Kundenmeinungen
Schöngeist mit weitem Horizont, 9. Oktober 2007
Reinhard Mey ist immer auf der Suche nach neuen Themen, die er mühelos findet, um darüber geistreich, gefühl- und geschmackvoll zu referieren. Genauer gesagt ist es wohl so, dass ihm die Themen nur so zufliegen und er noch selektieren muss, welche die wichtigsten sind. Immer wieder denke ich: langsam hat er doch mal alles abgehandelt. Aber nein, der Berg der Ideen, den er abzuarbeiten gedenkt, scheint explosionsartig anzuwachsen. Das ist der Grund für die ständige, verblüffende Themenvielfalt auf seinen neueren Alben. Zu allem hat er was zu sagen - und immer genau auf den Punkt. Seine Texte sind sowohl formal wie inhaltlich wahre Kunstwerke der deutschen Sprache.Und wieder mal hat mich diese CD zu Tränen gerührt("Weißt du noch,Etienne ?"), sehr nachdenklich gemacht("Faust in der Hand","Frei") und auch zum Lachen gebracht("Neulich in der Dessousabteilung").Mey ist ein Meyster seines Fachs, unschlagbar im Bereich Liedermacher - und ich wette, solang er gesund ist (hoffentlich noch mit 85), wird er nicht aufhören, hervorragend zu sein.
Ich lese immer, dass Rezenten Überraschungen erwarten..., 29. Juni 2007
... aber ich finde, Reinhard Mey muss nicht mit großen Überraschungen daherkommen, um zu überzeugen. Im Gegenteil, auch diese CD sehe ich ganz wohltuend in der Linie seine Stils. Die Themen, die er aufgreift, sind meiner Meinung nach wie vor aktuelle Themen, wie gewohnt gut musikalisch umgesetzt.Wer musikalische Überraschungen und Experimente will, sollte sich diversen Casting-Musikprojekten zuwenden, mit allen Vor- und Nachteilen.Wer die gewohnt solide und bekannte Reinhard Mey Musik haben will, wird auch mit dieser CD einen guten Griff machen.
Gute CD, nette Texte, jedoch..., 14. Juli 2003
Reinhard Mey hat auf dieser CD gezeigt, dass er auch anders kann: Er wagt sich auf musikalisches Neuland und bringt sich ( bei "Blitzlichter") auch in einer Rap - Hiphop - artigen Stilrichtung gut ein.Mit "Wiesel" nimmt er das Thema der kindesmisshandlungen ernst und parabelhaft in Angriff, was ihm - auch wegen Texten und Akkorden - wie ich finde, sehr gut gelingt.Das Lied " Rüm hart" handelt von Ausländern in Deutschland und ihre Integration in Deutschland und ist ein Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber anderen.Trotz allem halte ich die Zusammenstellung der sogs für etwas unglücklich, da der Sprung von unterhaltsameren Liedern zu melancholischen doch teilweise etwas zu rapide für mich ist. Daher auch die 4 Sterne!
Ich finde die CD sehr schön obwohl sie nicht auf dem alten Stil Reinhard Meys aufbaut. Er gibt Denkanstösse und ich rechne ihn an die obere Spitze der deutschen Sänger - nicht wegen dieser CD. Aber sie ist ein guter Bweweis dafür!
Ein absoluter Genuss, nichts für mal eben nebenbei, 10. Juli 2003
Gleich vorweg: Ich war selten von Anfang an so begeistert von einer CD wie von dieser. Reinhard Mey, den ich als solo Künstler mit Gitarre und Gesang in Erinnerung hatte, verwendet plötzlich eine Vielzahl an Instrumenten und Rhythmen und hat sich beim Titelsong sogar (so scheint es) einen Gospelchor ins Studio kommen lassen. Aber abgesehen davon, dass er sich in dieser Hinsicht sehr weiter entwickelt hat, sind es vor allem die Texte, die mich zu dem Urteil bringen, dass Rüm Hart ein Meisterwerk geworden ist. Reinhard Mey erzählt eine kleine Geschichte nach der anderen, so dass die CD fast schon ein Märchenbuch ist. Die Texte sind ebenso vielfältig wie die Musik... Texte zum Lachen, zum weinen, zum Nachdenken...Der absolute Höhepunkt ist in meinen Augen "Weißt du noch, Etienne...?" Ein Lied bei dem man hemmungslos die Tränen fließen lassen muss, weil es einfach so schön und traurig in einem ist..."Der kleine Wiesel" wiederum hat den Gänsehaut Effekt und geht sehr unter die Haut... so könnte ich fortfahren und über jedes Lied schreiben, was es an Besonderem hat.Fünf Sterne für das Gesamtwerk, ganz klar!
Ein Ohrwurm jagt den nächsten, 12. April 2003
Nachdem Reinhard Mey für mich in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten war, riet mir ein Freund zum Kauf seines neuen Albums "Rüm Hart". Beim ersten Reinhören in die CD war ich schon restlos angetan, ja man kann sagen, begeistert. Reinhard Mey ist immer noch der selbe wie früher und ist sich selbst treu geblieben: Die Eindringlichkeit, Einfühlsamkeit und Aktualität seiner Texte hat auch mit 60 Jahren in keiner Weise nachgelassen. Aber verändert hat sich seine Musik dennoch. Sie ist von den Arrangements her moderner geworden: Zwar ist er seinem Motto "Ein Lied muss auch bei Stromausfall und nur zu einer Gitarre spielbar sein" treu geblieben, der instrumentale Part von "Rüm Hart" glänzt jedoch von seiner Abwechslung her und Klarheit. Wunderschön und anrührend möchte ich das Akkordion in "Weißt du noch Etienne?" hervorheben. Sehr politisch finde ich den Mey von 2002. Mit "Mein Land" und "Gernegroß" knüpft er für mich nahtlos an Ohrwürmer wie "Das Narrenschiff" von '98 an.Überhaupt ist "Rüm Hart" ein Album der Ohrwürmer: Neben dem einzigen Liebeslied "Immer mehr" kommen auch ganz neue Töne im Album vor: In "Rüm Hart" beschreibt Mey, wie er dem Afrikaner Johnson begegnet und er ihn mit seinem "Großen Herz und weitem Horizont" (=Rüm Hart) ins Herz schließt. Ein sehr empfehlenswertes Album.
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