Kundenmeinungen
Kein unerschöpfliches Kreativitätspotenzial, 19. September 2003
Die Pet Shop Boys hatten vor dieser Platte einige tolle Singles sowie mit PLEASE und ACTUALLY zwei großartige Alben hingelegt. Ihre Songs waren schamlos romantische Mini-Dramen, von bombastisch ("Two Divided By Zero", "It's A Sin", "Always On My Mind") bis melancholisch-zerbrechlich ("King's Cross", "Violence", "Later Tonight"), aber immer voller Stil und von fast schon tragischer Würde.
BEHAVOIUR aber schien in gewisser Hinsicht ein Wendepunkt zu sein. Denn BEHAVIOUR war und ist ist ziemlich langweilig. Dass das Kreativitätspotenzial des genialischen Duos Neil Tennant und Chris Lowe nicht unerschöpflich sein würde, deutete sich schon mit der Single "It's Alright" an und wurde mit dem Titel "So Hard", der Vor-Auskopplung aus BEHAVIOUR, dann richtig evident. "So Hard" ist ohne Zweifel ein netter kleiner Ohrwurm, doch entbehrt er leider völlig jenes Herzblut triefenden Gefühls-Overkills vergangener Tage, der die meisten Singles der Pet Shop Boys bis dahin zu zeitlosen Pop-Klassikern werden ließ. Und die Befürchtungen, die "So Hard" bei mir weckte, wurden auf dem Album zur Gewissheit: Tennant und Lowe hatten ihre Unschuld verloren, waren aus einem romantischen Universum auf die Erde zurück gekehrt und mussten hier feststellen, dass sie nur noch in der Lage waren, Musik zu erarbeiten. Früher schienen ihnen die himmlischen Melodien nur so zuzufliegen, nun wurden sie anscheinend mühsam am Schreibtisch zusammengebastelt. Natürlich hatte BEHAVOIUR auch seine Reize: "Being Boring" zum Beispiel, ein Weltschmerz-Melodram über schönere und unbeschwertere Zeiten. "How Can You Expect To Be Taken Seriously?" brachte sogar ganz neue, weil von einer schnöden Rockgitarre erzeugte Elemente in den elektronischen Plucker-Sound des Duos ein. Der frühere Smiths - Gitarrist Johnny Marr sorgte für diese durchaus reizvollen Einschübe im Refrain. In "My October Symphony" spielte sogar ein Streichquartett auf und schuf einen Anhauch herbstlicher Melancholie. Schönster Song des Albums: das majestätische "This Must Be The Place I've Waited Years To Leave". Die meisten Nummern auf BEHAVOIUR plätscherten jedoch trist und unauffällig vor sich hin, waren nicht Fisch noch Fleisch und wären ein paar Jahre zuvor noch gnadenlos ins Archiv verbannt worden. Es hatte Zeiten gegeben, da entfachten selbst Single - B - Seiten (z.B. "Do I Have To?", 1987) wesentlich mehr akustisches Behagen, als so manches Stück dieser LP. Arrangement und Produktion des Bayern Harold Faltermeyer gemahnten schmerzlich an jene Tage, als noch ein gewisser Stephen Hague an den Reglern gesessen hatte. Neil Tennants dünne, helle Gesangsstimme entfaltet nur dann ihre Reize, wenn sie harmonisch in den Gesamtkontext eines Arrangements hineingezaubert wird. Bei einigen Songs von BEHAVOIUR wurde sie aber in den Vordergrund gemischt und stellte damit ein für alle Mal klar, dass sie eben eigentlich gar keine ist. Der vielen Worte kurzer Sinn: BEHAVOIUR war das bis dahin schwächste der drei regulären Pet-Shop-Boys-Alben. Das änderte allerdings nichts daran, dass sie selbst in dieser Form noch um vieles besser waren, als all ihre Nachmacher, Nachahmer, Nachfolger. Schade übrigens, dass man nicht drei ein halb Sterne vergeben kann!
Auch mit Bonustracks das beste PSB-Album, 31. Dezember 2001
Der Re-Release von "Behaviour" ist schon ziemlich beeindruckend: die zweite Bonus-CD mit ausschliesslich unveröffentlichten Songs bzw. B-Seiten hätte auch als eigenständiges Album damals veröffentlicht werden können, es steht den bereits veröffentlichten Alben in nichts nach. Man kann wohl sagen, dass die "Behaviour"-Periode (1990-1991) musikalisch die interessanteste der Pet Shop Boys ist.
Elektro-HipHop-Pop, 18. Dezember 1999
Nachdem die Pet Shop Boys mit "Introspective" schon die Mainstream-Kritiker ratlos zurückließen, in dem sie sie mit einem Vocal-House Album konfrontiert hatten, schockten sie die Musikpresse nun mit einem, zusammen mit Deutschlands efolgreichstem Filmkomponisten und Synthie-Guru Harold Faltermeyer produziertem Werk bis ins Mark. "Musik für den Supermarkt 2000" wurde es genannt, aber es war defacto ein Retro-Album: Analog-Synthies der siebziger und frühen achtziger Jahre und die passenden Drummachines vom Typ SP-12 und Roland TR808 pluckern hier HipHop, jawohl, HipHop-Beats. Neil Tennant rapt natürlich nicht, sondern singt nachdenkliche melancholische Texte dazu, über seine Jugend-und-Schulzeit genauso wie über das Rußland der Perestroika. Das ganze vor einer Kulisse von astreinen retro-futuristischen Elektro-Sounds. Ein Album, dass selbst von einigen Pet Shop Boys Fans bis heute nicht verstanden wird, jedem Pop-Ästheten aber dringendst zu empfehlen ist.
Sehr ruhig und supergut, 4. Dezember 1999
Das dritte Album der Pet Shop Boys gestaltet sich gegenüber den vorherigen CDs eher ruhig und ausgeglichen. Angefangen mit dem ersten Titel „Being Boring" bieten die beiden Briten durchgängig sanfte Pop-Balladen, zwar mit Synthesizern erzeugt, dennoch romantisch angehaucht. Dabei wird „Nervously" für mich zum absoluten Highlight der ganzen CD - besonders gut bringen die beiden hier die Situation eines nervösen Jungen vor seinem ersten Mal rüber - toll. Und im ganzen betrachtet muß ich auch sagen, daß die Singleauskoppelung dieses Albums von 1990 - „So hard" - für mich das schlechteste Stück insgesamt darstellt. Es paßt irgendwie nicht in die übrige Konzeption der Lieder hinein und bildet für mich einen Störfaktor, den ich immer überspringe, wenn ich die CD höre. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Das Meisterwerk des Pop-Duos, 30. November 1999
Das waren sie schon immer gewesen: Single-Könige, die die Instrumente der Popmusik perfekt beherrschten. Immer gut für den genialen Pop-Song. Selbst vor "Always On My Mind" schreckte das Pop-Duo nicht zurück. Doch das Album "Behaviour" zeichnet sich durch eine herbstliche Stimmung aus, Songs die nicht bedacht sind, die Hitparaden zu stürmen, wenn natürlich auch mit "Being Boring" ein solcher mit von der Partie ist. Dieser Song schwebt sozusagen vor sich hin mit herausragender Eleganz und Neil Tennants Sprechgesang ist hier majestätischer als je zuvor. Die Pet Shop Boys zeigen sich von einer anderen Seite, von ihrer besseren, denn "Behaviour" ist bis heute ihr unübertroffenes Meisterwerk. Eine Platte von Dauer, die zeigt, daß das Duo auch noch etwas anderes machen kann, als am laufenden Band Hits zu produzieren. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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