Kundenmeinungen
Die Mutter aller modernen Mystery-Serien, 12. April 2008
Hätte ich im Jahre 2002 nur ansatzweise geahnt, welches Warte-Martyrium mir bevorstehen würde, ehe ich die zweite (und abschließende) Staffel dieser großartigen Serie mein Eigen nennen konnte, hätte ich vorerst die Finger davon gelassen.So aber schlug ich bedenkenlos bei dieser sehr schön gestalteten Box (Laura Palmers Highschool-Bild als Schutzhülle, ihre Wasserleiche als direktes Boxcover) zu. Und wie es vielen so ging - hatte man einmal angefangen zu schauen, mußten es schon so viele Folgen wie möglich am Stück sein, anders hielt man die Spannung gar nicht aus. Denn auch wenn der Fakt bei der damaligen deutschen Erstausstrahlung bei RTL durch den Konkurrenten SAT.1 bereits verraten wurde: Wer tötete Laura Palmer?Die erste Staffel der Kultserie, die mit einem wirklich nervenzerfetzend spannenden Cliffhanger endet (erwähnte ich schon die 5 Jahre Wartezeit?) ist sicherlich der eingängigere Teil, bei dem Krimielemente dominieren. Erst danach fuhr David Lynch so richtig schweres Geschütz auf und schlug den ihm eigenen bizarren Weg ein, der voll von versteckten Anspielungen mit weiten Interpretationsmöglichkeiten ist. Nicht umsonst deuten Fans der Serie einzelne Passagen bis heute auf unterschiedlichste Weise.Ein wunderbar gutgelaunter Kyle MacLachlan ("Großartiger Kaffee!") darf inmitten der bigotten Twin Peaks-Szenerie (gibt es in diesem Ort eigentlich jemanden, der KEIN heimliches Verhältnis hat?) brillieren, immer unterstützt von den skurrilen Gestalten des örtlichen Polizeireviers und einem herrlich fiesen ("Schau, es versucht zu denken!") Miguel Ferrer als FBI-Forensikexperten Albert Rosenfield.Lynch hat meisterlich ein düsteres Szenario in die landschaftlich reizvolle Gegend des amerikanisch-kanadischen Grenzgebiets plaziert, getragen von erdigen grün-braunen Farbtönen und der gänsehauterzeugenden Musik seines Hauskomponisten Angelo Badalamenti. Wie immer regiert beim Meister deer seelischen Abgründe unter der heilen Oberfläche der Kleinstadtidyllle ein abgrundtief böses Gemisch aus Sex und Gewalt, das sich in Form des brutalen Mords an Laura Palmer zu erkennen gibt.Auch wenn der Pilotfilm in puncto Bild-und Tonqualität etwas abfällt, habe ich nichts wirklich an der technischen Seite der DVDs zu bemängeln. Im Gegenteil, die Box ist mit umfangreichem Bonusmaterial ausgestattet, so Interviews, die einleitenden Worte der "Log Lady" zu jeder Episode und, und, und.Eine Frage stellt sich mir allerdings immer noch: Wer war denn nun DAS weibliche Leckerli der Serie? Sheryl Lee als Laura Palmer? Sherilyn Fenn als Audrey Horne? Oder doch Lara Flynn Boyle als Donna Hayward? Schwer, schwer, schwer..."Netterweise" wurde nach der Veröffentlichung der drei Einzelboxen noch eine Sonderdition mit der kompletten Serie veröffentlicht. Mit dem Fan kann mans ja machen...
Der Superlativ unter den Serien, 23. Juli 2007
Wenn ein Rätsel am besten mit einer guten heißen Tasse Kaffee und einem Tisch voller Donuts gelöst wird, Verdächtige durch das Werfen von Steinen auf eine Glasflasche ermittelt werden, man Orakel in Form eines Stück Holzes zu Rate zieht, Riesen und Zwerge Prophezeihungen in Träumen übermitteln, das Entfernen eines Holzbockes lebensgefährlich wird, die übelsten Schurken noch für Lacher sorgen indem sie lächerlich obsessiv den Verzehr fremdländischer Nahrung zelebrieren oder ihnen eine einäugige Irre mit Berserkerqualitäten begegnet, dann sind sie mitten in Twin Peaks, dem idyllischen 51000 Seelen Ort und der besten Serie aller Zeiten.Sie mögen die Tiefe von "Deadwood", den Charme von "Seinfeld" und die ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden eines "Columbo"? Bei Twin Peaks haben sie all das zum Quadrat! Wie es mir gelingen konnte die letzten 17 Jahre seit Erscheinen der ersten Staffel an Twin Peaks vorbeizuleben, ist mir nun unbegreiflich!Wer`s nicht sieht ist`s selbst schuld!
