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Sony Pictures Home Entertainment: Robin und Marian

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Robin und Marian

mit Sir Sean Connery Audrey Hepburn Nicol Williamson

Regie: Richard Lester

Sony Pictures Home Entertainment

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Beschreibung

Der unterbewertete Film Robin und Marian unter der Regie von Richard Lester ist in Wahrheit ein Klassiker und einer der romantischsten Filme, die jemals gedreht wurden. Ausgehend vom Drehbuch von James Goldmann, hat Lester die Rolle des gealterten Robin Hood mit Sean Connery besetzt, der nach Jahren der Kreuzzüge schließlich zurückkehrt und einen zusehends wahnsinniger werdenden König Richard (Richard Harris) vorfindet. Robin und Little John (ein sehr lustiger Nicol Williamson) finden schnell heraus, dass der Sheriff von Nottingham (Robert Shaw) immer noch seine widerlichen Betrügereien betreibt und dass Maid Marian (Audrey Hepburn) als Nonne im Kloster weilt. Lester hat das gleiche Händchen für diesen Kostümfilm wie er es bereits bei Die drei Musketiere und Die vier Musketiere bewiesen hat. Herzstück des Films aber sind die spürbaren Gefühle zwischen Hepburn und Connery (und zwischen Connery und Williamson). Für das Ende garantieren wir ein Minimum von drei Taschentüchern. --Marshall Fine




Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Die Legende mal anders, romantisch und tragisch..., 20. Januar 2008

Hohoho, lust'ge Gesellen... wer sich bei Robin Hood irgendwelche Typen in Strumpfhosen vorstellt, darf sich getrost bei Fairbanks, Flynn und Konsorten bedanken. Der vorliegende Film thematisiert Robin Hood einmal anders. Vorbei sind die heldenhaften Zeiten, als der jugendliche Robin seine Marian von den bösen Häschern Prinz Johns rettete.

Jahre nach den Kreuzzügen muss sich ein alter Robin (Sir Sean Connery) der Tatsache stellen, dass der Mann, dem er sein ganzes Leben lang zur Treue verpflichtet hat, nämlich Richard Löwenherz (Richard Harris) ein graumsamer, irrer Despot geworden ist. Kurz nach dessen - historisch korrekter - tödlichen Verwundung bleiben Robin und seinem Freund John Little bzw. Little John (Nicol Williamson) nichts übrig als nach Hause zu reisen. Dort treffen sie auch auf den Sheriff von Nottingham (Robert Shaw), der von seinem Herrn Sir Ranulf (Kenneth Haigh) gezwungen wird, dessen Aufträge auszuführen. So soll er die mittlerweile zur Nonne gewordenen Marian (Audrey Hepburn) verhaften. Als sich Robin, der ja mittlerweile kein Vogelfreier mehr ist, der Verhaftung Marians widersetzt, greift der Sheriff auch nicht ein, während Sir Ranulf versucht Robin daran zu hindern.

Der Sheriff ist zwar auch in Würden ergraut, doch respektiert er Robin als würdigen Gegner und kümmert sich - anders als die anderen - um seine Leute. Im Film kommt das auch dann fast so rüber, als wären beide Freunde geworden, wenn man sie nicht zwingen würde, gegeneinander zu käpfen.

So ist Robin erneut zum Vogelfreien geworden und die Obrigkeit verfolgt ihn abermals...

Was den Film so besonders macht, ist nicht nur die rührende Liebesgeschichte zwischen den beiden Charakteren, die immer etwas wehmütig daherkommt, da - insbesondere Marien - die vertane Zeit bereut, was hätte sein können, während Robin sein Alter bereut, da er nicht mehr so gut kämpfen kann wie damals (was im Film auch sehr gut rüberkommt..., mal knackt es hier im übertragenen Sinne, mal da...), sondern auch die Tatsache, dass hier die Hauptdarsteller ungeschönt und ungeschminkt ihrem Alter ins Gesicht sehen und sich diese Darstellung trauen. So ist das Herzschmerzende vielleicht nicht üblich in Hollywood, aber stimmig mit der gesamten Situation und - der Legende nach war es zwar seine Kusine und ich will dem Ende nicht vorgreifen, es wurde anders vorgenommen - sogar mit dem überlieferten Ende der Legende selber!

Der schöne Soundtrack und die ergreifende Liebesgeschichte machen den Film so zu einem wirklich romantischem Kleinod...

