Kundenmeinungen
Der Versuch einer Adaption, 27. Oktober 2007
Harry Potter und der Stein der Weisen ist als Buch zweifelsohne ein wirklich gelungenes Debüt einer Saga zauberhafter Mysterien. Die Verfilmung des ersten Teils eckt an die Atmosphäre und den Tiefgrund der Bücher allerdings nur an. Einige Charaktere (z.B. Hagrid, Malfoy, Prof. Snape) werden viel zu verwaschen dargestellt, die Geschichte an zu wichtigen Punkten gekürzt. Harrys Vorgeschichte mit den nervenaufreibenden Peinigungen durch seine Ziehfamilie widmet sich der Film gerade mal 10 Minuten. Dass für den Film das Budget auch eher knapp bemessen war, bemerkt man spätestens an den Requisiten und den Computeranimationen. Diese wirken sehr unnatürlich, stören an manchen Stellen sogar (z.B. die "lebenden" Bilder in Hogwarts). Übrig bleibt nur die hervorragende schauspielerische Leistung der Jungdarsteller. Wegen der großen Entäuschung im Vergleich zum Buch gibt es leider nur 2 Sterne.
Gedicht für Stirnnarben-Harry, 18. September 2007
Wer dieses bombastische Fantasy-Event
nach 7 Jahren noch nicht kennt,
wer sich zu alt für Kinderkram hält
und wem der Rummel nicht gefällt,
wer denkt, das sei rausgeschmissnes Geld,
es gäb größere Werke auf der Welt,
der möge Potter Part One doch erstmal gucken
und vielleicht erstaunt zusammenzucken.
Je länger der Film bei mir lief
desto mehr empfand ich intensiv
die visuell reizvolle Bilderflut
Sie tat dem Auge richtig gut
Gefesselt durch viele gute Ideen
wollte ich immer weiter sehen.
Bin immer gegen Konsumfilme gewesen
doch Stirnnarben-Harry auf seinem Besen
hat mich,den einstigen Potter-Feind
verwandelt in einen Potter-Freund.
Ich ziehe davor meinen Hut
Zaubern kann Harry wirklich gut.
Dem Erfolg geb ich hier gerne recht:
"Stein der Weisen" - echt nicht schlecht!
Fünf Sterne kriegt das Potter-Kind
weil vier ein Stern zu wenig sind.
Langweilig ohne Ende, 18. September 2007
Entsetzlich! Ich kann mir über die Bücher kein Urteil erlauben, da ich sie nicht gelesen haben, aber dieser Film ist an Langeweile kaum zu überbieten. Sehen Kinder und Liebhaber sicher anders, aber mich hat`s schlichtweg abgeschreckt auch nur einen weiteren Teil mir noch anzusehen bzw. zu kaufen. Satte 147 Minuten in denen eigentlich nichtssagend nichts passiert...und schon nach knapp der Hälfte ist mir die Lust vergangen. Ein Kinderfilm, der allerdings mit z.B. vielen Astrid Lindgren Verfilmungen trotz großem Budget meiner Meinung nach nicht mithalten kann. Ohne Sinn und Zweck, die Charaktere bleiben total oberflächlich. Und dann dieser unerträgliche "Armes-benachteiligtes-Kind-Schmalz" am Anfang ... viele Fragen kamen bei meinem Sohn auf, die einige Passagen in Frage stellen z.B....wozu geht ein Zauberer einkaufen, kann der sich nicht zaubern, was er braucht???? Oder: Wenn der doch zaubern kann, wozu geht er auf die Schule und wieso können andere Kinder sich nicht einen Zauberstab kaufen und auch zaubern lernen???fragte er mich...und was soll ich da antworten??? Nein, nie mehr!!!!
Der schlechteste Potter Film, 27. August 2007
Es ist der Anfang der Potter Saga, in diesem Film lernt man die Figuren kennen. Aber das ist alles nicht spannend dargestellt. Wenn man den Film aber noch nicht gesehen hat, das Buch noch nicht gelesen hat, denke ich, das es ein guter Film für Denjenigen wäre. Ich denke auch, das der Film gut und spannend für Kinder von 7-9 Jahre wäre.
Ich, als elfjähriger Junge finde den Film halt etwas kitschig.
Zeitgeist und Magie, 20. Juli 2007
Es ist für mich eigentlich schon schwer zu sagen was den Reiz von "Harry Potter" ausmacht: vorausgesetzt jemand will nun erst gar nicht darüber reden, so handelt es sich bei Rowlings Fiktion um die Magier-Schule Hogwarts doch um etwas worüber die meisten zumindest eine Meinung haben - was bis zum katholischen Publizisten aus Österreich geht, dessen popkultureller Horizont sonst von Kindheitserrinerungen an Räuber Hotzenplotz und Winnetou, wohl gemerkt nicht Winnie Puh, reicht.
Eines sollte für den geneigten Rezipienten fantastischer Traumliteratur andererseits auch feststehen: "Harry Potter" ist keine Fantasy im eigentlichen Sinne. Das hat diese neureiche Tante, welche sich das ganze ausgedacht hat, auch nie beabsichtigt - wie man in jedem zweiten Interview mit ihr lesen kann.
Und wer die Bücher aufgrund deren Nähe zu konventioneller Seelenenthüllungskonfektion inklusive prätentiöser Charakterzeichnung samt Habitus eines Kinderbuches von Astrid Lindgren, oder, für einen Österreicher wie mich noch schlimmer, von Christine Nöstlinger, eben NICHT Lesen mag, dem bleiben dann eigentlich bloß noch die Warner-Filme übrig um vom Geist dieses selbst Bildungsbürgern bekannten Zauberlehrlings etwas zu erhaschen. Und diese sind in all ihrer Straffheit doch beeindruckend, vor allem dann wenn ein solcher Durchschnittsregisseur wie Chris Columbus neben "Star Wars Episode 1" und dem parallel produzierten "Herr der Ringe" auch Terry Gilliam's "Time Bandits" in "Harry Potter und der Stein der Weisen" ausführlichst zitiert, und es dann noch dazu vortrefflich passt!
Irgendwie scheint Harry Potter genau in die Gegenwart zu passen und der Zeit entsprechend zu wirken, und gerade das macht diese für Genre-Kenner immer wie eine liberale Variante von C.S. Lewis wirkende Geschichte wohl auch so faszinierend - jedenfalls für die allermeisten...
Rezeptionstechnisch problematisch wird es aber wieder dann, wenn man in einer namhaften deutschen Film-Fachzeitschrift lesen kann, dass Joe Dante (Gremlins) etwas mit "Harry Potter und der Stein der Weisen" zu tun hätte...
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