Damn good series. Perfekt bis ins Detail!, 27. Mai 2007
Einst gab es sie, jene außergewöhnlichen, über den schalen, fließbandgefertigten Einheitsbrei hinausragenden Serien. Und das Gute dabei ist: Jetzt gibt es sie wieder - auf DVD. Sie, das sind "The Munsters", "Eine schrecklich nette Familie" oder "Akte X". Steigerung gefällig? Twin Peaks!!!. Was David Lynch und Mark Frost da Anfang der 1990er ersonnen und ersponnen haben, bleibt Fernsehkult.Twin Peaks, das idyllische Örtchen im schönen Staate Washington, hat ein dunkles, uraltes Geheimnis, das irgendwo in den Wäldern lauert. Manchmal ergreift es von Personen Besitz und dann passieren Morde, wie jener an der allseits beliebten Dorfschönheit Laura Palmer. Eingewickelt in Plastik wird ihr toter Köper, die wohl hübscheste Wasserleiche der Filmgeschichte, im Fluss entdeckt. FBI-Agent Dale Cooper wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Und diese ergeben gleich Sonderbares. In einem ausrangierten Zugwaggon findet er ein Blatt Papier, auf dem in blutigen Lettern "Fire Walk With Me" zu lesen steht. Tja, und unter einem Fingernagel der Toten steckt ein noch kleineres Zettelchen mit dem Buchstaben "R" darauf. In typisch lynchiger Manier ("Blue Velvet", "Mulholland Drive") lernt man nun Stück für Stück die Bewohner von Twin Peaks näher kennen - und alle haben sie etwas zu verbergen, kleine oder große Geheimnisse. Lynch/Frost entwickelten mehrere spannende Nebenhandlungen, die alle zusammengenommen ein großes Panoptikum ergeben. Die Serie geizt nicht mit Skurrilem, Surrealem oder Fantastischem, flacht aber nie ins Lächerliche bzw. Seichte ab. Ein Meisterstück an Regie und Drehbuch!Für seine Charaktere wählte David Lynch schauspielerische No-names aus, neue Gesichter, die alle durch "Twin Peaks" Berühmtheit erlangten. Allen voran Kyle MacLachlan als Agent Cooper. Ganz ohne Casting-Couch wurde auch eine Reihe attraktiver Schauspielerinnen engagiert - mit Talent noch dazu. Sheryl Lee (Laura Palmer), Lara Flynn Boyle (Donna Hayward), Madchen Amick (Shelly Johnson), Joan Chen (Josie Packard), Sherilyn Fenn (Audrey Horne) oder Peggy Lipton (Norma Jennings).Als Kontrast zu so viel Ästhetik setzte Lynch Figuren ein wie den zwergenhaften "The Man From Another Place" (er gibt auf der Bonusscheibe Sprachunterricht für den Roten Raum) oder den aus dem Teppich hervorwachsenden "Killer Bob". Wer sie sind oder wofür sie stehen, muss der Zuschauer selbst erahnen, da gibt es auch in den Extras auf DVD 4 keine Erklärungen. Lynch liebt es Fragen aufzuwerfen, die jedermanns Unterbewusstsein stimulieren. Der Pilotfilm auf DVD 1 dauert zwei Stunden und macht so richtig Geschmack auf Episode eins, an deren Beginn Agent Cooper kopfüber im Zimmer des Great Northern Hotels baumelt und in sein Diktafon namens "Diane" über "damn good coffee" spricht. In Folge zwei engt Cooper den Kreis der Mordverdächtigen mittels tibetischer Steinwurfübung ein. In Episode sieben verknotet Audrey im anrüchigen Etablissement "One Eyed Jack's" einen Kirschstängel mit der Zunge. Alles einzigartig-witzige Szenen. Fast möchte man Lynch dafür Standing Ovations zollen.Überflüssig zu sagen, dass das Bonusmaterial mit zahlreichen Interviews der Serienmacher sowie Plauder-Kurzbesuchen bei den Darstellern ebenso sehenswert ist. Sheryl Lee erzählt mit angenehmer Stimme über ihren Einsatz für den Tierschutz, Richard Beymer (in "Twin Peaks" der dubiose Benjamin Horne) sinniert über seine Erfahrungen mit dem Rauschmittel Ayahuasca, die er während eines Amazonas-Trips sammelte. Zudem kann vor jeder der sieben Episoden im Menü ein Kommentar der "Log Lady", jener Dame, die mit ihrem Holzscheit spricht, aktiviert werden. Alles anhören! Es lohnt sich.Wenn am Ende der ersten Staffel Agent Cooper von drei Schüssen niedergestreckt wird, fragt man nicht so sehr nach dem Täter als nach der nächsten Season. Wem die einfallsreich und stilecht aufgemachte DVD-Box noch nicht reicht, der/die kann ja direkt nach Twin Peaks pilgern. Agent Cooper verrät nämlich, wo's liegt: 7km südlich von Kanada, 15km westlich der Staatsgrenze (von Idaho). Also, auf in den mysteriösen Nordwesten der USA!
