Beschreibung
"Heute back' ich, morgen brau' ich ...", doch bevor Rumpelstilzchen das Königskind holt, greift der freundliche Hans ein. Leicht veränderte Form des bekannten Märchens mit Schauspielern, die mit Spaß bei der Geschichte sind! Der faule Müller Kunz prahlt, seine Tochter könne Stroh zu Gold spinnen. Als dies der geldgierige Schatzmeister erfährt, verlangt er, dass die Müllerstochter die leeren Schatzkammern des Königs auffüllt. Zum Glück kommt der Armen ein kleines Männchen zur Hilfe, das die schier unlösbare Aufgabe übernimmt. Doch die Hilfe hat ihren Preis -- das Männchen verlangt das erste Kind des Mädchens. Als die Zeit gekommen ist, bekommt die Müllerstochter, die inzwischen Königin ist, noch eine Chance: sie muss den Namen des Zaubermännchens (unter diesem Titel wurde das Märchen ursprünglich verfilmt) herausfinden. Sie offenbart den Betrug um die Spinnerei ihrem Mann und gemeinsam mit dem ganzen Hof sucht das Ehepaar nach dem Namen, denn auch der König hat eingesehen, dass Liebe und Freude wichtiger als Gold sind. Der treue Müllerbursche Hans kann schließlich helfen und dem großmäuligen, faulen Müller widerfährt noch eine gerechte Strafe. Stark theaterorientiert wurde das Märchen um die freundliche Müllerin und den Zauberzwerg inszeniert, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass dasselbe Ensemble das Märchen zuvor schon am Potsdamer Theater gespielt hat. Die Freude an der Darstellung der stark überzeichneten Figuren, der faule, eingebildete Müller, der leichtfertige König, der dümmliche Nachbar oder der gierige Schatzmeister, ist den Schauspielern anzumerken. Gerade die Figur des Müllers ist neben dem moralischen Exempel, das an ihr statuiert wird, ein wunderbar komisches Element. Besonders kleinere Kinder zwischen 3 und 4 Jahren werden ihre Freude an den Affigkeiten des dummen Kunz haben. Etwas anstrengend für größere Zuschauer ist das überdeutliche Aussprechen der Moral, die man sich mit etwas Mitdenken ja durchaus selbst erschließen kann: Sei nicht geldgierig, sei ehrlich und rechtschaffen, sei arbeitssam. Durch die Nähe zur Bühne wirkt der Film trotz seines Alters nicht altmodisch oder filmisch überholt. Da er nicht durch die Illusion einer zauberhaften Märchenwelt, sondern durch den Schwung seiner Schauspieler getragen wird, animiert er nicht nur zum Träumen, sondern zum aktiven Umgang mit den Märchenstoffen -- selbst spielen ist die Devise. --Christina Kalkuhl
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