Kundenmeinungen
Atemberaubend, 18. Januar 2003
Selbst als Pianist fehlen mir die Worte, mit welch unglaublicher Musikalität und Feinfühligkeit Perahia diese Konzerte angeht. Ich halte diesen Pianisten aufgrund dieser Einspielung für den bedeutendsten seit Dinu Lipatti. Für mich ist ab sofort jede neue Einspielung ein absolutes Muß!
Mein Klassiker, 10. Dezember 2002
Murray Perahia, besonders der neue, von seiner Verletzung geheilte Perahia, gehört zu jenen erfreulichen Interpreten, die sich nicht angestrengt und selbstverliebt um eine einzigartig originelle Interpretation bemühen, sondern stattdessen alles daran setzen, das von ihnen gespielte Werk in ihrer Einzigartigkeit auszuloten und zu verstehen. Ebenbürtig mit Perahias aktuellen Einspielungen der Bachschen Klavierkonzerte mit der Academy of St. Martin-in-the-Fields, sowie seinen Goldstein-Variationen und Englischen Suiten bei Sony ist in dieser Tradition für mich eigentlich nur Claudio Arraus Einspielung der Beethoven-Sonaten und -Klavierkonzerte mit dem Amsterdamer Concertgebouw-Orchester.
Perahia hält sich nicht sklavisch an historische Kompositionsbedingungen und daraus resultierende Komponisten-Vorgaben ist aber auch keiner, der das Werk, das er spielt, auf biegen und brechen „neu" herausbringen muss. Bis in allerjüngste Tage gehört es zum guten, fachmännischen Ton, Glenn Goulds Einspielung von Mozarts Klaviersonaten schon allein deshalb einfach unwerfend zu finden, weil dort systematisch und bewusst „falsch" gespielt wird. Nichts gegen Goulds Musikalität und Intellekt. Aber ob Gould nun Bach oder Mozart spielt: Es findet sich dort für meinen Geschmack einfach zuviel IQ und zu wenig EQ. Das umgekehrte Strickmuster der „Originalität" ist die versuchte absolute Werkstreue à la Harnoncourt. Die ist in meine Augen genau so deplaziert, denn: andere Zeiten, andere Gewohnheiten, andere akustische Rahmenbedingungen und andere Instrumente! Nur weil es den Konzertflügel zu Bachs Zeiten noch nicht gab, sollte man nicht meinen, dass das Benutzen von Flügel und Pedalen an sich schon ein Sakrileg ist, wenn es gilt, Bach gerecht zu werden. Perahias spannungsgeladenes Spiel bringt es fertig, Nuancen zum Sprechen und Pianissimi zum Schreien zu bringen, die mir bis dato gar nicht aufgefallen waren. Sein kontrastreiches, sehr dynamisches Spiel ist bar jeder Fingerübungslangeweile. Die Klavierkonzerte in Vol. 2 mit BWV 1054, 1056, 1057 und 1058 sind ausnahmslos und auch aus anderen Instrumentierungen sehr bekannte Stücke. Deswegen war meine Begeisterung anfangs nicht ganz so groß wie bei Vol. 1. Aber beim zweiten und dritten Hören hatte sich das gelegt. Denn erst jetzt konnte ich mich auf die von Parahia herausgekitzelten Details konzentrieren, die dem jeweils Ganzen ihre außerordentliche Spannung geben. Man könnte viele Sätze nennen, die das Gesagte deutlich machen. Mein Lieblingssatz auf dieser CD ist das kurze Allegro im 5. Klavierkonzert (BWV 1056). Es ist technisch nicht übermäßig anspruchsvoll aber mit ungeheurem melodischen, rhythmischen und kontrapunktischen Potenzial, das Perahia mit einer Lässigkeit auslotet, die nur aus schweißtreibender Arbeit entstammen kann. In unseren Zeiten verflossener Hyper- und Megahypes ist es gut zu wissen, dass ernsthafte Leute vom Kaliber der Arraus und Perrahias nach wie vor diesen Planeten bevölkern und ein Publikum finden, Leute die meinen, dass es lohnen kann, sein Leben einer Sache zu widmen, lohnender jedenfalls als nur der Selbstvermarktung.
