Kundenmeinungen
Einspruch!, 1. Juli 2007
Die Interpretation von Günther Wand ist m.E. über alle Zweifel erhaben. Insofern kann ich den Vorrezensenten nur zustimmen.Die Aussage von Herrn Bohn, die Überarbeitung sei gar so schlecht, kann ich so nicht bestätigen. Sicher gibt es bessere Überarbeitungen, aber daß diese quasi das Werk zerstören würden (so habe ich die Rezension zumindest verstanden), trifft aus meiner Sicht nicht zu.
Guter Dirigent, schlechte Digitalisierung, 16. Januar 2007
Nicht umsonst, wird Günter Wand fest mit Bruckner in Verbindung gebracht.In meinem Elternhaus waren die 9 Sinfonien ein großer Bestandteil meiner Muttermilch.Im Gegensatz zum Verfasser der vorhergehenden Rezension, kann ich sie sogar pfeifen oder auch mitsingen. Obwohl Wand dazu tendiert mit seinem überzogenen Tempo die erste, und besonders die zweite Sinfonie zu entfremden, so sind die dritte und die vierte schlichtweg genial. Der Kauf lohnt sich unbedingt.Leider ist die angepriesene 24 bit Tonqualität absolut ungenügend.Man sollte meinen, dass sich eine Firma wie die RCA qualifiziertes Personal leisten könnte.Alle Aufnahmen wurden über ein billiges Entrauschungsprogramm von Windows gezogen.Zurückgebliebene,digitalisierte Rauschpartikel klingen nun wie eine Armee von schmatzenden Aliens. Teilweise wurde danach das angegriffene Klangkorsett mit einem Exiter verschlimmbessert. Der Anfang der fünften ist ab-so-lut ruiniert.Bravo Wand, - pfui RCA !Mit freundlichen Grüßen, Manuel Bohn
Mein Klassiker, 2. November 2002
Kein Gedudel, kein Kleinkram, man möchte fast sagen: keine Melodie im eigentlichen Sinn, nein, das bekommt man von Bruckner nicht. Man kann nicht mitsummen, nichts nachpfeifen. Dafür eine Häufung von Harmonien in unbegreiflich vielen Farben. Sie türmen sich, stürzen dann, versammeln sich, steigern sich, schwellen ab und an. Keine Klassik für das gemütliche Abendessen. Bruckner spricht aus seinen Sinfonien zu mir als ein völlig fremder Mensch. Er unterhält nicht, er spricht, und das nicht über Liebesleid und lustige Abendspaziergänge, sondern über die Welt. Seine Aussagen sind nicht in Bildzeitungs-Sätzen abgetan, nicht in einem Volksmusik-Refrain, sondern brauchen einen Vorleser mit langem Atem. Und Bruckner glaubt. Mir ist die Größe, die er beschreibt, die Dramatik kaum begegnet. Trotzdem kann man dank Günter Wand eine Ahnung erhalten. Ich glaube, er hat verstanden. Und da man mit dieser Zusammenstellung einmal den Überblick hat über die Sinfonien Bruckners und mit Wands Hilfe ein wenig den Durchblick, haben wir meiner Meinung nach einen Klassiker vor uns.
Eintauchen in die Klangwelt Bruckners..., 17. Juni 2002
Günther Wand, international gefeierter Komponist und besonders als Bruckner Interpret hochgeschätzt, versteht es auf grandiose Art den geneigten Zuhörer in die Klangwelt Bruckners hineinzuführen.Ebenso beweist er sensibles Gespür für die Vertonung der 9 Symphonien, von denen einige im 19. Jahrhundert als unaufführbar galten, was unter anderem zu einem negativen Bild Bruckner's führte. Die Aufnahmen mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester sind von 1974 bis 1981 entstanden und sind durch ein spezielles Verfahren elektronisch "remastered" worden.
Man versuchte besonders in unserem Jahrhundert die vielen Korrekturen seitens der Schüler Bruckner s auszubessern und entdeckte das gewaltig und stellenweise epochal klingende Werk,zu welchem sich hin und wieder zarte Streicherklänge mit farbigen Melodiebögen gesellen, neu. Arthur Nikisch,der 1884 mit erst 29 Jahren die 7. Symphonie in Leipzig uraufführte, sorgte unter anderem für ein besseres Bild unter den Zeitgenossen. Lange war er verspottet worden, der erzkatholische Komponist, der unter jedem seiner Werke Gott mit einem lateinischen Satz dankte (ähnlich wie Bach), doch nun entdeckten nicht nur die Zeitgenossen sein Werk, sondern auch nach vielen ausgefochtenen Kämpfen, unter denen Bruckner zeitweise litt, die Musikkritiker. Bruckner wurde von Vielen als Gegensatz zu Brahms gesehen und somit in die neudeutsche Schule um Liszt und Wagner eingegliedert, was jedoch heute anders gesehen wird. Letzterem galt Bruckners Verehrung(nachdem Bruckner in den 1860ern eine Tristanaufführung sah), weshalb die 3. Symphonie nach einem persönlichen Treffen mit Wagner in Bayreuth, diesem gewidmet wurde. Letzlich bleibt zu sagen, dass diese Gesamtaufnahme ein "Muss" für jeden Bruckner Freund ist.
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