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Air: 10.000 Hz Legend

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10.000 Hz Legend

Air

Virgin Fra (EMI)

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12/Okt/2008 - 12:08


Beschreibung

Im Frühjahr 1998 verblüfften zwei Franzosen die Musikszene. Nicolas Godin und Jean-Benoit Dunckel alias Air spielten elegischen TripHop, der leicht wie Luftschokolade daherkam. Am Ende des Jahres standen Air mit ihrem Debüt Moon Safari in allen Polls auf den oberen Plätzen und eine Million Platten waren verkauft. 1999 blieben Air fast stumm, veröffentlichten das Reissue Premiers Symptomes eine Mini-LP, bestückt mit raren, frühen Singles. Als Bonbon gab es zwei neue Songs, die etwas rauher klangen als das Material auf Moon Safari.

Auf der Interimsplatte The Virgin Suicides komponierten Air den Soundtrack zum gleichnamigen Film und tauchten dabei tief in die musikalische Welt der Siebziger, in denen der Film auch spielt. Die lockere Leichtigkeit war dahin, Air pendeln zwischen Progressiv-Rock, gediegenen Sounds mit einer latenten Schwülstigkeit. Häufig erweckt das Erinnerungen an die Musik zum Softporno Bilitis oder frühes Material von Camel. Das ging soweit in Ordnung, da die Platte nicht als Air-Produkt sondern Filmmusik bewertet werden muss. Für 10000 Hz Legend aber können keine Ausreden herhalten und das zweite reguläre Werk der Franzosen hätte einige nötig. Der Opener "Electronic Performers" ist ja noch eine wunderbar ausgetüftelte und doch zugängliche Elektronik-Hymne. Direkt im Anschluss folgt "How Does It Make You Feel", und das Lied stimmt einen nicht gerade fröhlich. Klingt, als würden Camel durch einen Pomadefluss waten, und am Ufer singen obendrein noch die Engel.

Allmählich kommt die Befürchtung auf, dass Air unter die Latte springen, die sie mit Moon Safari auf Weltrekordhöhe legten. Jedenfalls ist "Radio #12" nicht der Sender des Vertrauens, aber im Anschluss bringt "The Vagabound" deutliche Linderung. Der Song ist ein kleiner Country-Blues, der so nur von Franzosen komponiert werden konnte und der zudem von der Stimme des Gastsängers getragen wird: Beck! Der US-Indie-Star traf Air in Los Angeles, wo das in Paris eingespielte Album seinen Feinschliff und die opulenten Streicherpassagen erhielt. Becks zweiter Gastauftritt findet auf der von psychotischen Sounds garnierten Up-Tempo-Nummer "Don't Be Light" mit einer Spoken Word-Einlage statt. Zwischen diesen beiden Höhepunkten des Albums liegen Tracks mit allen Air-typischen Merkmalen: leicht und doch melancholisch, fließend und doch mit einigen Skurrilitäten versehen. Diesmal aber fehlen Nachdruck und Langzeitwirkung, Air haben mit 10000 Hz Legend nichts falsch gemacht, allerdings machten sie auf Moon Safari im Gegensatz alles richtig. --Sven Niechziol





Kundenmeinungen

produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  im nachhinein ein Meisterwerk, 18. Juni 2007

Machen wir es kurz. Als dieses Album damals rauskam,war auch ich erstmal enttäuscht. Wer damals Moon Safari kennengelernt hatte, der war von diesem Sound gefangen. So ansteckend und einlullend war dieser und es gab tolle Melodien und Songs,die richtig hängenblieben. Und dann 10000Hz Legend:es hatte nichts mehr mit Moon Safari zu tun. Es war und ist sperriger,düsterer,experimenteller und die Zusammenarbeit mit BECK war gar nicht vorstellbar. Ich habe viele Anläufe benötigt bis ich es mir doch zulegte. Und wißt ihr was? Es ist mein absolutes Lieblingsalbum von AIR geworden. Jawoll! Es vereint alles was AIR mittlerweile ausmacht. Esist peppiger als die lezten beide Werke und spannender als Moon Safari. Gebt diesem Meisterwek eine Chance und hört es euch bewußt an. Das war der Sound der 90er!


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Air auf Abwegen?!?, 24. April 2005

Moment mal, dachte ich mir beim ersten Anhören dieses Albums, das klingt ja als ob Air ihre Moog-Synthesizer plötzlich mit kleinen Stecknadeln vollgestopft und dann in einer Badewanne voller Salatöl untergetaucht hätten. Oder sind die nur mit Autechre zu oft einen saufen gegangen? Aber wie bei einem guten David-Lynch-Film kam die Erleuchtung hier glühbirnenweise. Songs wie "Sex Born Poison" erschließen sich einem nicht beim ersten Hören, auch nicht beim zweiten, vielleicht auch nicht beim dritten, aber irgendwann wird man sich zwangsläufig der hinter Patchkabeln, Soundsamples und Vocodern versteckten Magie dieses Albums bewusst. Obwohl ich der Single-Auskopplung "Radio #1" nie viel abgewinnen konnte, sind doch Lieder wie etwa "Electronic Performers", "Don't Be Light" und auch und besonders "The Vagabond" mit dem locker vor sich hin slackenden Beck Hansen ein Genuss für die vom Mainstream-Radio geplagten Ohren. Das Gute dabei ist, daß alles irgendwie immer noch nach Air klingt, obwohl nur ein einziger Song, "Radian" nämlich, so ruhig und verträumt klingt wie "Moon Safari", und selbst der fängt ja ganz schön "traurig" an. Kein Album für eine fröhliche Grillparty also, aber für etwas anspruchsvolle Elektronikmusik-Hörer ein Kleinod. Und hey, die Texte sind ja schon teilweise sehr toll... "she came to me with her muddy boots... she destroyed all my carpets!"


