Kundenmeinungen
Vielleicht kein Stilwechsel, aber ein völlig anderer "Sound", 20. Mai 2007
Hier mal ein Kommentar Jahre nach dem Kauf: "Gula Gula", "Eallin" und "Leahkastin" gehören seit Jahren zu meinen "Dauerbrennern", unzählige Mal gehört; "8 Seasons" so gut wie nie; ich versuch's immer wieder, bin enttäuscht und lege "Eallin" rein.
Klar, es ist noch Mari Boine. Aber es fehlt etwas! Ich schließe nicht die Augen und fühle mich in eine vom Lagerfeuer spärlich erleuchtete mystische Höhle versetzt; fühle nicht archaische Rythmen in Schwingung geraten. Statt dessen sehe ich einen Computer, der einen absolut präzisen, klinisch reinen Beat erzeugt; gnadenlos, ohne die geringste Abweichung, die dem ganzen erst Leben einhauchen würde.
Ob man es nun "Kommerz" oder "Weiterentwicklung" nennt - es ist ein anderer Sound. Nicht meiner!
2 Sterne sind ein "Mittelwert": 5 Sterne für die Songs an sich, für Mari Boines Gesang; für Saxophon und Flöte; 0 Sterne für den Sound. Leider ist letzterer (fast) immer dabei, was das ganze unterm Strich für mich zu einer "2 Sterne-CD" macht, d.h. weitgehend uninteressant.
Ich gäbe was für diese CD im "alten" Sound!
einfach wunderschön!, 14. Januar 2003
viel mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen... beim hören dieser cd fühlte ich mich sofort in die weiten lapplands versetzt (obwohl ich noch nie da war). obwohl ich nur die englischen texte verstand, hatte ich das gefühl die bedeutung der lieder zu "fühlen". für alle die nicht (nur) aud mainstream stehen und von skandinavischer musik etwas mehr hören wollen als nur abba.
zauberhaft und ausdrucksstark, 18. August 2002
Für alle, die diese bemerkenswerte Musikerin noch nicht kennen: Mari ist eine Samin, die seit vielen Jahren Musik aus ihrer Kultur - vor allem den typischen Joik-Gesang - mit Rock- und Jazz-Elementen zu einer organischen lebendingen Mischung vereint. Nach der anfänglichen Skepsis sowohl aus puristischen Jazzkreisen wie auch von traditionellen Musikern aus ihrem eigenen Volk erntete sie besonders durch ihre vielen Konzertauftritte die Begeisterung von Hörern aus aller Welt. Nachdem dieses Rezept einige Jahre lang ein Garant für musikalisch ergreifende und auch erfolgreiche Alben war, erkundet sie nun einige neue Pfade, denn erstmals finden auch deutliche elektronische Zutaten und andere Experimente den Weg in ihre Musik. Gleich das erste Lied ist eine gelungen Mischung aus dem wohlbekannten indianisch anmutenden Joik-Gesang, einem elektronischen Rhythmus und einem sehr präsenten Saxophon. Danach geht es erst mal recht minimalistisch weiter, mit einem Lied, dass hauptsächlich von ihrer ausdrucksstarken Stimme, einer im Hintergrund psychedelisch darum herum schwirrenden Gitarre und subtilen Rhythmuselementen lebt, und so auch auf einem der älteren Alben wie "Balvvoslajtna" zu finden hätte sein können. Überraschenderweise singt Mari diesen "Song for the unborn" zum Teil auf Englisch, was sie bisher nur bei Coverversionen (z.B. "Eagle Man" von Buffy Sainte-Marie) gemacht hat. "Sarahka's wine" - Sarahka ist eine alte samische Muttergöttin - ist musikalisch noch reduzierter, Mari's kraftvolle Stimme und eine treibende Ethno-Percussion (Maultrommel?) erweckt Bilder von galoppierenden Rentierherden in der endlosen Weite der nördlichen Steppe - Lieder dieser Art, wie man sie von ihr seit Jahren kennt, um sich trotzdem über jedes neue zu freuen, wechseln sich im Laufe des Albums ab mit neuen Experimenten, bei denen ihre Stimme von elektronischen Rhythmusschichten und meist dem einen oder anderen Blasinstrument - Saxophon oder auch eine südamerikanische Flöte - begleitet wird. Diese neuen Ideen sind durchaus gelungen, stellen keinen Bruch dar und passen sehr gut zur Atmosphäre der Musik. Bei Mari Boine wird wohl immer der Gesang im Mittelpunkt stehen, egal ob laut oder leise, kraftvoll, verträumt, traurig oder beschwörend - jede Melodie, jede Silbe, auch wenn man sie nicht versteht, berührt und bleibt in der Erinnerung haften, wie auch diese kleine Frau auf der Bühne umgeben von ihren Mitmusikern eine einzigartige Ausstrahlung hat. Ihre Texte sind auf dem neuen Album wieder inspiriert vom Leben und der alten Religion der Saami und von Maris persönlichen Eindrücken und ihrer politischen Meinung zur Situation ihres Volkes. Dass sie einen Teil ihrer Inspiration aus der angelsächsischen Liedermachertradition der 60er und 70er Jahre zog und von politisch motivierten Songwriter/inne/n (wie z.b. Joan Baez oder Buffy Sainte-Marie) beeinflusst ist, hat Mari schon öfters kundgetan, hier macht es sich in musikalischen Reminiszenzen erstmals in Liedern wie "Mu vaibmu vadjul doppe" oder "It diede" bemerkbar, in denen sie Folk-Elemente wie akustische Gitarre oder typische Gesangslinien verwendet. Alle Fans werden hier sowieso zugreifen, wenn sie es nicht schon getan haben, und für alle Neugierigen ist dieses neue Album vielleicht zugänglicher, weil vielseitiger und offener als die bisherigen Werke. Und schaut sie euch live an, es lohnt sich!!
Norway meets Ibiza, 10. Juli 2002
Ein Zeichen dafür, dass es Mari Boine in der internationalen Musikszene zu etwas gebracht hat ist, dass es sogar einen Titel von ihr auf dem neusten Cafe del Mar Album gibt. Das sagt zwar nicht über musikalische Qualität aus, ist in diesem Falle aber tatsächlich eins. Mari Boine neustes Album ist wieder einmal ein nicht zu beschreibendes Hörerlebnis -- Gänsehautmusik!
Die Sami-Frau aus dem hohen Norden ..., 31. Mai 2002
Es gibt auch heute noch einige wenige Musiker, die ihre eigene Musikrichtung gestalten. Mari ist eine dieser rühmlichen Ausnahmen. Sie vereint einfallsreich samische Tradition und Mystik mit beschwörenden Joik-Gesängen, Jazz und modernen Einflüssen. Mit diesem neuen Album wollte Mari einen Schnitt zu ihren bisherigen Werken vollziehen. Auf der Suche nach neuen Impulsen, begab sie sich auf Exkursionen u.a. nach Afrika und formierte ihre Band teilweise neu. Und so wagt sich "Eight Seasons" manchmal verhalten an zeitgemäße Klänge, souverän und stilvoll, und bleibt dabei von Pop-Musik immer weit entfernt. Nun aber keine Sorge: Mari bleibt ihren samischen Wurzeln weiterhin treu, und so bietet das neue Album fast noch mehr Atmosphäre von langen Winternächten, Rentierherden und nordischer Mythologie, als z.B. der Vorgänger "Room for Worship". Eight Seasons ist typisch Mari Boine, und für mich neben "Leahkastin-Unfolding" die beste Platte von Mari.
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