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Hanif Kureishi: Intimacy

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Intimacy

von Hanif Kureishi

mit Mark Rylance Kerry Fox Timothy Spall

Regie: Patrice Chéreau

Universal/DVD

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08/Okt/2008 - 03:15


Beschreibung

Obwohl man eigentlich alles schon einmal gesehen hat, gibt es immer noch Filme wie Patrice Chéraus Intimacy, die einen ganz und gar unvorbereitet treffen und einem damit den Glauben an die Kraft des Kinos zurückgeben. Auch wenn die Grundkonstellationen seiner Geschichte -- ein Mann und eine Frau treffen sich jeden Mittwoch in einer beinahe leeren Wohnung und schlafen dort miteinander -- entfernt an Bernardo Bertoluccis umstrittenen Klassiker Der letzte Tango in Paris erinnert, eröffnet Chérau dem Kino mit seiner Verfilmung von zwei Kurzgeschichten des britischen Autors Hanif Kureishi einen ganz neuen Weg. Er nähert sich den Menschen und ihren Körpern mit einer Rückhaltlosigkeit, die den Zuschauer schier überwältigt. Die Intensität seiner Bilder fordert einen anderen, einen viel offeneren Blick. Man kann die Menschen, ihre Leidenschaften und ihre Ängste, ihre Maßlosigkeit und ihre Rätselhaftigkeit, in Intimacy geradezu neu entdecken.

Jay (Mark Rylance) und Claire (Kerry Fox) wissen praktisch nichts voneinander, nicht einmal ihre Namen. Sie sind sich einmal zufällig begegnet, und nun treffen sie sich einmal in der Woche. Die körperliche Nähe, das Glück, das in ihrer Vereinigung liegt, das ist eigentlich mehr als genug. Doch dann will Jay, der ehemalige Musiker, der einst seine Frau und seine Kinder ohne ein Wort verlassen hat, mehr über Claire erfahren. Er folgt ihr, lernt ihren Mann Andy (Timothy Spall) kennen, entreißt ihr langsam ihre Geheimnisse und zerstört alles.

In seiner Arbeit mit den Schauspielern ist Patrice Chérau von seinen Erfahrungen als Theater- und Opernregisseur geprägt, doch seinen Filmen haftet nie etwas Theaterhaftes an. Sie sind reines Kino, nur eben viel direkter, viel dichter, als man es gewohnt ist. Die Körperlichkeit und die Unbefangenheit von Kerry Fox und Mark Rylance wirken beinahe hypnotisch. Sie haben fast etwas Erschütterndes. Man kann zu ihren Figuren praktisch nicht auf Distanz gehen, sie ziehen einen unaufhaltsam in ihren Bann. Man verfällt ihnen regelrecht, teilt ihr Glück wie ihren Schmerz und versteht sie in einem Maße wie kaum andere Kinofiguren.

Intimacy zeichnet ein kompromissloses Bild des modernen Großstadtlebens. Glück erscheint als etwas, das nicht dauerhaft sein kann, das der Mensch, vor allem der Mann, immer wieder selbst zerstört. Und doch wirkt Chéraus Film über die Liebe, über ihre Sprache wie über ihre Sprachlosigkeit, nie hoffnungslos. Am Ende weiß man um die Bedeutung von Geheimnissen und sieht die Menschen mit anderen Augen. --Sascha Westphal





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Immerhin ehrlich Geld verdient, 22. September 2007

Den Streifen braucht kein Mensch, aber wenigstens haben die Darsteller durch ehrliche Arbeit Geld verdient, lagen nicht dem Staat auf der Tasche und haben auch keine anderen unanständigen Dinge getan, um ihren Geldbeutel aufzubessern. Wie Sie merken, sehe ich es von der positiven Seite. Das sollte man überhaupt viel öfter tun, wenn man schlechte Filme guckt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Starker Tobak, 10. August 2007

