Beschreibung
Gerhard Polts Kinodebüt aus dem Jahr 1983, eine bitter-ironische Farce auf den Versicherungsalltag, ist gleichzeitig sein bislang bestes Werk, das auf Anhieb den Bundesfilmpreis gewann. Polt spielt den naiven Gabelstaplerfahrer Weitel, dem vom gerissenen Vertreter Arno von Mehling (Nikolaus Paryla) ein ganzer Haufen absurder Versicherungen aufgeschwatzt werden. Als Weitel beinahe zu spät der finanzielle Kollaps schwant, macht er sich am Faschingsdienstag auf, um in den endlosen Korridoren des Versicherungsunternehmens nach von Mehling zu suchen und alles rückgängig zu machen. Dabei findet sich Weitel zwischen spanischen Señoritas und kühnen Piraten wieder. Die Pappnasenfraktion bereitet sich bereits aufgeregt auf den Höhepunkt des Angestelltendaseins vor: der alljährliche Faschingsball "Traumpolice". Gerhard Polt ist, wie auch schon in der erfolgreichen Fernsehserie Fast wia im richtigen Leben weit mehr als nur grantelnder Kabarettist im Schauspielergewand. Im Gegenteil: mit Regisseur Hans-Christian Müller war er für das Drehbuch verantwortlich, das auf Gesprächen basiert, die Polt in einer Versicherungskantine belauschte. Sehr realitätsnah ist deshalb auch der gesamte Film, dessen zweite Hälfte im Inferno des abendlichen Faschingsballs spielt. Auch mehrere Hektoliter Bier und ungeschminkt derbe Spaßrituale lassen die zynische Profitorientierung nicht vergessen, die in Gestalt einer geplanten Entlassungswelle durchsickert. Polt schafft das Kunststück, seinen Figuren noch im Bierdunst der Angestelltenseligkeit die Stange zu halten und auch in den unmöglichsten Situationen ihre Sehnsüchte zu respektieren. Kehraus ist eine gnadenlos effiziente Realsatire, einmal Hölle und zurück, nicht ohne im aschfahlen Morgenlicht des Aschermittwochs einen Funken Hoffnung in die Welt zu zaubern. --Thomas Reuthebuch
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Kundenmeinungen
Platter und antiquierter Klamauk. Tut Euch das besser nicht an., 15. September 2007
Na, da bin ich dann doch den sehr euphorischen Vorschußlorbeeren der Vor-Rezensenten aufgesessen :-( = Seit langem eine DVD, die bis zu Ende anzuschauen mir unerträglich war :-(.
Mir völlig unverständlich, wieso dieser öde Klamauk so reichlich mit 5er Wertungen überschüttet wurde:
Ein Wiedersehen mit Dieter Hildebrandt und Jochen Busse in jüngeren Jahren macht neugierig und klingt vielversprechend. Und richtig: Büroalltag (öde, leblos, feige) Vorstandsgebaren (selbstherrliche Gutsherren-Art) und der typische Verlauf eines Balles (fortschreitender Suff, Erbrechen, Anzüglichkeiten) sowie menschliche Sehnsüchte (nicht allein sein wollen) und Schwächen (Gehässigkeit, Schadenfreude, Hofierung des Geldes) wurden feinsinnig wahrgenommen... - Dafür auch einen Punkt.
... aber die Umsetzung ???!!!!
= Eine Aneinanderreihung von altbekannten Kalauern und Phrasen (etwa so unerhaltsam und witzig, wie eine "Mainz bleibt Mainz"-Ausgabe von 1983), schlechtes Bild, billigste Bühne und Maske :-(.
Da paßt es auch, daß auf der DVD-Hülle (wie so oft) das Produktions-Datum nicht angegeben ist, damit der Interessent nicht gleich erkennt, was für eine olle Kamelle er da in Händen hält.
Einen weitaus unterhaltsameren und subtileren Eindruck in den "Büro-Alltag eines Versicherungsunternehmens" samt Intrigen und zwischenmenschlichen Verwicklungen bieten da die ersten beiden (von 3, die 3. ist dann schon etwas ausgelutscht) Staffeln von "Stromberg".
Horrortrip durch das "Versicherungswesen", grrrr !!!, 9. August 2007
Dieser Film ist der Wahnsinn schlechthin !!! Ich habe ihn mir gerade angesehen u. bin total begeistert !!! Ich habe selten so eine bitterböse Satire/Komödie gesehen wie diese. Was Gerhard Polt sich da ausgedacht hat, unter der Regie von Hans Christian Müller, das ist schon arg bös, aber das Schlimmste an dem Film ist ja, das man gerade bei den übelsten Sentenzen als Zuschauer ausgerechnet mit den sogenannten "Bösen" mitlacht !!! Es kann quasi gar nicht fies genug sein, aber man lacht mit !!! Irgendwie erschreckend, aber eben auch saulustig !!! Als Satire kann man den Film eigentlich gar nicht bezeichnen, da die Definition für Satire eigentlich vorsieht "stark überzeichnete Wirklichkeit", wenn man den Plot aber genau betrachtet, so kann von "stark überzeichneter Wirklichkeit" eigentlich gar nicht die Rede sein, so bzw. so ähnlich geht es doch wirklich zu in vielen Unternehmen. Hier ist das Unternehmen eine Versicherung. Gerhard Polt schließt zu viele Versicherungen ab, die er sich nicht leisten kann u. versucht nun auf einer abenteuerlichen "Tour de Force" bei der Versicherung u. später auf dem Faschingsball der Versicherung "Traumpolice" den entsprechenden Vertreter ausfindig zu machen um die vielen Versicherungen wieder zu stornieren. Auf der Suche nach diesem Menschen erlebt der Protagonist (Polt) so allerlei Skuriles u. Widerwärtiges. Doch es ist wie im richtigen Leben, um zu begreifen worum es tatsächlich geht müssen Sie sich den Film schon selber anschauen, er ist es absolut wert, denn er ist schlichtweg genial !!!
