Kundenmeinungen
Selten so viele geteilte Meinungen gelesen, 29. Oktober 2007
Und dabei ist es ein Film zum Nachdenken und für alle Knall-Bumm und Alien Fans halt nicht geeignet. Ich fand den Film als Jugendlicher wunderbar. Mich hat er zu Tränen gerührt. Und das Wissen gebracht: Nichts ist unendlich auf dieser Welt. Wenn wir mal keine Wälder, keine Natur mehr auf Erden haben, wenn uns der letzte Baum gefällt wird - dann erinner dich an diesen Film und seine Aussage. Wir haben keine zweite Erde im Keller.Klasse die leistung von Bruce Dern, die Musik von Peter Schickele. Und zum ersten Mal fiel mir die wunderbare Synchron-Stimme von Christian Brückner auf.
..."grüner Öko - Krieger läuft Amok" (heute aktueller als damals) !, 16. Juni 2007
In Ordnung,diese zugegeben recht absonderlich anmutende Überschrift machtden Eindruck,die Handlung des Films wäre schwach bzw.wenig aussagekräftig,aber genau dies ist absolut nicht der Fall...denn ebenso wie z.B. nur malbei "Andromeda - Tödlicher Staub aus dem All" oder auch "Soylent Green"alias (Alternativtitel) "Jahr 2022...die überleben wollen", (die auch undsehr wschl. nicht nur bei mir auf einer ganz persönlichen Liste der "AllTime Favorites" stehen dürften) wurde hier, lange bevor dieses Grundthemaso dermaßen brisant und wie inzwischen auch (leider) sehr *zeitgemäß* war,mit "Silent Running" schon "damals" (also im Produktionsjahr 1972) eineder möglichen "düsteren" Zukunftsprojektionen gezeigt, die vieleicht undin absehbarer Zeit dann nicht mehr nur fiktiv und phantastisch sein muß .Zur Handlung: Irgendwann in einer -absehbaren- gar nicht einmal mehr allzu"fernen Zukunft", eine Flotte von Raumschiffen treibt seit vielen Jahren durch unser Sonnensystem. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, die letztenReste von Pflanzen und Tieren, bereits nach ihrem Aussterben auf unsererErde in einer Art intestellaren "Arche Noah" zu bewahren. Das ganze wird,wie es eben auch heute der Fall ist, mit begrenzten staatlichen Mittelnfinanziert.Derweil hier die anderen Angestellten lediglich nur noch rein routinemäßigihren alltäglichen Dienst dabei versehen,sonst aber auch bereits jeglichesInteresse an der Natur verloren haben und so z.B.auch biologisch angebauteNahrungsmittel verabscheuen, "kämpft" einzig der Astronaut Freeman Lowellin eigener,mühevoller Klein(st)arbeit zusammen mit den dafür vorgesehenenWartungsrobotern darum,die unter riesigen Glaskuppeln bestehenden Biotopenoch selbst zu pflegen.Eines Tages kommt es allerdings,wie's kommen muß. Fördergelder sollen für"wichtigeres" verwendet werden,das gesamte Projekt wird als "entbehrlich"eingestuft, da die Menschen der Erde sich ohnehin nicht mehr an die Naturerinnern können und daher sollen die Kuppeln mit sich an Bord befindenden Atombomben gesprengt werden, ebenso alle Raumschiffe wieder zurückbeordertwerden, um nun wieder ihrem rein kommerziell gedachten Einsatz zu dienen.Entsprechend unterschiedlich sind daher auch die Reaktionen bei den Crew'sder Raumschiffe, als sie davon erfahren. Während nur natürlich die meißtenseiner Kollegen bereits in Vorfreude auf eine baldige Rückkehr zur Heimatdamit beginnen, viel zu verfrüht Sprengungen durchzuführen, wächst einzigin Lowell der Widerstand dagegen an, dies nicht zuzulassen (überzeugendim Minenspiel -fast- ohne jegliche Text dazu durch Hauptdarsteller BruceDern auch hier "rübergebracht", bei jeder der Explosionen möchte man alsZuschauer mit zusammenschrecken und schlicht genauso einfach durchdrehen).Weil er sich schließlich nicht mehr beherrschen kann, als dann auch "seinGarten" an der Reihe ist und um somit auch noch die Sprengung der letzten,einzigen ihm noch verbliebenen Kuppel zu verhindern, tötet er zuerst einenseiner Kollegen und sprengt die beiden anderen im abgelegeneren Teil desRaumschiffes, auf dem er sich selbst befindet, ins Weltall. Dann ignorierter jegliche Befehle der Bodenstation zur Rückkehr und gibt vor,technischeProbleme bei der Navigation zu haben. Er fliegt durch eine ziemlich schwierige Passage (wobei er gleichzeitighofft, den Verlust seines Raumschiffes vortäuschen zu können, weil diese auch nicht ganz ungefährlich ist) noch weiter in unbekannte Regionen des Alls,und verbringt,nachdem das zunächst auch erst einmal erfolgreich warMonate allein mit anfangs 3,- etwas später dann aber nur noch 2 der ihmverbliebenen Roboter.