"Intimacy" ist ein guter Film, gut deshalb, weil er den Zuseher emotional zu bewegen versteht. Wenngleich sich wohl kaum jemand Intimität in der dargestellten Form wünschen wird. Der (explizit gezeigte) Sex ist heftig und unverbindlich. Gefühle sind unerwünscht. Alle Protagonisten leiden an ihren unterdrückten Sehnsüchten. Bonjour statt good-bye, Tristesse. Starker Tobak. Ein für das britische Kino völlig untypischer Film, der eher in die Pariser Vorstadt als nach London passen würde. Bezeichnend für "Intimacy" ist die trostlose Anti-Ästhetik. Das Straßenbild ist grau und verregnet, die Wohnung, in der sich Claire (Kerry Fox) und Jay (Mark Rylance) jeden Mittwoch wortkarg zum Hormonaustausch treffen, ist schmierig. Diese Eigenschaft trifft auch auf den Hauptdarsteller, seinen verkoksten besten Freund sowie auf den gehörnten Ehemann zu. Kerry Fox sticht aus dieser Loser-Menagerie fast engelsgleich hervor. Ihre Tränen kann man bei diesem Umfeld verstehen. Und wenn sie auf der Kellerbühne im Pub ihres Mannes in Stücke von Tennessee Williams schlüpft, ist diese Realitätsflucht nur allzu gut nachvollziehbar.Ein Film, der die Abgründe von Fatalismus und Pragmatismus drastisch vor Augen führt. Ein Film, der seelisch runterzieht und gerade deshalb dem Idealismus eine Lanze bricht. Wer "Intimacy" gesehen hat, ist wieder mehr motiviert, an die 'wahre' Liebe zu glauben. Deshalb ist der Streifen trotz seiner Unästhetik und Abgründe durchaus sehenswert.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Ewig Suchender trifft Lebenshungrige, 1. August 2007

Der Barkeeper Jay erhält jeden Mittwoch Besuch von einer Unbekannten. Sie bleibt für ein paar Stunden leidenschaftlichen Sex und verschwindet wieder. Die beiden wissen nichts voneinander und reden kaum, bis Jay eines Tages Claire heimlich folgt, um mehr über ihr Leben zu erfahren. Er findet heraus, dass sie regelmäßig in einem Pub Theater spielt, verheiratet ist und Kinder hat. Auch Jay war einmal verheiratet und hat Kinder. In Rückblenden und Gesprächen mit dem Barkeeper Ian erfährt der Zuschauer, dass Jay eines Tages seine Familie verlassen hat, einfach so, ohne tiefere Gründe anzugeben. "Ich dachte, du wüsstest etwas, das ich nicht weiß, und du würdest es mir irgendwann sagen" begründet Jay den Reiz, den Claire auf ihn ausübt, und formuliert damit gleichsam die Erwartung, die er - unbewusst - an diese Beziehung stellt. Jay ist der "ewig Suchende" , der sich im Grunde zutiefst nach mehr Nähe und Verbindlichkeit sehnt, aber nicht wirklich imstande ist, seine eigenen Ansprüche einzulösen, wie sich am Scheitern seiner Ehe zeigt. Claire hingegen lebt in einer alltagstauglichen Verbindung. Mit einem Mann, der ihr treu ergeben und sehr fürsorglich, aber leider hochgradig unerotisch ist. Sie weiß genau, was sie von Jay will: "Er weiß seine Energien zu nutzen" erläutert sie ihrer besten Freundin seine Vorzüge. Für Claire war daher die Welt in Ordnung, solange sie Jay treffen und seinen Körper genießen konnte - ein freizügiges Geben und Nehmen ohne Forderungen, etwas anderes wollte sie nicht von Jay. Indem Jay Claire folgt, um ihr "Geheimnis" zu ergründen, verletzt er die unausgesprochenen Spielregeln der beiden und zerstört letztlich das filigrane Gewebe dieser Beziehung. Intimacy ist eine sparsame, aber sehr präzise und realistische Charakterzeichnung zweier Menschen, die mittels ihrer erotischer Treffen einmal wöchentlich der Tristesse des Großstadtlebens entfliehen - zumindest für eine Weile.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Enttäuschung und Verstörung, 1. August 2007