Meine Klassiker, 10. Dezember 2002
Murray Perahia, besonders der neue, von seiner Verletzung geheilte Perahia, gehört zu jenen erfreulichen Interpreten, die sich nicht angestrengt und selbstverliebt um eine einzigartig originelle Interpretation bemühen, sondern stattdessen alles daran setzen, das von ihnen gespielte Werk in ihrer Einzigartigkeit auszuloten und zu verstehen. Ebenbürtig mit Perahias aktuellen Einspielungen der Bachschen Klavierkonzerte mit der Academy of St. Martin-in-the-Fields, sowie seinen Goldstein-Variationen und Englischen Suiten bei Sony ist in dieser Tradition für mich eigentlich nur Claudio Arraus Einspielung der Beethoven-Sonaten und -Klavierkonzerte mit dem Amsterdamer Concertgebouw-Orchester.
Perahia hält sich nicht sklavisch an historische Kompositionsbedingungen und daraus resultierende Komponisten-Vorgaben ist aber auch keiner, der das Werk, das er spielt, auf biegen und brechen „neu" herausbringen muss. Bis in allerjüngste Tage gehört es zum guten, fachmännischen Ton, Glenn Goulds Einspielung von Mozarts Klaviersonaten schon allein deshalb einfach unwerfend zu finden, weil dort systematisch und bewusst „falsch" gespielt wird. Nichts gegen Goulds Musikalität und Intellekt. Aber ob Gould nun Bach oder Mozart spielt: Es findet sich dort für meinen Geschmack einfach zuviel IQ und zu wenig EQ. Das umgekehrte Strickmuster der „Originalität" ist die versuchte absolute Werkstreue à la Harnoncourt. Die ist in meine Augen genau so deplaziert, denn: andere Zeiten, andere Gewohnheiten, andere akustische Rahmenbedingungen und andere Instrumente! Nur weil es den Konzertflügel zu Bachs Zeiten noch nicht gab, sollte man nicht meinen, dass das Benutzen von Flügel und Pedalen an sich schon ein Sakrileg ist, wenn es gilt, Bach gerecht zu werden. Perahias spannungsgeladenes Spiel bringt es fertig, Nuancen zum Sprechen und Pianissimi zum Schreien zu bringen, die mir bis dato gar nicht aufgefallen waren. Sein kontrastreiches, sehr dynamisches Spiel ist bar jeder Fingerübungslangeweile. Die Klavierkonzerte in Vol. 2 mit BWV 1054, 1056, 1057 und 1058 sind ausnahmslos und auch aus anderen Instrumentierungen sehr bekannte Stücke. Deswegen war meine Begeisterung anfangs nicht ganz so groß wie bei Vol. 1. Aber beim zweiten und dritten Hören hatte sich das gelegt. Denn erst jetzt konnte ich mich auf die von Parahia herausgekitzelten Details konzentrieren, die dem jeweils Ganzen ihre außerordentliche Spannung geben. Man könnte viele Sätze nennen, die das Gesagte deutlich machen. Mein Lieblingssatz auf dieser CD ist das kurze Allegro im 5. Klavierkonzert (BWV 1056). Es ist technisch nicht übermäßig anspruchsvoll aber mit ungeheurem melodischen, rhythmischen und kontrapunktischen Potenzial, das Perahia mit einer Lässigkeit auslotet, die nur aus schweißtreibender Arbeit entstammen kann. In unseren Zeiten verflossener Hyper- und Megahypes ist es gut zu wissen, dass ernsthafte Leute vom Kaliber der Arraus und Perrahias nach wie vor diesen Planeten bevölkern und ein Publikum finden, Leute die meinen, dass es lohnen kann, sein Leben einer Sache zu widmen, lohnender jedenfalls als nur der Selbstvermarktung.
Mein Klassiker, 13. November 2002
hübsch gemachte Musik. Natürlich technisch einwandfrei. Aber wie so viele professionelle Solisten, will auch Perahia brillieren.Kurzum: alles etwas zu schnell gespielt.Warum wird Bach bloß immer mit Liszt oder Chopin verwechselt?Ansonsten keine Abstriche. Gut gemacht.
Mein Klassiker, 1. November 2002
Bach kann sperrig sein, schwierig und sehr intellektuell, der Schrecken aller Klavierschüler. Diese Einspielung schafft das Wunderbare, es ist unglaublich: Bach klingt endlich frisch, federnd und modern. Tempowechsel, die so noch nicht da waren, ein geradliniger Angang und nicht zuletzt die faszinierende technische Qualität - sowohl die des Pianisten als auch der Aufnahme selbst. In dieser Form ist Bach up to date. Mein Favorit!
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