Kundenmeinungen
Liebe hat viele Gesichter, 17. November 2007
Dieser Film ist eindeutig einer der besten, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Spannend vom ersten Augenblick an bis zum Schluss. Schonungslos und realistisch werden hier die verschiedenen Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungen beschrieben. Von Aussichtslosigkeit, Agressivität, Gewalt bis zur leidenschaftlichen Liebe. Octavios Liebe zu Susanna ist beeindrückend. Sie ist der Grund, warum Octavio sich in die Sache mit den gefährlichen Hundekämpfen einwickeln lässt. Das hat bittere Folgen: Aerger mit der Familie, Blut, Gewalt. Ich habe regelrecht mit Octavio mitgefiebert und für ihn gehofft, dass sich dieser Aerger für ihn am Schluss doch lohnen würde. Und nicht selten kam mir die Frage: ist es das wirklich wert, Octavio? So viel Risiko, Blut und Gewalt, die seine Liebe zu Susana mit sich brachte -um schlussendlich von dieser Frau abgewiesen zu werden, gerade in dem Moment, wo er sein Ziel erreicht zu haben glaubte.
War es das wert?
Eine Geschichte über Menschen, ihre Sehnsüchte und die Mittel, zu denen sie manchmal greifen, um ihren Sehnsüchten näherzukommen.
Tierliebe., 30. September 2007
In Mexico-City lebt Octavio mit seiner Mutter, seinem Bruder, dessen Frau und Kind in einer kleinen Wohnung. Durch Zufall stellt Octavio fest, das sein Hund eine Siegernatur ist und bringt ihn fortan zu Hundekämpfen, die ihm gutes Geld einbringen. Mit dem Geld will er seinem kriminellen Bruder die Frau ausspannen und mit ihr ein neues Leben beginnen. Bei einem Wettkampf kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung mit dem Kontrahenten und Octavio muss fliehen. Bei der wilden Verfolgungsjagd mit dem Auto rast Octavio in ein anderes Fahrzeug.
In dem anderen Fahrzeug sitzt ein bekanntes Fotomodell, die gerade mit ihrem neuen Lebenspartner zusammenzieht. Durch den Unfall wird ihr Bein schwer verletzt und sie kommt nur schwer mit den neuen Lebensumständen zurecht. Zudem fällt ihr kleiner Hund durch ein Loch im Holzboden und findet nicht mehr den Weg hinaus. Die Spannungen zwischen dem jungen Paar nehmen zu.
Ferner ist am Unfallort ein Stadtstreicher, der sich Octavios Hund annimmt. Er pflegt ihn wieder gesund und Octavios Hund tötet nach der Genesung alle seine übrigen Hunde. Den Lebensunterhalt verdient sich der Exrevolutionär durch Auftragsmorde.
Die drei Geschichten sind durch den Unfall verbunden. Zwar werden sie hintereinander erzählt, aber es kommt immer wieder zwischendurch zu Übergriffen. Die Lebenslage der Protagonisten verschlechtert sich über den gezeigten Zeitraum. Alternativen für bessere Verläufe scheint es nicht zu geben. Insgesamt wirkt das Gezeigte beklemmend authentisch.
Rau, 15. September 2007
Kein "Gute-Nacht"-Film. War beim ersten sehen ordentlich geschockt, weniger wegen der "Mann ist das schlimm Momente", sondern mehr wegend er gewalt der bilder, die durch die Schnitte noch heftiger auf die Augen prallen. Wenn man den Film zulääst, haut er einen um. Deshalb gut.
Warum soll dieser Film gut sein?, 3. August 2007
Also es gibt wirklich sehr gutes Kino aus hispanoamerikanischen Ländern, aber nicht alles ist halt wirklich gut. Manchmal denkt man, dass für viele Leute 'anders und exotisch' schon 'Kunst und gut' bedeutet.
Ich kenne viele spanische und hispanoamerikanische Filme und gucke diese auch immer in spanisch und man muss nicht diesen Film schauen.
Vielleicht mag es daran liegen, dass ich sämtliche Kampfhunde am liebsten sofort einschläfern lassen würde, aber der Film ist eine ziemliche Qual. Durch radikale Schnitte und ordentlich viel Gewalt, kann man einprägende Bilder erzeugen, aber das heißt noch lange nicht, dass das Resultat dann gut ist.
Ein Filmjuwel um enttäuschte Hoffnungen, Liebe, Gewalt und Leid, 28. Juli 2007
In diesem in Mexico-City spielenden Drama werden drei unterschiedliche Lebensgeschichten erzählt, die durch ein für alle Beteiligten einschneidendes Ereignis mit Wucht zusammenprallen. Ein Autounfall steht am Anfang des zunächst verwirrenden Geschehens. In ihn verwickelt ist Octavio, der in seine Schwägerin verliebt ist. Er lässt seinen Rottweiler für Geld bei blutigen Hundekämpfen antreten. In der zweiten Geschichte geht es um die Beziehung eines Verlegers zu einem erfolgreichen Fotomodell. Dessen Schoßhündchen spielt dabei eine tragende Rolle ... Dritter Augenzeuge des Unfalls ist ein ehemaliger Sandinist, der als Penner mit seinem Hunderudel durch die Stadt zieht, sich als Auftragskiller verdingt und den Tag herbeisehnt, an dem er seiner Tochter leibhaftig gegenüberstehen kann.
Amores Perros ist ein harter, dreckiger, langer und direkter Film. Zu Beginn wird man mit schnellen Schnitten und hektischen Wechseln mit Wucht in das Geschehen geworfen. Das erste Drittel thematisiert den Überlebenskampf sowie die Gewaltbereitschaft im ärmsten Milieu Mexiko-Citys. Darauf folgend wird dieser harten Realität die schillernde Welt der Medien gegenübergestellt, in welcher die Vergänglichkeit von Liebe und Glück im Mittelpunkt steht. Schließlich führt der dritte Teil die beiden Welten zusammen. Die Kamera ist immer so nah am Geschehen, dass der Zuschauer sich regelrecht in den dramatischen Ereignissen verliert.
Keine Kost für Jedermann, für mich jedoch ein Meisterwerk. Ein großartiges Drehbuch, gelungene Bilder und Schnitte sowie hervorragende Darsteller in einem komplexen Gebilde voller enttäuschter Hoffnungen, Liebe, Gewalt, Leid und Tiefgründigkeit. Eines der kostbarsten Filmjuwele.
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