Kundenmeinungen
Pracht-optisch und musikalisch-, 15. August 2007
Ein tanzender König.Tanz als Mittel der Repräsentation ,als Merkmal der Zugehörigkeit zu einer Klasse.Ludwig der "Sonnenkönig" war ein sehr guter Tänzer( er hätte der beste seines Reiches sein sollen). Sicher ist dies kein historisch korrekter Film. Muss er auch nicht. Aber er zeigt sehr gut, wie sehr sich der imperiale Anspruch in der Kunst widerspiegelte.Die Musik von Lully demonstriert dieses machtvolle Gehabe,auch ohne,dass man die Bilder sieht. La grande Nation. Heute noch aktuell- dort liegen die Wurzeln. Das hört man, das sieht man. Ariane Mnouchkine hat dies in ihrem genialen Film "Molière" ebenfalls wunderbar bebildert. Es geht nicht um historische Korrektheit-es ist ja kein Dokumentarfilm, sondern um den Hinweis auf eine Vergangenheit, die seinerzeit in Europa stilprägend war. Wieviele König-und Fürstentümer haben dem Sonnenkönig nachgeeifert. Was ist nicht alles an Bauten entstanden, wieviele Künstler wurden an den Höfen beschäftigt, Frankreich zu imitieren oder am besten noch zu übertreffen.Man denke nur an den francophilen grossen Friedrich.
Mit Reinhard Goebel wurde eine Person für die Filmmusik gewonnen, die sich schon früher ausführlich mit dem französischen Barock beschäftigt hatte und die prachtvolle Musik mit der musica antiqua kongenial umsetzt. Tanz zwar, aber immer in imperialem Rahmen, unterstrichen durch rollende Pauken und gekrönt durch schmetternde Trompeten.
Nichts weniger als peinlich, dass es keine DVD-Version gibt. Jeder Mist erscheint auf DVD, und dieser Film nur als VHS-Kassette.Kultur-igitt.
Das Werk kann für diese Banauserei nichts-also kein Abzug.
genial, 8. Januar 2006
seid dem ich diesen film zu weihnachten das erste mal gesehen habe,war ich sofort begeistert davon und musste ihn unbedingt kaufen.mitlerweile habe ich ihn mehr als 3 mal in einem monat gesehen und ich muss sagen,das er einfach genial ist. diese großen emotionen,die interesssanten entwicklungen der charaktere. ich liebe diese hoch gefühlsvolle,emotionale spielweise.das macht den film nie langweilig und immer wieder beeindruckend. die ganze entwicklung des films und natürlich auch der schluss regen zum nachdenken an,und der film bleibt in einer geschockten/beeindruckenden haltung im gedächnis. nicht zu vergessen,die schön anzusehenden schauspieler.die beiden hauptdarsteller sind wirklich gut anzuschauen:-)
Enttäuschend, 8. Januar 2004
Dieser Film bietet zwar viel an opulenten Bildern und Kostümen (und mag damit wohl so manchen Kostümfilm-Fan berauschen), doch sollte man sich von dieser Farbenpracht nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass hier eigentlich ein verzerrtes Bild des Sonnenkönigs und seines Hofkomponisten Jean-Baptiste Lully präsentiert wird.
Blickt man hinter die ganze Pracht, bleibt nicht viel übrig. Wer sich Historizität und eine spannende Handlung erwartet wird enttäuscht sein. Lully wird hier als homosexueller "junger Wilder" dargestellt, der für den König mehr als nur Bewunderung hegt. Den Figuren fehlt es an psychologischer Tiefe. Die Handlung - die eigentlich keine ist - schleppt sich dahin. Regisseur Corbiau ist kein Erzähler von subtilen Geschichten, er setzt allein auf pompöse Schaupracht und auf theatralische Gesten. Leider neigt er auch ein wenig zur Übertreibung. Wenn Lully-Darsteller Boris Terral mit weit ausholenden Armen dirigiert wirkt dies (ebenso wie seine Versuche auf der Violine zu spielen) für mich absolut unglaubhaft und lächerlich. Den Anspruch eines "Musikfilms" erfüllt Regisseur Corbiau - meiner Meinung nach - absolut nicht. Er setzt allein auf die Macht der Bilder. Lullys grandiose Musik (interpretiert von Reihard Goebel) ist für ihn dabei nur Mittel zum Zweck.
Ein wundervoller Film mit wundervoller Musik, 1. April 2003
Dieser Film ist einfach beeindruckend. Ich habe ihn in einem Independent-Kino gesehen, dabei ist der Eindruck sicher noch stärker. Die Bebilderung ist einfach genial, der Charakter des Sonnenkönigs wird genau gezeichnet, die Analyse der Beziehung zu Lully ist historisch einwandfrei. Mit vielen subtilen stilistischen Mitteln (Licht, Stimmungs und Hintergrundmusik etc.) wird dem Zuschauer die Handlung nicht nur vorgeführt, er kann sie fast spüren. Um diese Erfahrungen zu machen sollte man historische Filme mögen und die barocke Musik genießen können. Dann wird dieser Film zum Erlebniss.
Ein Herrscher à la Hollywood, 26. Juli 2002
Der Film ist kurzweilig, farbenprächtig und spannend. Doch ob die Beziehung zwischen Ludwig XIV. und Lully tatsächlich eine solche Dimension erlangte, darf bezweifelt werden. Die seit "Amadeus" scheinbar unumgängliche Todfeindschaft zweier Künstler wird auch hier bemüht, ohne originell zu sein. Nach Ansicht des Films fragt man sich indes, ob Ludwig XIV. noch zu etwas anderem Zeit hatte als zu Tanz, Theater und Musik. Der Film leidet darunter, daß ein Ausschnitt des Lebens Ludwigs XIV. und eine Person am Hofe derart überbewertet werden, daß die Glaubwürdigkeit schwindet. Daß Ludwig XIV. Politik als lästige Beigabe eines Herrscherlebens empfand, das doch eigentlich der Kunst zugewandt war, dürfte in den Bereich der Legende zu verweisen sein. Etwas weniger dramatische Knalleffekte hätten dem Film gut getan, etwas mehr Historizität ebenso. Warum mußte ein französischer Regisseur nur Hollywood kopieren?
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