Ein paar Extras hätten es ruhig sein dürfen und der Ton ist - verständlicherweise - in Mono, aber dafür gibt es einen schönen Film zum kleinen Preis


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Following Jolly Robin to the grave, 4. Juni 2007

Sean Connery gives one of his great performances. His Robin refuses to acknowledge the approaching infirmities of old age, and like a great ex-athlete attempts to make a comeback in a world that has long since left him behind. Nicol Williamson, woefully under-used in most films has one of his best roles as Little John, the terrible gentle giant who follows Robin with the unquestioning simplicity of a child. He and Connery have the essential chemistry necessary and make an incredibly good team. Robert Shaw brings intelligence, sensitivity and danger to the Sheriff of Nottingham, a man who will ultimately be undone because of those very virtues. Richard Harris does a magnificent turn as King Richard the Lion-hearted. Even though burnt out by years of chasing after glory, he still retains the after-glow of greatness. Ian Holm as his brother Prince John is a wonderful contrast, anxious and insecure, scheming and pleasure loving. His scene with the ambitious, equally scheming Sir Ranulf, the marvelously supercilious Kenneth Haigh, highlights another of the film's themes; the passing of the chivalric age. This is signaled by the death of King Richard, continues with the death of The Sheriff, and is completed by the deaths of Robin and Marian. Prince John and Sir Ranulf symbolize the ascendancy of the modern, hollow man, ambition without vision, loyal only to power and expediency. Prince John, is King as CEO interested only in profit, Sir Ranulf, like the armor he sports, a soulless, mechanical bird of prey. Denholm Elliot as Will Scarlett and Ronnie Barker as Friar Tuck complete Robin's band. Elliott was an actor who could express more with a simple look than most actors can with pages of dialog, and Barker has some nice ironic moments as the Friar. Finally "Robin and Marian" brought Audrey Hepburn back to the screen, as radiant and lovely as ever. Seeing her first in her nun's garb recalls her appearance in, "The Nun's Story" sixteen years earlier. Some people have an ageless beauty and Audrey Hepburn had that quality. She and Connery may be the best tragic lovers since Humphrey Bogart told Ingrid Bergman to get on that plane in "Casablanca". Their scenes together are magic. When Marian asks Robin why he followed Richard during all the years of terrible carnage, Connery sums up his life with a simplicity that is breathtaking; "He was my King..."

The film is wonderfully elegiac and the melancholic sense of time irretrievably lost is heartrending. James Goldman's screenplay is quite simply his best, surpassing his own adaptation of his play, "The Lion in Winter". Unlike that film Goldman refuses to indulge in pithy witticisms at the expense of period flavor. John Barry's bittersweet score and Richard Lester's austere direction never descend into sentimentality and underscore the tragedy of the two lovers reunited after spending half a lifetime apart. David Watkins's gritty cinematography beautifully captures the squalor of life in the medieval age. "Robin and Marian" is a bittersweet adult love story for viewers of all ages.
The little things in this wonderful movie send the messages we need to hear. The idiotic King Richard destroying the castle for a worthless piece of stone, and then like any King, ordering the messengers, Robin and John, to be executed.
This folly repeats itself at the end, when Robin takes the Sheriff and his aides at their word that their duel will decide the day, but with Nottingham dead and Robin mortally wounded, we see Robin's peasants being chased and slaughtered.
Lester is one of the few directors that shows how exhausting fighting with swords can be. Here the final duel to death bears resemblance to that between Michael York and Christopher Lee in 4 Musketeers.
Lester and the camera catch the crow's feet in Marian's eyes as she rekindles the flame. This is so touching. And he does the impossible by letting us have a certain sympathy and respect for Nottingham, a man with a pompous idiot for a king.
Indeed, the original script was titled, "The Death of Robin Hood." With a title like that it was not going to be a rehash of Errol Flynn and Olivia de Havilland. And perhaps that also added to the films lackluster performance at the box-office. Audiences brought up on "The Adventures of Robin Hood" simply could not accept seeing these two beautiful star-crossed lovers ravaged by time, even if they were portrayed by the likes of Sean Connery and Audrey Hepburn.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ungewöhnliche Robin Hood Verfilmung, 4. November 2004

Dieser relativ wenig bekannte Film von 1976 bietet ein erlesenes Aufgebot herausragender Schauspieler in der wahrscheinlich ungewöhnlichsten Verarbeitung der Legende von Robin Hood. Fans, die ein Actionspektakel wie bei Kevin Costner erwarten, werden allerdings enttäuscht.
Dieser von Richard Lester (Beatles Filme, Die drei Musketiere) meisterhaft inszenierte Film konzentriert sich auf die Charaktere der Figuren in einer Zeit, über die in den „normalen" Verfilmungen nichts erzählt wird:

