Kundenmeinungen
Kein wahrer Held, 21. April 2008
Ich möchte mich gar nicht daran aufhängen, dass Disneys "Hercules" wenig mit der eigentlichen Sage des Herakles zu tun hat. Es ist Film, es ist Kunst, es gibt künstlerische Freiheiten. Gospel in einer griechischen Sage, meine Güte... sogar das würde ich verkraften, wenn nicht...... die deutsche Synchronisation dermaßen grottig wäre! Man könnte glauben, das Origionalscript sei von einer Horde pubertierender Jugendlicher übersetzt worden. Die Songs kommen dermaßen platt rüber, dass es schon weh tut - und die leidenschaftlichsten Singstimmen hat man sich für die deutsche Produktion leider auch nicht ausgesucht. Schade, schade, im englischen Original wesentlich besser und auch nicht so übertrieben "hip" wie in der deutschen Fassung. Manchmal ist weniger wirklich mehr, Leute...
einer der schlechtesten Disney Filme überhaupt, 8. April 2008
Als echter Disney-Fan bin ich mit meinen gleichgesinnten Freunden jedes Jahr ins Kino gegangen, um den neuesten Film zu sehen.Keinen Film fand ich dabei so grauenhaft schlecht wie Herkules.Dass die Herkules-Saga nicht 1:1 übernommen werden konnte war mir klar, aber wenigsten den Rahmen hätte man lassen können - Hera war nicht seine liebende Mutter, sondern seine ihn hassende Stiefmutter. Zeus hatte bei einem seiner vielen Seitensprünge Herkules mit der sterblichen Alkmene gezeugt, bei der er dann aufwuchs. Hades war auch nicht böse, er verhielt sich Herkules gegenüber eher neutral.Aber was ich viel schlimmer fand, war der schnörkelige Zeichenstil, die grellbunten Farben, die GOSPEL(!)-Songs in Griechenland und vor allem die flapsige, lässige Sprache. Herkules wird zu "Herk", "Meg" ist super cool und tough, der ganze Film wirkt überzogen und albern.Man kann die Figuren nicht mehr ernst nehmen, es sind mehr Comicfiguren als Disney-Charaktere. Ich hätte am liebsten das Kino verlassen, habe aber meinen Freunden zuliebe durchgehalten. Im Jahr davor waren wir in "Der Glöckner von Notre-Dame", dieser Film war super, umso enttäuschter und gefrusteter war ich von Herkules.Fazit: Wer den Film einmal sehen möchte, sollte ihn sich leihen, das reicht völlig.
Super Film, 21. März 2008
Die beste Herkulesverfilmung die man bekommen kann. Leider orientiert sich die Verfilmung nur sehr wage an der griechischen Vorlage. Wenn man eine CD-Lesung ebenfalls in betracht ziehen möchte, sei einem die Lesung nach Dimiter Inkiow empfohlen. Sie CD: Die Heldentaten des Herkules. Dennoch der Disney-Zeichentrickfilm ist ein muss.
Die etwas andere Geschichte eines Helden, 5. Februar 2008
Als Kind konnte ich diesen Film fast jeden Tag anschauen. Mein Sohn ist jetzt 5 Jahre alt und liebt diesen Film genauso sehr wie ich damals. Vor allem Pegasus, Pech und Schwefel gefallen ihm sehr gut. Schon so oft gesehen aber immer wieder zum Lachen. Das Bild und der Ton sind sehr gut. Wer Lust auf eine andere Version der Legende Hercules hat, sollte diesen Film kaufen.
