Kundenmeinungen
Melodram und soldatische Tugend...., 30. März 2007
....bestimmen diesen Film aus dem Jahre 1959. Zugegeben: In einer Zeit produziert, wo Heimatschnulzen und Alpenglühen das traumatisierte deutsche Volk von den Trümmern seiner jüngsten Geschichte ablenken sollten, ist dieser Film schon recht mutig und gegen den Zeitgeist gedreht. Vor allem übersteigt er alles, was dem jungen, demokratischen Westdeutschland damals zuzumuten war, und was das gerade aus Ruinen auferstandene Volk ertragen konnte, geschweige denn sehen wollte. Schließlich wurde Deutschland erst ein Jahrzehnt später ungebremst mit seiner eigenen Geschichte konfrontiert. Dennoch: Der ganze Wahnsinn und Schmutz des Krieges wird hier für meinen Begriff immer noch verfälscht und verharmlost - auch wenn man sich mächtig Mühe gegeben hat, das Elend der Verwundeten und die fatale Fehleinschätzung der militärischen Lage durch die Heeresführung darzustellen. Melodram, Pathos, soldatische Tugend und vor allem das Bild vom rechtschaffenden deutschen Soldaten, der von seiner Führung verraten wurde und ansonsten aber ein ganz edler Kerl ist, überwiegt für meinen Geschmack zu sehr. Aus diesem Grunde teile ich die hier geäußerte Meinung, der Film sei besser, als Vilsmeier's "Stalingrad" nicht. Vilsmeier's "Stalingrad" bringt dem Zuschauer wesentlich schonungsloser und heftiger den ganzen Wahnsinn und die Entmenschlichung in dieser Kesselschlacht, in der 1 Million Menschen starben, näher. Aber dafür, daß dieser Film 14 Jahre nach Kriegsende in einer suggerierten heilen Welt des Wirtschaftswunders in die deutschen Kinos kam, ist er schon recht mutig. Dafür 3 Sterne. Damals haben sich bestimmt nicht viele diesen Film angesehen, weil er nicht in die heile, kleine Spießerwelt der aufblühenden Bundesrepublik paßte. Ich erinnere mich an Kommentare meiner alten Tanten, als der Film in den Siebzigern im Fernsehen lief: "Schalt' den Mist ab...sowas wollen wir gar nicht sehen!"
Super Film! Genial!, 22. März 2007
Obwohl der Film im Jahre 1959 gedreht wurde, sind die Kampfhandlungen sehr gut dargestellt! Der Film überzeugt durch eine den Tatsachen entsprechende Darstellung der Katastrophe von Stalingrad und dem großen Leid unserer Soldaten. Er ist ein Muß für Antikriegsfilmfans und geschichtlich Interessierte!
Besser als "Stalingrad" von Vilsmeier!, 14. November 2005
Dieser Film und "Die Brücke" zählen zu den besten deutschen Antikriegsfilmen. Realismus pur! Meiner Meinung nach übertrifft er Vilsmeiers Version mit der gleichen Thematik bei weitem. Der Film ist zwar in Schwarz-Weiß gedreht und über 40 Jahre alt, doch was die Handlung, z.B. die Kämpfe mit den Sowjets betrifft, könnte er ebensogut erst 10 Jahre alt sein. "Hunde wollt ihr ewig leben" überzeugt auch durch die Leistung der Darsteller. So bekannte Schauspieler der damaligen Zeit wie Sonja Ziemann, Jachim Hansen, Horst Frank, Günter Pfitzmann sprechen für sich. Was vor allem sehr positiv auffällt ist , dass sehr eingehend die Gründe für die Katastrophe von Stalingrad dargestellt werden. Mangelnde Versorgung durch die Selbstüberschätzung Görings. Der Winter. Die Überlegenheit der Russen an Zahl und Material. Der Vorstoß der Panzergruppe Hoth bis auf 48 km an Stalingrad heran. Abbruch dieses Vorstoßes, weil die Russen bei den Italienern durchgebrochen waren und somit die Gefahr einer Einkesselung der gesamten Heeresgruppe A heraufzog. Selbst die Tatsache, dass nicht für den Häuserkampf ausgebildete Einheiten schließlich eben dort kämpfen mussten, wird dargestellt durch Hansen als Artillerieoffizier. Die Qualen der Verwundeten, die sich in ihrem Leid auch noch die Rede Görings anhören müssen. Feige Offiziere, die sich verkriechen. Auch die Situation der Rumänen, die völlig unzureichend ausgerüstet gegen russische Panzerverbände kämpfen müssen wird beschrieben. Ein unentschlossener Paulus, der nicht auf die Ratschläge seiner Generäle hört und nicht ausbrechen läßt. Doch wohin auch ausbrechen? In die eiskalte russische Steppe? Ungeschützt. Mit Treibstoff nur für 30 km, obwohl Hoth 48km entfernt ist. Gejagt von russischen Panzerverbänden. All das kommt zur Sprache.
Der Film ist neutral. Er zeigt es so wie sich ein unpolitscher Mensch die Situation damals vorstellt. Weder linke noch rechte Einflüsse haben diesen Film verdorben. Gerade das macht ihn so sehenswert. Insgesamt gesehen ein Top-Film. Absolut sehenswert!
Thirteen Years was too short to get the point, 28. Juni 2005
This black&white picture deals mainly with the german armies on the eastern front- starting with all the glamour of third reich parades and the comradeship even in russia's tough winters - then finally collapsing into Stalingrad, the major breakdown of all hopes for a german victory...
Some of the acting from todays point of view seems melodramatic and the perspective towards General Paulus and other officers in high ranks is a lot different from how historians of the nineties would describe them. The movie gives an impression of a group of men, who keep fighting though they have already lost. I like the movie, still thirteen years was probably too short to get the point really...
Ganz sicher nicht zeitlos, auch kein Meisterwerk, 24. April 2005
Der Mehrzahl der hier vorliegenden Rezensionen nach zu urteilen, ist dieser Film die Antwort auf alle Fragen und der beste Film über Krieg überhaupt - was für eine groteske Fehleinschätzung! Man kann vielleicht sagen, dass er das markiert, was man 1959 dem deutschen Publikum zumuten zu können meinte. Das hier gezeichnete Bild des grundanständigen Wehrmachtsoffiziers, der zur russischen Zivilbevölkerung tadellos ist (obwohl angeblich in einer Ordensburg erzogen) dürfte der Realität des Weltanschauungskrieges kaum entsprechen. Allzu simpel, wenn nicht gefährlich, die Hauptaussage des Films: Der brave deutsche Landser und der noch bravere deutsche Oberleutnant sind von skrupellosen und inkompetenten Vorgesetzten verraten worden - ob es sich nun um Hitler selbst oder um einen Artilleriemajor handelt. Womit die Frage nach Schuld, Verstrickung und Verirrung weitgehend und äußerst bequem geklärt wäre. Fazit: Man muss die Wehrmacht nicht so kritisch sehen wie die Macher der Wehrmachtssausstellung, um diesen Film völlig unzureichend zu finden. Was 1959 respektabel war, ist heute, auf der Basis unserer historischen Erkenntnisse, mindestens veraltet, möglicherweise gefährlich, ganz sicher aber nicht überzeugend.
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