Fast wia im richtigen Leben......, 29. Juli 2007
Das Box-Set und diese DVD: Polt at its bavarian best !! Nicht nur, dass der Film aus dem Jahr 83 immer noch aktuell ist in Sachen Versicherungen, die einem den letzten Nerv rauben können, der Wortwitz, Darsteller, Dialoge und einfach die Erscheinung Polt waren nie besser. Jetzt kann jeder Polt-Fan dagegen halten, dass "Man spricht Deutsh", "Herr Ober" und der unsägliche "Germanikus" da noch mithalten, dann kann Ich nur sagen:
".....bei uns machen die Schubkarren quiek,quiek,quiek "
Mehr Gesellschaftskritik als Satire..., 18. Mai 2007
...aber eine immer wieder gerne gesehene, punktgenaue Analyse deutschen Büroalltags.
Zum oft unverstandenen 'Schubkarren-Witz': als der Eine den Witz erzählt und meint, "bei uns machen die Schubkarren immer quiek-quiek [langsames Quieken], meint der im Witz vorkommende, an der Unterhaltung teilnehmende Zweite, "Sofort entlassen - bei uns machen die Schubkarren immer Quiek-quiek-quiek [schnelles, hochfrequentes Quieken]" - was nichts weiter bedeutet, als das die Schubkarren im zweiten Falle schneller bewegt werden, demnach schneller und effektiver gearbeitet wird! Das ist das ganze Geheimnis und die Essenz dieser Witzelei.
Der beste Streifen mit dem Gespann Polt/Schneeberger, nicht so verkrampft und bemüht wie 'Man spricht Deutsh'.
Der erste und beste Film, 23. Februar 2007
Ferdinand (Gerhard Polt) ist ein gutmütiger Zeitgenosse und lässt sich am Rosenmontag vom Vertreter von Mehling (Nikolaus Paryla) einige Versicherungen aufquatschen. Zum Beispiel eine gegen Hochwasser, obwohl Ferdinand in einem oberen Stockwerk eines Hochhauses wohnt! Ferdinand realisiert, dass die Polizen einen guten Teil seines knappen Einkommens auffressen würden und versucht das Geschäft rückgängig zu machen. Man bestellt ihn für den folgenden Tag in den 6. Stock des Versicherungsgebäudes ein.
Es ist Faschingsdienstag und Polt begibt sich auf eine Odyssee durch das Bürogebäude, in dem alles gemacht, bloß nicht gearbeitet wird. Von Mehling lässt sich immer wieder verleugnen, weil er finanziell auf die Prämie angewiesen ist und so wird Ferdinand Zeuge des närrischen Treibens. Zum Beispiel kopieren die Angestellten schlechte Witze und man schickt Ferdinand zum Spaß zum Vorstand in den 13. Stock hoch. Dort platzt er in eine Versammlung, wo die Vorstandsmitglieder per Video beobachten, was im Haus, insbesondere im 6. Stock, vor sich geht. Die Mitarbeiter des 6. Stockes hatten indes schon immer geahnt, dass sie beobachtet werden. Polt hilft ihnen bei der Suche der Kamera, da er gesehen hat aus welcher Perspektive die Leute auf dem Bildschirm zu sehen sind. Die Linse wird kurzerhand mit einem halben Krapfen und dessen Marmelade zugeklebt. Frau Waguscheit (Gisela Schneeberger) gibt Ferdinand aus Dankbarkeit den Tipp am Abend auf den Faschingsball zu kommen und sich als Vorstand Dr. Berzelmeier (Dieter Hildebrand) auszugeben.
Auf dem Ball erfahren die Mitarbeiter dann vom angetrunkenen Dr. Berzelmeier, dass der ganze 6. Stock wegen "chronischer Unproduktivität" aufgelöst werde. Es passiert allerhand tragisch-komisches, während Ferdinand und Rosi Waguscheid sich näher kommen und Rosi ihm verspricht am folgenden Tag seine Unterlagen verschwinden zu lassen. Weil nun "eh schon alles wurscht" sei.
Kehraus war der erste Kinofilm von Gerhard Polt. Er bietet wunderbar bösen, hinterfotzigen Humor, eine hervorragende Besetzung und eine tolle Regie von Hanns-Christian Müller, von dem auch die Filmmusik stammt. Ein Film zum mehrmals anschauen, so viele Gags sind hier versteckt.
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