Kundenmeinungen
Gutes akustisches Debüt aus Greenwich Village 1964, 18. September 2002
Ich vermisse die vielschichtige Instrumentierung ihrer späten LPs hier nicht, der Stereosound ist ausgezeichnet und kommt (für 1964) voll aus den Boxen. Von der CD-Sammlung aller ihrer LPs komme ich am liebsten auf das Debüt zurück, am wenigsten auf "Bridge over Troubled Water". Art Garfunkel ist im linken, Paul Simon im rechten Kanal zu hören. Der Produzent Tom Wilson, der auch Bob Dylans LPs produzierte, bekam einen besseren akustischen Soundmix hin als etwa auf "Highway 61", er produzierte auch "The Velvet Underground & Nico". New York Mitte der Sechziger Jahre, ein älterer Bürger aus der Stadt sagte mal, daß es kaum ein Album gibt, das die Atmosphäre Greenwich Village dieser Tage besser wiederspiegelt als "Wednesday Morning 3 a.m.". Wie unterschiedlich das Wahrnehmungsvermögen von Künstlern wie Paul Simon oder Lou Reed ist, die vom New York der gleichen Epoche so verschiedene Dinge schildern. Der Gesang des Erstlings ist von den Everly-Brothers beeinflusst. - You Can Tell The World, ein guter erster Track für die Welt, kräftiger Sound, mit dem die Gitarrengriffe aus den Boxen kommen. Cooler Track.- Last Night I Had The Strangest Dream - Bob Dylan mußte enormen Einfluß auf die Mentalität der Großstadtjugend gehabt haben. Die Lyriken sind (hier ein Traum) fast literarisch. Im Gegensatz zu Dylan kann man die Songs der beiden auch gesanglich und musikalisch genießen, ohne eine Nickelbrille tragen oder Literatur studiert haben zu müssen.- Bleecker Street, ein Portrait einer Straße mit einem "Sad Cafe" (Greenwich?)- Sparrow - wieder ein symbolischer Text. Es geht (glaube ich) um die Vereinzelung des Menschen, da jeder zu sehr mit seinem kleinen Horizont beschäftigt ist. Am Ende liebt den Spatz dann doch die Mutter Erde, der Schwan, die Rohrdommel, etc. konnten nichts mit dem Spatz anfangen.Der Track gefällt mir am besten, wegen der Melodie.- Benedictus, ein Teil der lateinischen Messe. Es klingt sehr ernst, man wagt nicht hineinzureden. Hätte George Harrison so was solo vertont, die Kritik hätte das in der Luft zerrissen. Doch S & G, die durften das 1964 ungetadelt. Wie kommen eigentlich zwei jüdische Youngsters auf die Idee, christliche Liturgie zu besingen? Meinen sie das ernst?- The Sounds Of Silence - die Urversion, akustisch. Ich vermisse hier die Streicher und Drums vom Track "The Graduate", was dem Song seine Dramtik instrumental verlieh. "A vision softly creeping / Left its seeds while I was sleeping / And the vision that was planted in my brain still remains.... in restless dreams I walked alone." - He Was My Brother - klingt übersentimental, eine Mischung eines Liedes der Bibelstunde und einem Protestsong. Wegen der Melodie und dem guten Gitarren-Intro der zweitbeste Track für mich. Art Garfunkels Stimme ist beim Beginn der Verse sehr hoch.- Peggy-O - die Stimmung lockert sich etwas, es geht um ein Mädchen. - Go Tell It On The Mountain, könnte von einem Pfarreiabend mit Gitarren stammen. Doch ...... The Sun Is Burning - der Track beginnt so ruhig und schön wie die meisten anderen. ... liest man den Text merkt man, daß S & G keinesfalls von Mond, Sonne und Himmel singen. Im vierten Vers (fast unbemerkt, der Gesang bleibt gleich) geht es um den nuclearen Holocaust. Erschauern, damit rechnete niemand.- The Times They Are A-Changin, gefällt mir besser als das Original, vor allem wegen den ansprechenden vollen Gitarrenlicks, die dem Song eine neue Note geben. Der Text transportiert eine Aufbruchsstimmung (politisch & kulturell) und einen Generationskonflikt.- Wednesday morning ist wieder ernst, eine verlorene Liebe aus der Sicht des guy."Wednesday Morning, 3.am" hat ein schönes wie schlichtes Cover der New Yorker U-Bahn, während die Stadt noch im Schlaf ist. Die Platte klingt jung (wie die Sänger), ein Zeitdokument einer Generation, die sich gerade in den Morgenstunden des Umbruches befindet.
vor allem für Fans interessant, 9. August 2002
Die kommerziell wenig erfolgreiche Debüt-LP von Simon & Garfunkel ist eine qualitativ hochwertige Scheibe, auf der nur akustische Gitarren und Stimmen zu hören sind. Sie eignet sich aufgrund des Fehlens von solch klaren Melodien wie bei späteren Welthits des Duos nicht für S&G-Einsteiger, die sich zunächst "Bridge over troubled water" oder "Parsley, sage, rosemary and thyme" zuwenden sollten, ist jedoch für Fans dieser FolkGruppe unverzichtbar, da an den zahlreichen Interpretationen von Songs anderer Liedermacher (z.B. Bob Dylan) und weltbekannten Traditionals wie "Go tell it on the mountain", die häufig nach Kirchenliedern klingen, deutlich wird, woran sich die beiden New Yorker zu Beginn ihrer musikalischen Karriere orientierten. Auch Simon's beachtliche Anfänge als Songwriter sollte man nicht außer Acht lassen; "Bleeker Street", "Sparrow" oder "He was my brother" deuten bereits an, was aus der Feder dieses Mannes noch folgen sollte...
Toll!, 1. Oktober 2001
Mit ihrem 1. Album legten Simon&Garfunkel den Grundstein ihrer Karriere. Es steht in nichts den anderen Alben nach. Ich finde es toll, das Sony die alten Platten wieder in die Läden bringt, zu einem fairen Preis und mit Bonussongs.
Besonders interessant für Fans ist die ursprüngliche Version des Song of Silence. Neulingen der Gruppe empfehle ich aber lieber das Greates Hits, da ist alles drauf was man von S&G kennen sollte.
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