Kundenmeinungen
Eine gute Erzählung in wunderbaren Bildern, 20. Januar 2008
Natürlich kann man über den Stoff und den Inhalt des Filmes behaupten was man will, entstand er doch zum 500. Geburtstag der Entdeckung Amerikas, der neuen Welt. Man sieht dem Film deutlich an dass Ridley Scott, der ja bereits bis dato wunderbare Filme wie Blade Runner und auch Alien in Szene setzte, einen gewissen pathos herüberbringen wollte. Vielleicht ist das auch die Schwäche des Filmes.
Allerdings hat der Film dennoch eine gewisse Atmosphäre, die ab und an düster oder konstruiert wirken mag - allerdings, und das ist die hauptsache, ist es eine Erzählung, die Erzählung der wohl größten und berühmtesten Entdeckungsreise der Menschheit, zumindest bis zur ersten Mondlandung.
Die Schauspieler, allen Voran Columbus-Darsteller Gérard Depardieu brillieren in ihren Rollen. Zwar mag es nicht sein bester Film sein, doch Depardieu verkörpert Christoph Columbus glaubwürdig.
Natürlich soll auch der Soundtrack von Vangelis nicht unerwähnt bleiben. Klar, der Pathos ist aus jenem nicht herauszuhören und natürlich verleiht dieser dem Ganzen Film einen Hauch zuviel Posaik - zumindest hätte man die Bilder entsprechend darauf anwenden müssen, doch ist er das was er sein Wollte. Eine Geschichte, ein filmisches Epos und bereitet einen angenehmen DVD Abend, ohne im Nachhinein unzufrieden zu sein, und das macht einen guten, wenn auch nicht großartig herausragenden Film aus.
Kolumbus als Hellseher, 26. Dezember 2007
Wer mit der Jahreszahl 1492 im Titel einen historischen Film erwartet und von Geschichte dieser Zeit wenig Ahnung hat, wird ordentlich verwurstet.
Drei Schiffe fahren über den Ozean, weder Gischt noch Wellen bei schneller Segelfahrt, und die zeitweise sehr enge Linie der drei Schiffe lassen erahnen, wie der Film auf dem Wasser uns verschaukelt.
Fehler?
Vor der königlichen Komission rhabarbert Kolumbus 1492 was vom Seeweg nach Indien um Afrika herum. Heute ist bekannt, dass da Gama den Seeweg nach Indien um Afrika erst 1499 schaffte.
Kolumbus sieht das ersehnte Land zuerst(?), überlässt diese Ehre aber dem Ausguck. Ein nobler Zug eines Adligen auf einem Schiff eines tief-inquisitorischen Herrscherhauses.
Kapitän Pinzon spielte keineswegs eine loyale Rolle wie im Film dargestellt. Er blieb bis zu seinem Tode eine zwielichtige Gestalt.
Bei Absetzung Kolumbus (1500) in den neuen Kolonien wird ihm erzählt, Amerigo Vespucci hätte das Festland entdeckt. Dieser allerdings vermutete bei seiner zweiten Reise 1501/1502 das erste Mal davon - allerdings in einer Privatkorrespondenz, die mittlerweile dem Fälschungsverdacht obliegt.
Kolumbus - so wird am Ende im Off erzählt - hätte auf seiner dritten Reise mit seinem jüngsten Sohn den Stillen Ozean gesehen. Richtig ist, dass Kolumbus auf seiner vierten und letzten Reise (1502/03) an der Küste Panamas war, aber nie den Isthmus durchquerte, um den Stillen Ozean zu erblicken. Das schaffte erst 1513 de Balboa.
Letztendlich ist der Film eine Hommage auf die Gründerväter der USA. Kolumbus setzte sich über damalige religiöse und weltliche Vorstellungen hinweg und zelebrierte eine Art Demokratie auf den Inseln der Neuen Welt. Dass das bei streng katholisch-inquisitorischer Mission nicht gut gehen konnte, wird denn auch unrichtig wiegergegeben. Unter Kolumbus begann die Sklaverei der Kariben und Tainos auf Hispaniola.
Kolumbus als Vorreiter einer amerikanischen Demokratie ein filmisches Denkmal zu setzen, ist grob gesagt: historisch von vorn bis hinten erlogen.
Die zwei Sterne gibts für den Soundtrack und die sehr gut gelungenen Hinrichtungs- und Mordszenen.
etwas "schweres" Geschichtsepos, 26. April 2007
Zum ganz großen Film hat es nicht gereicht, dafür ist das Thema zu weit weg und die Umsetzung zu bleiern.
Der Film lebt natürlich von der soliden schauspielerischen Leistung von Gérard Depardieu, demzuliebe man sich
das langwierige gravitätische Werk auch ansieht.