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Klang ² x ( Moog + Melodie ) x 10000Hz ) = Air, 9. Februar 2005

Als Endprodukt einer von Einfallslosigkeit und Trostlosigkeit gezeichneten Industrie wird das heutige Musikbiz oft beschrieben - überall wird geklaut und kopiert, geklonte Retortensänger und gecastete Bands schlagen uns 24h am Tag in hektischen Musikclips die Magengrube, der Mainstream und seine fluktuierenden Kunsumenten die stets nach Neuem schreien (und den Rubel rollen lassen) walzt gnadenlos alles platt - doch hier und da gibt es pulsierende Individualisten, die gegen den Strom schwimmen, hin zur Quelle alles Musikalischem.

Air gelingt es mit "10000Hz Legend" zeitgenössisch programmierte Elektronik-Klänge mit Retro-Elementen klassischer Unterhaltungsmusik zu verweben, die beiden Künstler - tres chic, aus Frankreich, dort genoß die elektronische Musik seit jeher hohes Ansehen (und bescherte etwa den deutschen Elektronikpionieren Kraftwerk 1976 einen Nr. 1 Sommerhit mit "Radioaktivität") - zitieren die Ära von knarzenden Moog- und blubbernden Korg-Synthesizern, bleiben dabei dennoch stets eigenständig und originell und entfachen Klangteppiche voll Lust und Laune. Da bleibt kein Klang auf dem anderen, und dennoch harmoniert alles sehr melodieös, fügt sich in die Umgebung einer hippen Club-Bar ebenso wie ins vertraute heimische Wohnzimmer. Fantastisch, was die beiden mit ihrem Klangspektrum komponieren, modellieren und modifizieren. Das (ohnehin nur mehr von Ignoranten vertretene) Vorurteil, Elektronikmusik wäre kalt und seelenlos wird von Air emotionell widerlegt, stattdessen plätschern und fiepsen die Sounds in lieblich weichen Tönen. Air erfinden die Elektronikmusik freilich nicht neu - aber "10000Hz Legend" ist ein in jeder Hinsicht musikalisch ambitioniertes Werk, welches in keiner Sammlung von Freunden und Kennern elektronischer Musik fehlen sollte.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  Das beste Album aller Zeiten!, 6. März 2004

Ich bin eigentlich ein grosser Madonnafan, aber dieses Album hat mich einfach so stark beeindruckt, dass ich es als mein absolutes Lieblingsalbum ansehe! Ich finde diese Experimente so mutig und so gewagt und das Hinhoeren wird niemals langweilig. Auf dem ersten Album "Moon Safari" war der Sound zwar viel ruhiger und chilliger, sodass man es eher passiv hoert, aber dieses Album muss auf voller Lautstaerke zum aktiven Hinhoeren gespielt werden. Mein absoluter Lieblingstrack ist "Sex Born Poison" - die duestere Akustikgitarre am Anfang, dann das unheimliche Sample von "Psycho", das eine enorme Spannungssteigerung erzeugt und sich dann in den psychedelischen Violinen und dem bedrohlichen japanischen Gesang aufloest. Jedes Mal, wenn ich diesen Song hoere, bin ich so stark beeindruckt, dass ich ihn mir gleich nochmal anhoeren muss. Auch "Lucky And Unhappy", "People In The City" und "Don't Be Light" gefallen mir sehr gut. Zwar ist der Stil nicht einheitlich, sondern eher eine verrueckte Mischung, aber gerade das macht die Platte so interessant und kontrovers. Leider haben Air mit ihrem neuen Album "Talkie Walkie" den Rueckzug aus der experimentellen Phase angetreten und sich wieder dem Spacepop-Sound ihrer ersten Platte zugewandt. Ich mag zwar auch diesen Sound, aber man findet ihn auch bei vielen anderen Kuenstlern, wogegen der Sound von "10000 Hz Legend" einfach einzigartig bleibt.


produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung produkt bewertung  NICHT "Moon Safari" !!!, 28. Februar 2004

Nein, nein, nein, es ist einfach nicht "Moon Safari" ! Man kann das nicht oft genug sagen ! Die Songs auf "Moon Safari" passten eben zu einer solchen, aber Air sind wieder auf der Erde angelangt und geben sich hier nunmal nur vereinzelt ähnlichen Träumereien hin. Warum dieses Album also meiden, bloß weil es etwas schwieriger ist ? Angst vor den Emotionen die "How Does It Make You Feel" auslöst ? Oder ganz allgemein: Angst vor neuem ? AIR sind unglaublich vielseitige Künstler, auch "The Virgin Suicides" war nicht "Moon Safari", und dieses Album unterscheidet sich auch von jenem wie der Tag von der Nacht. Ich denke dass es genau das ist was eine Ausnahmeband ausmacht: das Wandern in verschiedenen Sphären. Einseitige Künstler können das nicht. AIR schon. Respekt für dieses Album !




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