Kundenmeinungen
Ein Juwel in der Krone des Filmschaffens, 18. April 2006
Ich habe mir im Laufe der Zeit etliche Filme auf DVD gekauft die ich in den 80ern toll fand. Einige wechselten bald auf Ebay den Besitzer, manche fristen in meiner Kollektion ein tristes Dasein; Amadeus gehört zu den wenigen, die mich bei erneutem Ansehen sofort wieder in ihren Bann schlugen.
Hier stimmt einfach alles: Brilliant gespielt, luxuriös ausgestattet, bis ins Kleinste hervorragend besetzt, und die Musik hätte einen neunten Oscar verdient, wäre sie extra für den Film komponiert worden. Mozart's Schaffen und seine Ausschweifungen sind hier eigentlich nur Rahmenhandlung, die wirkliche Dramatik steckt in der Figur des Antonio Salieri. Tief gläubig, asketisch und hart arbeitend, lernt er in Wien endlich sein grosses Idol kennen und ... ist entsetzt! Wie kann es sein dass die schönen Klänge, die er so wohl kennt, von diesem vulgären, kichernden Kerl stammen? Dass er selbst sich alles so hart erarbeiten muss, während aus Mozart, der Zoten reisst und exzessiv feiert, sich scheinbar nebenbei ein nicht enden wollender Strom perfekter Musik ergiesst? Unvergesslich die Szene, als Mozart am Hofe den mühsam komponierten Willkommensmarsch Salieri's sofort memorisiert hat und nachspielt, wobei er auf Fehler aufmerksam macht, und nach spielerischer Variation schliesslich beim "Non piu andrai" aus Figaro's Hochzeit landet? Wer würde schon gerne öffentlich auf diese Weise vorgeführt? Man fühlt mit diesem Mann, selbst als er mit Gott bricht und gelobt, Amadeus zu töten.
Rivalitäten zwischen Komponisten - und es gab ja noch mehr als nur die beiden Hauptcharaktere - waren sicherlich vorhanden, doch Shaffer hat sich hier viele Freiheiten genommen, was dem Vergnügen jedoch keinerlei Abbruch tut, eher im Gegenteil. Dokumentationen und Biographien über Mozart gibt es ja genug, hier wird eine fesselnde Geschichte erzählt. Wer schöne Musik mag, oder gute Ausstattungsfilme oder einfach gute FIlme, der kommt an Amadeus schlichtweg nicht vorbei.
"Aufwendig inszenierter Musik- & Künstlerfilm!!!", 13. Februar 2006
"Die letzten 10 Lebensjahre von Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791, in einer fiktiven Lebensbeichte erzählt von seinem Rivalen, dem Hofkomponisten Antonio Salieri. Mozart, von Regisseur Forman zugleich menschlich entmystifiziert & als Genie erneut verklärt, wird zum populären Helden eines aufwendig inszenierten Musik- & Künstlerfilms, der mit effektvollen Kinomitteln die Figur des Komponisten dem heutigen Publikum nahebringt. Das Thema des zugrundeliegenden Theaterstücks - der Konflikt zwischen Genie & Mittelmaß - findet Eingang in die Handlung."
Mozart's Marotten im Megamix, 10. Februar 2006
Im Mozartjahr dürfte dieser weithin bekannte Blockbuster wieder häufig in TV und in DVD-Geräten zum Einsatz kommen. Seit seinem Erscheinen prägt Milos Forman's Erfolgsfilm unser Mozartbild, wie vor ihm sonst nur wenige künstlerische oder gar biografische Aufarbeitungen. Hatte man in früheren Dekaden ein Mozartbild von einem zarten, gelockten Wunderknaben im Kopf, der, einem Porzellanpüppchen gleich, entrückt auf dem Klavier klimpert, so glaubt man seit den 80-ern und diesem Kinofilm bereitwillig, Wolferl wär ein exaltierter Punk gewesen. Um es nochmals klar zu trennen: Der Forman-Film zeigt nicht die historische Wahrheit. Er orientiert sich nicht an den Lebensrealitäten des Jahrtausendgenies. Der Film entstand, und so einfach ist es tatsächlich, nach einem Bühnenstück von Peter Schaffer. Und schon der gab zu, die Hauptfigur und sein Leben tüchtig psychologisiert zu haben. Die Erzählperspektive des angeblich so vergrätzten Saliere einzunehmen ist dramaturgisch raffiniert, erfordert jedoch historische Verdrehungen um der Erzählweise ihre Legitimation zu geben. Die Mozartforschung weiß heute gut Bescheid: Die angebliche Exaltierheit (z.B. rüde Ausdrucksweisen in den Bäsle-Briefen) entsprach einer damaligen Mode, derer sich sogar die Kaiserin mit Freuden bei Tisch bediente. Es war hip, ordinär zu sein. Deswegen auf ein durchgeknalltes Pop-Genie zu schließen, wäre unzulässig. Der Amadé hatte durchaus Benimm. Ebenso weiß man heute definitiv, dass Mozart in seinen Wiener Jahren finanziell gut gestellt war. Umgerechnet soll er ein Jahressalär von 300.000 Euro erhalten haben, was ihn im damaligen Wien zum Großverdiener machte. Und, und, und. Dem Kino gesteht man natürlich Interpretationsspielraum zu. Den nutzt Forman virtuos, um eine durch und durch spannende Mozart-Mär zu spinnen. Formvollendet ausgeleuchtet und glänzend gespielt, macht das wuchtige Drama noch heute Spaß, trotz aller Psychologisierungen. Es ist nicht zuletzt Verdienst solcher fiktionalen Meisterwerke, wenn Menschen, die sich sonst nie dem Schaffen eines Künstlers zugewendet hätten, Interesse für vergangene Epochen und die Neugier an historischen Personen für sich entdecken. Glänzende Unterhaltung, auch heute noch.