Oh mein Gott!, 19. April 2007
Was ist denn das?????Wirklich Lynch? Was sind das für Charaktere? Was für eine Art Humor ist das? Und wieso funktioniert das alles derartig hypnotisch, dass ich mich fast nicht von der Serie losreißen kann? Also was bei mir wie eine Rakete eingeschlagen hat:- die typischen Lynch Bilder und das Gefühl, das man dabei beim Zuschauen hat: Momente, die direkt aus dem Unbewussten, aus Träumen zu stammen scheinen. Archetypische Charaktere mit abgrundtiefen seelischen Abgründen und undurchsichtigen persönlichen Absichten. Handlungsfäden überall - mal besser erklärt, mal dem Zuseher zur freien Interpretation komplett überlassen. Das typische Lynch Feeling halt (und in dieser Form meiner Meinung nach sicher besser verdaubar und annehmbar, als z.B. bei Mullholland Drive oder Lost Highway).- die Musik von Angelo Badalamenti: eigentlich total eigensinnig und auf'm Blatt eine Serie von ganz einfach-gehaltenen Melodien und Themen. Und dann sieht man alles in Kombination und wird (wie oben schon erwähnt) von den Bildern, dem Ton, dem gerade Passierenden total in den Bann gezogen.- (und der für mich am aller, aller, allerüberraschendsten) der Humor der Serie. Diese Art von Humor ist mir nämlich neu und ich habe soetwas noch niemals in einer derartigen Umgebung gesehen. Mystery, Lynch und Humor - vor dem Sehen von Twin Peaks hätte ich mir dies niemals vorstellen können, jetzt bin ich eines Besseren belehrt und muss ganz wild lachen, wenn ich die Wörter "Tibet", "John F. Kennedy", "Douglas-Tannen", "Schneehasen" oder "Heidelbeerkuchen" höre. Kyle MacLachlan spielt den mehr als nur facettenreichen FBI-Agent wirklich unfassbar eingebungsvoll und glaubwürdig (sowohl im Humor als auch beim Rest dieser umfassenden Rolle).Bis jetzt habe ich jedenfalls immer ein kleines bißchen skeptisch und ungläubig darüber geschmunzelt, welchen Kultstatus Twin Peaks einnimmt. Jetzt - dank dieser schönen DVD Veröffentlichung - bin ich selbst in den Strudel geraten und kann mich fast nicht mehr losreißen von der Geschichten rund um Laura Palmers Mord.Faszination pur - also 5 Sterne ganz klar von mir als kritischen "Frischling", was Twin Peaks betrifft.-------zur Technik:Bild: dem Alter her entsprechend total annehmbar. Die Farben bzw. die Auflösung sind zwar nicht so knackig, wie bei neuen Serien, aber im großen und ganzen bin ich auf meinem 82cm Fernseher mehr als zufrieden.Hervorzuheben sind für mich auch die DVD-Menüs. Stimmig ist der einzige Ausdruck, der mir hierzu einfällt. Ein Lob an den Designer - sie passen wirklich 100%ig zur Serie und lassen einen schon beim Menüsurfen das Gefühl und den Geschmack rund um Twin Peaks erspüren.Ton: Kann ich nichts Schlechtes sagen. Mono eben. Aber verständlich, klar und - ganz wichtig - synchron.Extras: bin ich noch nicht durch, aber die Einführungen der Log-Lady bzw. die Audiokommentare zu den Folgen haben vorerst einmal einen guten Eindruck bei mir hinterlassen.
Ich wünschte, ich könnte mehr als 5 Sterne geben!, 29. März 2007
Twin Peaks hat Fernsehgeschichte geschrieben. Ich habe die erste Box gesehen und mir im Anschluss sofort die zweite gekauft. Ich war (bzw. bin!!) restlos begeistert. Die Tonqualität ist zwar nicht die allerbeste, aber man kann eigentlich alles verstehen und das Bild ist auch sehr gut. Das Titelmenü hat mich unglaublich beeindruckt (besonders das von der ersten Disc!!).Die Extras sind sehr aufschlussreich und vielzählig. Man erfährt einiges über die Darsteller,.....Alles in allem sehr zu empfehlen!!! (Auch für jüngere Krimi/Mystery begeisterte, ich bin schliesslich selbst erst 13!!!)Also: KAUFEN!!
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