(Ab hier verläuft die sowieso schon bereits recht simple Haupthandlung nunnochmals etwas ruhiger ab und hat fast Kammerspiel-Niveau erreicht, umsointeressanter ist es allerdings, sowie in gewisser Weise ganz lehrreichfür jeden, der möglicherweise selbst einmal in eine solche "abgeschiedeneSituation" kommen sollte, wie er sich hier nun,- nicht anders als jederhalbwegs "normale" Mensch, der in diese Lage versetzt wird, benimmt.)Er beginnt beispielsweise damit, die Roboter, denen er zuvor die NamenDewey und Huey gegeben hat (ein dritter - Louie - ging beim Durchquerender gefahrvollen Passage verloren), völlig unzuprogrammieren. Dazu werdenz.B. für die Roboter viele recht unkonventionelle Programme geschrieben,unter anderem eines zum Pokern (bei einer Szene, wo er es zum ersten mal mit ihnen spielt und daraufhin selber noch darüber wundert, wie sich diesin der Praxis bei den Androiden auswirkt,- und wenn er dadurch einen fastschon irren Lachanfall hat,wird ganz leicht beim Zuschauer der Eindruck vermittelt,er hat nun seinen Verstand verloren,- auch das ist "glaubhaft" und nur nachvollziehbar geschauspielert, so das man davon ergriffen seinkönnte), und pflegt selbstverständlich mit ihnen die restlichen Pflanzen.Dann und bevor ein Suchtrupp des Schwesterschiff's "Berkshire" eintrifft,womit ab diesem Zeitpunkt in der Geschichte gar nicht mehr unbedingt zurechnen war, schickt er die ihm verbliebene und nun mit künstlichem Lichtausgestattete Kuppel wie eine Flaschenpost in den Weltraum (vorher wurdenoch sein einzig intakt gebliebener,- der andere wurde durch einen Unfallbeschädigt,- Androide programmiert, das er nun völlig autonom dazu in derLage ist, sich um die in der letzten Raumkapsel verbliebenen Pflanzen undTiere zu kümmern).Lowell macht alle vorhandenen,sich noch an Bord des Schiffes befindlichenAtombomben scharf und sprengt die "Valley Forge" und auch sich selbst mitdem beschädigten Dewey an Bord. Durch diese gewaltige Explosion wird noch einmal die zuvor abgelöste Kapsel beschleunigt und (unauffindbar für den Suchtrupp) weiter weg geschleudert,so das angenommen werden soll,auch siewäre mit dem ganzen restlichen Raumschiff vollständig vernichtet worden.In einer endgültigen und irgendwie auch noch zumindest ganz hoffnungsvollstimmenden Einstellung sieht man den beinahe zerbrechlich wirkenden Hueyauf der nun letzten Kuppel (allerdings ohne exakte Zeitangabe, wie langeer das bereits schon macht), wie er herrlich naiv und vollkommen stoischruhig die dort allerletzten Pflanzen und Tiere ihrer Art weiterhin pflegt.FAZIT: (sowie ein großes Sorry an dieser Stelle, des es ist sonst absolutnicht meine Art, in Rezensionen die komplette Handlung bereits im vorraus"aufzulösen" bzw. zu verraten), aber wie bereits ersichtlich sein dürfte,bin ich, obwohl ich mich sonst nicht gerade besonders oder gleich derartfanatisch für Umweltfragen interessiere, völlig enthusiastisch für diesenFilm, manches erscheint zwar noch sicherlich "unrealistisch" (aber geradedafür ist es ja auch ein Science Fiction Film und keine Dokumentation)......und, da sich hier erstmalig so etwas wie ein besonderes Bewußtsein fürNatur im speziellen und ihre Erhaltung im besonderen mehr herausgebildethat, dürfte sein Thema gerade auch zum mal ernsthaft darüber nachdenkenanregen, ebenso vorhandene, unterschwellige Kritik an der Gesellschaft,die bis zu dieser Zeit in "typischen" Hollywood - Filmen eher selten war.Daher ist er auch nur wärmstens als KAUFTIP,- und AUSLEIHTIP vorbehaltlosweiter zu empfehlen,hier werden sogar die "gehobeneren Ansprüche" erfüllt,was ebenfalls nicht oft über einen SF-Film ausgesagt werden kann, oder !?