Geschichtlich sicherlich interessant und als abendfüllende Unterhaltung
durchaus geeignet - aber ob man sich sowas ein zweitesmal freiwillig
anschaut...?
... vom Paradies in die Sklaverei, 14. April 2007
Der erfolglose Historienfilm des Regisseurs Ridley Scott aus dem Jahr 1992 basiert im Groben auf historischen Begebenheiten und erzählt die Geschichte der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus und die ersten Auswirkungen auf die Ureinwohner.
Am 12. Oktober 1492 erreichten die spnaischen Schiffe die Neue Welt. Kolumbus ging auf einer Insel der Bahamas an Land, die von den Einheimischen Guanahani genannt wurde und gab ihr den Namen San Salvador (span. für Heiliger Retter).
Es sind vor allem die atemberaubenden Bilder, die musikalische Untermalung und die Leistung von Depardieu und den anderen Hauptdarstellern in einer malerischen Kostümwelt, die diesen Film durchaus sehenswert machen und ihm seinen ganz besonderen Reiz geben. Effektvoll und direkt setzt Scott darüber hinaus Triumph und Leiden sowohl in der spanischen als auch in der "neuen" Welt als filmisches Element ein und scheut sich nicht, immer wieder auch die kirchlichen Bekenntnisse und Regeln des Mittelalters in Frage zu stellen.
...ein gut gemachtes Historienspektakel zu Gunsten der spanischen Krone im Sinne einer, wenn auch nicht ganz korrekten so doch spannenden Geschichtsstunde
Hauptdarsteller: Gérard Depardieu als Christoph Kolumbus / Sigourney Weaver als Königin Isabella / Fernando Rey als Marchena / Tchéky Karyo als Pinzon / Kevin Dunn als Kapitän Mendez / Frank Langella als Santangel
Ein paar Fakten:
Kolumbus unternahm vier Entdeckungsreisen im Auftrag der spanischen Krone. Seine Erlebnisse hielt er in einem Bordbuch (Bordbuch des Christoph Kolumbus) fest, von dem heute nur noch die auszugsweise Abschrift von Bartolomé de las Casas existiert.
1te Reise (3. August 1492 bis 15. März 1493)
2te Reise (25. September 1493 bis 11. Juni 1496)an der Mündung des Orinoco zum 1ten Mal auf dem Amerikanischen Kontinent
3te Reise (30. Mai 1498 bis 25. November 1500)
4te Reise (9. Mai 1502 bis 7. November 1504)
Kolumbus, geboren 1451 in Genua, starb am 20. Mai 1506 in Valladolid im Alter von etwa 55 Jahren und wurde in Sevilla begraben. Die Ursache des Todes ist nicht geklärt.
Immer wieder eine Erinnerung wert!, 23. Februar 2007
1. DER FILM SELBST
Dies ist einer der Filme, die ich mir immer wieder anschaue. Dieser wundervolle Film hat einfach das gewisse Etwas. Es kommt Abenteuerlust auf, die Charakterdarsteller (wie Gerard Depardieu oder Fernando Rey) sind einfach klasse, selbst die Bösewichter sind mit tollen Schauspielern besetzt (Armand Assante, Michael Wincott), die Urwaldszenen sind toll. Fast mystisch wirkt es, wenn Depardieu das allererste Mal im Urwald auf die Einwohner trifft, die Lage droht zu eskalieren, aber am Ende lachen alle zusammen. Der Film hat so viele schöne, aber auch viele grässliche Momente, letztere Welche aber historischer Fakt sind. Eigentlich hätte das Stück "Light And Shadow" (aus VANGELIS' Soundtrack zum Film) den Film beim Abspann am Besten zusammengefasst, denn das ist auch irgendwie die Pointe des Films: "Licht und Schatten" und damit nicht nur zurecht zu kommen, sondern darin etwas zu vollbringen, was die Lichtseiten mehrt, aber am Ende kam geschichtlich und somit folglich auch im Film halt alles ganz anders. Man sollte sich schon darauf einstellen, dass es hier und dort brutal wird, vor allem am Anfang und zum Schluss des Films hin.
2. DIE EXTRAS
Die Extras überraschen mich heute noch. U.A. die Fotogalerie, der deutsche Kinotrailer zum Film, die englisch-sprachige Version, der 5.1-Sound in beiden Sprachversionen, geschichtlichen Fakten (im "Columbus-Special"), Desktop-Bilder & Bildschirmschoner (im DVD-Rom-Part). Es hätte nur noch das Musikvideo von VANGELIS gefehlt, dann wären die Extras absolut komplett gewesen. Bis heute war ich immer nur auf den Film selbst fixiert, weil er sehr harmonische und faszinierende Momente beinhaltet. Die ganze DVD ist einfach nur rundum empfehlenswert!
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