Viele Jahre NACH den Abenteuern im Sherwood Forest, die zur Befreiung König Richards führten, sind Robin Hood (Sean Connery!) und sein treuer Little John immer noch mit Richard unterwegs. Die Kreuzzüge sind verloren und der König (Richard Harris!) hat sich längst als grausamer, weinseliger und egozentrischer Irrer entpuppt. Diese Charakterisierung ist eher selten und klingt am ehesten noch in der hervorragenden Robin of Sherwood Serie von Richard Carpenter an (dort spielt John Rhys Davies den Richard als berechnenden König).
Nachdem Richard - historisch korrekt - von einem Pfeil verwundet wird und im Sterben liegt, verlassen ihn Robin und John und kehren in den Sherwood Forest zurück.
Dort treffen sie auf alte Bekannte und ihre eigene Legende...
Natürlich ist auch Robins große Liebe Marian (Audrey Hepburn!!) nicht weit, auch wenn sie damals aus Kummer ins Kloster ging.
Robins alter Widersacher, der Scheriff von Nottingham (Robert Shaw!) ist nach wie vor an der Macht und wünscht sich wehmütig die alte Zeit zurück, als er noch einen würdigen Gegner hatte.
Prinz John (Ian Holm!) ist der alte Bösewicht geblieben und schickt Soldaten gegen Robin und seine Freunde, bis es zum letzten Showdown kommt.
Doch der ist noch nicht das Ende...

Wie gesagt, was den Film so fabelhaft macht, ist die Charakterzeichnung der Figuren. Connery spielt den alt gewordenen, naiv-unbedarften Robin mit jungenhaftem Charme, Audrey Hepburn ist fantastisch und wunderschön als reife Marian, die eigentlich über ihren Robin hinweg war und sich nicht mehr auf solche Dummheiten einlassen wollte, dann aber doch nicht anders kann als ihn zu lieben; Robert Shaw als alt gewordener, aber immer noch starker Scheriff, der diesmal gar nicht als Bösewicht daher kommt, sondern als souverän kalkulierender und Ehre respektierender Kämpfer; Little John diesmal nicht als tumber Haudrauf sondern als besonnener und ergebener Freund, auch durch die größte Torheit seines Anführers, King Richard als egozentrischer Machtmensch usw.
Daneben kommt natürlich auch der typische Lester-Slapstick-Humor nicht zu kurz.

Wie schon bei den Musketierfilmen von Lester sind die Kulissen und Kostüme liebevoll, authentisch und schön mittelalterlich. Der Sherwood Forest wirkt nicht wie ein Fantasywald sondern kommt realistisch rüber, genauso wie das ständig trübe englische Wetter. Robin trägt kein grünes Wams und ein lustiges Hütchen, sondern einen schlichten Leinenkittel. Alles wirkt viel lebensnäher und echter, ebenso wie die eher unbeholfenen Kämpfe Mann gegen Mann.
Am Schluss steht die Botschaft, dass die Zeit der Helden endgültig vorbei ist und Ehre im Kampf nichts mehr zählt.

Das Ende ist nun wirklich nicht das, was man in einer Hollywood Adaption geboten bekommt (und teilweise sicher der Schwachpunkt des Films).

Natürlich hätte man sich eine noch bessere technische Umsetzung gewünscht (der Ton ist nur in Mono), aber hier kommt es ja schließlich weniger auf Effekte als vielmehr auf die Schauspieler an.

Fazit: Ein echtes Filmjuwel, der mitreißt und bewegt und noch lange nachwirkt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Im Herbstschatten der Mythen - Robin und Marian, 19. Juni 2004

Gleich mehrere "völlig neue Ansätze" realisiert Richard Lester mit seiner Annäherung an den klassischen Robin Hood Stoff: Ausgehend von der Frage, die sich jeder stellt, der Gefallen an einer Geschichte gefunden hat - "...und wie ging es nach dem Happy End eigentlich weiter?" - ist "Robin und Marian" eine Charakterstudie über das Alt-Werden. In der ganzen Bedeutung dieses Begriffes.

Die Sterblichkeit des Menschen im Allgemeinen, die auch vor den Inhabern "unsterblicher" Mythen nicht haltmacht - in diesem Falle Robin Hood und das ganze Panoptikum "seiner" Gefolgsleute (Little John, Will Scarlet, Bruder Tuck, seine geliebte Maid Marian, aber auch König Richard, der Sherrif von Nottingham und Prinz John gehören dazu) ist zentraler Dreh- und Angelpunkt der Geschichte.

