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Daniel Barenboim: Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme)

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Wagner: Tannhäuser (Gesamtaufnahme)

Daniel Barenboim

Teldec (Warner)

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Beschreibung

Es wimmelt nicht eben von guten Tannhäuser-Einspielungen auf dem Schallplattenmarkt, und daher ist Daniel Barenboims späte Fortsetzung seines Wagner-Zyklus äußerst willkommen, zumal er ein hervorragendes Sängerensemble um sich geschart hat: Allen voran ist Peter Seiffert als Interpret der Titelpartie zu nennen. Er bewältigt seine schwierige Aufgabe ganz hervorragend, indem er sowohl die nötige metallische Strahlkraft aufbringt als auch eine fern von jeder Zopfigkeit gelegene Sichtweise der verkörperten Figur vorstellt. Selbstverständlich ist Seifferts Tannhäuser auch sprachlich besser und nuancierter als derjenige von Domingo in der qualitativ vergleichbaren Sinopoli-Aufnahme. Bei Sinopoli überzeugen womöglich die beiden weiblichen Hauptdarstellerinnen mehr: Gleich im ersten Akt agiert Agnes Baltsa als Venus mitreißender und stimmlich etwas präsenter als Waltraud Meier in der vorliegenden Neueinspielung, und auch die Elisabeth von Cheryl Studer ist stimmlich schöner gefasst und jugendlicher als Jane Eaglens Porträt dieser Partie bei Barenboim.

Im Fall des Landgrafen liegt der Vorzug wieder eindeutig bei Barenboims Aufnahme: René Pape beweist mit der brillanten Umsetzung dieser Partie, das seine bisherige Entwicklung zu allerhöchsten Hoffnungen Anlass gibt. Sein traumhaft schönes Material und der souveräne Umgang mit Sprache und Phrasierung erinnern mehr und mehr an seinen großen Vorgänger Franz Crass, dessen tragisch frühes stimmliches Ende für lange Zeit eine Lücke hinterlassen hat; sie scheint sich mit René Pape nun auf das Glücklichste zu füllen.

Weniger begeistern konnte den Rezensenten hingegen Thomas Hampson als Wolfram. Ist er wirklich ein Wagner-Sänger? Sein Lied an den Abendstern ist weniger stimmlich begeisternd als geschmäcklerisch, und im Terzett mit Seiffert und Meier bleibt er deutlich hinter den Kollegen zurück. Bezüglich des Wolfram ist dem damals noch gut disponierten Andreas Schmidt bei Sinopoli der Vorzug zu geben. Damit aber genug der Kritik: Insgesamt ist Barenboims Tannhäuser eine auch orchestral sehr schöne, geschlossene Einspielung, die gut dazu geeignet ist, selbst einem Wagner-Skeptiker das Werk nahe zu bringen, denn hier wird differenziert und, wo möglich, auch recht kammermusikalisch gesungen und gespielt. --Michael Wersin





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ein Knaller., 13. Januar 2007

Hier kann man bedenkenlos zugreifen: Der weltbeste Wagnerdirigent dirigiert die bestens disponierte Staatskapelle Berlin. Das Ergebnis ist phänomenal. Von ersten Takt an denkt der Hörer, dass Wagner genau so und nicht anders klingen sollte.

Hinzu kommte eine gute Sängerbesetzung. Hier ist zunächst Peter Seiffert zu nennen, der mit Stralkraft und einigen netten Verzierungen den Tannhäuser bestens interpretiert. Hinzu kommt die unvergleichliche Waltraud Meier, die seit Jahrzehnten zur Spitze des Wagnergesangs gehört. Ebenso ist auf den Bass Rene Paspe hinzuweisen - wer ihn schon einmal live erlebt hat, weiss dass es nur wenige Sänger diesen Kalibers gibt.

Ein Komplettausfall ist allerdings die Besetzung der Elisabeth mit Jane Eaglen. Auch auf Thomas Hampson hätte ich ohne weiters verzichten können.

