Kundenmeinungen
Nicht perfekt, aber sehenswert, 1. April 2005
Größtenteils gelungen, ich glaube, die Atmosphäre wird sehr gut getroffen, und das Problem, Hintergrundinformationen zu geben, ohne das bedrückend Kammerspielartige zu verwässern, wird ziemlich gut dadurch gelöst, daß man zu Zeugenaussagen Orignalaufnahmen und - szenen einblendet (Heidelberg, LKA, Springer - Gebäude). Ulrike Meinhof wird unglaublich beeindruckend gespielt - das Fanatisch - Redliche, das Mimosenhaft - Aggressive, das Kalt - Leidenschaftliche dieser Frau kommt unglaublich authentisch herüber - jede Geste, jede Betonung stimmt. Ulrich Tukur überzeugt als Baader. Die Darstellerin Gudrun Ensslins dagegen ist entweder einfach der falsche Typ oder schlicht überfordert - den intellektuellen Kopf der Ersten Generation der RAF kauft man ihr keine Minute ab. Und Raspe - na ja, er sieht aus wie ein friedensbewegter Öko der Achtziger - völlig daneben, allein, was Frisur und Kostüm betrifft. Überhaupt - mitunter merkt man allzu deutlich, daß dies ein Film aus den Achtzigern ist - z.B. an Outfit und Frisur eines Zeugen - sehr schade. Auch einige Details stimmen nicht - bei einer tumultartigen Szene werden Stühle zurückgeschoben, die in der orignalen "Mehrzweckhalle" angeschraubt waren. Ein Highlight dagegen ist der Auftritt von Dominique Horwitz als Aussteiger und Kronzeuge Gerhard Müller, und auch die drei Anwälte überzeugen, besonders diese Giftkröte Schily. Und der heutige Serien - Fuzzi Ulrich Pleitgen liefert als zunehmend gereizter und dünnhäutiger Richter Prinzing eine Klassevorstellung. Insgesamt ein nicht perfekter, aber im großen und ganzen sehr beeindruckender Film, dem es gelingt, den "Albtraum Stammheim", diesen Mammutprozeß, in etwas über hundert Minuten überzeugend und auf die wesentlichen Punkte reduziert darzustellen. Solche Filme wünscht man sich in der heutigen Popcorn - Kino - Wüste vergebens.
Authentisch, 21. Mai 2003
Der Film basiert auf tatsächlich gesprochene Worte und wirkliche Handlungen, die seinerzeits in Stuttgart-Stammheim im Prozeß gegen die RAF-Mitglieder, Mitte der siebziger-Jahre, ausgesprochen worden sind.Wer sich über die RAF informieren will, dem ist dieser Film ein nürzliches Hilfsmittel. Ideal wäre als Ergänzung zum Film, das zu ihm zugrundeliegende Buch mit dem Titel: "der Baader-Meinhof Komplex". Leider ist zu bemängeln, daß die Darstellungsweise der Schauspieler etwas gekünstelt und erbaulich wirkt, welche dem Zuschauer in Erinnerung ruft, daß es sich eben nur um eine Rekonstruktion handelt.
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