Beeindruckender und wunderbarer Film, 30. Januar 2006
Basierend auf Puschkins Erzählung: "Mozart und Salieri" hat Peter Schaeffer sein gleichnamiges Theaterstück: "Amadeus" geschrieben. Milos Forman hat daraus den gleichnamigen Film gemacht. Allerdings ist nicht der aus meiner Sicht oft zu exaltiert und übertrieben agierende Tom Hulce als Mozart die wichtigste Figur in dem Film, sondern der Wiener Hofkompositeur Antonio Salieri, hervorragend dargestellt durch F. Murray Abraham. Es ist dieser Schauspieler - und nicht Tom Hulce als Mozart - der diesem Film Format gibt und - neben der wunderbaren Musik und opulenten Ausstattung (man sehe sich die Schlußszene aus "Don Giovanni" an, die in ganzer Länge den Höhepunkt des Filmes darstellt) dazu beitrug, dass dieser Film mit 8 Oscars zu recht prämiert wurde. Es war daher auch Abraham und nicht Hulce, der zu recht den Oscar als bester Hauptdarsteller erhalten hat. Nun ist die Ermordung Mozarts durch Salieri zwar Legende, der Stoff des Filmes trotzdem von psychologischer Meisterschaft. Mit einem psychologischen Falkenblick ohnegleichen wird gezeigt, wie Salieri an seiner Mittelmäßigkeit - dabei hat auch er wunderbare Musik komponiert - leidet (er hat 1786 sogar einen Wettbewerb gegen Mozart gewonnen, dies kommt ansatzweise in dem Film vor) und daraus folgend einen Hass auf den begabteren Nebenbuhler entwickelt. Auch die anderen Schauspieler - etwa der Kaiser Joseph II. und Mozarts Vater - sind hervorragend dargestellt, das spannungsreiche Verhältnis zwischen Leopold und Wolfgang Mozart wird fabelhaft herausgearbeitet.
Deshalb ist dieser Film ein Meilenstein der Filmgeschichte und - zugegebermaßen - der Film, der mich - was Komponistenportraits angeht - bis heute am meisten beeindruckt hat. Schwächen: In der deutschen Synchronisation wird die Zauberflöte mit englischem Text dargestellt - warum? Der Tod Josephs II. und seine Nachfolge durch seinen Bruder, Kaiser Leopold wird nicht erwähnt, so dass die Verarmung Mozarts (Leopold hatte im Gegensatz zu seinem verstorbenen Bruder kein Faible für Musik und hielt die Komponisten an seinem Hof sehr "kurz") nur unzureichend erklärt wird. Die Szenen der Don-Giovanni-Parodie mit Schikaneder in der zweiten Hälfte des Films sind meines Erachtens unnötig, sie ziehen den Film nur in die Länge. Aber ansonsten: ein hervorragender und sehr beeindruckender Film, der - zurecht - inzwischen zu den Klassikern des Genres zählt.
Mozart und Salieri: keine alltägliche Beziehung, 3. Dezember 2005
Der rund 2 ½ stündige Film des Regisseurs von „Einer flog über das Kuckucksnest“ Milos Forman handelt vom Leben und Sterben Mozarts. Das junge Musikgenie hat es sich mit seinem bisherigen Arbeitgeber, dem Salzburger Erzbischof verscherzt und geht nach Wien. Dort war Kaiser Joseph II. auf ihn aufmerksam geworden. Doch die Begeisterung am Hofe des Kaisers für ihn ist nicht ungeteilt. Dem mittelmäßigen Hofkomponisten Antonio Salieri wird das lebensfrohe Genie zunehmends zum Dorn im Auge. Während Wolfgang Amadeus Mozart zur musikalischen Sensation des 18. Jahrhunderts aufsteigt, schlägt bei Salieri anfängliche Bewunderung in Haß um. Unter Ausnutzung von Mozarts komplexbeladenem Verhältnis zu seinem Vater Leopold entwickelt der verbitterte, von Neid zerfressene Konkurrent einen mörderischen Plan.
Wer Mozart liebt, wird an diesem zu Recht mit 8 Oskars prämierten Film aus dem Jahre 1984 nicht vorbeikommen. Zu gut sind seine Hauptdarsteller: Tom Hulce in der Rolle des jugendlich beschwingten, leicht vulgären begnadeten Ausnahmemusikers Mozart, F. Murray Abraham als herrlich zwiespältig agierender Hofkomponist Salieri und Elizabeth Berridge als liebreizende Ehefrau Constanze. Zu gut ist aber auch Milos Formans filmische Umsetzung der Handlung, die – abgesehen von der zu langen Sequenz vor dem Filmende, in der Salieri dem todkranken Mozart beim Niederschreiben der Requiemkomposition hilft – straff und überaus unterhaltsam abläuft. Glänzend die Darstellung Mozarts überragenden Könnens vor Kaiser Joseph und seine Verspottung einer mediokren Salieri - Komposition mit musikalischen Mitteln. Fazit : Dieser opulent ausgestattete, handwerklich perfekt gestaltete Film ist für alle Freunde Mozarts, die sich in bewegten Bildern aus der Sicht Salieris Mozarts Leben und Werk erzählen lassen wollen, ein Muß. Milos Formans ‚Amadeus‘ aus dem Jahre 1984 ist schon jetzt – gerade mal 21 Jahre später – ein Filmklassiker. Unbedingt empfehlenswert.
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