Kundenmeinungen
Ideenfeuerwerk - auf DVD nicht ganz so beeindruckend, 7. November 2008
Ich muss vorab zugeben: Ich habe selten eine Komödie gesehen, die im Vergleich zur Kinopräsentation auf dem Fernseher so sehr an Magie verloren hat! Die Vorführung, die ich bei der Erstveröffentlichung 1991 sehen durfte, war ein echter Sesselkraller! Der mit skurilen Ideen vollgepackte Film ist rasant, witzig und spannend. Allein die Anfangsszene hatte das Kino damals zum beben gebracht. Und jetzt? Die DVD? Nun, der Film wurde weder gekürzt, noch wurde etwas hinzugefügt, was den Erzählfluss stören könnte. Ton und Bildformat sind ok., und ob die Scheibe mit massenhaft Bonusmaterial volgepackt ist oder nicht, ändert nichts an der Qualität des Films und sollte daher eh zweitrangig sein!Dennoch scheint etwas zu fehlen. DELICATESSEN hat beim ersten Anschauen auf DVD plötzlich deutlich an Zugkraft verloren. Den phantastischen Einfällen scheinen mitunter die Tiefe zu fehlen. Schnitte und Kamerafahrten, die mir vormals schlicht und ergreifend genial erschienen, habe ich plötzlich nur noch als (gehobenen) Durchschnitt empfunden. Bei einer erneuten Kinovorführen war das Bild allerdings wieder vollkommen verändert. Plötzlich waren die Erlebnisse der Erstpräsentation wieder da. Als mein Sohn DELICATESSEN dann zum ersten mal (auf DVD) gesehen hat, ist er genauso ausgeflippt wie ich damals. Der kam aus dem Lachen gar nicht mehr raus! Am Film kann's also nicht liegen! Hier also trotz meiner Kritik nicht 5 Sterne zu vergeben, wäre demnach nicht fair, da mir hier nur meine (Fernseh-) Wahrnehmung einen Streich zu spielen scheint. Wer sich DELICATESSEN also auf DVD anschaut und das Gefühl hat, nicht ganz schlau daraus zu werden, dem kann ich nur raten, eine Wiederaufführung im Kino zu besuchen und dann zu urteilen!Ach ja, wer die Filme von Regisseur Jean-Pierre Jeunet nicht kennt, aber vorab gerne eine Vorstellung davon hätte, was in etwa auf ihn zukommt: Neben DELICATESSEN, stammt von Jeunet auch STADT DER VERLORENEN KINDER, ALIEN - DIE WIEDERGEBURT, DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE und MATHILDE - EINE GROßE LIEBE. Darüber hinaus haben seine Werke in der Erzählstruktur, dem Design und dem Humor durchaus auch Ähnlichkeit mit den Filmen von Ex-Monty-Python Terry Gilliam (JABBERWOCKY, BRAZIL, KÖNIG DER FISCHER, TIME BANDITS, 12 MONKEYS, FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS, . . .) und Tim Burton.
Super Film, sollte in keiner Sammlung fehlen!, 14. Mai 2008
Delicatessen ist ein toller Film, ich habe ihn in den letzten Jahren immer wieder gesehen, wiederholt auch in kleinen Independentkinos. Die Stimmung dieses Filmes ist melancholisch und düster aber dennoch ist er meiner Meinung nach auch sehr komisch bzw. grotesk. Ich finde, jeder sollte ihn in seiner Filmsammlung haben.
Widerlich, langweilig und künstlerisch wertlos, 22. April 2008
Dieser Film hat keinen einzigen Stern verdient. Es wird eine "schwarze Komödie" versprochen: 'schwarz' ja, 'Komödie' nein. Dieser Film ist der mit Abstand langweiligste und sinnloseste Film, den ich seit langem gesehen habe. Aufgrund der guten Kritiken habe ich sogar den Fehler gemacht, ihn zu kaufen, weshalb ich mich nun doppelt ärgere. Ich liebe das französische Kino und den französischen Humor, nur leider hat dieser Film damit absolut nichts zu tun.
Genialer Film!, 25. März 2008
Ich habe mir den Film gekauft ohne zu wissen was auf mich zu kommt- und ich war begeistert! Toller Film!
Amélie meets Brazil, 11. März 2008
Dieser Film von 1991 greift sicherlich stilistisch ein wenig dem 10 Jahre später gedrehten Meisterwerk "Die fabelhafte Welt der Amélie" voraus, wenn auch mit deutlich düstererem Einschlag und einer Atmosphäre, die eher an Endzeitsatiren wie Terry Gilliams "Brazil" erinnert. Das hier in "Delicatessen" gezeigte finstere und einsame Haus am Rand von Paris stellt somit auch einen radikalen Gegenentwurf zum extrem geschönten und märchenhaft geselligen Montmartre Amélies dar. Der Film besticht wie "Amélie" durch eine sehr bildhafte und malerische Kameraführung, die spielerische Freude am Detail ebenso zeigt, wie skurrile kleine Absonderlichkeiten, was sicher auch an der Arbeit des an bei den Filmen mitwirkenden Cutters Hervé Schneid liegen dürfte. Auch produziert hat ein und die selbe Person: Claudie Ossard. Einige Figuren haben durchaus bereits Anklänge an später in "Amélies Welt" wieder auftauchende Charaktere, so zum Beispiel Julie Clapet (liebenswert tollpatschig: Marie-Laure Dougnac), die kurzsichtige Tochter des Schlachters, deren Wunsch, den neu eingezogenen Clown Louison (Dominique Pinon, der in "Amélies Welt" dann als eifersüchtiger Bistrogast "Joseph" wieder auftreten darf) zu retten - und damit auch sich selbst - vom Charakter her ein wenig an Amélies Aktivitäten erinnert. Der bösartige Schlachter findet später bei Amélie seine Entsprechung im gehässigen Gemüsehändler usw., so dass man aus meiner Sicht "Delicatessen" und "Amélie" durchaus als zwei Seiten der selben Medaille oder als ineinander verwobenes Yin und Yang sehen könnte. Wo in "Delicatessen" das Böse übersteigert wird, wird in "Amélie" später das Gute übersteigert, was in beiden Fällen zu einer radikalen Lebensveränderung der Hauptpersonen führt. Wobei natürlich noch zu erörtern wäre, wie "gut" Amélies "gute Taten" tatsächlich sind, bzw. wie "böse" Schlachter Clapets "böse Taten" in Wahrheit zu sehen sind ...Fazit: Auf seltsame Art fast schon liebenswertes und von der Académie des Arts et Techniques du Cinema mit vier Césars (genau die gleiche Anzahl bekam später auch "Amélie"!) bedachtes satirisches Kleinod des französischen Films, dass ich allein aufgrund der bedrückenden Stimmung mit vier statt fünf Sternen bewerte. Aus meiner Sicht kein Film zum immer wieder anschauen, aber besonders im Kontrast mit "Die fabelhafte Welt der Amélie" auf jeden Fall sehenswert.
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