Lautlos im Weltraum (Silent Running, 1971) - eine grüne Arche Noah, 23. April 2007
Regisseur Douglas Trumbull ist verantwortlich u.a. für Spezialeffekte von "2001 - Odyssee im Weltraum". Der Film von 1971 ist sein Regie-Debüt. Der Film beginnt mit Großaufnahmen von Pflanzen, Blüten, einer Schnecke, den letzten Resten des irdischen Ökosystems, betreut von dem Botaniker Freeman Lowell an Bord einiger im Weltraum schwebenden Kuppeln, mit der Hilfe einiger netter Roboter. Auf der Erde ist die Umwelt, wie wir sie kennen, zerstört und der Erhalt der Lebensformen nicht mehr möglich. Doch auch dieses Rettungsprojekt wird zu teuer, und so erhält Freeman den Befehl, die Kuppeln zu zerstören und zur Erde zurückzukehren. Mit an Bord sind noch drei weitere Astronauten, die sich die Zeit mit Go-Cart-Rennen vertreiben und diesem Befehl nur allzu gerne Folge leisten. Freeman wird zum Rebell. Der Film berührt vor allem emotional. Auf der Erde ist kein Platz mehr für die Natur. Und auch Freeman kann sie nicht retten. Letztlich übergibt er einem der Roboter die letzte intakte Kuppel, mit dem Auftrag, sie irgendwo im Weltraum in Sicherheit zu bringen, und der Menschheit irgendwann eine zweite Chance zu geben.
Ein SF-Klassiker ... immer noch gut!, 10. Februar 2007
Es gibt nicht viele Filme, die man als junger Mensch "toll" gefunden hat und die einem beim Wiedersehen nach vielen Jahren immer noch gut gefallen."Silent Running" gehört dazu. Ich war froh, dass er endlich auf DVD erhältlich war. Als ich ihn zuletzt gesehen habe, gab es dieses Medium noch nicht, und Video steckte noch in den Kinderschuhen.Der Film hat mich auch nach all den Jahrzehnten noch ergriffen, behandelt er doch ein zeitloses Thema, das leider immer noch eine gewisse Aktualität besitzt, nämlich das gedankenlose Verhalten des Menschen zu seiner Umwelt.Interessanter Weise hat er auch meinen Kindern gefallen, die heute in dem Teenager-Alter sind, wie ich damals, als der Film zum ersten Mal zu sehen war. Und auch ihnen hat er sehr gut gefallen und für Betroffenheit gesorgt. Und als am Ende die Kuppel mit dem letzten Wald der Erde die unendliche Reise antritt und Joan Baez die traurige Ballade "Rejoice in the Sun" singt - da floss so manche Träne...
Ein Kind seiner Zeit, 6. Dezember 2006
Der Film ist ein sehr guter Film, aber alleine der Vergleich mit irgendwelchen Actionfilmen oder STAR WARS wie es hier schon passiert ist, ist vollkommen fehl am Platz!"Silent running" ist absolut ein Kind seiner Zeit, der Zeit der Hippies. Dieser Film ist "flower power" pur gemischt mit der Endzeitstimmung die damals im Kino allgegenwärtig war. In diesem Film gibt es einen wahnsinnig großen, erhobenen Zeigefinger aber auch ruhige und nachdenkliche Momente. Wer diesen Film noch nicht kennt und sich ansehen möchte, der sei gewarnt! Hier handelt es sich um einen Film, der schnellen Schnitt nicht kennt und wie damals üblich seine Geschichte langsam aufbaut.Man muß sich Zeit nehmen und bereit sein sich daran zu erinnern, dass dieser Film 1972 entstanden ist. Die Art zu erzählen, war damals eine ganz andere als heute!Es ist ein sehr guter Film, aber er ist ein Kind seiner Zeit.
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