voller Erwartung habe ich mir die DVD bestellt, versprach doch die Story eine vielversprechende zu sein: Mann und Frau treffen sich zum Sex unverbindlich (?) einmal die Woche, geben sich ihren Gefühlen und ihrer Leidenschaft hin....Die Sexszenen sind authentisch aber kurz und die Übergänge zwischen Sexszene und realen Leben kalt und hart. Die Story entwickelt sich als langweilig ab den Zeitpunkt, wo der Mann versucht in die Alltagsrealtität der Frau einzutauchen und zu realisieren, wer sie ist. Die Dialoge sind unzusammenhängend und ohne Tiefgang und emotionale Verbundenheit - egal zwischen welchen Personen - kommmt nicht auf. Die Dialoge bleiben an der Oberfläche oder im Anklage bzw. Aggressionsmodus hängen. Fazit: kein Porno keine Beziehungsgeschichte irgendwas dazwischen, was bleibt ist Enttäuschung und Verstörung über die beziehungslose Kommunikation und das Nichtzueinanderfinden der Personen, wenn das die Message sein soll an den Zuschauer dann hat der Film 100% seinens Ziels erreicht, aber er lässt den Zuschauer mit diesem negativen Beigeschmack alleine zurück und darüber helfen auch keine noch so authentischen Liebes-und Sexszenen. Der Ausgang der Geschichte ist schwach und irgendwie nicht strukturiert bzw. folgerichtig. aufgebaut. Der Film hat es einfach nicht geschafft bei mir einen guten emotionalen Eindruck zu hinterlassen.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung   ABSOLUT NICHT ZU EMPFEHLEN!, 1. Mai 2007

Ich war anfangs der meinung das dieser Film ganz anspruchsvoll und schön erotisch (im esthätischen sinne) sein könnte, da intimität eine wohlgeformte art und weise ist, erotik zu beschreiben, anstelle mit dem ausdruck "pornografie".Aber der film begann schon sehr schockierend- und ja der warscheinlich harten, verstörenden, heutigen realität entsprechend,- die schauspieler waren nicht nur sehr unatracktiv, sondern auch der akt zwischen den beiden hauptdarstellern wurde unsensibel, abtörnend, unromantisch, kurz, heftig und schmerzlos vollzogen. und das gleich in den ersten augenblicken des films.ich kann nicht nachvollziehen das dieser film- ja war sogar schokiert darüber- eine so gute bewertung von manchen bekommt. ich verstehe nicht wie manche menschen es gut finden können so etwas- gar abstoßendes - zu sehen.welchen lebensinhalt haben in den film die dargestellten personen denn? eigentlich fast traurig, denn ich glaube nicht das einer von uns mit so einer lebenssituation glücklich wäre. worum es sich nur um das eine dreht- und dann doch noch tiefer geht, aber nicht um gefühle sondern um besitzergreifen.egal wie die personen den film vorher als positiv bewertet haben, ich kann den film nicht als kunst betrachten oder als keinen porno, für mich hat er sehr wohl viele pornohafte szenen... Ich versuche auch nicht von etwas zu reden von was ich nichts weiß. ich habe schon etliche erotische, schöne filme über intimität gesehen. ein sehr guter streifen war z.b. "Der Liebhaber". Und Intimacy kann man absolut gar nicht damit vergleichen. nein, das wäre sogar eine beleidigung... obwohl ja beide auf den gebiet der intimität was aussagekräftiges darstellen wollen. aber so wie in intimacy- auf so eine schlechte art und weise- nein, absolut unschön.ich weiß wie schlecht das leben sein kann. wir sehen jeden tag der kalten wirklichkeit ins gesicht, die bis ins abstoßende manchmal sinkt. jeden tag. besonders wenn man in einer stadt lebt. ich finde es absolut nicht zu empfehlen sich so etwas noch als film anzusehen... man muss es sich einfach nicht antun.meiner meinung hat dieser film nicht mal einen stern verdient,... aber sonst hätte ich ja keine rezession schreiben können;)




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