Beschreibung
Daniel Barenboims Wagner-Zyklus weist ohne Zweifel zahlreiche Höhepunkte auf: Der im Jahr 2001 erschienene Tannhäuser etwa zählt zu den wenigen guten Einspielungen dieser Oper, und auch der Bayreuther Ring stellt besonders sängerisch über weite Strecken eine beachtliche Leistung dar. Gerade in sängerischer Hinsicht jedoch vermag der nun vorliegende Fliegende Holländer dieses Niveau nicht zu halten. Einer der wenigen Lichtblicke unter den Solisten dieses Holländers ist Peter Seiffert in der Rolle des Erik: Er versteht es, seiner Figur auf der Basis hervorragenden sängerischen Könnens Profil zu verleihen. Dies kann von Jane Eaglen als Senta leider nicht gesagt werden. Sie fügt den zahlreichen unbefriedigenden Verwirklichungen dieser offenbar sehr problematischen Partie nur eine weitere hinzu. U. a. in der großen Ballade, die Barenboim nach Sawallischs Bayreuther Vorbild übrigens in a-Moll nimmt, zeigen sich große Probleme, die hohe an die tiefere Lage anzubinden; darüber hinaus klingt die Stimme insgesamt nicht frei, was unausgewogene Tonbildung und schlechte Textverständlichkeit zur Folge hat. Auch Falk Struckmann als Holländer wird ein wenig zum Opfer seines stimmtechnischen Ansatzes: Das durchaus beachtliche Volumen und die Kernigkeit seiner prinzipiell sehr ansprechenden Baritonstimme bezahlt er mit dem gutturalen Klang vieler Vokale, vielen blassen Pianissimi und einer durch zahlreiche Schwelltöne unruhigen "Binnenstruktur" der Melodiebögen. Nicht viel Gutes kann schließlich auch den sehr betulichen, etwas muffig klingenden Daland Robert Holls gesagt werden; allenfalls gelingt es Rolando Villazon als zwar ausgesprochen südländischer, aber sängerisch sehr prägnanter Steuermann, an Peter Seifferts ansonsten exzeptionelle Qualität innerhalb dieser Aufnahme anknüpfen. --Michael Wersin
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