Zu amerikanisierte Adaption des griechischen Sagenhelden, 19. Oktober 2007
Nach all den Lobeshymnen fällt es mir doch ein wenig schwer, dagegenzusteuern, aber sei's drum: 2, 3 wirklich gute Gags und schöne Animationen machen noch lange keinen guten Disney."Hercules" war einer jener Disney-Filme, die dazu beitrugen, dass die Kinozuschauerzahlen von Disneyfilm zu Disneyfilm weniger wurden (und daran waren die heutzutage weitverbreiteten Raubpiraterien damals nicht schuld).Wieso war das so? Fangen wir mit dem wichtigsten Element eines jeden Films an: Der Handlung.Ich beschwere mich nicht hauptsächlich darüber, dass Disney die Handlung um Herakles - entschuldigung, Hercules für einen familienfreundlichen Zeichentrickfilm etwas umgekrempelt hat. "Etwas?". Da liegt der Hund begraben: WIE die Geschichte dann letztendlich umgesetzt wurde ist ein Trauerspiel: Held muss gegen böse Viecher kämpfen, entdeckt dabei die Kraft des Herzens und verliebt sich in seine (laszive) Traumfrau.Mit den Originalsagen der griechischen Mythologie hat das so gut wie nix mehr zu tun. Ja, auch im Disneyfilm muss Hercules allerlei tun, um wieder in den Olymp (dem Sitz der griechischen Götter) als Göttersohn aufgenommen zu werden. Und sonst? Die berühmten 12 Aufgaben des Hercules werden nur beiläufig (wenn überhaupt und unvollständig) erwähnt, selbst familiäre Details wurden einfach aus dem Weg gekehrt. Ein Beispiel: Im Film ist Hercules der Sohn des göttlichen Ehepaares Hera und Zeus, in "Wahrheit" aber war Hercules das Ergebnis von Zeus und seinem sterblichen Seitensprung Alkmene, wodurch Hera sogar den unehelichen Stiefsohn zu hassen lernte. Und Megara tauchte quasi niemals in seinem Leben auf. Es IST verständlich für einen Disneyfilm, aber es tut schon fast weh, wenn richtige und falsche Theorien einfach durcheinandergewirbelt werden. So eignet sich dieser Film keinesfalls für ein Kind zur Erforschung der griechischen Mythologie.Die einzige Figur für mich, für die es sich lohnt, Interesse aufzubringen, ist Hades, der Gott der Unterwelt. Zwar wurde er auch hier speziell für den Film extra-böse gemacht, aber die meisten Lacher hat er auf seiner Seite und die besten Sprecher sowieso (sowohl im Deutschen als auch im Englischen).Die Animationen sind schön anzusehen, obwohl die Computeranimationen v.a. beim Kampf gegen die Hydra doch überdeutlich werden. Für das Produktionsdesign hat man sich bei Disney einen ganz Großen ins Boot geholt: Gerald Scarfe, britischer Künstler, der u.a. auch die berühmten und bizarren Trickfilmsequenzen im Musikfilm "Pink Floyd: The Wall" gestaltete. Sein Einfluss ist unübersehbar (man braucht sich nur Hades oder die Monster anzugucken), ändert aber nichts daran, dass auch dieser Disneyfilm überheblich bonbonfarben und inhaltlich eher mittelmäßig ist.Und griechisches Flair sucht man vergebens: ja, alles mögliche sieht im Film nach den beliebten Vasenmalereien aus und sämtliche Wortspiele beziehen sich auf griechische Produkte ("Big Olive" statt "Big Apple"), aber das reicht nicht. Erdrückt wird dies alles durch zu viele (misslungene) hip-moderne, amerikanisierte Anspielungen und ach so coole Sprüche und Namen (wenn Hercules "Herc", Megara "Meg" usw. genannt werden). Und die Musik.Musik? Flott und hip, wie immer. Aber auch hier ein Wort des Meckerns: was zum Teufel hat man sich dabei gedacht, Gospel-Musik in einer GRIECHISCHEN Sage einzupflanzen? Klar, es soll mal wieder alles cooler wirken. Es wirkt derart deplaziert, dass ich oft beim Gucken die Musikszenen weglasse.Zu den Extras: ein Making-Of, ein "Sing-mit"-Liedchen ("Zero to hero"), eine sehenswerte Bildergallerie mit Kommentar und Überblendungen, eine Art virtuelles Museum über die griechische Mythologie (ich habs mir angesehen: Kinder, fragt lieber nach einem spannenden Buch zu dem Thema) und im deutschen Menü eine Bastelstunde aus der Bastelshow "Art Attack" mit Benedikt Weber.Die Menüs sind teilweise animiert und mit Musik unterlegt.Fazit: leider Gottes einer der schlechtesten Disneyfilme, die ich erlebt habe, aber immer noch sehenswert und noch lange nicht so schlecht wie wenige andere Disneyproduktionen, z.B. "Der Glöckner von Notre Dame 2".
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