Kundenmeinungen
Das war vor Jahren, 14. Dezember 2008
Erst denkt man: Wenn die vor Jahrönn (der Sänger hat die Tendenz, das offene e als kurzes ö zu singen - sein Markenzeichen) mal so geklungen haben, als würde die Revolution ausbrechen, sobald die Nadel sich in die Rille versenkt, so wie beim alten Rio Reiser, dann könnte das zwanzig Jahre später nichts mehr werden mit der Wut, wenn wir erst alle so grau und halbglatzig aussehen wie die Kreuzfahrtbucher von morgen. Und doch: Es ist gelungen, und etwas ganz anderes, großes geworden. Die Themen haben sich geändert, sind milder, lebensweiser, selbstbezogener. Die Vehemenz des Vortrags ist geblieben. Die Produktion ist sauber und dicht. Die Gitarren zerren mehr, die Drums scheppern, nichts mehr von der unterkühlten Achtzigeratmosphäre drumcomputergeprägter früherer Tage, als jede Kneipe so aussah wie ein OP-Saal. Klasse CD!
Nicht nur "Monarchie und Alltag", 2. März 2006
Fehlfarben sind seit 26 Jahren eine Instanz der deutschen Musik. Aber nicht nur das epochale Meisterwerk "Monarchie und Allatg" gilt es zu entdecken. Mit "Knietief im Dispo" meldete sich die Band um Sänger Peter Hein (der bei Konzerten immer noch ein Paar Schuhe durchtanzt) Ende 2002 zurück. Auch wenn der CD der Erfolg verwehrt blieb, sind alle Stücke hörenswert, da sich der Stil, dem man nicht einordnen kann, über die Jahre gehalten hat.Neben der damaligen Auskoppelung "Club der schönen Mütter" ist "Die Internationale" DER Anspielttip:"... Es müsste noch mal wie 89 sein; 17 nicht 19, aber weltweit; Religionen verboten, Politiker enthirnt; Vernunft und Vertrauen, ach Janie du spinnst."Alles in allem eine fünf Sterne Empfehlung.
Nix zu meckern, 24. Februar 2003
Ich habe die Fehlfarben erst vor kurzem für mich entdeckt Obwohl ich aus Düsseldorf stamme und auch zu der Zeit dort gelebt habe ist mir die große Bedeutung der Band erst spät bewusst geworden. Wenn ich mir jetzt Monarchie und Alltag anhöre, denke ich, wieviele NDW-Bands von den fehlfarben abgekupfert haben. Da kommt die neue nicht heran. Sie wird nicht stilbildend für eine neue Musikergeneration werden. Aber ! Sie haben Ihr hohes Niveau gehalten. Die Texte sind immer noch sehr treffend und die Musik ist sogar besser wie früher. Auch der Sound ist besser. Es ist bloß nix mehr revolutionäres an der CD.Da ja jetzt Peter Hein bei Xerox rausgeschmissen wurde hat er ja vielleicht jetzt Zeit die ein- oder andere Revolution zu starten mit seiner Band...
Nahtloser Übergang, 10. Dezember 2002
An die LP 'Monarchie und Alltag', die alten Fans wesentlich mehr bedeutet als der (darauf enthaltene, unsägliche) Hit 'Ein Jahr (Es geht voran)', anzuknüpfen, schien mir ein Ding der Unmöglichkeit.Fehlfarben haben dies geschafft. RESPEKT!Kann sein, daß dies dem M.u.A.-Jünger erst beim zweiten Höreneinleuchtet. Aber die Größe und Kraft von 1980 entfaltet sich.Und ich frage mich: Was habe ich in den verschissenen letzten 12Jahren nur gemacht!?Text und Musik blasen in diesen Zeiten der überproduzierten Nichtigkeiten -ohne aufgesetzte 'Härte'- wieder mal das Hirn schön frei von Dreck. Ergreifender Sarkasmus in der ermüdendenDauerparty 1995ff.
mir fällt keine überschrift ein, die originell genug wäre..., 23. November 2002
mit sicherheit ist Xerox genauso eine sch...firma wie jede anderesch...firma auch. dasselbe gilt auch für den job. ob jetzt dortoder anderswo, ob vor zwanzig jahren oder heute. Peter Hein hatsich nie irgendwo so recht zugehörig gefühlt; immer mit einem gewissen abstand distanzierter ironie zu werke gehend. also washat sich nun in zwanzig jahren verändert ? viel und doch garnichts ? die antwort bleibt jedem einzelnen selbst überlassen.Fehlfarben sind eine musikkapelle, die solides, rockmusikalischesliedgut zum besten gibt. philosophieren sollen doch die anderen,die tagtäglich ihr gesülze auf der mattscheibe und den anderen, vielstrapazierten medien absondern. die Karaseks, die Grass',volkswirtschaftler, wirtschaftsweise, und die seit dem 11.sept. wie pilze aus dem boden geschossenen, selbsernannten terror-, islam- und sonstnochwas-experten. seifenopern für intellektuelle.wer kann, wer will das eigentlich noch hören ?also ein comeback der Fehlfarben braucht das land. unspektakulärspektakulär, unphilosophisch und vor allem volksnah. das mutetalles so einfach an, ist aber unheimlich schwer. der ganze 80er-revival-rummel wirkt dagegen künstlich und affektiert. mit derkokett wirkenden absicht, keinen herkömmlichen kommerziellen erfolg haben zu wollen, ist den Fehlfarben der kommerzielle erfolg gewiß. und dann heißt es für die bandmitglieder vielleicht bald nicht mehr "knietief im dispo" sondern nur noch knöcheltief.und das soll denen erstmal einer nachmachen !
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