Kundenmeinungen
Konnte danach nicht schlafen, 27. Dezember 2008
Bevor ich den Film sah, hatte ich dieses und einige andere Stücke des Jahrtausend-Dramatikers Shakespeare mit Riesen-Begeisterung gelesen.Dem Film habe ich mich mit großer Skepsis genähert. Die Anfangsszene (Streit und Schießerei an einer Tankstelle) fand ich etwas albern und überdreht inszeniert und zu hektisch geschnitten, was meine Skepsis zu bestätigen schien.Die wich aber schon ab der 2. Szene totaler Begeisterung, denn:Der Film ist zwar in puncto Schauplatz eine radikale Modernisierung dieses 400 Jahre alten Stücks, hält sich aber vom Ablauf her sehr gut an die Vorlage (bis auf wenige Details), und er hat im Gegensatz zu Zeffirellis traditioneller Version von 1968 zwei sehr starke Hauptdarsteller! Sogar die äußerst schwierige Schlussszene haben Claire Danes und Leonardo DiCaprio mit so ergreifender Mimik gespielt, als sei das Ganze echt.Sowohl das leidenschaftliche Gefühl der 2 Titelhelden wie auch die (von Shakespeare auf so pfiffige Art kritisierte) Oberflächlichkeit der Konventionen der Welt um sie herum kommen hier perfekt zum Ausdruck. Und man muss Regisseur Baz Luhrmann, dem vermeintlichen Hektiker, dankbar sein, dass die Szenen, die leise und gedämpft sein müssen, tatsächlich leise und gedämpft sind - so dass die Emotionen den Zuschauer mit voller Wucht treffen.Zusätzlich zu Shakespeares Symbolik hat die Regie noch eigene Symbolik eingebaut: Man achte auf die Bedeutung des Wassers (in verschiedenen Variationen) in wichtigen Szenen.Ebenfalls sehr schön gewählt ist die Musik: Des'rees Liebeshymne "Kissing You" schlägt alles, was sich sonst je an Liebesliedern in Filmen gehört habe. Die Abspannmusik "Exit Music (For a Film)" von Radiohead passt von der Melodie und vom Text her genau zu dem, was man zuvor gesehen hat.Am Ende war ich wie erschlagen von der Intensität dieses Films. Einschlafen war danach unmöglich. Ein wunderschönes Filmerlebnis!!!Inzwischen sind 12 Jahre seit der Entstehung vergangen, aber in absehbarer Zeit wird wohl keiner mehr an den Dreh einer weiteren Fassung denken. Denn *diese* Verfilmung kann vermutlich kein Mensch mehr toppen!
Wer da keine Träne vergießt, der hat ein Herz aus Stein, 29. November 2008
Ich finde den Film sehr gelungen. Zu Anfang war ich etwas skeptisch, denn die rasanten Szenen erschlagen einen erstmal gründlich. Nachdem die zwei sich gefunden haben nimmt die Tragödie jedoch Fahrt auf. Der Handlung wird dichter und dichter transportiert die Emotionen hin zum grandiosen Finale. Jeder kennt die Geschichte von Romeo und Julia und weiß wie es ausgeht, aber trotzdem ertappt man sich dabei insgeheim zu hoffen, dass nicht passiert, was unvermeidlich passieren muss. Ich habe den Film über die Jahre schon mehrmals gesehen, aber am Ende kämpfe ich immer noch mit der einen oder anderen Träne. Großartiges Kino!P.S.: Der Film bietet mit Sicherheit eine gute Möglichkeit Jugendliche an Shakespeare heranzuführen.
Klassiker leben von ihren Interpretationen!, 26. November 2008
Es ist wirklich schade, dass es die Auffassung gibt, diese Neuinterpretation von Romeo und Julia wäre überflüssig oder würde gar ein schlechtes Licht auf das Original werfen. Viel mehr ist diese Version eine Erweiterung des Klassikers. Autoren wollen doch sogar, dass man ihre Werke interpretiert. Niemanden ist geholfen, wenn man sich Jahrhunderte lang ausschließlich an das Original hält. Gegenteiliges ist der Fall, denn wenn man solche Klassiker wie Romeo und Julia nicht immer wieder neu auflegt, neu interpretiert und eigene Ideen mit einbringt, gerät auch das größte Meisterwerk früher oder später einfach in Vergessenheit.Zum Film: Vor der Arbeit von Baz Luhrmann muss man einfach Respekt haben. Allein schon der Mut, ein derart anspruchvolles Projekt anzugehen und dann auch noch auf die Moderne zu übertragen, verdient große Bewunderung. Trotz vieler toller Ideen bleibt der Film aber dem Charakter des Originals absolut treu. Ebenfalls sehr positiv fallen die Schauspieler auf. Die Rollen sind brillant besetzt und die Darsteller spielen sie einfach überzeugend. Es ist anfangs etwas ungewohnt, weil diese "alte Sprache" eigentlich nicht in die Welt dieses modernen Veronas zu passen scheint, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ein weiteres Highlight sind sowohl der Soundtrack (das scheinbar von Carl Orffs "O Fortuna" abgeleitete "O Verona"), als auch die großartigen Kulissen und Bilder.Wer also das Original mag und offen für neue Interpretationen ist (der den klassischen Stoff auch für Jugendliche wieder attraktiver macht und so sein Überleben sichert), der wird den Film sicher mögen.
ein etwas anderer Shakespeare - doch unverwechselbar, 23. November 2008
Vorab - die 5 Sterne sind für den Film selbst, nicht für Bildqualität oder Extras.Die ersten Minuten des Films waren etwas seltsam - denn der ursprüngliche Text wurde nicht abegeändert - und zu Ss Zeiten gab es noch keine Pistolen ;o). Doch bald wird man als Shakespeare Liebhaber mitgerissen von der Handlung, die durch hervorragende Schauspieler und gute Inszenierung getragen wird. Hier hat mich auch L. DiCaprio überzeugt, der in diesem Film eine Glanzleistung zeigt.Nach der ersten Gewöhnung überzeugt die moderne Inszenierung voll und ganz, die Geschichte zeigt umso mehr, wie zeitlos sie ist. Dieser Film kann sicher dazu beitragen, daß auch Jugendliche Shakespeare begreifen und zu lieben lernen.Absolute Kaufempfehlung!
Romeo&Julia - Wunderschön!, 18. Oktober 2008
Leonardo DiCaprio brilliert als cool-lässiger Romeo und Claire Danes verzaubert als scheu-romantische Julia.Wunderschöne Verfilmung für die neue Generation!Die schrillen, farbenfrohen Kostüme, der stets effektiv eingesetzte Crossover-Soundtrack und vor allem die rasant geschnittenen, opulenten Bilder machen dieses Ausnahme-Werk zu einem Leckerbissen!Shakespeare wäre sicherlich erstaunt, bekäme er die neueste Adaption seines zeitlosen Romantikklassikers vor Augen :-)
|