Zeit also, diesen Mißstand zu beheben."Tipping the velvet" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sarah Waters, der im Deutschen unter dem Titel "Die Muschelöffnerin" veröffentlicht worden ist und reiht sich, was Ausstattung und Qualität der Darsteller angeht, wunderbar in die Reihe der großartigen BBC period dramas vom Schlage "Pride&Prejudice" oder "North&South" ein.Erzählt wird die Geschichte des Austernmädchens Nan (Rachael Stirling), das sich bei einem Besuch im örtlichen Theater ihrer kleinen Provinzstadt in die Herren-Imitatorin Kitty (Keeley Hawes) verliebt und ihr nach London folgt. Die beiden werden als Duo zu großen Stars, ihre Liebesbeziehung geht jedoch bald in die Brüche, als Kitty beschließt, zu heiraten. (Einen Mann natürlich, das ganze spielt schließlich im viktorianischen England!) Diese Trennung ist für Nan einerseits ein großer Schock, allerdings nutzt sie diesen Schock, um ihre Sexualität zu erkunden und mit den Geschlechtern zu spielen. Sie verdingt sich als Strichjunge und wird sogar zum Lustknaben einer herrischen Adeligen (Anna Chancellor, Caroline Bingley aus der legendären "Pride&Prejudice"-Verfilmung), bis sie schließlich die Liebe ihres Lebens findet."Tipping the velvet" ist eine klassische coming-of-age-story, kombiniert mit coming-out-Elementen und lesbischen Liebesgeschichten. Dabei ist der Film verdammt sexy und scheut auch einige prickelnde Liebesszenen nicht, die auf Heterozuschauer vielleicht etwas verwirrend wirken können. ;-)Im Gegensatz zu "Fingersmith", ebenfalls eine Sarah-Waters-Adaption, ist "Tipping the velvet" gerade heraus erzählt ohne Flashbacks oder bewußt falsch gelegte Fährten. Ein wenig mehr Spannung hätte hier und da schon sein dürfen, wirkliche Langeweile kommt aber nicht auf.Besonders schön ist das erste Treffen von Nan und Kitty im Theater gestaltet, die Szene, in der Nan Kitty das erste Mal auf der Bühne sieht, als diese ihre Rose ins Publikum wirft. Zauberhaft ist das geworden, wie eine Szene aus dem Märchen.Was mich beim Sehen ein wenig gestört hat, war Rachael Stirlings tiefe Alt-Stimme, mit der sie die Handlung aus dem Off kommentiert. Diese Kommentare aus dem Off wirken manchmal störend, wenn nicht gar unnötig platt und man hätte gut auf sie verzichten können.Alles in allem fand ich "Tipping the velvet" nicht ganz so packend und spannend wie "Fingersmith", aber dennoch bietet dieser Film gute Unterhaltung für alle Fans der period dramas der BBC, ganz gleich ob homo oder hetero.
Lesbisches BBC period drama, 12. Februar 2007
Frau kennt das: da produziert die BBC seit Jahren hochkarätige Dramen, basierend auf Klassikern der englischen Literatur und am Ende bekommt sich das Heteropärchen - hach, wie schön!Abgesehen von dem doch eher langweiligem "Portrait of a marriage" gab es meines Wissens nach lange Zeit kein rein lesbisches "Period drama" der BBC, höchste Zeit also, diesen Mißstand zu beheben."Tipping the velvet" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sarah Waters, der im Deutschen unter dem Titel "Die Muschelöffnerin" veröffentlicht worden ist und reiht sich, was Ausstattung und Qualität der Darsteller angeht, wunderbar in die Reihe der großartigen BBC period dramas vom Schlage "Pride&Prejudice" oder "North&South" ein.Erzählt wird die Geschichte des Austernmädchens Nan (Rachael Stirling), das sich bei einem Besuch im örtlichen Theater ihrer kleinen Provinzstadt in die Herren-Imitatorin Kitty (Keeley Hawes) verliebt und ihr nach London folgt. Die beiden werden als Duo zu großen Stars, ihre Liebesbeziehung geht jedoch bald in die Brüche, als Kitty beschließt, zu heiraten. (Einen Mann natürlich, das ganze spielt schließlich im viktorianischen England!) Diese Trennung ist für Nan einerseits ein großer Schock, allerdings nutzt sie diesen Schock, um ihre Sexualität zu erkunden und mit den Geschlechtern zu spielen. Sie verdingt sich als Strichjunge und wird sogar zum Lustknaben einer herrischen Adeligen (Anna Chancellor, Caroline Bingley aus der legendären "Pride&Prejudice"-Verfilmung), bis sie schließlich die Liebe ihres Lebens findet."Tipping the velvet" ist eine klassische coming-of-age-story, kombiniert mit coming-out-Elementen und lesbischen Liebesgeschichten. Dabei ist der Film verdammt sexy und scheut auch einige prickelnde Liebesszenen nicht, die auf Heterozuschauer vielleicht etwas verwirrend wirken können. ;-)Im Gegensatz zu "Fingersmith", ebenfalls eine Sarah-Waters-Adaption, ist "Tipping the velvet" gerade heraus erzählt ohne Flashbacks oder bewußt falsch gelegte Fährten. Ein wenig mehr Spannung hätte hier und da schon sein dürfen, wirkliche Langeweile kommt aber nicht auf. Besonders schön ist das erste Treffen von Nan und Kitty im Theater gestaltet, die Szene, in der Nan Kitty das erste Mal auf der Bühne sieht, als diese ihre Rose ins Publikum wirft. Zauberhaft ist das geworden, wie eine Szene aus dem Märchen. Was mich beim Sehen ein wenig gestört hat, war Rachael Stirlings tiefe Alt-Stimme, mit der sie die Handlung aus dem Off kommentiert. Diese Kommentare aus dem Off wirken manchmal störend, wenn nicht gar unnötig platt und man hätte gut auf sie verzichten können. Alles in allem fand ich "Tipping the velvet" nicht ganz so packend und spannend wie "Fingersmith", aber dennoch bietet dieser Film gute Unterhaltung für alle Fans der period dramas der BBC, ganz gleich ob homo oder hetero.
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