Jeder weiß, wie die klassische Robin Hood Geschichte ihr Ende fand: König Richard kehrte nach England zurück, verwies den heimtückischen Bruder und Trohnschleicher Prinz John in die Schranken und die Schreckensherrschaft des Sheriffs von Nottingham fand ihr Ende; der Widerstand des Rebellen Robin Hood wurde gerechtfertig und im Nachhinein geadelt. Doch wie ging es weiter? Waren fortan alle glücklich und zufrieden - wie in der Disney-Fabel?

Richard Lester orientiert sich an den historisch überlieferten Sachlage - natürlich hatte König Richard, gerade aus den Händen seiner Entführer durch das Lösegeld befreit, das Robin und seine Helfershelfer für ihn gesammelt hatten, nichts besseres zu tun, als seine politischen Ziele sogleich dort wieder aufzunehmen, wo er über sie gestolpert war. Und Robin und Little John, beide treue Gefolgsleute ihres Herren, begleiten ihn darauf jahrzehntelang auf den Schlachten und Verwüstungen, die Richard Löwenherz im Morgenland anrichtet. Robin geniesst dabei den Sonderstatus des "Retters von Leib und Leben" und kann sich so viele Freiheiten gegenüber seinem König herausnehmen, die normale Untergebene nicht haben.

Dieser Status prägt die Beziehung der beiden Männer immer noch in dem Augenblick, als König Richard, von einem verirrten Pfeil getroffen, das zeitliche segnet (Herrlich: Richard Harris, dessen Spiel man auch die subtil homo-erotischen Neigungen anmerkt, die man dem Richard Löwenherz immer wieder nachsagt, und die natürlich einer "Männerfreundschaft" wie der zwischen Richard und Robin eine ganz besondere Beinote verleihen!).

Robin und Little John haben, von den Jahren des sinnlosen Krieges desillusioniert, keinen anderen Gedanken mehr, als "nach Hause" zurückzukehren. Nach Nottingham. Wie sehr dieses Nottingham wieder "ihr zuhause" ist, damit rechnen die beiden selber nicht. Denn nun ist Little John völlig rechtmäßig der Trohnfolger seines Bruders Richard geworden, der Sheriff von Nottingham ist nach wie vor im Amt und hat während der langjährigen Abwesenheit des Königs zu seinen schlechten Gewohnheiten zurückgefunden. Und die wie eh und je notleidende Bevölkerung greift zum Trost auf die Lieder und Legenden über den Mann zurück, der früher mal an diesem unveränderlichen Lauf der Welt zu rütteln gewagt hat: Niemand anders als Robin und Little John ist erstaunter, daß das Nennen ihrer Namen und das Singen alter Lieder, in denen sie vorkommen, die Augen der einfachen Leute zum Glänzen bringt, kaum daß sie wieder heimatlichen Boden betreten haben.

Nun dauert es auch nicht lang, und man gerät mit dem Sheriff aneinander, der sich freut, unter all den Unfähigen und Trotteln, die sein Leben zu einem Alptraum der Langeweile haben werden lassen, endlich wieder einen "würdigen alten Gegner" auferstehen zu sehen. Und Maid Marian, die sich vor lauter Kummer darüber, daß Robin seinem König - und nicht ihr - die Treue gehalten hat, in ein Kloster zurückzog, braucht nur wenige Augenblicke dabei zuzusehen, wie ihre Jugendliebe um ihretwillen die vernarbten Muskeln spielen lässt, und damit loslegt, in Nottingham mal wieder "so richtig aufzuräumen", damit die alte Leidenschaft, die sie jahrelang verleugnet hatte, wieder in ihr hochlodert.

Alles "beim Alten"? Die gleiche alte Robin-Hood-Geschichte, nur diesmal mit ergrauter Darsteller-Riege?

Ja und nein - auch wenn die Jahre nicht spurlos an den Protagonisten vorübergangen sind, auch wenn sich Robin der Legenden, die sich mittlerweile um ihn ranken, selbstsüchtig bedient, und der Sheriff von Nottingham sich als alles andere erweist als tumber Bösewicht - beide versuchen, den Stoff wieder genauso und an genau der Stelle wieder aufzunehmen, an dem sie ihn vor Jahren, als König Richard den Streit zwischen Rebellen und Regierung schlichtete, fallen gelassen haben.

Sie versuchen alles, was ihr Leben als junge Männer ausgemacht hat, genauso weiterzuleben, als wären sie immer noch "dieselben". Und genau das kann so nicht mehr funktionieren. Denn auch wenn Ruhm und Erfahrung auf den ungebrochen kraftvollen Schultern der Streithähne liegen, sind diese nun nicht mehr so unermüdlich wie anno dazumal. Im Schatten dieser Erkenntnis wie auch anderer Weisheiten des Alters vermischen sich die für unantastbar gehaltenen Grenzen zwischen Gut und Böse, zwischen richtig und falsch. Und sogar der "treue" Little John hat, wie man merkt, eine Leiche im Keller liegen, als er Marian gesteht, daß er sie unsterblich geliebt hat, und sich nur deswegen nie um sie bemüht hat, weil er ohne Robin ein "Niemand" geblieben wäre.

