Kundenmeinungen
Gute Geschichte, schlecht verfilmt, 15. Januar 2008
Zwei verschiedene Fälle, zwei voneinander unabhängig ermittelnde Polizisten: ein grausamer Mordfall in einer kleinen Universitätsstadt in den Alpen, der Einbruch in eine Universität und eine vermeintliche Grabschändung. Erst über Umwege finden die beiden Polizisten heraus, dass es zwischen diesen Fällen einen Zusammenhang gibt, und ermitteln fortan gemeinsam in einer Geschichte, die sich um Züchtung einer neuen menschlichen Elite und eine grausame Rache dreht.
Mit dem furiosen Thriller als Grundlage, glaubte man sich auf der sicheren Seite. Tatsächlich hat man, bis auf die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen, mit zielsicherem Gespür so ziemlich alles falsch gemacht, was es falsch zu machen gab.
Zunächst verzichtete man komplett auf die Charakterisierung der beiden Hauptfiguren, die ihre Handlungsweisen im Roman schlüssig motivieren. Einer der beiden Polizisten wurde sogar umbenannt und so weit verfremdet, dass man die Originalfigur nicht mehr wiedererkennen kann. Wo der Charakter der Polizisten Motor des Roman ist und auf den Handlungsverlauf einen maßgeblichen Einfluss hat, sind die beiden Protagonisten hier völlig austauschbare Genrestereotypen.
Während an entscheidender Stelle gekürzt wurde, wollte der Regisseur wohl an anderer kreativ sein. Die schwachsinnige Kampfszene, die sich der eher freundlich und einen Touch tollpatschig wirkende Filmpolizist Kerkerian mit ein paar Nazis liefert, ist wohl hauptsächlich wegen der Aktion enthalten. Die Zuschauer merken das. Peinlich. Nicht genug, dass dieser Charakter nicht mehr dem kühlen und harten Einzelgänger im Roman entspricht, man hat ihm zwei trottelige Polizisten zur Seite gestellt, die aus einem Louis-de-Funes-Film zu stammen scheinen. Sollen das die kleinen Spaßmacher zur Auflockerung sein? (Sie sind nicht lustig.) In diesem Film? Allein für diesen Mist verdient der Regisseur die Peitsche.
Die einigermaßen verwickelte Handlung des Romans wurde im Film andeutungsweise verfolgt. Doch statt zu erkennen, dass ein dickeres Buch nicht ohne Kürzungen und Umarbeitungen den Weg in die bewegten Bilder finden kann, kürzte man offenbar einfach die Vorlage zusammen, dass sie dem zeitlichen Rahmen eines Films entsprach. Das Resultat ist eine Story, die keine innere Notwendigkeit aufbauen kann, in der Entwicklungen sich sprunghaft und unmotiviert vollziehen und den Zuschauer oftmals ratlos und verwirrt zurücklassen. Was im Buch aus einem langwierigen und verwickelten Ermittlungsprozess mit Fehlschlägen resultiert, kommt im Film aus einer spontanen Eingebung. Wenn man das Buch nicht gelesen hat, dürfte es schwer sein, der Handlung zu folgen. Doch selbst wenn man es kennt, dürften einen die scheinbar wahllos vorgenommenen Änderungen verwirren.
Hier hat man - in der Form wohl durch den Wunsch bestimmt, mit amerikanischen Thrillern konkurrieren zu können - aus einer guten Chance das Schlechteste gemacht. Ein Film, der seiner Vorlage nicht im mindesten gerecht wird und eventuelle Vorurteile gegen den französischen Film vollauf bestätigen kann. Wer nicht absolut auf das Visuelle angewiesen ist, sei auf die Hörbuchfassung verwiesen, der Joachim Kerzel nur mit seiner Stimme das Leben verleiht, das man in diesem Flop vergeblich sucht.
Schwache Umsetzung des Romans, 13. Januar 2008
Ich habe zuerst das Hörbuch gehört und war absolut gepackt von der Geschichte. Der Film war ein absoluter Flopp. Es fehlen viele wichtige Details, Hintergründe und der Verlauf ist total durcheinander.
Kauft euch liber das Buch oder das Hörbuch es ist wesentlich spannender.
