Kundenmeinungen
Auch wenn's schwer fällt: Das US-Remake ist besser, 25. Januar 2008
Ich habe nur zufällig beide Filme gesehen, weil Kochstudios eigentlich sowieso nicht mein Geschmack sind. Die Handlung an sich ist nett - Martha und Mario (Martina Gedeck und Sergio Castellitto), die zwei besten Köche Hamburgs, werden im gleichen Edelrestaurant angestellt und betreiben kleine Rivalenkämpfe, bis sie sich schließlich doch verstehen. Mittendrin steht die achtjährige Lina, die nach dem Unfalltod von Marthas Schwester bei Martha einzieht.
Gut fand ich, dass der Film durchaus realistisch ich (wie andere auf "Märchen" kommen, verstehe ich nicht). Doch insgesamt fand ich ihn an vielen Stellen nicht ausgereift, und das wird mit der amerikanischen Neufassung "No Reservations" mit Catherine Zeta Jones und Aaron Eckhart noch offensichtlicher.
* Die Stimmung ist durchgehend wehleidig-schwermütig-depressiv. Das ist etwas, was mich generell an deutschen Fernsehproduktionen nervt, fast bei jedem Tatort etc. Muss das sein? Ist das "das Deutsche", das schwere Schicksal der ewigen Schuld, das auf dem deutschen Film lastet? Nichts Fröhliches, kein Lebensgenuss. Jeder Fernsehkoch ist besser drauf als diese beiden Chefköche!
* Auch die Umgebung - graue Küche, graues Restaurant, graue Stadt. So grau und depressiv ist ja nicht einmal die Realität, und die ist schon sehr grau. Die US-Version ist fröhlicher, bunter, pfiffiger, pointierter, und ich bin bestimmt kein Fan von Hollywood.
* Es gibt einfach keine Chemie zwischen Martha und Mario, weil die beiden Schauspieler nicht zusammen passen. Bei Catherine und Aaron in den USA ist der Liebesfunken glaubwürdiger.
* Sergio Castellitto wurde komplett synchronisiert. Warum? Es ist deutlich zu hören, dass die Stimme nicht passt. Wenigstens das ständige "eh? eh?" nach jedem Satz hätte man weglassen können. Und auch Gedeck redet, sorry, mit Sprachfehler. Haben wir keine Schauspieler, die klares Deutsch sprechen können? Immerhin, in "Das Leben der Anderen" nuschelt sie nicht mehr, vielleicht hat sie in der Zwischenzeit Sprachübungen vorgenommen.
Fürs Nachmittagsfernsehen ist der Film okay, aber nicht fürs große Kino. Leider.
ein leckerer deutscher Film, 8. November 2007
Ich habe mich so gewundert, dass ich von dem Film nie gehört habe, bis ich ihn vor kurzem gesehen habe. Der Hollywood-Remake mit Zeta-Jones ist im aller Munde und die deutsche Originalausgabe unfairerweise unbekannt!
Der Film hat einen ganz angenehmen, unaufdringlichen Erzählstil. Direkt jedoch nicht banal. Wer Zeit hat, soll sich unbedingt das Bonusmaterial ansehen. Es wird ganz genau dokumentiert, wie die Schauspieler geprobt haben. Ich war total erstaunt, wie gut die zwei Protagonisten aufeinander agieren, man merkt überhaupt nicht, dass sie nicht dieselbe Sprache sprechen!!...sie spricht deutsch und er italienisch (er wird im Film mit einer deutscher Stimme synchronisiert).
Martina Gedeck in einer Glanzrolle , 7. Juni 2007
Dieser Film ist der deutschen Schauspielerin Martina Gedeck so sehr auf den Leib geschrieben, dass es an das perfekt umgesetzte Rezept eben der Spitzenköchin Martha erinnert, die Gedeck in diesem zwischen Melodram und romantischer Komödie lavierenden Werk der Regisseurin Sandra Nettelbeck verkörpert.
Wer sich die zwischen Dramatik (Marthas Schwester stirbt und sie beginnt sich um ihre achtjährige Nichte Lina - wunderbar frisch: Maxime Foerste - zu kümmern und deren italienischen Vater zu suchen) und Romantik (die zunächst zögerliche und am Ende doch in weiß endende Liäson mit dem neuen Kollegen Mario - ebenfalls passend besetzt mit Sergio Castellito) etwas unentschlossen treibende Geschichte antun möchte, für die ich aufgrund etlicher Schwächen in Drehbuch und Regie drei Sterne geben würde, wird mit einem optischen und akustischen Schlemmermenü à la Carte belohnt, das sowohl optisch (Martina Gedeck in allen Facetten und das mehrfach wunderschön arrangierte Essen) als auch akustisch (viel Keith Jarrett und italienische Schlager) sowie mit einiger Situationskomik zu überzeugen versteht.
Diese Aspekte - und insbesondere Martina Gedeck - sind für mich fünf Sterne wert, so dass ich letztlich auf wohlwollende 4 Sterne für einen romantisch unterhaltsamen Abend mit wenigen Längen und Unstimmigkeiten komme, der insgesamt gut genießbar ist.
Wunderbarer, sinnlicher und sensibler Film, 9. Februar 2007
Der Zuschauer taucht in eine Welt von Düften, Kräutern und erlesenen Zutaten. Die Handlung sehr feinfühlig und weniger die Worte, viel mehr die schauspielerische Kunst der drei Hauptdarsteller lassen uns am Gefühlsleben teilhaben. Einer der schönsten Filme für mich, da Schauspieler, Musik und die Bilder einfach ein Genuß für die Seele sind.
Was nutzt das beste Rezept..., 8. Februar 2007
Ein herrlicher und vielschichtiger deutscher Film ist dies! Martina Gedeck spielt überzeugend die Vollblutköchin Martha Klein eines Hamburger Nobelrestaurants, die jedoch im sonstigen Leben kaum zurechtkommt und ängstlich und verschlossen auf ihre Mitmenschen reagiert. Als ihre Schwester stirbt, muss sie sich um deren bisher allein erzogene Tochter kümmern, da der italienische Vater als verschwunden gilt. Die Beziehung zu dieser Nichte Lina (Maxime Foerste) gestaltet sich erwartungsgemäß zunehmend schwierig, Lina lehnt gerade Marthas Liebesbezeigung des Essenkochens ab ("Ich wollte, ich hätte ein Rezept für Dich", gesteht sie Lina ein), außerdem scheint Martha der neueingestellte Koch Mario in der Küche des Restaurants ihren Platz streitig zu machen. Aber gerade diesem (schön gespielt von Sergio Castellito) gelingt es, Lina mit typisch italienischer Kost wieder zum Essen zu verführen. Unter schönen Musikklängen von Keith Jarrett und Paolo Contes "Via con me" entwickelt sich eine schöne Liebesgeschichte mit Happy End in Bella Italia. Unbedingt sehenswert! (7.02.07)
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