Ein Wunderwerk, was Richard Lester da gelungen ist - nicht nur durch brilliante Schauspieler, hervorragende Ausstattung und mitreißende Musik. Der ganze Mythos findet sich originalgetreu in diesem Werk wieder - und steht trotzdem Kopf.

Eine sinnliche Reflektion über den Wert von Leidenschaften und Heldentaten, von Liebe und Treue im Angesicht des stetig näherrückenden, unvermeidlichen Endes - das ist, was die Annäherung an quasi-mythische Figuren wie die aus der Robin Hood Legende so vollkommen macht, sie vor unseren Augen (im wahrsten Sinne des Wortes) zu "normal-sterblichen" Menschen werden läßt und den wirklich tiefen Wert dieses kleinen (wahrscheinlich aufgrund seiner "unbequemen" Botschaft) wenig beachteten Streifens ausmacht.

Die Quintessenz aus seiner Botschaft vermittelt Lester gleich zu Beginn und Ende des Filmes selbst in symbolischer Form, indem er den Zuschauer ein Stilleben aus frischen und vertrockneten Äpfeln betrachten lässt...


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Exzellent!, 23. Januar 2004

Robin Hood kehrt nach 20 Jahren mit Little John aus den Kreuzzügen zurück. Nach dem Tod des mittlerweile geistig verwirrten Richard Löwenherz besteigt Sir John den Thron. Robin ist bereits zur Legende geworden. Er begegnet noch einmal allen, die seinen Weg säumten- den alten Gefolgsleuten aus dem Sherwood Forest, seiner großen Liebe Marian, die in der Zwischenzeit Nonne geworden ist und dem Sheriff von Nottingham, der immer noch die Grafschaft regiert- ein letztes Mal muß Robin gegen ihn in den Kampf ziehen...
Der Titel schreckt viele Leute vor einer Betrachtung des Films ab, da sie vermuten, eine kitschige Schmonzette serviert zu bekommen. Natürlich gibt es auch romantische Szenen zwischen Robin und Marian, aber sie sind nur eine Facette dieses komplexen, unterschätzten Werks, das zu seiner Zeit (1976) ein Flop war, da die Zuschauer wohl eine übermütige Musketier-Variante (zuvor von Richard Lester inszeniert) erwartet hatten. Tatsächlich ist dies, neben den Errol Flynn-Filmen, die beste Bearbeitung des historischen Stoffs. Zum einen ist der Film wohl am authentischsten, was die letzten Jahre Robins angeht (auch wenn sein Tod eigentlich auf das Konto einer Äbtissin geht), denn in welchem anderen Film endet die Geschichte tragisch? Der Film ist aber ebenso weit davon entfernt, trockenes Drama zu sein- Tragikomödie dürfte der treffenste Begriff für diese Entmythifizierung einer Legende sein. Das Drehbuch (vorzügliche Dialoge!) von James Goldman und die Inszenierung von Beatles-Regisseur Lester (er wählt immer sinnvolle Einstellungen und inhaltliche Übergänge) sind gleichermaßen pointiert.
Das Schauspieler-Ensemble ist eine absolute Traumbesetzung: Audrey Hepburn hatte nach ihrer langen Leinwandabstinenz das richtige Comeback gewählt. Ihr Zusammenspiel mit Sean Connery, in einer seiner besten Rollen, ist äußerst harmonisch und glaubwürdig. Aber auch die anderen Darsteller geben Vorstellungen der Extraklasse- Robert Shaw spielt als einziger Schauspieler der Filmgeschichte den Sheriff nicht als finsteren Erzbösewicht, sondern als intelligenten, teilweise sogar sympathischen Mann, der mit Robin Hood viel mehr gemein hat, als mit seinen unfähigen Mitarbeitern. Trotzdem muß er, in einem sinnlos gewordenen Ritual gegen seinen Erzfeind antreten (eine der ungewöhnlichsten Duellszenen im Film überhaupt). Richard Harris ist beängstigend gut als halb-verrückter Löwenherz, der beinahe seinen alten Weggefährten über die Klinge springen lässt. Daneben glänzen ebenfalls Nicol Williamson als Little John und Ian Holm als King John. Ein verkanntes Meisterwerk!




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