Dessenungeachtet: zugreifen und genießen!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Sehr gelungener Tannhäuser, 2. Januar 2007

Nachdem ich bereits verschiedene Tannhäuser Versionen (Solti, Haitink, Gerdes) mein Eigen nennen darf, kann ich der hier vorliegenden Version ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Von der Orchstrierung und Instrumentalisierung kann diese Version mit den allerbesten mithalten. Ideale Tempi und sehr gut mit den Singstimmen abgestimmt. Hier passt m.E. alles. Auch die Sänger können überzeugen. Peter Seyffert als grossartigen Tannhäuser, Rene Pape als beeindruckender Landgraf und auch die Rolle von Wolfram Eschenbach ist mit Thoimas Hampston sehr gut besetzt. Und dann ist da ja auch noch eine hervorragende Venus in der Person von Waltraud Meier. Dieser Tannhäuser darf sich deshalb mit Fug und Recht in die Reihe der Referenzaufnahme von Solti etc. stellen


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Sängerensemble der Spitzenklasse, 4. Februar 2005

Daniel Barenboim ist als Wagner-Dirigent nicht unumstritten. Wenn man diese Aufnahme hört, muss man sich allerdings fragen, warum. Das einzige, was man negativ anmerken könnte ist, dass das Orchester gegenüber den Sängern etwas in den Hintergrund gerät. Der Vorteil daran ist wiederum eine gute Textverständlichkeit. In sich ist das Orchester aber stimmig und ausgewogen disponiert, Barenboim entwickelt die Bögen in großer Ruhe, ohne die Tempi zu verschleppen, gestaltet Nuancen aus, ohne sich im Detail zu verlieren. Das Ensemble ist durchweg großartig, allen voran Peter Seiffert mit einer Tannhäuser-Interpretation, die im nicht gerade kleinen Katalog an Tannhäuser-Aufnahmen ihresgleichen sucht. Mit strahlender, leichter, dabei doch energischer Stimme bewältigt er souverän die große Partie, technisch wie gestalterisch. Thomas Hampson gestaltet seinen Wolfram in warmen, manchmal leicht manierierten Tönen. Waltraud Meiers grandiose Venus lotet das Spannungsfeld zwischen zügelloser Leidenschaft und sanfter Verführung, das ihre Rolle bietet, voll aus. Einzig Jane Eaglen als Elisabeth fällt in diesem Ensemble insofern etwas ab, als ihr englischer Akzent gelegentlich durchzuhören ist, was in musikalischer Hinsicht freilich nicht ins Gewicht fällt. Auch die kleineren rollen sind mit Rene Pape (Hermann) oder Dorothea Röschmann (Hirt) absolut hochkarätig besetzt. Eine Aufnahme mit echtem Referenzstatus.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Tannhäuser - remixed, 19. Juli 2003

Barenboim versetzt hier die Dresdner Fassung des "Tannhäuser" mit einer Szene aus der Pariser Fassung. Unzulässig? - Nein, sinnvoll. Denn die Venus - Waltraud Meier in ausgezeichneter Form - erhält so den Stellenwert, den sie verdient und der die Handlung verständlicher macht. Janet Eaglen hat für die Elisabeth vielleicht eine etwas zu wuchtige Stimme, dafür besticht sie durch Klangschönheit.

René Pape legt wieder einmal mehr als nur eine Talentprobe hin, Thomas Hampson einen etwas selbstgefälligen Wolfram. Großartig Peter Seifferts Tannhäuser - wortdeutlich, emotional und beim Sängerstreit mit der nötigen "Erdigkeit".
Insgesamt wieder eine großartige Arbeit von Barenboim und seinem Berliner Team.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Nur zwei Sterne - für Seiffert und Pape, 25. März 2003

Die vielen positiven Reaktionen auf Barenboims "Tannhäuser" überraschen mich. Sind seine merkwürdig uneinheitlichen, sprunghaft wechselnden und überwiegend zu langsamen Tempi, eine gänzlich uninteressante und hoffnungslos mit der deutschen Sprache kämpfenden Elisabeth (Jane Eaglen)sowie eine stimmlich leider unsinnliche Venus (Waltraud Meier)wirklich so preisenswert?
Lobenswertes ist allerdings auch zu berichten: Peter Seiffert in der Titelrolle ist in der Tat sehr beeindruckend und auch René Pape als Landgraf ist ein Ereignis (auch wenn mir persönlich sein König Heinrich in Barenboims "Lohengrin"-Einspielung noch besser gefiel). Auch die Gruppe der Minnesänger um den Landgraf sind überzeugend besetzt. Thomas Hampsons Wolfram ist Geschmackssache - ich jedenfalls konnte mich mit seinem "Schöngesang" durchaus anfreunden. Aber dennoch ist diese Aufnahme insgesamt viel zu uneinheitlich geraten, um wirklich gelungen zu sein.




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