Spannend, jedoch mit Schwächen, 6. Oktober 2007
In einer kleinen Universitätsstadt in Frankreich geschieht ein mysteriöser Mord und die lokalen Polizeikräfte sind ratlos, weswegen sie den bekannten Polizeichef Niémans, der von Jean Réno gespielt wird, beauftragen, in diesem Fall zu ermitteln. Der erfahrene Profi beginnt mit der Arbeit und schnell stößt ein lokaler Oberkommissar namens Kerkerian (Vincent Cassel) zu ihm, der aber in einem anderen Fall ermittelte. Beide Fälle scheinen aber einen gemeinsamen Hintergrund zu haben. Es beginnt eine gefährliche Ermittlungsarbeit, die dem Rätsel anscheinend zu nahe kommt...
Der Anfang von "Die Purpurnen Flüsse" ist äußerst spannend gemacht und führt dazu, dass das Geheimnis um den mysteriösen Mord immer größer wird, was beim Zuschauen enormes Interesse hervorruft. Auch bietet dieser Film Schockmomente, die toll in diesen Thriller passen.
Leider kann der Film diesen Spannungsbogen nicht die ganze Zeit über halten und gegen Ende wird er zunehmend platt. Ich verrate nicht warum, jedoch empfand ich die Auflösung als zu weit hergeholt und der anfängliche mysteriöse Eindruck war wie weggeblasen. Ich muss sagen, dass es schade ist, denn daraus hätte man sehr viel mehr herausholen können, als das hier der Fall war.
Insgesamt ist das ein Film, den man sich anschauen kann und der auch vielen gefallen wird, jedoch wird sich schnell Ernüchterung einstellen.
Ein zunächst spannender Thriller, der allerdings seine Schwächen hat.
Gut aber nicht genial, 9. September 2007
Als ich den zugehörigen Roman gelesen hatte, war mir sofort klar, dass dieser Stoff förmlich nach einer Verfilmung schreit. Und so wurde ich auch nicht enttäuscht. Alle Möglichkeiten des Kinos werden in dem vorliegenden Thriller ausgereizt, gigantische Bilder werden von emotionaler Musik untermalt. Die meisten Szenen sind dabei eher düster oder brutal, es gibt aber auch "Lichtblicke", wie den Einstieg in den Gletscher.
Ein genialer Film müsste natürlich noch mehr mitbringen als schöne Bilder und einen guten Soundtrack. Die Handlung hält sich schon weitgehend an die Vorlage, warum aber die wichtige Prügelszene anfangs beim Fußballspiel weggelassen wurde, ist schon etwas befremdlich. Wie auch immer, die Grundidee der "purpurnen Flüsse" ist und bleibt faszinierend.
Spannung und Glaubwürdigkeit sind dagegen etwas unterrepräsentiert (kann man aber dem Regisseur nicht vorwerfen), was den Film mit seinen intensiven Bildern letztendlich etwas in die Comic-Ecke rückt.
Die Dialoge sind recht locker bis witzig. Zusammen mit den zahlreichen Action-Szenen und den schönen Bildern wird der Film so nicht wirklich langweilig, auch wenn man manche Szenen etwas hätte straffen könnte.
Zur Wiedergabe empfiehlt sich ein großer Bildschirm und ein vernünftiges Soundsystem, damit der Film seine Stärken auch ausspielen kann.
Eine arg gekünstelte Thrillerstory - trotzdem spannend, 9. September 2007
Wäre ohne den genialen und cool-witzigen Jean Reno sicherlich nur die Hälfte wert...
Als unrasierter Kauz mit genialen Momenten und menschlichen Schwächen
trägt er die Hauptlast der Handlung, die als "Schnitzeljagd" bis zur Identifizierung des rachesuchenden Mörders abläuft.
Die Story rings um faschistische Züchtungsexperimente von intelligenten
Übermenschen ist ein bißchen skurril, etwas an den Haaren herbeigezogen.
Die düstere Inszenierung, Anleihen aus Horror-/Gruselfilmen und eingestreute blutige Ekelmomente sorgen für
Spannung und überraschende Wendungen.
Der klischeehafte Endkampf, bei dem die Guten nur verletzt werden und die Bösen aber sterben, wirkt aufgesetzt und gekünstelt.
Trotzdem:
gute Unterhaltung - durchaus empfehlenswert
KEIN FAMILIENFILM!
|